12.01.2026

Nächste Runde in Trumps Notenbankstreit

Kapitalmärkte Daily | Wie am Sonntag bekannt wurde, leitete das US-Justizministerium ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Fed-Chef Powell ein.

Fed USA Leitzins Siegel
Fed USA Leitzins Siegel

Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily

  • US-Justizministerium eröffnet Verfahren gegen Fed-Chef
  • Chinas Immobilienriese Vanke sucht Ausweg
  • Kanzler Merz auf Besuch in Indien

US-Justiz ermittelt gegen Fed-Chef

Nachdem in der vergangenen Woche der Fokus vor allem auf der Außenpolitik lag, scheint sich die Trump-Administration nun vorerst wieder auf die Innenpolitik, genauer gesagt auf die Geldpolitik, zu konzentrieren. Wie am Sonntag bekannt wurde, leitete das US-Justizministerium ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Notenbankchef Jerome Powell ein. Offiziell begründet die Behörde diesen Schritt mit angeblichen Unregelmäßigkeiten bei Bauarbeiten am Fed-Hauptquartier in Washington. Powell widersprach dieser Darstellung jedoch ungewöhnlich deutlich in einer Videobotschaft und sieht darin eine politisch motivierte Einschüchterung sowie Einflussnahme auf die Geldpolitik. Die Märkte reagierten prompt: Der US‑Dollar gab nach, Gold stieg um 1,5 % auf ein Rekordhoch von 4.575 US‑Dollar je Feinunze. Die US-Aktienindex-Futures rutschten nach der Ankündigung ebenfalls deutlich ins Minus.

Unabhängig von den im Raum stehenden Vorwürfen scheint klar, dass der US-Präsident derzeit alles daransetzt, die Zinsen zu drücken. Bereits Ende der vergangenen Woche sorgte eine Anordnung aus dem Weißen Haus für Aufsehen, in der neue Käufe von Hypothekenanleihen durch die staatlich kontrollierten Institute Fannie Mae und Freddie Mac verkündet wurden. Kurz zuvor hatte Trump zudem eine Begrenzung der Kreditkartenzinsen für US-Konsumenten auf 10 % verlangt. Das Augenmerk der Märkte dürfte in der neuen Handelswoche somit einmal mehr auf der geldpolitischen Autonomie der US-Notenbank liegen.

Chinas Immobilienkonzern wankt

Während in den USA die Politik die Finanzwelt bedrängt, kämpft in China der Immobilienriese Vanke ums Überleben. Der letzte große Baukonzern des Landes, der bislang einen offiziellen Zahlungsausfall vermeiden konnte, muss bis zum Ende des Tages einen neuen Plan für die Rückzahlung zweier Onshore-Anleihen im Gesamtwert von 5,7 Milliarden Yuan (rund 800 Mio. USD) vorlegen. Zuvor hatten Investoren eine Verlängerung der Zahlungsfrist abgelehnt und lediglich einen kurzen Aufschub gewährt. Zwar ist die fragile Lage des Immobilienkonzerns seit Längerem bekannt, ein ungeordneter Zusammenbruch von Vanke würde jedoch die Lage am chinesischen Häusermarkt weiter belasten. Denn damit stünden nicht nur zahlreiche Immobilienprojekte erneut in Frage, sondern es entstünde auch das Signal, dass selbst staatseigene oder staatlich gestützte Firmen nicht mehr ohne Weiteres auf finanzielle Unterstützung setzen können. Auch wenn eine Lösung gefunden werden sollte, bliebe die Lage des Konzerns herausfordernd, denn die angehäufte Schuldenlast beläuft sich auf rund 50 Milliarden US-Dollar.

Kanzler Merz auf Besuch in Indien

Inmitten der globalen Unsicherheiten hat Bundeskanzler Merz seine erste Reise nach Asien angetreten. Entgegen früherer Gepflogenheiten ist sein Ziel jedoch nicht Peking, sondern Ahmedabad in Indien. Angesichts der angespannten Lage mit Washington und der schwierigen Handelsbeziehungen zu China könnte der Subkontinent für Deutschland zu einem wichtigen Partner in handels- und geopolitischen Fragen werden. Indien, mittlerweile die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, bietet enorme Chancen für die deutsche Wirtschaft – nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als Produktionsstandort für das Asien-Geschäft. Zudem dürfte eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Rohstoffsicherung auf der Agenda stehen. Letzteres ist angesichts der nach wie vor großen Abhängigkeit von Importen aus China ein wichtiger Schritt zur Absicherung des künftigen Rohstoffbedarfs.

Von: Sandro Pannagl, Senior Economist

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