30.01.2026

Der Goldpreis kennt kein Halten mehr

Kapitalmärkte Weekly | Seit Jahresanfang legte der Goldpreis bereits um fast 30 % zu und erreichte mit zuletzt rund 5.500 USD pro Feinunze einen neuen Rekord.

Mehrere Goldtafeln gestapelt
Mehrere Goldtafeln gestapelt

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Konjunktur

Das ifo-Geschäftsklima verharrte im Januar 2026 unverändert bei 87,6. Der Lageindex verbesserte sich minimal, während die Erwartungen geringfügig sanken. Insgesamt fielen die Daten damit enttäuschend aus. Die meisten anderen Indikatoren für die deutsche Konjunktur waren zuletzt eher im Vorwärtsgang. Immerhin legte der ifo-Index für das verarbeitende Gewerbe merklich zu. Sowohl die Einschätzungen der laufenden Geschäfte als auch der Erwartungen fielen in diesem Wirtschaftsbereich weniger schlecht aus als zuvor. Auch im Handel und im Bauhauptgewerbe hellte sich das Geschäftsklima auf. Im Dienstleistungssektor trübte sich die Stimmung dagegen ein. Ein Hoffnungsschimmer kam zumindest vom vorläufigen HCOB-Einkaufsmanagerindex (PMI) für Deutschland. Er stieg gegenüber Dezember um 1,2 auf 52,5 Punkte und etablierte sich damit noch solider über der Expansionsschwelle. Das gilt auch für den Dienstleistungssektor und die Industrie.

Zinsumfeld

Vom jüngsten Zinsentscheid der US-Notenbank haben die Rentenmarktteilnehmer keine neuen Anregungen erhalten. Die Währungshüter haben ihre abwartende geldpolitische Haltung erwartungsgemäß bestätigt. Sie beschlossen, ihr Zielband für Tagesgeld unverändert bei 3,50 % - 3,75 % zu belassen. Es ist die erste Sitzung ohne Zinsänderung nach zuvor drei Senkungen in Serie. Die Nachfolge von Fed-Chef Powell bleibt derweil in der Schwebe, was den Rentenmarkt eher belastet. Nach dem kurzen renten-bearishen Ausbruch am US-Treasury-Markt in der vorangegangenen Woche sind die Staatsanleihekurse einstweilen wieder auf einen Konsolidierungspfad eingeschwenkt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatstitel pendelte sich im Bereich von 4,25 % ein. Hieraus folgt indes auch: Ein markanter Renditerücksetzer ist ausgeblieben. Aus markttechnischer Sicht scheint sich mithin der vor Wochenfrist konstatierte Bruch des mittelfristigen Renditeabwärtstrends am US-Treasury-Markt zu bestätigen. Ein fortgesetzter Abwertungsdruck auf den US-Dollar lässt sich u.E. als Warnsignal vor neuerlichen Kursverlusten bei langlaufenden US-Treasuries werten.

Aktienmärkte

Mit den Quartalszahlen von vier US-Tech-Giganten sowie SAP waren deutliche Kurssprünge in beide Richtungen verbunden. Dies zeigt die hohe Nervosität der Anleger. Schließlich besitzen heute die vier größten Werte ein höheres Gewicht im S&P 500 als die zehn schwersten Titel zum Hoch der Dotcom-Blase. Die Rally der Titel mit KI-Phantasie ist gleichwohl besser fundamental unterfüttert als diejenige der Internetwerte zur Jahrtausendwende. Ließ sich nur ein Drittel der Performance der Dotcom-Werte über Gewinnanstieg und Dividenden erklären, sind es bei den KI-Werten seit Anfang 2023 drei Viertel. Überhaupt liefern die IT-Riesen den Großteil des aggregierten Gewinnanstiegs im S&P 500. Die Kehrseite ist die Entwicklung im breiten US-Aktienmarkt. Da die Gewinne dort weitgehend stagnieren, basiert dessen Performance zu gut 60 % auf reiner KGV-Expansion, weshalb die Korrekturgefahr allgemein zugenommen hat.

