13.02.2026
Rentenmarkt reagiert gelassen auf Japans Wahlergebnis
Kapitalmärkte Weekly | Der sentix-Konjunkturindex legte im Februar wie schon zuvor im Januar für fast alle Weltregionen zu.
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Konjunktur
Der sentix-Konjunkturindex legte im Februar wie schon zuvor im Januar für fast alle Weltregionen zu. Für Deutschland und das Eurogebiet erreichte er das höchste Niveau seit Juli 2025, im Währungsraum schaffte er es mit einem kräftigen Anstieg in die Pluszone. Deutschland blieb dagegen noch deutlich unter der Nulllinie, die eine historisch betrachtet durchschnittliche Konjunktur signalisiert. Im positiven Bereich expandierte der sentix-Konjunkturindex für Asien ohne Japan, die Welt insgesamt, Lateinamerika und Japan. Osteuropa vergrößerte den Abstand zur Nulllinie mit einem weiteren Anstieg ebenfalls. Der Indikator kam im Februar nur in den USA (im positiven Bereich) und in Österreich leicht (knapp unter der Nulllinie) zurück. Auch die harten Daten signalisieren eine Verbesserung. In Deutschland stiegen die Aufträge im verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2025 zum Vormonat um 7,8 % bzw. ohne Großaufträge um 0,9 %. Damit legten sie den vierten Monat in Folge zu.
Zinsumfeld
Die Kursschwankungen halten sich an den Staatsanleihemärkten beiderseits des Atlantiks weiterhin in engen Grenzen. Die Marktstimmung tendierte dabei zuletzt leicht zur rentenpositiven Seite. Den Rentenbullen kam zugute, dass der japanische Staatsanleihemarkt relativ gelassen auf den Erdrutschsieg der Partei von Ministerpräsidentin Takaichi bei der vorgezogenen Parlamentswahl reagierte, obwohl die Politik der Regierung Nippons ohnehin extreme Staatsverschuldung weiter erhöhen dürfte. Die entspannte Haltung in Japan dürfte auch unter den Marktteilnehmern in den USA und im Euroraum mit Erleichterung aufgenommen worden sein. In den vergangenen Monaten hatten Ausverkaufswellen bei langlaufenden japanischen Staatstiteln wiederholt auf die globalen Rentenmärkte negativ abgestrahlt. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries fiel im Wochenverlauf zeitweise ans untere Ende der seit Jahresstart 2026 bestehenden Handelsspanne zwischen 4,10 % und 4,30 % zurück. Die Finanzmarktstimmung drehte derweil wieder auf „Risk on“, wenngleich ein starker US-Arbeitsmarktbericht für Januar die Spekulationen auf eine Fed-Zinssenkung dämpfte.
Aktienmärkte
Mit ihren Ausblicken avisierten die Tech-Giganten weit höhere Investitionen in KI-Infrastruktur als bislang erwartet. Aus Angst vor massiven Überkapazitäten und aufgrund der Sorge, dass es sehr lange dauern könnte, bis sich die riesigen Summen amortisieren, trennten sich die Anleger von den bisherigen Favoriten. Stattdessen setzen sie auf Sektoren wie Energie, Grundstoffe, Industrie oder Basiskonsum. Branchen also, deren Geschäftsmodelle durch KI – anders als beispielsweise Software – nicht gefährdet erscheinen. Die neuen Favoriten hatten in den vergangenen drei Jahren zwar ebenfalls im Kurs zugelegt, waren jedoch weit hinter der Performance der KI-Lieblinge zurückgeblieben. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich die vermeintlichen Schnäppchen jedoch als wachstumsschwach und hoch bewertet, weshalb die Branchenrotation auf Sand gebaut sein dürfte. Dies dürfte das Potenzial der Märkte – insbesondere des S&P 500 – stark begrenzen.
Die jüngsten Ölpreissorgen sorgten für eine Abwertung des Euro gegenüber der Norwegischen Krone, welche ein Zehnmonatshoch erreichte.
Devisen
Die norwegische Krone hat gegenüber dem Euro den höchsten Stand seit zehn Monaten erreicht. Getrieben wurde die Aufwertung vor allem von der Sorge vor steigenden Ölpreisen und von überraschend robusten Inflationsdaten, die die Erwartungen an eine rasche Lockerung der Geldpolitik jüngst dämpften. Angesichts der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sind mögliche Störungen des Ölangebots nicht auszuschließen. Als wichtiger Öl- und Gasexporteur profitiert Norwegen unmittelbar von höheren Energiepreisen. Dies stärkt nicht nur die Staatsfinanzen, sondern macht auch die heimische Währung für internationale Investoren attraktiver. Gleichzeitig hat sich die Teuerung in Norwegen im Januar auf eine Jahresrate von 3,6 % beschleunigt und damit die Prognosen der Analysten übertroffen. Damit wächst der Druck auf die Notenbank, ihren restriktiven Kurs länger beizubehalten, als dies bislang an den Märkten erwartet worden war. Sinkende Zinsen rücken damit in weitere Ferne, was tendenziell für eine festere Krone spricht. Am Devisenmarkt wertete die Krone gegenüber dem Euro in den letzten vier Wochen um über 4 % auf. Die Kursbewegung unterstreicht, wie sensibel die Wechselkurse derzeit auf geopolitische Risiken und geldpolitische Erwartungen reagieren.
Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst
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