09.01.2026

Ölpreis trotzt den Entwicklungen in Venezuela und im Iran

Kapitalmärkte Weekly | Trotz der jüngsten Entwicklungen im Umfeld Venezuelas zeigte sich der Ölmarkt weitgehend unbeeindruckt und stabil.

Fässer mit Öl
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Konjunktur

Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist im November im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen: Die saisonbereinigte Quote lag bei 6,3 % nach 6,4 % im Oktober, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Die Quoten sind saisonbereinigt, sie bilden also keine traditionelle Herbstbelebung ab. EU-weit waren im November rund 13,2 Millionen Menschen auf Arbeitssuche, davon etwa 10,9 Millionen im Euroraum. Die höchsten Quoten verzeichneten Spanien (10,4 %), Finnland (10,1) und Schweden (9,0). Am niedrigsten waren sie in Malta (3,1), Tschechien und Polen (je 3,2). Für Deutschland gab Eurostat 3,7 % an. Die EU-Behörde nutzt eine andere Methodik als die Bundesagentur für Arbeit, die für November 6,1 % meldete. Darüber hinaus hat sich das Geschäftsklima im Euroraum im Dezember überraschend eingetrübt. Das Barometer dazu sank um 0,4 auf 96,7 Punkte, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht.

Zinsumfeld

Für die großen Staatsanleihemärkte verlief die Übergangsphase vom alten ins neue Jahr relativ ruhig. Es gibt mithin noch keine Anzeichen dafür, dass sich der Rentenmarkt aus dem Umfeld niedriger Volatilität löst, welches sich im zweiten Halbjahr 2025 etabliert hat. Diesseits des Atlantiks vereitelte ein überraschend deutlicher Rückgang der deutschen Inflation einen Sprung der 10-jährigen Bundrendite über das Jahreshoch 2025. Die Rendite 10-jähriger US-Staatstitel verharrte derweil über den Jahreswechsel hinaus in der engen Dezember-Handelsspanne zwischen 4,10 % und 4,20 %. Der Renditeabwärtstrend aus dem Jahr 2025 bleibt am USD-Zinsmarkt einstweilen intakt. Die US-Makrodaten vermochten dem US-Treasurymarkt in den zurückliegenden Wochen gleichfalls keine eindeutigen Impulse zu geben. Auf der einen Seite hat sich die US-Inflation im November unerwartet abgeschwächt,und zwar markant. Auf der anderen Seite hat das Wachstum der US-Wirtschaft im dritten Quartal die Erwartungen einmal mehr übertroffen. Ein konjunktureller Einbruch scheint auf Basis der jüngsten Frühindikatoren auch zum Jahreswechsel nicht zu drohen.

Der DAX markierte im neuen Jahr eine weitere Rekordmarke und erreichte erstmals 25.000 Indexpunkte.

25000 Punkte

Dax Rekordmarke

Aktienmärkte

Wie werden sich die Unternehmensgewinne entwickeln und wie viel sind die Anleger bereit, dafür zu bezahlen? Wenn man mit Blick auf 2026 auf diese beiden Fragen eine klare Antwort parat hätte, ließe sich die Entwicklung der Aktienmärkte (wie auch der Branchen und Einzeltitel) präzise voraussagen. In der Rückschau lässt die Sichtweise auf die Komponenten eine Erklärung darüber zu, wie sich die Jahresperformance 2025 zusammengesetzt hat. Hierbei fiel auf, dass die deutlich bessere Performance europäischer Titel im Vergleich zu den USA vor allem auf Multiple-Ausweitungen zurückzuführen war, d.h. die hiesigen Aktien wurden im Durchschnitt teurer. Der Faktor „Gewinne“ war jenseits des Atlantiks deutlich besser, die dort bereits zuvor hohe Bewertung veränderte sich hingegen wenig. Mit der nun beginnenden Berichtssaison zum vierten Quartal rückt er wieder in den Fokus, wenngleich geopolitische Themen derzeit die Schlagzeilen dominieren.

Rohstoffe

Trotz der jüngsten Entwicklungen im Umfeld Venezuelas zeigte sich der Ölmarkt weitgehend unbeeindruckt und stabil. Das Land besitzt zwar immense Vorkommen, aber seine Ölexporte sind gegenwärtig so gering, dass selbst eine vollständige Unterbrechung im aktuellen globalen Angebotsumfeld nur begrenzte Wirkung entfalten würde. Die Risiken kurzfristiger Lieferstörungen entpuppten sich insgesamt als überschaubar. Berichte, wonach zentrale Fördereinrichtungen und Verladehäfen des Landes weiterhin operativ sind, dämpften zudem die Sorge vor nachhaltigen Lieferausfällen. Perspektivisch ist es durchaus vorstellbar, dass ein politischer Wechsel in dem südamerikanischen OPEC-Mitglied die Ölpreise tendenziell drücken dürfte. Eine mögliche Aufhebung der Sanktionen könnte die Fördermenge um mehrere Hunderttausend Barrel täglich ausweiten und damit das globale Angebot spürbar erhöhen. Größere Wirkungen könnte ein Umsturz im Iran entfalten, das islamistische Regime kämpft ums Überleben. Eine Rückkehr des Landes in den Einflussbereich der USA brächte auf Dauer wohl ebenfalls eine Angebotsausweitung. Die Ölhändler sind also entspannt, der Preis für das Barrel verharrt in einem Seitwärtstrend mit moderaten Schwankungen um die 60 US-Dollar.

Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst

Unser großes Bild in Kürze

Vergleichsdiagramm

Konjunktur

  • Deutsches BIP: Strukturkrise wurde 2025 offenbar. Hoffnung auf Wachstum 2026. Reformstau gefährdet diese Story.
  • Handelskonflikt mit USA impliziert Risiken. Staatsausgaben sollen ab 2026 für Nachfrageplus sorgen.
  • Inflation bei 2 %. Globale Verlangsamung vermindert Lohndruck und hält Rohstoffpreise in Schach.
Säulendiagramm

Zinsumfeld

  • Fed: Notenbanker setzen geldpolitischen Lockerungskurs vorsichtig fort, eine weitere Zinssenkung bis Jahresende 2026 erwartet.
  • EZB: Zinssenkungsphase beendet; Einlagesatz bis mindestens Ende 2026 unverändert bei 2,00 % erwartet.
  • EUR-Langfristzinsen: Auf- und Abwärtsrisiken kurzfristig ausgewogen; auf mittlere Frist Rückkehr in den ansteigenden Trend erwartet.
Diagramm Linie

Aktienmärkte

  • US-Handels- und Zollpolitik bremst die Weltwirtschaft, an den Märkten dominiert Optimismus, vor allem dank KI.
  • Investitionspakete und Konjunkturhoffnungen stützen Europas Börsen.
  • KI-Hausse droht heißzulaufen, für 2026 sehen wir Rückschlagsgefahren.
Euro

Devisen

  • Der Renditevorteil von kurz laufenden US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit kongruenter Laufzeit dürfte abnehmen
  • Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar.
Öl und Gas

Rohstoffe

  • Rohstoffpreise 2025 mit unterschiedlicher Entwicklung: Hausse bei Edelmetallen, Anstieg bei Basismetallen, Ölpreise fallen.
  • Goldhausse setzt sich fort. Nach Sprung über die 4.000 USD ist zunächst eine Verschnaufpause wahrscheinlich.
  • OPEC+ erhöht Förderquoten von April-Dezember 25. Hoher Angebotsüberschuss am Ölmarkt dürfte Preise drücken.
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