LBBW

Pressemitteilung

LBBW mit solidem Ergebnis im ersten Halbjahr 2018

29.08.2018

LBBW mit solidem Ergebnis im ersten Halbjahr 2018

  • Ergebnis vor Steuern trotz Niedrigzinsen und höherer Bankenabgabe leicht auf 282 Millionen Euro verbessert
  • Ergebnis nach Steuern ebenfalls leicht auf 206 Millionen Euro gesteigert
  • Deutlich mehr Kredite an Unternehmenskunden vergeben
  • Privatkundengeschäft mit verbessertem Ergebnis wieder in der Gewinnzone
  • Verwaltungsaufwendungen trotz anhaltend hoher Investitionen in die IT-Infrastruktur rückläufig
  • Digitale Plattform für Finanzierungen mit der Börse Stuttgart gestartet
  • Für Gesamtjahr 2018 weiterhin Vorsteuerergebnis in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe erwartet

Die LBBW ist im ersten Halbjahr 2018 bei der Umsetzung ihrer strategischen Prioritäten gut vorangekommen. Die Bank hat außerdem ihr Geschäft vor allem mit Unternehmenskunden weiter ausgebaut und das Konzernergebnis verbessert. Vor Steuern erwirtschaftete die LBBW in den ersten sechs Monaten einen Gewinn von 282 Millionen Euro nach 279 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Nachsteuerergebnis erhöhte sich ebenfalls leicht auf 206 Millionen Euro (im Vorjahreszeitraum: 201 Millionen Euro).

„Wir haben in einem anspruchsvollen Umfeld ein solides Ergebnis erzielt. Es zeigt: Wir können gleichzeitig in Innovationen investieren und verlässlich für unsere Kunden da sein. Auf diesem Weg werden wir weiter voranschreiten“, sagte der LBBW-Vorstandsvorsitzende Rainer Neske.

Die Rahmenbedingungen der Bankenbranche waren geprägt von erneut rückläufigen Zinsen und hohem Wettbewerb sowie Anspannungen an den Kapitalmärkten. In diesem Umfeld konnte die LBBW das Finanzierungsvolumen insbesondere mit mittelständischen und großen Unternehmenskunden um rund 10 Prozent auf 47 Milliarden Euro ausbauen und damit dem Margendruck entgegenwirken. Zugleich waren die Verwaltungsaufwendungen trotz weiterhin hoher Investitionen in IT und Digitalisierung geringer als im Vorjahr. Die freundliche Konjunkturlage in Deutschland und die gute Portfolioqualität der LBBW spiegeln sich in einer anhaltend niedrigen Risikovorsorge wider.

Nicht nur das Kreditportfolio der LBBW ist sehr gesund, auch auf der Kapitalseite steht die Bank weiterhin komfortabel da. Die harte Kernkapitalquote zum 30.06.2018 betrug 14,9 Prozent unter vollständiger Umsetzung der CRD/CRR IV (31.12.2017: 15,7 Prozent). Die Veränderung ist unter anderem auf die gestiegene Kreditvergabe an Unternehmen sowie eigenkapitalmindernde Erstanwendungseffekte der neuen Rechnungslegungsvorschrift IFRS 9 zurückzuführen. Die Gesamtkapitalquote lag bei 21,5 Prozent (31.12.2017: 22,2 Prozent).

Zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit als mittelständische Universalbank hat die LBBW im vergangenen Jahr die vier strategischen Stoßrichtungen Geschäftsfokus, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Agilität definiert. Die Umsetzung kam in der ersten Jahreshälfte 2018 gut voran. Beispielsweise erhielt die Bank im zu Jahresbeginn neu aufgestellten Geschäft mit Projektfinanzierungen bereits in den ersten sechs Monaten eine Vielzahl von Finanzierungszuschlägen, etwa bei großen Infrastrukturprojekten und in der Flugzeugfinanzierung. In den Branchen Gesundheit, Energie und Telekom/Medien/Technologie baute die Bank zusätzliche Expertise auf, um ihre Aktivitäten auszuweiten. Im Auslandsgeschäft wuchs die Bank vor allem in der Exportfinanzierung deutlich. Im Bereich nachhaltige Kapitalanlagen markierte die erfolgreiche Platzierung des ersten eigenen grünen Hypothekenpfandbriefs einen weiteren Meilenstein. Bei der Digitalisierung des Schuldscheingeschäfts gelang der LBBW nach dem erfolgreichen Einsatz der Blockchain erneut ein wichtiger Schritt. Gemeinsam mit der Börse Stuttgart startete sie im Juni unter der Marke Debtvision einen digitalen Marktplatz für Finanzierungen und vermarktete darüber bereits erste Transaktionen. Dieses Vorhaben wurde, wie inzwischen auch viele andere Projekte in der Bank, in einem interdisziplinären Team mit agilen Methoden umgesetzt.

