08.09.2026

Chinesischer Außenhandel bleibt dynamisch

Einschätzung | Chinas Außenhandel wächst: Exporte und Importe legen im August kräftig zu, der Handelsüberschuss steigt auf 119,1 Mrd. USD.

China Flagge Container
China Flagge Container
  • Die Exporte stiegen im August um 25,0 % (Juli: 23,9 %).
  • Die Importe legten um 28,2 % zu (Juli: 27,5 %).
  • Der Handelsbilanzüberschuss im abgelaufenen Monat stieg in der Folge auf rund USD 119,1 Mrd. (Juli: USD 112,5 Mrd.).

Unsere Einschätzung zum chinesischen Außenhandel:

Chinas Außenhandel bleibt dynamisch. Die Zahlen lassen jedoch vermuten, dass das Wachstum in absehbarer Zeit seinen Höhepunkt erreichen dürfte. Sowohl Exporte als auch Importe verfehlten die Erwartungen, wobei Letztere deutlicher zurückblieben. Vor allem die Einfuhren aus Südamerika und afrikanischen Staaten kühlten spürbar ab. Dies dürfte auf die anhaltende Schwäche in Chinas traditionellen Industriebranchen zurückzuführen sein. Das starke Wachstum im Technologiesektor fungiert unterdessen weiterhin als zentraler Treiber der Außenwirtschaft. Erneut hohe Zuwächse bei Importen und Exporten im Handel mit Korea und Taiwan verdeutlichen, wie stark sich der Güterverkehr zunehmend auf immer weniger (technologielastige) Volkswirtschaften konzentriert. Der Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington Ende September sowie die Fortsetzung der Handelsgespräche dürften unterdessen den Exporten in die USA trotz des ungewissen Ausgangs einen Schub verliehen haben. Ob der Handelsfriede in seiner bisherigen Form gewahrt bleibt, ist angesichts Trumps erratischer Politik jedoch ungewiss. Gegenwind droht zudem von europäischer Seite. Im Oktober will die EU-Kommission eine erste Zwischenbilanz der Verhandlungen mit China ziehen. Während wir vorerst nicht von einer Eskalation im bilateralen Handel ausgehen, sind bei aus Sicht Brüssels fehlendem Verhandlungsfortschritt selektiv höhere Zölle seitens der EU nicht auszuschließen. Insgesamt dürfte sich das externe Umfeld für Chinas Industrie in den kommenden Monaten daher eher eintrüben als verbessern.

Von: Sandro Pannagl, Senior Strategy Research Analyst

Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand
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