LBBW

24.01.2019

Drittbestes Jahr in der Geschichte des Schuldscheindarlehensmarkts

Pressemitteilung

Nach einem schwachen ersten Halbjahr hat der Schuldscheindarlehensmarkt – was die Transaktionszahl wie auch das Volumen betrifft – in der zweiten Jahreshälfte deutlich zugelegt. „Dies zeigt erneut die Robustheit des Schuldscheindarlehensmarkts auch in unruhigen Zeiten“, erklärt LBBWAnalystin Barbara Ambrus. „Zwar wurden die Rekordwerte der beiden Vorjahre nicht erreicht. In Anbetracht der schwachen ersten sechs Monate ist das Neuemissionsvolumen von 23 Milliarden Euro bei insgesamt rund 140 Schuldscheindarlehen dennoch als Erfolg zu werten.“ Die LBBW war dabei an 55 Transaktionen mit einem Volumen von rund 9 Milliarden Euro federführend beteiligt und hat damit ihre Spitzenposition im SSD-Markt bestätigt. Für das Jahr 2019 rechnet das LBBWResearch erneut mit einem Marktvolumen für neue Schuldscheindarlehen von Unternehmen in der Größenordnung zwischen 20 und 25 Milliarden Euro.

Trotz diverser Marktturbulenzen, ausgelöst unter anderem durch die anhaltende Brexit-Diskussion, internationale Handelskonflikte und Handelszölle, Zinserhöhungsüberlegungen oder die weltweite Konjunkturberuhigung, hat der Schuldscheindarlehensmarkt aus Sicht des LBBW-Research das Jahr 2018 erfolgreich abgeschlossen. Angebot und Nachfrage zogen im zweiten Halbjahr deutlich an, dabei verdoppelte sich das Marktvolumen des ersten Halbjahres. Im vierten Quartal erreichte der Schuldscheindarlehensmarkt mit insgesamt 51 neuen Begebungen sogar eine neue Rekordzahl. Mit einem Volumen von 23 Milliarden Euro hat er das drittbeste Ergebnis in seiner Geschichte erreicht, bei der Anzahl von 139 sogar den zweithöchsten Wert.

Weniger großvolumige Schuldscheindarlehen, Durchschnittsvolumen leicht rückläufig

Der Volumenrückgang resultiert fast ausschließlich durch die sinkende Anzahl großer (Volumen ab 500 Millionen Euro) Schuldscheindarlehen. Bei den kleineren (bis 200 Millionen Euro) und mittleren (200 bis 500 Millionen Euro) Volumen gab es dagegen keine nennenswerten Veränderungen. Mittelgroße Emissionen machten rund die Hälfte des Volumens aus. Der Anteil großer Schuldscheindarlehen betrug lediglich 14 Prozent – im Jahr 2016 hatte dieser Anteil bei über 40 Prozent gelegen.

Das Durchschnittsvolumen der Neubegebungen sank im Vergleich zu 2017 nur leicht von 175 auf 168 Millionen Euro, was vor allem auf das sehr schwache zweite Quartal zurückzuführen ist. Die Laufzeitenverteilung entsprach nahezu der des Vorjahres. Die beliebtesten Laufzeiten waren unverändert die fünf- und siebenjährigen Fristigkeiten mit einem Anteil von jeweils knapp 30 Prozent, gefolgt von langfristigen Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit von über zehn Jahren (unverändert bei 24 Prozent).

LBBW weiterhin Marktführer am SSD-Markt

Die LBBW hat auch im Jahr 2018 ihre Spitzenposition bei der Arrangierung und Platzierung von Schuldscheindarlehen behauptet. Insgesamt war sie an 55 Schuldscheintransaktionen federführend beteiligt. Das Volumen dieser Transaktionen lag bei rund 9 Milliarden Euro. Erst kürzlich wurde die LBBW erneut vom Finanznachrichtendienstleister CMDportal als „Best Schuldschein-Dealer“ ausgezeichnet.

Erwartetes Marktvolumen 2019 von 20-25 Milliarden Euro

Das kommende Jahr wird aus Sicht des LBBW Research weiterhin von Unsicherheiten geprägt sein. Aspekte hierbei sind unter anderem die weitere Entwicklung des Handelsstreits der USA mit China und Europa, die Zinspolitik der Fed und der EZB sowie die Ausgestaltung des anstehenden Brexit. „Dennoch sehen wir für das Jahr 2019 erneut ein Marktvolumen für neue Schuldscheindarlehen von Unternehmen in der Größenordnung zwischen 20 und 25 Milliarden Euro als realistisch an“, erklärt LBBW-Analystin Barbara Ambrus. Dazu sollte auch beitragen, dass der Schuldscheinmarkt den Zinsanstieg, der am Markt für Unternehmensanleihen zu verzeichnen war, nicht in dem Ausmaß nachvollzogen hat.