LBBW
Exportfinanzierung: Oerlikon und LBBW

Erfolge erzielen

Bei diesem Weltmarktführer ist vieles „Spinnerei“

Chemiefasern boomen weltweit. Davon profitiert der Technologiekonzern Oerlikon. Für sein Exportgeschäft setzt er auf Finanzierungen der LBBW.

Verkehrssicherheit ist für den Schweizer Technologiekonzern Oerlikon auf den ersten Blick kein Thema. Auf den zweiten allerdings schon. Ein Beispiel aus Indien zeigt, warum. Jüngst hat die dortige Regierung die Sicherheitsvorschriften für Kraftfahrzeuge überarbeitet. Die neue Version verlangt seit Herbst 2017 ein deutliches Mehr an Insassenschutz. Nach Einschätzung zahlreicher Automobilhersteller sind diese neuen Regeln nur durch den Einbau zusätzlicher Airbags zu erfüllen. Und genau hier kommt Oerlikon ins Spiel. Denn bei der Produktion von Airbags sind hochwertige Kunstfasern gefragt. Und die werden – nicht nur auf dem indischen Subkontinent, sondern rund um den Globus – besonders häufig mit Maschinen der Firma Oerlikon Textile mit den Marken Barmag und Neumag produziert. Das Unternehmen ist in Deutschland mit Standorten in Remscheid, Neumünster und Chemnitz vertreten und steht als Weltmarktführer für rund 60 Prozent der globalen Umsätze in diesem Bereich.

Das Gewicht der diversen textilen und technischen Garne im Auto beträgt heute durchschnittlich rund 30 Kilogramm, etwa 19 Prozent hiervon entfallen auf Airbaggarn. Der Rest findet sich zum Beispiel im Fahrzeughimmel, den Sitzen, Sicherheitsgurten oder Bodenbelägen – zudem werden auch bei der Produktion von Armaturenbrettern Filamente eingesetzt. Der Fachbegriff bezeichnet Fasern von praktisch unbegrenzter Länge, die als begehrter Rohstoff in die Weiterverarbeitung gehen. Für die Hersteller technischer Garne eröffnet sich hier ein margenstarker Wachstumsmarkt. Und für Oerlikon Textile, das von Maschinen für die Kunststoffschmelze bis zur Garnerzeugung (Firmenslogan: „From Melt to Yarn“) weite Teile der Wertschöpfungskette abdeckt, sind die Aussichten daher ebenfalls sehr gut.

Indien – Exportfinanzierungen als wichtiges Verkaufsargument

„Indien ist für uns ein Markt mit großem Wachstumspotenzial“, sagt Andreas Müller, der im Oerlikon-Konzern als Leiter Finanzen tätig ist. Erst kürzlich hat das Unternehmen durch seine Tochter Barmag zwei große Fertigungsmaschinen nach Naroli, einem Industriestandort im Westen Indiens, geliefert. Eine davon erzeugt Garne, die zum Beispiel in Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen; die andere sorgt für Garn, das hauptsächlich zu Kleidungsstücken weiterverarbeitet wird. Die indischen Abnehmer schätzen nicht nur die hohe Qualität und energetische Effizienz der Maschinen, die Oerlikon Barmag in diesem Fall jeweils etwa zur Hälfte in Deutschland sowie in Asien produziert. Für den erfolgreichen Verkauf von Produktionsmaschinen hat noch ein weiterer Aspekt enorme Bedeutung: „Viele Projekte werden nur realisiert, weil wir die Finanzierung dafür mitbringen“, sagt Andreas Müller. Und die stammt häufig von der LBBW.

  • Galetten von Oerlikon Barmag

    Chemiefasern entstehen in sogenannten Filamentspinnanlagen

    Die mit Hightechmaschinen von Oerlikon gefertigten Kunststoffgarne werden im Zuge der Produktion verstreckt und mit hoher Geschwindigkeit aufgewickelt.

