29.08.2025

Fed-Chef deutet Zinssenkung an

Kapitalmärkte Weekly | Ähnlich wie bereits im Sommer 2024 hat der Fed-Chef in Jackson Hole erneut einen Wink in Richtung einer baldigen Zinssenkung gegeben.

Fed USA Dollar Bank
Fed USA Dollar Bank

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Konjunktur

Die Stimmungsaufhellung unter den deutschen Unternehmen setzte sich im August fort. Das ifo-Geschäftsklima stieg abermals um 0,4 auf 90,0 Punkte. So hoch notierte der Indikator zuletzt im April 2024. Das war das sechste Plus in Folge. Damit ist er im laufenden Jahr immerhin in jedem Monat gestiegen oder stabil geblieben. Allerdings liegt dieser Wert weiterhin unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 94,8 Punkten. Der Index für die Erwartungen legte im August merklich um 0,8 auf 91,6 Punkte zu. Die Einschätzung der aktuellen Lage verschlechterte sich dagegen geringfügig um 0,1 auf 86,4 Zähler. Dass die Erwartungen in den Führungsetagen der Unternehmen den Gegebenheiten in der Wirtschaft vorauslaufen, ist ein übliches Muster in einem beginnenden Aufschwung. Für die Zeit Richtung Jahresende und dann für 2026 sehen wir einen Aufwärtstrend. Dazu sollten die gelockerte Geldpolitik und die expansive Fiskalpolitik beitragen.

Zinsumfeld

Die mit Spannung erwartete Rede des US-Notenbankchefs in Jackson Hole versetzte den Kapitalmärkten zum Ausklang der Vorwoche einen positiven Schub. Eine neue Eskalationsstufe in den Attacken des US-Präsidenten auf die Zentralbank ließ die Gewinne am Rentenmarkt anschließend indes wieder abbröckeln. Jerome Powell ließ erkennen, dass die schwachen Daten des US-Arbeitsmarktberichtes für Juli bleibenden Eindruck bei den Währungshütern hinterlassen haben. Die Inflationsrisiken sind zwar nach Auffassung der Fed keineswegs vom Tisch. Im Vergleich zu Letzteren haben die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung allerdings an Gewicht gewonnen. Diese Verschiebung in der Gewichtung der Risiken könne laut Powell eine Anpassung der Geldpolitik rechtfertigen. Ähnlich wie bereits im Sommer 2024 hat der Fed-Chef somit in Jackson Hole erneut einen Wink in Richtung einer baldigen Zinssenkung gegeben. Am USD-Kapitalmarkt sind die verbliebenen Zweifel der Marktakteure an einem Fed-Zinsschritt im September zwar nicht komplett ausgeräumt, aber erheblich zurückgedrängt worden.

61 % des Anstiegs der US-Gewinne kommen aus den Sektoren Technologie und Kommunikation.

61

Prozent

Aktienmärkte

Die monatelange Aufwärtsdynamik mündete an den Aktienmärkten zuletzt in eine Seitwärtstendenz. US-Aktien taten sich dabei leichter, weil ihre Unternehmen mit sehr guten Quartalszahlen positiv überraschten und spätestens seit Powells Rede in Jackson Hole vor einer Woche zudem wieder Zinssenkungshoffnungen existieren. Neu auf-geworfen wird allerdings die Frage, ob in den Kursen der KI-Aktien nicht zu große Erwartungen eingepreist seien. Schließlich liegen die mit KI-Anwendungen generierten Umsätze aktuell noch weit niedriger als die jährlichen Abschreibungen auf die immensen Investitionen in diesem Feld. Von den hierbei noch kaum zu erzielenden Gewinnen gar nicht erst zu reden. Mit der Regierungskrise in Frankreich sowie Trumps immer heftigeren Attacken auf die Unabhängigkeit der Fed zeichnen sich zudem weitere potenziell belastende Themen ab. Den saisonal schwierigen August haben die Aktienkurse noch ungeschoren überstanden. Mit September steht nun jedoch ein historisch noch kritischerer Monat bevor.

Rohstoffe

Seit Beginn des Jahres befand sich der Goldpreis in einem stetigen Aufwärtstrend und eilte von einem Hoch zum nächsten. Während der Preis des Edelmetalls Anfang Januar noch bei knapp 2.700 US-Dollar je Feinunze stand, notiert diese mittlerweile bereits bei rund 3.400 US-Dollar. Aufgrund der jüngsten geldpolitischen Entwicklungen sehen wir weiteres Aufwärtspotenzial: Die Rede von Jerome Powell in Jackson Hole beflügelte jüngst die Spekulationen auf einen Lockerungsschritt der Fed am 17. September. Bei nur einem Zinsschritt der US-Notenbank dürfte es jedoch in nächster Zeit kaum bleiben. Wir rechnen damit, dass die Fed- Funds bis Ende 2026 um einen ganzen Prozentpunkt sinken werden. Für Gold bedeutet das: Die Opportunitätskosten der Goldhaltung werden geringer. Damit dürfte auch der Zustrom in die Gold-ETCs nicht abreißen. Diese haben im laufenden Jahr ihre Bestände bereits um 280 Tonnen erhöht. Auch die Nachfrage nach Münzen und Barren, die im zweiten Quartal um gut 11 % anstieg, dürfte weiter solide bleiben. Wir erhöhen vor diesem Hintergrund unsere Preisprognose. Bis Ende 2026 rechnen wir mit Ständen von 3.600 USD pro Feinunze.

Von: Henning Oligmüller, CIIA, Investmentanalyst

Unser großes Bild in Kürze

Vergleichsdiagramm

Konjunktur

  • Deutsches BIP: Auftaktquartal mit +0,3 % Q/Q, in Q2 dann minus 0,3 % Q/Q.
  • Handelskonflikt mit USA impliziert Abwärtsrisiken. Staatsausgaben sollten ab 2026 Nachfrageschub bringen.
  • Inflation bei 2 %. Globale Verlangsamung vermindert Lohndruck und hält Rohstoffpreise in Schach.

Säulendiagramm

Zinsumfeld

  • Fed: Eine Leitzinssenkung im Jahr 2025; Fed Funds per Ende 2025 bei 4,25 % erwartet.
  • EZB: Eine weitere Zinssenkung um 25 Bp. bis Jahresende erwartet, Einlagesatz dann bei 1,75 %.
  • EUR-Langfristzinsen: Auf- und Abwärtsrisiken kurzfristig ausgewogen; auf mittlere Frist Rückkehr in den ansteigenden Trend erwartet.

Diagramm Linie

Aktienmärkte

  • Von den USA ausgehender Handelsstreit belastet die Weltwirtschaft, an den Märkten dominiert jedoch Optimismus
  • Zinssenkungen und Investitionspakete stützen Europas Börsen.
  • Nach starkem erstem Halbjahr an den Aktienmärkten nun Konsolidierung erwartet.

Euro

Devisen

  • Kapitalmärkte erwarten deutliche Zinssenkungen in den USA.
  • Regierungskrise in Frankreich belastet den Euro.
  • Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar.

Öl und Gas

Rohstoffe

  • Rohstoffpreise steigen im ersten Halbjahr. Trübe Konjunkturperspektiven dürfen im zweiten Halbjahr für Rücksetzer sorgen.
  • Gold auf dem Weg zu neuen Allzeithochs. Von US-Politik ausgehende Unsicherheit treibt die Nachfrage zu Anlagezwecken. Zinssenkungen stützen ebenfalls.
  • OPEC+ erhöht Förderquoten von April-Augst. Hoher Angebotsüberschuss am Ölmarkt dürfte Preise drücken.

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