Im Zuge der anhaltenden Unsicherheit haben wir unsere Goldpreisprognose für alle Horizonte auf 5000 US-Dollar je Feinunze angehoben.

5000 USD

Goldpreisprognose

Rohstoffe

Der Goldpreis kennt kein Halten mehr. Seit Jahresanfang legte das Edelmetall bereits um fast 30 % zu und erreichte mit zuletzt rund 5.500 USD pro Feinunze einen neuen Rekord. Am Mittwoch verzeichnete der Goldkurs temporär sogar den stärksten Tagesanstieg seit dem Höhepunkt der Covid-Pandemie im März 2020. Die Preisschwankungen sind zurzeit extrem, weshalb es im Laufe der Handelswoche ebenso zu Rücksetzern kam. Die makro- und geopolitischen Risiken scheinen mit jedem Tag eher zu-, statt abzunehmen. Während anhaltende Attacken auf die Fed das Vertrauen in den US-Dollar untergraben, befeuern die Gefahr einer zu lockeren Geldpolitik und global steigender Staatsschulden die Inflationssorgen weltweit. Trumps außenpolitische Abenteuer, vor denen auch befreundete Staaten nicht mehr gefeit sind, verstärken zugleich Diversifizierungsbemühungen in Richtung „sicherer Häfen“. Wenig überraschend agieren auch Zentralbanken – insbesondere in Schwellenländern – zunehmend preisunelastisch und stocken ungeachtet der hohen Kurse ihre Goldbestände weiter auf. In dieser Gemengelage dürfte Gold – unter hohen Schwankungen – das erreichte Niveau halten. Wir heben unsere Goldpreisprognose für alle Horizonte auf 5.000 USD pro Feinunze an.

Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst

Unser großes Bild in Kürze

Vergleichsdiagramm

Konjunktur

  • Deutschland: BIP-Wachstum blieb 2025 mit 0,3 % das dritte Jahr in Folge schwach.
  • Handelskonflikt mit USA impliziert anhaltende Risiken. Staatsausgaben sollen Nachfrage stimulieren.
  • Inflation bei 2 %. Globale Verlangsamung hält Lohndruck und Preissetzungsspielraum der Unternehmen in Schach.
Säulendiagramm

Zinsumfeld

  • Fed: Notenbanker setzen geldpolitischen Lockerungskurs vorsichtig fort, eine weitere Zinssenkung im Jahr 2026 erwartet.
  • EZB: Zinssenkungsphase beendet; Einlagesatz bis mindestens Ende 2026 unverändert bei 2,00 % erwartet.
  • EUR-Langfristzinsen: Auf- und Abwärtsrisiken kurzfristig ausgewogen; auf mittlere Frist Rückkehr in den ansteigenden Trend erwartet.
Diagramm Linie

Aktienmärkte

  • US-Handelspolitik bremst die Weltwirtschaft, an den Märkten dominiert jedoch Optimismus, vor allem dank KI.
  • Investitionspakete und Konjunkturhoffnungen stützen Europas Börsen.
  • KI-Hausse droht heißzulaufen, für 2026 sehen wir Rückschlagsgefahren.
Euro

Devisen

  • Der Renditevorteil von kurz laufenden US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit kongruenter Laufzeit dürfte abnehmen.
  • Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar.
Öl und Gas

Rohstoffe

  • Rohstoffe 2025 mit unterschiedlicher Entwicklung: Hausse bei Edelmetallen, Anstieg bei Basismetallen, Ölpreise fallen.
  • Hausse setzt sich fort. Kräftige Anstiege bei Gold und Basismetallen. Signifikanter Rücklauf wenig wahrscheinlich.
  • OPEC+ erhöht Förderquoten von April-Dez. 25. Hoher Angebotsüberschuss am Ölmarkt dürfte Preise weiter drücken.
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