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08.01.2016

Unternehmensübernahmen sorgen für Rekordjahr am Schuldscheinmarkt

Mit einem Volumen von rund 19 Milliarden Euro erreichte der Schuldscheinmarkt im Jahr 2015 einen neuen Rekord. „Der Anstieg von 65 Prozent gegenüber 2014 wurde vor allem von Unternehmensübernahmen getrieben“, erklärt Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Für das laufende Jahr erwarten die Analysten des LBBW Research laut einer aktuellen Studie eine ruhigere Marktentwicklung mit einem Emissionsvolumen von 14 bis 15 Milliarden Euro.

Der Schuldschein spielt seit einigen Jahren eine zunehmend wichtige Rolle bei Übernahmefinanzierungen (M&A). „Die Unternehmen schätzen am Schuldscheindarlehen insbesondere dessen Kompatibilität mit anderen Finanzierungsinstrumenten sowie dessen Flexibilität hinsichtlich Finanzierungsvolumina, Laufzeiten und Dokumentationsanforderungen“, führt Christoph Zender, Leiter Corporate Capital Markets der LBBW, aus. Im abgelaufenen Jahr brachten es die sechs größten M&A-getriebenen Schuldscheinemissionen zusammen auf 4,7 Milliarden Euro und sorgten damit alleine für mehr als die Hälfte des Anstiegs gegenüber 2014.

Unabhängig von diesem Schub verzeichnete der Markt eine breite und solide Aufwärtsentwicklung. So stieg die Anzahl der Transaktionen 2015 mit 104 (plus 9 Prozent) ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Das Durchschnittsvolumen erhöhte sich von rund 120 auf 180 Millionen Euro. Drei Schuldscheine überschritten im abgelaufenen Jahr sogar die Milliarden-Euro-Grenze. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass zunehmend auch größere Konzerne den Schuldscheinmarkt in Anspruch nehmen.

Gestützt wurde der Markt darüber hinaus durch die anhaltende Niedrigzinsphase. „Hier treffen sich die Interessen von Emittenten und Investoren gleichermaßen: langfristige Finanzierungssicherheit zu günstigen Konditionen und attraktive Renditen für Investments“, sagt Christoph Zender. Darüber hinaus zeigte sich der Schuldscheinmarkt 2015 robust gegenüber temporären Kapitalmarktschwankungen. Während im Frühsommer und Herbst die Unsicherheiten in Griechenland beziehungsweise China die Anleihemärkte stark belasteten, blieb das Interesse der Investoren an Schuldscheinen erhalten.

Im laufenden Jahr beurteilt das LBBW Research die Rahmenbedingungen weiter positiv. Von der Zinswende in den USA erwarten die Analysten noch keine nennenswerten Auswirkungen auf die Bond- und Kreditmärkte. „Aber Megadeals wie das 2,2-Milliarden-Euro-Schuldscheindarlehen von ZF Friedrichshafen dürften sich nicht jedes Jahr wiederholen“, meint Uwe Burkert. Deshalb hält die LBBW mit 14 bis 15 Milliarden Euro ein hohes, aber etwas unter dem Rekordniveau von 2015 liegendes Marktvolumen für wahrscheinlich.

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