14.01.2026
Chinas Außenhandel erreicht 2025 Rekordüberschuss
Einschätzung | Die heute veröffentlichten Außenhandelsdaten Chinas für Dezember 2025 markieren den Schlusspunkt eines Ausnahmejahres.
- Die Exporte konnten im Dezember mit einem Plus von 6,6 % erneut klar zulegen (November: +5,9 %).
- Die Importe verzeichneten ebenfalls einen deutlicheren Anstieg um 5,7 % (November: +1,9 %).
- Der Handelsbilanzüberschuss im abgelaufenen Monat stieg in der Folge auf rund USD 114 Mrd. (November: USD 112 Mrd.).
Unsere Einschätzung zum Außenhandel in China
Die heute veröffentlichten Außenhandelsdaten Chinas für Dezember 2025 markieren den Schlusspunkt eines Ausnahmejahres für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Trotz US Zollhürden und anhaltender handelspolitischer Turbulenzen konnte China das Jahr mit einem Rekordüberschuss von rund 1,2 Billionen USD abschließen – ein Plus von 20 % gegenüber 2024. Im direkten Handel rutschen die USA in ihrer Bedeutung als Exportmarkt zugleich deutlich ab. Auf Jahressicht steht ein Minus bei den Ausfuhren von 20 % zu Buche. Zwar bleiben die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 11 % der größte Einzelmarkt, der Abwärtstrend beschleunigte sich jedoch gegen Jahresende. Das Rekordwachstum in andere Regionen (darunter ASEAN: +13,4 %, Afrika: +25,8 %, EU: +8,4 %) unterstreicht Chinas industrielle Stärke und zunehmende Diversifizierung in Richtung Schwellenländermärkte. Insbesondere der anhaltende KI Boom sowie die hohe Nachfrage nach chinesischen Elektrofahrzeugen wirkten als Motor für die chinesische Industrie.
Zu Beginn des neuen Jahres dürfte sich die Resilienz des chinesischen Exportsektors auch weiter fortsetzen. Allerdings nehmen die externen Risiken zu. Der hohe Exportüberschuss riskiert protektionistische Gegenreaktionen anderer Handelspartner. Und die unberechenbare Zoll und Außenpolitik der Trump Regierung wird auch 2026 erhalten bleiben. Ein Ausweg läge in der Steigerung des Binnenkonsums. Die anhaltende Vertrauensschwäche unter den chinesischen Haushalten sowie Chinas Fokus auf wirtschaftliche und technologische Unabhängigkeit stehen diesem Vorhaben jedoch vorerst entgegen. Der Importanstieg im Dezember deutet aus unserer Sicht noch nicht auf eine Trendwende hin. Hier dürften saisonale Faktoren dominieren.
Von: Sandro Pannagl, Senior Strategy Research Analyst