LBBW

Sachsen und Thüringen stabil auf hohem Niveau

Die LBBW sieht in ihrem heute vorgelegten Konjunkturmonitor für Sachsen eine Wachstumsrate für das reale BIP in Höhe von 1,7 Prozent für das laufende Jahr sowie für 2019 vor. Der Konjunkturmonitor für Thüringen prognostiziert ein Plus von 2,0 Prozent für 2018 und auch für 2019.

Im ersten Halbjahr 2018 konnte die sächsische Wirtschaft mit 2,1 Prozent stärker als Gesamtdeutschland wachsen und lag im Vergleich der Bundesländer insgesamt im oberen Drittel sowie auf Platz 1 der neuen Bundesländer. Nach Ansicht des LBBW Research kühlt die Hochkonjunktur in Deutschland und damit auch in Sachsen und Thüringen aber ab. Das zeigt sich auch in einem Rückgang der Geschäftserwartungen (IHK Geschäftsklimaindex) der sächsischen Unternehmer für die kommenden zwölf Monate. Als Gründe sehen die Volkswirte das Abflauen der inländischen Konjunktur, die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die Unsicherheit im Hinblick auf Großbritannien (Brexit) und Italien. Auch aus der starken Abhängigkeit der sächsischen Industrie von der Automobilindustrie werden Belastungen erwartet. Größte Herausforderung für das bevölkerungsreichste ostdeutsche Bundesland bleibt der mit zunehmender Digitalisierung noch weiter steigende Fachkräftemangel. Hier sind Schulen, Universitäten und Unternehmen verstärkt gefordert.

Thüringens Wirtschaft entwickelt sich mit einem erwarteten realen BIP-Wachstum in Höhe von 2,0 Prozent für 2018 und 2019 nach Ansicht des LBBW Research auf hohem Niveau stabil. Im ersten Halbjahr 2018 lag Thüringen mit 1,5 Prozent BIP-Wachstum zwar nur im Mittelfeld aller Bundesländer; das flächenmäßig kleinste neue Bundesland profitiert aber von hoher Innovationsfähigkeit und dem Standortvorteil geringerer Lohnkosten.

Die Stimmung in den thüringischen Unternehmen ist hervorragend und der Konjunkturklimaindex des IHK-Bezirks Erfurt hat sich verbessert; angesichts wachsender Unsicherheiten sind die Erwartungen aber nicht mehr ganz so optimistisch. Da USA und Großbritannien zu den wichtigsten Auslandsmärkten des insgesamt eher exportschwächeren Bundeslandes zählen, liegen auch hier die Risiken in den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie der EU und die Unsicherheit über die Ausgestaltung des Brexit. Insgesamt setzen sich der Aufschwung Ostdeutschlands und damit auch der Konvergenzprozess der wirtschaftlichen Einheit nur verlangsamt fort. Im Vergleich der Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe je Einwohner liegen die neuen Bundesländer weit hinter den alten Bundesländern, aber gemäß dem Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2018 immer noch vor Frankreich oder Spanien. Große Bedeutung dabei spielen nach wie vor die geringen Lohnkosten. Vor dem Hintergrund des erwarteten Fachkräftemangels muss die ostdeutsche Wirtschaft verstärkt über innovative Lösungen desselben nachdenken. Hier helfen Sachsen und Thüringen ihre im Bundesvergleich gute Bildungspolitik. Im INSM-Bildungsmonitor liegen Sachsen und Thüringen in Bezug auf Bildung auf Platz 1 und 2 aller Bundesländer.

Fern: In wichtigen Zukunftsfeldern gut aufgestellt

Die Region Ost ist für den LBBW-Konzern ein zentraler Wachstumsmarkt und Leipzig ist ein wichtiger Standort des Konzerns. „Von jeher ist die LBBW verlässlicher Partner mittelständischer Unternehmen, die gerade in Ostdeutschland eine tragende Säule der Wirtschaft sind“, betont Oliver Fern, der als Regionalvorstand von Leipzig aus das Dezernat Unternehmenskunden Ost/Südost der LBBW leitet. „Die ostdeutsche Industrie ist in wichtigen Zukunftsfeldern, z.B. Gesundheits- und Umweltökonomie, Erneuerbare Energien, Informations- und Kommunikationstechnik, optische Industrie und Nanotechnologie, langfristig aussichtsreich aufgestellt“, sagt Oliver Fern. Dies ist auch eine seiner Kernbotschaften als Podiumsteilnehmer beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum „OWF Zukunft“ am 8. und 9. November 2018 in Bad Saarow.

Die Konjunkturmonitor-Studien des LBBW Research fassen regelmäßig die wesentlichen Konjunkturdaten des jeweiligen Landes übersichtlich zusammen, untersuchen die Ursachen und prognostizieren die künftige Entwicklung.

Die aktuelle Publikation finden Sie hier:
www.lbbw.de/kmsa
www.lbbw.de/kmth

Das Programm zum OWF Zukunft finden Sie hier:
www.OstdeutschesWirtschaftsforum.de

92.3 KB | 07.11.2018

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