  • Chemiefasern von Oerlikon auf Spule

    Durchschnittlich 30 Kilogramm Garn werden in einem Auto verbaut

    Die Polyestergarne zeichnen sich durch extreme Festigkeit aus. Genutzt werden sie u. a. im Rahmen der Weiterverarbeitung zu Keilriemen, Sitzgurten oder Feuerwehrschläuchen.

Exportfinanzierungen – LBBW bietet Kompetenz weltweit

Warum die LBBW hier der passende Partner ist, hat für den Finanzexperten gleich mehrere gute Gründe. Weil das weltweit aufgestellte Unternehmen Oerlikon weite Teile seines Umsatzes im Export erzielt, braucht es einen Bankpartner, der den gesamten Prozess professionell und flexibel unterstützt. „Ich sehe das immer im Rahmen eines Wholesale-Ansatzes“, erläutert Andreas Müller seine Strategie. Neben der reinen Exportfinanzierung gehe es deshalb meist noch um sehr viel mehr. Da müssen Bankgarantien gestellt, Zahlungsvorgänge abgewickelt und Fremdwährungsgeschäfte realisiert werden. „Hier brauche ich eine Bank, die alle Bereiche zuverlässig abdecken kann.“

Insbesondere bei indischen Projekten braucht Oerlikon zudem einen Finanzierungspartner mit besonderer regionaler Kompetenz. Andreas Müller erläutert warum: Zum Beispiel müsse eine Bank wissen, wie hypothekarische Sicherheiten an solchen Maschinen in Indien vereinbart und eingetragen werden können, da dies regelmäßig eine Auflage der staatlichen Kreditversicherung sei. Die indische Zentralbank habe zudem eine Limitierung eingeführt, um die Höhe der Gesamtkosten von Finanzierungen zu begrenzen. Von der Länge der Finanzierung über die Hermes-Gebühren bis zu den Zinskosten spielten da viele Faktoren eine Rolle. „Da muss eine Bank sich schon auskennen, damit man nicht gegen Zentralbankauflagen verstößt“, so der Finanzexperte Müller.

LBBW – für Unternehmenskunden alles aus einer Hand

Dass bei einem solchen Geschäft über Kontinente und Kulturen hinweg alle Finanzierungselemente perfekt zusammenpassen und regionale Besonderheiten beachtet werden, fällt in der LBBW in die Verantwortung von Joachim Landgraf. Als Global Head Export Finance kann er international agierenden Unternehmenskunden dafür nicht nur ein über Deutschland verteiltes Netz erfahrener Ansprechpartner zur Verfügung stellen, sondern zusätzlich auch auf die regionale Kompetenz der weltweiten Repräsentanzen der Landesbank Baden-Württemberg zurückgreifen. „Von der Forfaitierung, über den Bestellerkredit – wie hier beim Projekt von Oerlikon Barmag – bis hin zu allen weiteren mit Auslandsgeschäften verbundenen Finanzdienstleistungen bieten wir unseren Kunden alles aus einer Hand“, fasst er Leistungen und Philosophie der LBBW zusammen.

  • Exportfinanzierung: Oerlikon-Exportland Indien und Standorte LBBW in Asien

    Gefragt in Indien: Maschinen zur Produktion von Industriegarnen

    Die von Oerlikon Barmag in den Westen Indiens gelieferten Maschinen produzieren vororientiertes Garn (partially oriented yarn, kurz POY) als Ausgangsmaterial für Kleidung sowie voll verstrecktes Garn (fully drawn yarn, kurz FDY), u. a. zur Weiterverarbeitung in Airbags.

Service – Exportfinanzierungen auch bei kleineren Volumina

Das Projekt im Westen Indiens hatte ein Gesamtvolumen von rund 85 Millionen Euro und fällt damit in den Bereich typischer Exportfinanzierungen. Dem Finanzchef aus dem Oerlikon-Konzern ist es aber wichtig, dass eine Bank auch für kleinere Tickets zur Verfügung steht. LBBW-Experte Joachim Landgraf sieht genau hier eine der Stärken seines Instituts: „Viele unserer Wettbewerber fangen erst bei Finanzierungsvolumina von 20 bis 30 Millionen Euro an. Wir fühlen uns aber dem Mittelstand verpflichtet und finanzieren darum ganz bewusst auch kleinere Beträge, wenn das für unsere Unternehmenskunden sinnvoll ist.“
Mehr dazu lesen Sie im Interview mit Herrn Landgraf.