Die Ergebniszahlen im Überblick

Die LBBW berichtet in diesem Jahr erstmals nach der neuen Rechnungslegungsvorschrift IFRS 9. Dies führt unter anderem zu Anpassungen im Ergebnisschema sowie bei ausgewählten Kennzahlen.

Das Zinsergebnis lag in den ersten sechs Monaten mit 796 Millionen Euro auf Vorjahreshöhe (797 Millionen Euro). Der Margendruck durch das weiterhin niedrige Zinsniveau und den hohen Wettbewerb konnte unter anderem durch höhere Finanzierungsvolumen im Unternehmenskundengeschäft überkompensiert werden. Zudem belastete das Zinsumfeld weiterhin die Eigenkapitalanlage.

Das Provisionsergebnis lag zum 30. Juni bei 262 Millionen Euro nach 270 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Während das Vermittlungsgeschäft mit Lebensversicherungen und Bausparverträgen rückläufig war, konnte die Vermögensverwaltung Zuwächse erzielen.

Das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis sank von 191 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Maßgeblich für den Rückgang waren insbesondere die Erträge aus Wertpapierverkäufen, die aufgrund der angespannten Lage an den Finanzmärkten deutlich niedriger ausfielen als im günstigeren Umfeld des ersten Halbjahres 2017. Dagegen verharrte die Risikovorsorge aus Krediten und Wertpapieren aufgrund der guten Konjunktur und der soliden Verfassung der Unternehmen in den Kernmärkten mit minus 33 Millionen Euro (Vorjahr: minus 40 Millionen Euro) auf einem weiter niedrigen Niveau. Auch das Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten bewegte sich mit 129 Millionen Euro in der Größenordnung des Vorjahres (130 Millionen Euro).

Obwohl die LBBW weiter massiv in den Umbau und die Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur investierte, reduzierten sich die Verwaltungsaufwendungen im ersten Halbjahr auf 878 Millionen Euro (Vorjahr: 897 Millionen Euro). Ursächlich dafür waren insbesondere niedrigere Personalaufwendungen und der Wegfall von Aufwendungen, die im Vorjahr durch die Produktivnahme des neuen Kernbanksystems OSPlus angefallen waren.

In diesem Jahr musste die Bank für die Bankenabgabe und Einlagensicherung deutlich mehr aufwenden als im Vorjahr. Hintergrund ist unter anderem eine Anpassung der Bemessungsgrundlage für die Bankenabgabe. Mit 89 Millionen Euro (2017: 69 Millionen Euro) sind diese Belastungen aber bereits im Halbjahresergebnis vollständig verarbeitet.

Aufgrund des Wegfalls der Risiken aus dem Sealink-Portfolio entfiel die Garantieprovision. Anders als im Vorjahr fielen keine nennenswerten Restrukturierungsrückstellungen an.

Das Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 282 Millionen Euro übertraf den Vorjahreswert um 4 Millionen Euro. Der Ertragssteueraufwand lag wie im Vorjahr bei 77 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Konzernergebnis nach Steuern zum Halbjahr 2018 von 206 Millionen Euro.

Die operativen Segmente im Überblick

Zur Schärfung ihrer Geschäftsausrichtung hat die LBBW mit Beginn des Jahres ihre Segmente neu zugeschnitten und das bisherige Segment Corporates in die Segmente Unternehmenskunden und Immobilien/Projektfinanzierungen aufgeteilt.

Das Segment Unternehmenskunden baute sein Finanzierungsvolumen sowohl im Mittelstands- als auch Großkundengeschäft aus. Neben dem klassischen Kreditgeschäft war die LBBW insbesondere auch im Corporate Finance erfolgreich. Am Schuldscheinmarkt beispielsweise baute die Bank ihre Marktführerschaft mit 29 Transaktionen im ersten Halbjahr weiter aus, bei Konsortialkrediten zählte sie gemessen an der Zahl der Abschlüsse zu den Top 3 in Deutschland. Das Segmentergebnis vor Steuern nach sechs Monaten bewegte sich mit 155 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (158 Millionen Euro). Belastungen resultierten unter anderem aus dem wettbewerbsbedingten Margendruck und steigenden Verwaltungsaufwendungen durch die Umsetzung regulatorischer Vorgaben und Wachstumsinitiativen. Zudem fielen die Erträge aus dem kommerziellen Beteiligungsgeschäft niedriger aus als im Vorjahr.

