20.02.2026
US-Inflationsdaten geben dem Rentenmarkt positive Impulse
Kapitalmärkte Weekly | Von den US-Konsumentenpreisdaten für Januar gingen jüngst zusätzliche rentenpositive Impulse aus.
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Konjunktur
Nach einem deutlichen Anstieg im Januar trübte sich der ZEW-Indikator für die Aussichten der deutschen Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten etwas ein, er fiel um 1,3 Punkte auf 58,3 Zähler. Damit notiert das Barometer hierzulande weiterhin so hoch wie seit dem Abklingen der Corona-Pandemie im Sommer 2021 nicht mehr. Die Ausblicke hellten sich für exportorientierte Branchen und für den Konsum auf. Die aktuelle Lage schätzten die 176 befragten Finanzmarktfachleute deutlich positiver ein als zuvor: Der Lageindex stieg im negativen Bereich um 6,8 Punkte auf -65,9 Zähler. Die Stabilisierung der Erwartungen und die Verbesserung der Lage unterstreichen einmal mehr, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft allmählich Tritt fasst. Die Erwartungen für das Eurogebiet zeigen wenig Veränderung und liegen aktuell mit 39,4 Zählern 1,4 Punkte unter dem Vormonatswert. Die Bewertung der Lage verbesserte sich mit plus 4,5 Punkten gegenüber dem Vormonat.
Zinsumfeld
Der Februar ist bis dato der Monat der Rentenbullen, und zwar sowohl am Euro- als auch am US-Staatsanleihenmarkt. Nachdem die Renditen langlaufender US-Treasuries zum Jahresstart aufwärts tendiert hatten, rutschte die 10-jährige US-Benchmarkrendite in der laufenden Woche erstmals seit Ende November 2025 in den Bereich der 4 %-Marke ab. Wir sehen Gewinnmitnahmen aus sogenannten „Takaichi-Trades“ nach der japanischen Parlamentswahl als Ausgangspunkt für den Kursaufschwung an den Rentenmärkten rund um den Globus. Von den USKonsumentenpreisdaten für Januar gingen jüngst zusätzliche rentenpositive Impulse aus. Die Teuerung war zum wiederholten Male geringer als vom Analystenkonsens im Vorfeld erwartet. Die Headline-Inflation fiel zum Jahresauftakt 2026 auf 2,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit so dicht an die 2 %-Zielmarke der Fed wie zuletzt im Mai 2025. Die Kernrate ging sogar auf ihren niedrigsten Wert seit März 2021 zurück, wobei sich der Preisdruck sowohl im Güter- als auch im Dienstleistungssektor abgeschwächt hat.
Aktienmärkte
Christen und Muslime starteten am Mittwoch gemeinsam in die Fastenzeit. Das gibt es nur sehr selten – wegen der unterschiedlichen Kalender bestenfalls alle 33 Jahre. Ob auch an der Börse für eine Weile Magerkost angesagt ist, wird sich noch erweisen. Risiken gibt es zuhauf. An den Ölmärkten wird derzeit eine Eskalation im Iran-Konflikt eingepreist, nachdem Donald Trump die Daumenschrauben angezogen hat. Auch auf Unternehmensebene schauen die Anleger inzwischen genauer hin, wie diverse Kursmuster nach Zahlenvorlagen zeigen. Hier kommen neue Impulse, wenn am Mittwoch der KI-Highflyer Nvidia den Quartalsbericht vorlegen wird. Mit Nvidia-Chips ausgerüstete Rechenzentren dürften künftig etwas schwieriger zu finanzieren sein. Der alternative US-Finanzierer Blue Owl Capital setzte gestern Fondsrückgaben aus, was Bedenken über verschlechterte Finanzierungsbedingungen für Tech-Projekte schürte.
Der Bitcoin verbuchte auf Sicht der letzten zwölf Monate mit -47 % starke Kursverluste und entfernte sich weit von seinem Allzeithoch.
Alternative Vermögenswerte
Der Bitcoin erlitt zuletzt einen deutlichen Kursverfall. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump mit seiner Pro-Krypto-Einstellung hatte der Bitcoin haussiert und war in wenigen Wochen von knapp 60.000 auf über 100.000 USD gestiegen. Während der Zoll-Turbulenzen zwischen März und April 2025 sank der Kurs wieder auf 80.000 USD, um dann ab Juli 2025 nochmals an Fahrt zu gewinnen. Im Oktober markierte er schließlich seinen Höchststand bei 126.251 USD, um dann innerhalb weniger Monate auf knapp 70.000 USD abzustürzen. Somit haben sich die Gewinne seit Trumps Amtsantritt wieder in Luft aufgelöst. Auslöser des Kursverfalls ab Oktober 2025 waren die geopolitischen Spannungen (Grönland, Zolldrohungen), die den Risikoappetit der Investoren deutlich zurückgehen ließen. Konträr dazu profitierten besonders Edelmetalle wie Gold. Während Bitcoin in früheren Jahren als „neues digitales Gold“ gepriesen wurde, bröckelt das Narrativ eines alternativen, von staatlichen Eingriffen unabhängigen Investments zusehends. Da viele weitere Krypto-Assets stark vom Bitcoin-Kurs abhängen, hat sich auch der Gesamtwert aller Kryptowährungen im Umlauf seit Oktober halbiert. Dies entsprich einem Wertverlust von mehr als 2 Billionen US-Dollar.
Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst
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