12.01.2026

Sammlung LBBW auf der Art Karlsruhe 2026

Die Präsentation „Digital Traces“, kuratiert von Sarah Haberkorn, Leiterin der Sammlung LBBW, widmet sich dem Einfluss der Digitalisierung auf zeitgenössische Kunst

COMMUNION. THE FEMALE SEARCH FOR LOVE
COMMUNION. THE FEMALE SEARCH FOR LOVE

Art Karlsruhe | Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst
05. – 08. Februar 2026 | Stand T06, Halle 3

Die Sammlung LBBW zeigt unter anderem Werke folgender Künstlerinnen und Künstler auf der Art Karlsruhe 2026:

  • Albert Oehlen
  • Tim Berresheim
  • Stefani Glauber
  • Mary-Audrey Ramirez
  • Morgaine Schäfer
  • Manuel Graf
  • Avery Gia Sophie Schramm
  • Jonas Roßmeißl
  • Corinne Wasmuht
  • Niko Abramidis & NE
  • Isa Genzken
  • Andreas Greiner
COMMUNION. THE FEMALE SEARCH FOR LOVE
Avery Gia Sophie Schramm | COMMUNION. THE FEMALE SEARCH FOR LOVE (Title bell hooks, Meme Comedy Cemetery, Offline-Dinosaur, Queer FLINTA* Doomer on Purple to Pink Light Tunnel Gradient with Shadows), 2022 © Courtesy die KünstlerIn & Anton Janizewski, Berlin, Foto Falk Messerschmidt

Die Digitalisierung hat unsere Kommunikation, die Frage nach Realität und Fake sowie Autorenschaft und Kreativität grundlegend verändert. Künstlerinnen und Künstler reagieren darauf, indem sie digitale Technologien nicht nur als Werkzeuge, sondern als Gegenstand künstlerischer Reflexion nutzen. Die Sammlungspräsentation zeigt, wie unterschiedlich diese Auseinandersetzungen ausfallen können: von am Computer erstellten Vorlagen und von KI generierten Bildwelten über den Transfer von analog und digital und umgekehrt bis hin zu Fragen nach dem Einfluss der digitalen Welt.

In einer Zeit, in der digitale Technologien, künstliche Intelligenz, Soziale Medien und Virtual Reality unsere Welt prägen, wird Kunst zum Resonanzraum einer Gesellschaft im Umbruch – und zum Ort, an dem das Digitale sinnlich erfahrbar wird.

Die Sammlungspräsentation widmet sich dem Einfluss der Digitalisierung auf die zeitgenössische Kunst: als Werkzeug, Thema und gesellschaftliche Realität. Gezeigt werden Werke, die das Spannungsfeld zwischen Mensch und Computertechnologie ausloten und in denen „digitale Spuren“ sichtbar werden. Vor dem Hintergrund, dass künstliche Intelligenzen Bilder erzeugen können, die von menschlicher Hand kaum mehr zu unterscheiden sind, zeigt die Präsentation zudem, wie Künstlerinnen und Künstler digitale Werkzeuge nutzen oder reflektieren und dabei deutlich machen, dass der Mensch im kreativen Prozess nicht ersetzt, sondern herausgefordert wird.

Albert Oehlen gehört zu den Pionieren, der digitale Techniken für seine Malerei nutzt. Bereits in den frühen 1990er-Jahren experimentierte er mit einfachen Computerprogrammen als Mittel zu einer neuen Abstraktion. Die daraus resultierenden Bildwelten aus Linien, Mustern und Störungen wurden zum Ausgangspunkt seiner Gemälde. Die generierten Motive wurden vergrößert und auf Leinwand übertragen. Mit weiteren Techniken gestischer Malerei in Öl und mit Sprühfarbe entstanden großformatige Gemälde. Der Computer diente ihm dabei nicht als Ersatz, sondern als ein Hilfsmittel, das eine bestimmte Ästhetik, Begrenzung und Regelhaftigkeit in den künstlerischen Prozess einführt.

The Lion King Thing, 2023
Mary-Audrey Ramirez | The Lion King Thing, 2023 © Mary-Audrey Ramirez, courtesy of MARTINETZ, Köln

Von der Welt der Computerspielkultur ließ sich die Künstlerin Mary-Audrey Ramirez inspirieren. Als passionierte Gamerin lässt sie in ihren neusten Arbeiten auf Textil Referenzen zum Gaming und der virtuellen Welt einfließen. Dazu nutzt sie Text-zu-Bild KI woraus ungewöhnliche Szenarien und niedliche bis gruselige Fantasiewesen entstehen.

KI wird ebenfalls von den Künstlern Manuel Graf und Andreas Greiner genutzt und mithilfe von neuen technologischen Verfahren umgesetzt. Die Ästhetik der Lokomotiven von Manuel Graf fundieren ebenfalls auf einem Text-zu-Bild-Generator, der nach einer konkreten Aufforderung eine Vielzahl von Bildern erstellt, aus denen er Motive auswählt und in 3D-Drucke erstellt. Graf sieht die KI als Werkzeug, das kreative Prozesse bereichert, aber auch zum Nachdenken über unsere Zukunft anregt. Die KI als Zukunftsangst, aber auch Fortschrittsglaube – wie einst die Eisenbahn, die Veränderung und Fortschritt brachte.

