19.02.2026
Wie die LBBW mit NXTGN den Mittelstand neu vernetzt
Als Schlüsselpartner von NXTGN bringt die LBBW Unternehmen und Startups rund um den Bereich „Gesundheitswesen“ zusammen.
NXTGN x LBBW
Venture Partnering im Gesundheitswesen: Wie die LBBW mit NXTGN den Mittelstand neu vernetzt
Mit Fokus auf den Bereich „Gesundheitswesen“ starten die Startup-Factory NXTGN und die LBBW mit ihrer Privat- und Geschäftskundenbank BW-Bank ein neues Format für gezieltes Venture Partnering im Mittelstand: Rund 13 ausgewählte Einrichtungen aus dem Stuttgarter Gesundheitssektor – darunter Kliniken und Pflegeeinrichtungen – kamen zusammen, um ihre größten Herausforderungen zu teilen und gemeinsam nach Innovationsansätzen im Gesundheitswesen zu suchen.
Im Interview: Dominik Hamperl und Matthias Zartmann
Dominik Hamperl
Sektorexperte Healthcare & Pharma bei der LBBW
Matthias Zartmann
Bereichsleiter Unternehmenskunden BW-Bank Stadt Stuttgart & Region Mittlerer Neckar
In den kommenden Wochen vernetzt NXTGN nun etwa Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen lösungsorientiert mit passenden Startups, um konkrete Transformationsprojekte anzustoßen – von Digitalisierung und Prozessoptimierung bis hin zu neuen Versorgungsmodellen. Wie dieses Format funktioniert, warum gerade Healthcare im Fokus steht und welche Rolle die LBBW dabei übernimmt, erläutern Dominik Hamperl, Sector Head Healthcare & Pharma bei der LBBW, und Matthias Zartmann, Bereichsleiter Unternehmenskunden Stadt Stuttgart & Region Mittlerer Neckar bei der BW-Bank, im Doppelinterview.
Gemeinsam mit NXTGN schaffen wir eine Plattform, auf der Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen ihre größten Herausforderungen offen teilen und gemeinsam mit Startups Lösungen entwickeln, die sich im Alltag wirklich bewähren sollen.
Der erste „Batch“ findet im Bereich „Gesundheitswesen“ statt. Was genau steckt hinter diesem Begriff und dem Format?
Matthias Zartmann: Der Begriff Batch kommt ursprünglich aus der Startup-Szene und bezeichnet ein kompaktes Format, in dem mehrere Startups parallel an Ideen arbeiten und sich austauschen. Wir nutzen den Ansatz nun bewusst anders: Im Mittelpunkt stehen zunächst nicht die Startups, sondern auch ausgewählte Einrichtungen und etablierte Unternehmen aus dem Gesundheitswesen.
Wir bringen diese Häuser an einen Tisch und schaffen eine Plattform, auf der sie offen über ihre Herausforderungen sprechen können: Welche Probleme tauchen überall auf? Wo fehlen bisher passende Lösungen? Erst wenn diese Bedarfe klar sind, kommen Startups gezielt dazu. Als mögliche Lösungspartner genau für diese Themen. Für uns ist der Batch damit ein strukturierter Rahmen, um echte Praxisfragen mit innovativen Ansätzen zusammenzubringen.
Welche Rolle übernehmen LBBW und BW-Bank?
Zartmann: Wir sind in drei Rollen unterwegs.
- Erstens: Wir sind Plattformgeber. Wir bringen die relevanten Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen mit Startups und Technologiepartnern in einem klar strukturierten Format zusammen.
- Zweitens: Wir gestalten den Prozess gemeinsam mit NXTGN – vom Kick-off über vertiefende Gespräche bis hin zu konkreten Matchings, in denen aus Herausforderungen erste Projektideen werden.
- Drittens: Wir sind potentieller Finanzierungs- und Umsetzungspartner. Wenn aus Ideen Investitionen werden – etwa in digitale Infrastruktur, Robotik oder Umbaumaßnahmen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen – unterstützen wir bei Strukturierung und Finanzierung und begleiten die Vorhaben langfristig.
So verknüpfen wir Innovation mit konkreter Umsetzung.
