LBBW

19.02.2019

Blockchain ohne Wenn und Aber

Pressemitteilung

  • Kauf und Rückzahlung eines Geldmarktpapiers (ABCP) auf Basis der Blockchain-Technologie Corda abgewickelt
  • Vertragsabschluss und -abwicklung erstmals ohne analogen Parallelprozess
  • LBBW schafft erste digitale Plattform für ABCP: Transaktionsdauer drastisch verkürzt und Prozesse verschlankt
  • Ratingagenturen Fitch und Moody’s bestätigen Rating für digitalen Emissionsprozess
  • Joachim Erdle, Bereichsleiter Corporate Finance der LBBW: „Wir haben die Leistungsfähigkeit der Distributed Ledger Technologie nunmehr ohne Wenn und Aber bewiesen.“
  • Dr. Frank Wellhöfer, Geschäftsführer der MEAG: „Für uns als Investor steckt in der Blockchain viel Potenzial für mehr Effizienz.“

Die LBBW hat nach ihren Schuldschein-Transaktionen 2017 und 2018 einen weiteren Meilenstein beim Einsatz der Blockchain in der Finanzbranche gesetzt. Mit der MEAG, Vermögensmanager von Munich Re und ERGO, als Investor ermöglichte die Bank als Plattformbetreiber der Emissionsgesellschaft „Weinberg Capital DAC“ erstmals eine rechtswirksame digitale Wertpapiertransaktion ohne papierhaften Parallelprozess auf Blockchain-Basis durchzuführen.

Der Kauf und die Rückzahlung eines Geldmarktpapiers mit einem Volumen von 1 Million Euro und einer Laufzeit von fünf Tagen wurden vollständig über die Corda-R3-Distributed Ledger Technologie abgewickelt. „Mit dieser Transaktion haben wir die Leistungsfähigkeit der Distributed Ledger Technologie nunmehr ohne Wenn und Aber bewiesen“, sagt Joachim Erdle, Bereichsleiter Corporate Finance der LBBW. Die LBBW wurde von ihrer Konzerntochter targens, ein Corda-R3 Partner, beraten und bei der technischen Umsetzung unterstützt.

Bei dem Wertpapier handelt es sich um ein sogenanntes Asset-Backed Commercial Paper (ABCP) – also um eine mit Handelsforderungen mittelständischer Unternehmen und Leasingforderungen unterlegte kurzfristige Schuldverschreibung – der Emissionsgesellschaft „Weinberg Capital DAC“. Solche Geldmarktpapiere sind aufgrund ihrer vergleichsweise vorteilhaften Verzinsung ein häufig genutztes Instrument im Liquiditätsmanagement von institutionellen Kunden und großen Unternehmen. Auf dem herkömmlichen Weg ist eine ABCP-Wertpapiertransaktion komplex, abstimmungsintensiv und dauert von der Order bis zur Buchung in der Regel zwei Tage, weil verschiedene Intermediäre zwischen Emittent und Investor geschaltet sind – so zum Beispiel ein Händler für die Zeichnung sowie ein Zahlungsabwickler, eine Clearingstelle und eine Depotbank für das Settlement.

Die Distributed Ledger Technologie macht diese Intermediäre verzichtbar: Sämtliche Buchungen werden in verketteten Datensätzen festgehalten und verschlüsselt auf mehreren Servern gespeichert. Diese Technik stellt Transparenz her, wirkt Manipulation entgegen und erlaubt dadurch schlanke, unmittelbare und sichere Transaktionen annähernd in Echtzeit. Auf der neuen „Weinberg DLT Plattform“ – der ersten digitalen Plattform für ABCP-Emissionen am Markt – können angeschlossene Investoren über eine einfach zu bedienende Benutzeroberfläche Commercial Paper direkt beim Emittenten zeichnen. Die Zuordnung des Wertpapiers zum Käufer wird als Token auf der Blockchain abgelegt und bei Zahlung sofort Zug-um-Zug zwischen den Parteien ausgetauscht („Delivery versus Payment“). Die Ausführung erfolgt automatisiert über Smart Contracts. Der Transaktionsprozess verkürzt sich hierdurch von zwei Tagen auf unter eine Stunde. Damit wird das Erfüllungsrisiko ebenso reduziert wie die operationellen Risiken bei der Abwicklung, die aus dem bisher notwendigen Austausch von Daten zwischen einer Vielzahl von Akteuren und den damit verbundenen Schnittstellen resultieren.

Die Ratingagenturen Fitch und Moody’s waren hierbei ebenfalls eingebunden und bestätigten das existierende Rating der Asset Backed Commercial Paper für den digitalen Emissionsprozess.

„Asset Backed Commercial Paper sind wegen des langen und komplexen Emissionsprozesses mit zahlreichen Beteiligten ein idealtypischer Anwendungsfall für die Blockchain. Hier können wir mit dieser innovativen Technik einen besonders hohen Kundennutzen stiften. Mit unserer digitalen ‚Weinberg DLT Plattform‘ bieten wir jetzt eine einfache, schnelle und sichere Lösung“, sagt Joachim Erdle, Head of Corporate Finance der LBBW.

„Wir sehen für uns als Investor viel Potenzial für mehr Effizienz in der Blockchain. Wir haben durch die verkürzte Abwicklungszeit einen hohen Zugewinn an Flexibilität in unserem Cash-Management und generieren gleichzeitig einen Zinsvorteil durch die sofortige Lieferung des Wertpapiers. Die beschleunigte Abwicklung minimiert Kontrahenten- und Abwicklungsrisiken“, sagt Dr. Frank Wellhöfer, Geschäftsführer der MEAG.

Nach der erfolgreichen ersten Transaktion entwickelt die LBBW die „Weinberg DLT Plattform“ nun technisch weiter mit dem Ziel, sie für interessierte Investoren zu öffnen. In der Handelsfinanzierung treibt die LBBW ihre Blockchain-Aktivitäten als Gründungsmitglied des Marco Polo-Netzwerks weiter voran. Nicht zuletzt arbeitet die LBBW weiter intensiv daran, den Schuldschein-Prozess mit Hilfe der Blockchain vollständig zu digitalisieren.

Über die LBBW

Die LBBW ist eine mittelständische Universalbank sowie Zentralinstitut der Sparkassen in Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz. Mit einer Bilanzsumme von 238 Milliarden Euro und über 10.000 Beschäftigten (Stand 31.12.2017) ist die LBBW eine der größten Banken Deutschlands. Kernaktivitäten sind das Unternehmenskundengeschäft, speziell mit mittelständischen Unternehmen, und das Geschäft mit Privatkunden sowie mit den Sparkassen.

Die LBBW zählt mit der Emissionsgesellschaft „Weinberg“ zu den führenden Sponsoren von ABCP-Programmen in Deutschland und Europa. Durch die Verbriefung von Forderungen über „Weinberg“ erschließt die LBBW ihren Unternehmenskunden eine bilanzschonende Finanzierungsalternative. Das aktuell zugesagte Transaktionsvolumen liegt bei insgesamt rund 3 Milliarden Euro.

Über die MEAG

Die MEAG steht für das Vermögensmanagement von Munich Re und ERGO. Die MEAG ist in Europa, Asien und Nordamerika präsent und bietet ihr umfassendes Know-how institutionellen Anlegern und Privatkunden an. Insgesamt verwaltet die MEAG Kapitalanlagen im Wert von derzeit rund 252 Milliarden Euro.

Ein Video zur Transaktion finden Sie unter:

https://youtu.be/s69qcwH2baw

50.7 KB | 19.02.2019

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