Andreas Greiner untersucht mit seinen Arbeiten ebenfalls den technischen Fortschritt und seine Auswirkungen. Seine apokalyptischen Motive gestaltet er mithilfe der KI-Software Midjourney. Als Bildträger nutzt Greiner Computerplatinen (Leiterplatten für elektronische Geräte).

Morgaine Schäfer verknüpft analoge und digitale Fotografie, um Fragen von Identität, Erinnerung und Herkunft zu erforschen. In ihrer Serie magnify digitalisiert sie Diaaufnahmen ihres Vaters aus den 1970er-Jahren mit ihrer Handykamera, wählt Bildausschnitte aus und fotografiert das Smartphone ab – so „zoomt“ sie sich digital in die Vergangenheit ihrer eigenen Familiengeschichte.

Avery Gia Sophie Schramm überführt digitale Bildkulturen in die Malerei. Ihre* Werke beginnen im Internet: Memes, GIFs und Logos fragile Träger kollektiver Emotionen und politischer Kommentare werden am Rechner zu komplexen Kompositionen zusammengeführt und anschließend in altmeisterlicher Öltechnik auf Leinwand übertragen. So verwandeln sich die flüchtigen Bilder des Netzes in dauerhafte Ölgemälde. Schramms Arbeiten sind Reflexionen über die Meme-Kultur als Spiegel gesellschaftlicher Spannungen und Identitätsdiskurse und zugleich über die neue Macht der Bilder im digitalen Zeitalter.

Die LBBW und Art Karlsruhe

  • Seit der Gründung der Messe ist die LBBW eine verlässliche Partnerin und Förderin der Art Karlsruhe.
  • Seit 2022 ist die Sammlung LBBW mit kuratierten Präsentationen auf der Messe vertreten.
  • Seit 2024 fördert die LBBW das neue Format academy:square auf der Messe. Neu: in diesem Jahr wird die LBBW auch einen Award ausloben.

LBBW academy:square

Seit 2024 unterstützt die LBBW auch den academy:square: Eine kuratierte Sonderausstellung von verheißungsvollen Absolventinnen und Absolventen der Kunsthochschulen aus Baden-Württemberg (Staatlichen Akademie der Künste Karlsruhe, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) soll diese jungen Talente beim Einstieg in den Kunstmarkt unterstützen, sie sichtbar machen und das Entdecken ungesehener Positionen möglich machen. Die Jury besteht aus Elke Buhr (Monopol), Kristian Jarmuschek und Sarah Haberkorn (Sammlung LBBW). 2026 wird die LBBW erstmals einen eigenen Kunstpreis vergeben, dessen Auszeichnung in der Aufnahme eines herausragenden Werks einer Künstlerin oder eines Künstlers in die Sammlung besteht.

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Die Sammlung LBBW

Mit mehr als 3.000 Werken besitzt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine der großen deutschen Unternehmenssammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Seit ihrer Gründung versteht sich die Sammlung als kulturelles Engagement der Bank und als ein sichtbares Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung.

Sie umfasst eine über fünfzigjährige Sammlungsgeschichte und vereint nationale wie internationale künstlerische Positionen. Heute liegt der Fokus auf Werken, die am Standort Deutschland oder von deutschen Künstlerinnen und Künstlern innerhalb der letzten Dekade entstanden sind. Dabei ist die Sammlung intermedial offen angelegt: Malerei, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Medienkunst und Installationen spiegeln die Vielfalt der zeitgenössischen Kunstproduktion.

Thematisch setzen sich die Sammlungsschwerpunkte mit gesellschaftlich relevanten Fragen unserer Zeit auseinander. Darunter fallen Themenkomplexe wie Globalisierung, Ökonomisierung, Digitalisierung, Identität sowie Natur und Umwelt. Somit bietet die Sammlung eine Plattform des Diskurses – sowohl im Unternehmen selbst als auch mit der Öffentlichkeit.

Um Exponate der Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, nutzt das Unternehmen verschiedene Formate. So pflegt die LBBW langjährige Kooperationspartnerschaften mit dem Kunstmuseum Stuttgart sowie mit der Kunsthalle Mannheim. Sowohl ihren Partnern als auch anderen Institutionen stellt sie Werke ihrer Sammlung als Leihgabe zur Verfügung.

Anhand thematisch konzipierter Messepräsentationen möchte die Bank aktiv in den Dialog mit der Öffentlichkeit treten – und zugleich einen gesellschaftlichen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten.

Einmal im Jahr öffnen sich die Türen der Bank zur Langen Nacht der Museen in Stuttgart und Besucherinnen und Besucher können hier in einer Sonderausstellung sowie durch Führungen einen Teil der Sammlung kennenlernen.

Wir freuen uns auf Sie! Art Karlsruhe | Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst | 05. – 08. Februar 2026 | Stand T06, Halle 3

Art Karlsruhe

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Stephan Schorn

Stephan Schorn

Leiter Gesellschaftliches Engagement der LBBW & Geschäftsführer der LBBW-Stiftung

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