18.02.2026
So trägt die Energiepolitik zum Erreichen der Klimaziele bei
Die Klimaziele verlangen ein höheres Tempo bei der Energiewende. Die Energiepolitik schafft dafür die nötigen gesetzlichen Grundlagen.
Mit dem Pariser Klimaabkommen hat die Weltgemeinschaft 2015 erstmals ein verbindliches Klimaziel vereinbart: Die Länder wollen die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber dem Niveau vor der industriellen Revolution begrenzen. Auf den im Jahrestakt stattfindenden UN-Klimakonferenzen legen die Unterzeichnerstaaten Regeln für die internationale Klimapolitik fest, die gewährleisten sollen, dass die Klimaziele erreicht werden.
Deutschland hat die Beschlüsse von Paris in ein eigenes Klimaschutzgesetz übersetzt. Das 2021 novellierte Gesetz verlangt, dass die Bundesrepublik bis 2045 treibhausgasneutral werden muss. Als Zwischenetappe sollen die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken.
Aktuelle Zahlen deuten allerdings darauf hin, dass das Klimaziel für 2030 knapp verfehlt wird. Das bedeutet, dass Deutschland mehr Ehrgeiz in der Energie- und Klimapolitik an den Tag legen muss. Das gilt besonders für den Verkehrssektor, in dem der CO₂-Ausstoß in den letzten Jahren kaum zurückgegangen ist. Auch in der Wärmeversorgung sinken die Emissionen nicht im nötigen Maße. Die Bundesregierung will nun mit ihrem neuen Klimaschutzprogramm gegensteuern.
Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen und Projektionen bis 2030
Daten für Deutschland in Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente
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Energiepolitik soll Erreichen der Klimaziele sichern
Die Bundes- und die Landesregierungen nutzen die ganze Bandbreite des politischen Instrumentariums, um die Ziele der Energiewende zu erreichen. Dazu zählt etwa das Ordnungsrecht mit klimapolitischen Ge- und Verboten, zum Beispiel zum Beheizen von Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz). Mindestens ebenso wichtig in der deutschen Energiepolitik sind jedoch marktwirtschaftliche Hebel – also gesetzlich festgelegte Anreize, die ein Verhalten belohnen, das die Energiewende auf ihrem Weg voranbringt. Ein Beispiel dafür ist die nationale CO₂-Abgabe auf fossile Kraft- und Brennstoffe, die es attraktiver macht, ein Elektroauto zu kaufen oder eine Wärmepumpe zu installieren.
Weitere wichtige Instrumente der Energiepolitik sind Förderprogramme , etwa für energetische Sanierungen, Elektromobilität oder den Klimaschutz in der Industrie. Damit unterstützt der Staat Maßnahmen, die allein nicht oder allenfalls langfristig wirtschaftlich sind oder deren Investitionsbedarf Haushalte und Unternehmen überfordert. Nicht zu vergessen beim Blick in den Werkzeugkasten der Energiepolitik sind die vielfältigen Initiativen , die Wirtschaft, Wissenschaft und andere Akteure bei konkreten Aufgaben zusammenführen – zum Beispiel zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft, die einen zentralen Beitrag auf dem Weg zur Energiewende und damit zum Erreichen der Klimaziele leisten kann.
Der Politik kommt dabei zugute, dass die Energiewende längst Konsens in Wirtschaft und Gesellschaft ist. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verbände haben erkannt: Der klimagerechte Umbau des Energiesystems ist die wichtigste Modernisierungsaufgabe der Gegenwart. Entsprechend hoch ist dessen Akzeptanz, wie mehrere Studien zeigen. So begrüßen 81 Prozent der Bundesbürger den Ausbau der Wind- und Solarenergie, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag der Agentur für erneuerbare Energien zeigt.
EU-Klimaziele für 2030
Den Rahmen für die Energie- und Klimapolitik Deutschlands setzt die EU – unter anderem mit dem europäischen Green Deal und dem Maßnahmenpaket „Fit for 55“ , die den Klimaschutz auf dem ganzen Kontinent beschleunigen und zugleich wirtschaftliches Wachstum auslösen sollen. Fast alle der von der EU-Kommission erarbeiteten Maßnahmen sind mittlerweile verabschiedet, manche davon allerdings in modifizierter Form.
Die EU hat sich im Rahmen des „Green Deal“ und des „Fit für 55“-Pakets verbindlich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber 1990 zu senken.
Die wichtigste Komponente des europäischen Green Deal ist die Reform des CO₂-Zertifikatehandels . Das System verteuert den Einsatz fossiler Brennstoffe in Kraftwerken und Industrieanlagen – und gibt damit Anreize, in Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien zu investieren. Das Instrument soll wesentlich dazu beitragen, das EU-Klimaziel von netto 55 Prozent weniger CO₂-Emissionen bis 2030 zu erreichen.
Darüber hinaus hat Europa noch in anderer Hinsicht große Bedeutung für die Ziele der heimischen Energiewende: Die Strommärkte der meisten Staaten sind eng miteinander verflochten. Das bringt bereits heute große Vorteile für die Versorgungssicherheit. Die Koppelung soll in den nächsten Jahren noch enger werden, unter anderem mit dem Bau neuer grenzüberschreitender Leitungen wie etwa der „NeuConnect“-Verbindung zwischen Deutschland und Großbritannien.
Wege zur Energiewende: fit für die Zukunft!
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