Das Gesundheitswesen ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands. Wenn wir hier Innovation und Vernetzung stärken, leisten wir gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Standorts.
Herr Hamperl, Sie beobachten das Gesundheitswesen seit vielen Jahren. Welche Rolle spielt diese Branche für die Transformation des Wirtschaftsstandorts?
Dominik Hamperl: Das Gesundheitswesen ist einer der größten Wirtschaftsbereiche in Deutschland und ein bedeutender Arbeitgeber. Rund jede achte erwerbstätige Person arbeitet hier – und der Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung ist entsprechend hoch. Gleichzeitig ist das Gesundheitswesen eine Branche mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung: Es geht um Versorgungssicherheit, Lebensqualität und Teilhabe.
Wie gut es dem Gesundheitswesen gelingt, sich weiterzuentwickeln – etwa durch moderne Strukturen, digitale Prozesse und neue Versorgungsmodelle –, hat direkte Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort insgesamt. In dieser Transformation sehen wir große Chancen: für Innovation, für neue Partnerschaften zwischen etablierten Unternehmen und Startups und für nachhaltiges Wachstum.
Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Hebel für Verbesserungen und wie kann der Batch hier ansetzen?
Hamperl: Wenn man mit Geschäftsführungen, Trägern und Dienstleistern im Gesundheitswesen spricht, tauchen immer wieder ähnliche Themen auf: komplexe Personalplanung, hoher Dokumentationsaufwand, straffe regulatorische Vorgaben und Prozesse, die oft noch nicht durchgängig digital sind. Das kostet Zeit und bindet Ressourcen, die im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten in der Regel wohl besser eingesetzt wären.
Gleichzeitig gibt es eine wachsende Zahl von Startups, Technologieanbietern und auch Unternehmen aus anderen Branchen – etwa aus dem Maschinenbau oder der Automobilzulieferindustrie –, die genau bei diesen Fragestellungen ansetzen. Sie bringen Kompetenzen mit wie Prozess-Know-how, Effizienzorientierung und hohe Qualität. Der Batch bringt diese Welten interdisziplinär und gezielt zusammen: Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen schildern ihre Praxisprobleme, und Startups sowie Technologiepartner entwickeln darauf abgestimmte Lösungen.
Was wäre – über Kennzahlen hinaus – ein gelungenes Ergebnis?
Hamperl: Wenn die teilnehmenden Einrichtungen sagen: „Wir haben konkrete neue Ansätze mitgenommen, die uns im Alltag wirklich helfen“, dann hat sich dieses Format gelohnt. Ideal wäre es, wenn daraus Projekte entstehen, die spürbare Effekte haben – etwa indem Abläufe schlanker werden, digitale Lösungen entlasten und Mitarbeitende mehr Zeit für die Menschen haben, die sie versorgen.
Gelingt das, profitieren am Ende alle: die Einrichtungen, die Mitarbeitenden, die Patientinnen und Patienten – und wir als Bank, weil wir diese Entwicklung aktiv begleiten und langfristige Partnerschaften stärken.
Mit dem Batch im Bereich „Gesundheitswesen“ setzen wir somit einen guten Startpunkt für mehr Vernetzung, mehr Innovation und ein Gesundheitswesen, das (nicht nur) den Standort Baden-Württemberg langfristig stärkt.
Das Wichtigste zum Interview auf einen Blick
Unser NXTGN-Batch im Gesundheitswesen: Strukturierter Rahmen, in dem Einrichtungen und etablierte Unternehmen zuerst ihre Herausforderungen klären; erst danach kommen gezielt Startups als Lösungspartner dazu.
Bedeutung des Gesundheitswesens: Einer der größten Wirtschaftsbereiche und Arbeitgeber in Deutschland, mit hoher Verantwortung für Versorgungssicherheit, Lebensqualität und Teilhabe.
Transformation und Rolle des Batchs: Der Batch adressiert akute, wiederkehrende Branchen-Herausforderungen, indem er Einrichtungen mit Startups verbindet, um praxisnahe Projekte zu entwickeln, die Abläufe schlanker machen und mehr Zeit für Patientinnen und Patienten schaffen.