Das Segment Immobilien/Projektfinanzierungen verzeichnete ein lebhaftes Neugeschäft vor allem in der gewerblichen Immobilienfinanzierung, das mit 3,7 Milliarden Euro über Vorjahr (3,4 Milliarden Euro) lag. Auch der Aufbau des neu aufgestellten Bereichs Projektfinanzierungen kommt gut voran. In 2017 realisierte das Geschäftsfeld gewerbliche Immobilienfinanzierung hohe Einmalerträge aus Vorfälligkeitsentschädigungen in Folge außerordentlicher Kreditrückführungen. Im Wesentlichen führte dieser Effekt in 2018 zu einem Rückgang des Segmentergebnisses vor Steuern auf 104 Millionen Euro (Vorjahr: 133 Millionen Euro).

Das Vorsteuerergebnis des Segments Kapitalmarktgeschäft ging im ersten Halbjahr auf 47 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 195 Millionen Euro). Ursächlich dafür waren unter anderem ein verhaltenes Kundengeschäft und steigende Credit Spreads aufgrund der Unsicherheit an den Kapitalmärkten im Zusammenhang mit den politischen Entwicklungen in Italien. Im Vorjahr konnten in einem günstigen Marktumfeld zudem hohe Erträge aus Wertpapierverkäufen generiert werden. Weiter erfreulich lief die Zusammenarbeit mit den Sparkassen unter anderem im Geschäft mit Zertifikaten für Privatkunden. Hier behauptete sich die LBBW unter den führenden Adressen in Deutschland. Im Primärmarktgeschäft baute die Bank ihre Marktposition bei der Emission von Covered Bonds unter schwierigen Rahmenbedingungen sogar aus.

Das Segment Private Kunden/Sparkassen kehrte im ersten Halbjahr in die schwarzen Zahlen zurück. Das Vorsteuerergebnis nach sechs Monaten verbesserte sich auf 7 Millionen Euro (Vorjahr: minus 15 Millionen Euro). Dazu trug maßgeblich ein deutlicher Rückgang des IT-Aufwands bei. Im Kundengeschäft lief insbesondere die Baufinanzierung mit deutlich mehr Abschlüssen gut. Überdies lag das Wachstum des Geschäftsvolumens mit hochvermögenden Kunden deutlich über dem Marktdurchschnitt. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Sparkassen trug erneut zu einem Rekord im Förderkreditgeschäft bei. Im ersten Halbjahr erzielte die LBBW mit einem Neugeschäftsvolumen von 3,55 Milliarden Euro eine neue Bestmarke. Diese wurde durch die starke Nachfrage in den Produkten Digitalisierung und Innovation sowie im Bereich der Energieeffizienz getragen.

Ausblick

Für das Gesamtjahr rechnet die LBBW unverändert mit einem Konzernergebnis vor Steuern in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. Juni 2018

  1.1. - 30.06.2018 1.1. - 30.06.2017* Veränderung in Mio. EUR Veränderung in Prozent
Zinsergebnis 796 797 – 1 – 0,1
Provisionsergebnis 262 270 – 8 – 3,0
Bewertungs- und Veräußerungsergebnis 135 191 – 56 – 29,5
davon Risikovorsorge für Kredite und Wertpapiere** – 33 – 40 7 – 17,1
Sonstiges betriebliches Ergebnis 58 56 2 3,6
Nettoergebnis 1.250 1.313 – 63 – 4,8
Verwaltungsaufwendungen – 878 – 897 19 – 2,1
Bankenabgabe und Einlagensicherung – 89 – 69 – 20 28,7
Garantieprovision Land Baden-Württemberg 0 – 38 38 – 100,0
Restrukturierungsergebnis 0 – 30 30 – 99,9
Konzernergebnis vor Steuern 282 279 4 1,4
Ertragsteuern – 77 – 77 1 – 0,9
Konzernergebnis 206 201 5 2,3

Differenzen ergeben sich durch Rundungen. Den Prozentangaben liegen die genauen Werte zugrunde.
* Die auf IAS 39 basierenden Vorjahreszahlen wurden ohne fachliche Anpassung in die Struktur des IFRS 9 Schemas überführt.
** Bezieht sich auf die Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte“.

 

  30.06.2018 in Mrd. EUR 31.12.2017 in Mrd. EUR Veränderung in Mrd. EUR Veränderung in Prozent
Bilanzsumme 259 238 21 8,8
Risikoaktiva 79 76 3 4,5

 

  30.06.2018 in Prozent 31.12.2017 in Prozent
Harte Kernkapitalquote (CRR/CRD IV „fully loaded“) 14,9 15,7
Gesamtkapitalquote (CRR/CRD IV „fully loaded“) 21,5 22,2

 

  1.1. - 30.06.2018 in Prozent 1.1. - 30.06.2017* in Prozent
Eigenkapitalrentabilität (ROE) 4,4 4,3
Cost Income Ratio (CIR) 75,4 76,4

* Nach Berücksichtigung von geänderten Berechnungen aufgrund IFRS 9-Anpassungen.

 

  30.06.2018 31.12.2017 Veränderung absolut Veränderung in Prozent
Mitarbeiter 10.143 10.326 – 183 – 1,8

Download