Hermes – der Staat bürgt für mehr Kreditausfälle

Der entscheidende Aspekt einer jeden Exportfinanzierung ist stets das Thema Sicherheit. Das gilt zum einen für den Exporteur, der auf der Basis einer solchen Finanzierung den Kaufpreis für seine Lieferung garantiert erhält – und damit Sicherheit in seine Finanzplanung bekommt. Und das gilt natürlich auch für die Bank, die einem ausländischen Käufer den entsprechenden Kredit gewährt (siehe dazu auch unsere Grafik) und dafür ebenfalls Sicherheiten benötigt. Dafür sorgt, wenn die entsprechenden Kriterien erfüllt sind, Vater Staat mit seinen Hermes-Bürgschaften. Diese Versicherung springt ein, wenn der ausländische Käufer plötzlich nicht zahlen kann.
Mehr Informationen zu Exportfinanzierungen und Bürgschaften finden Sie in unserer Fallstudie über den Verkauf von Papiermaschinen nach China.

Der entscheidende Aspekt einer jeden Exportfinanzierung ist stets das Thema Sicherheit. Das gilt zum einen für den Exporteur, der auf der Basis einer solchen Finanzierung den Kaufpreis für seine Lieferung garantiert erhält – und damit Sicherheit in seine Finanzplanung bekommt. Und das gilt natürlich auch für die Bank, die einem ausländischen Käufer den entsprechenden Kredit gewährt (siehe dazu auch unsere Grafik) und dafür ebenfalls Sicherheiten benötigt. Dafür sorgt, wenn die entsprechenden Kriterien erfüllt sind, Vater Staat mit seinen Hermes-Bürgschaften. Diese Versicherung springt ein, wenn der ausländische Käufer plötzlich nicht zahlen kann.
Mehr Informationen zu Exportfinanzierungen und Bürgschaften finden Sie in unserer Fallstudie über den Verkauf von Papiermaschinen nach China.

  • Exportfinanzierung – Variante direkter Bestellerkredit: Oerlikon und LBBW

    Exportfinanzierung – hier erhält der Besteller den Kredit.

    Bei dieser Exportfinanzierung ist der Importeur der Maschinen Kreditnehmer der LBBW. Der Exporteur erhält sein Geld garantiert. Abgesichert wird das Geschäft mit einer Exportkreditversicherung des Bundes.

Für Andreas Müller sind die staatlichen Exportkreditversicherungen ein ganz wichtiger Faktor, um ein erfolgreiches Exportgeschäft überhaupt erst zu ermöglichen. Darum engagiert er sich auch in gleich mehreren Hermes-Ausschüssen, um dieses Instrument aktiv weiterzuentwickeln. Unter anderem geht es dabei um die Bewertung ausländischer Zulieferungen im Rahmen von Exporten. Ursprünglich waren Hermes-Bürgschaften dafür gedacht, den Verkauf von Gütern abzusichern, die rein deutschen Ursprungs sind. „Aber die Welt dreht sich“, sagt Andreas Müller. Sein Unternehmen ist dafür das beste Beispiel. Es produziert zwar nach wie vor am Stammsitz Remscheid, in Neumünster und in Chemnitz, wichtige Teile der Hightechmaschinen werden aber auch – wie bei der jüngsten Lieferung nach Indien – an asiatischen Standorten gefertigt. Mittlerweile gibt es auch dafür Hermes-Instrumente, weil auch erfolgreiche Exportgeschäfte aus einem Mix an Herkunftsländern in Deutschland Know-how und Arbeitsplätze sichern.

Wenn Sie mehr über die Exportfinanzierungslösungen der LBBW erfahren wollen, dann können Sie sich hier.