LBBW

17.12.2015

Wachstum stabil, aber unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt

Pressemitteilung

Kurz vor dem Jahreswechsel zeichnen die Volkswirte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein durchwachsenes Bild der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert sieht die Stärken des Landes beeinträchtigt durch eine ungünstige demographische Entwicklung sowie einen Mangel an Internationalität und Investitionen in Bildung und Forschung. „Wir erwarten für Sachsen-Anhalt für 2015 und 2016 ein reales Wachstum von 1 Prozent“, erklärte Burkert bei der Veröffentlichung des neuen Konjunkturmonitors Sachsen-Anhalt. Das liegt deutlich unter den Prognosen für die Bundesrepublik. Hier erwartet er für das laufende und das kommende Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent und 1,7 Prozent.

In der neuen Publikation stellt das LBBW Research den Standortvorteilen Sachsen-Anhalts – niedrige Logistik- und Transportkosten, moderate Lohnkosten sowie staatliche Investitionsfördermaßnahmen – die strukturellen Probleme der Wirtschaft gegenüber. Zur Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung – die Anzahl der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt ging seit dem Jahr 2000 um 5,9 Prozent zurück – kommen relativ kleine Betriebsgrößen und eine geringe Exportorientierung. Der Anteil der Auslandsumsätze an den Gesamtumsätzen lag im Jahr 2013 in der Industrie Sachsen-Anhalts bei unter 30 Prozent und damit deutlich unter dem ostdeutschen und westdeutschen Niveau in Höhe von 33 beziehungsweise 47 Prozent. Auch bei den Betriebsgrößen liegt Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 90 Beschäftigten am Ende des Feldes. Da die Unternehmen klein sind, fehlen ihnen die Mittel sowie die Impulse zur Innovation aus der Exporttätigkeit. Dementsprechend sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung relativ gering.

In Summe führte diese Konstellation bereits in den vergangenen Jahren zu einem unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt. Seit dem Jahr 2000 stieg das BIP in Sachsen-Anhalt insgesamt lediglich um 7,4 Prozent, während es in den Neuen Bundesländern (ohne Berlin) um 14,5 Prozent und in den Alten Bundesländern (mit Berlin) um 15,8 Prozent zugenommen hat. Dieser Trend wird sich nach Ansicht der LBBW-Analysten fortsetzen.

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