Presseinformation.

25.08.2011

LBBW legt Halbjahreszahlen 2011 vor

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat im ersten Halbjahr 2011 nach IFRS ein Konzernergebnis vor Steuern von 601 Millionen Euro erzielt (Vorjahr: minus 321 Millionen Euro). In dem Ergebnis sind Belastungen aus dem Griechenland-Engagement in Höhe von rund 450 Millionen Euro verarbeitet. Zugleich wurden die Risikoaktiva insbesondere im Kreditersatzgeschäft weiter konsequent zurückgefahren.

  • Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden entwickelt sich weiterhin erfreulich
  • Konzernergebnis vor Steuern nach IFRS steigt trotz Belastungen aus Griechenland-Engagement auf 601 Millionen Euro (Vorjahr: minus 321 Millionen Euro)
  • Konzernüberschuss nach Steuern bei 376 Millionen Euro (Vorjahr: minus 290 Millionen Euro)
  • Reduzierung der Risikoaktiva und Abbau des Kreditersatzgeschäfts über Plan
  • Kapitalquoten weiter verbessert: Kernkapitalquote 13,3 Prozent, Gesamtkennziffer 17,7 Prozent
  • Restrukturierung kommt gut voran

"Die jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten bestärken uns in der Neuausrichtung des Konzerns zu einem kundenorientierten Finanzdienstleister. Unser Ergebnis im ersten Halbjahr zeigt, dass wir auf dem Weg dorthin bereits gut vorangekommen sind", erklärte der LBBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter. Der Konzernüberschuss nach Steuern betrug 376 Millionen Euro gegenüber einem Fehlbetrag von 290 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Kerngeschäft der LBBW verlief weiterhin erfreulich. Insbesondere das Privat- und Unternehmenskundengeschäft sowie Financial Markets bewährten sich als solide Ertragssäulen. Auch aufgrund der freundlichen Konjunktur konnte im ersten Halbjahr zudem die Risikovorsorge deutlich reduziert werden. Darüber hinaus spiegeln sich in dem Ergebnis diverse Sondereffekte wider. Positiv wirkten Erträge aus Beteiligungsverkäufen. Dem standen Belastungen aus Staatenrisiken gegenüber, insbesondere mit Bezug zu Griechenland. Die LBBW hat Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 300 Millionen Euro vorgenommen, was einer Abschreibung von rund 50 Prozent entspricht. Daneben führte die Veräußerung der Derivatestruktur mit Griechenlandbezug zu Verlusten von 156 Millionen Euro. Dadurch konnte das Griechenlandexposure signifikant verringert werden. Ferner bildete die Bank erstmals eine anteilige Rückstellung in Höhe von 29 Millionen Euro für die neue Bankenabgabe.

Die Kapitalquoten der LBBW verbesserten sich in den vergangenen sechs Monaten weiter. Die Bank konnte ihre Risikoaktiva deutlich über Plan zurückführen, wodurch die Kernkapitalquote von 11,4 Prozent (31.12.2010) auf gute 13,3 Prozent per Ende Juni stieg. Die Gesamtkennziffer stieg von 15,3 Prozent auf 17,7 Prozent. Damit verfügt die LBBW über einen ausreichend großen Puffer, um selbst größere Verwerfungen an den Finanzmärkten zu verkraften, wie auch der jüngste Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA bestätigt hat. Durch Ausnutzung von Fälligkeiten und gezielte Verkäufe verringerte sich das Credit Investment Portfolio gegenüber dem 31. Dezember 2010 um weitere 14 Milliarden Euro auf rund 40 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme verminderte sich im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozent auf 355 Milliarden Euro. Damit erfüllt die LBBW auch die Vereinbarung im Rahmen der EU-Restrukturierung, die Bilanzsumme des Konzerns sukzessive zu verkleinern.

Ertrags- und Aufwandsposten des ersten Halbjahrs 2011

Das Zinsergebnis der ersten sechs Monate betrug 1,203 Milliarden Euro und lag damit 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Wegfall von Zinserträgen in Folge des Abbaus von Aktiva, insbesondere des Kreditersatzgeschäftes, wurde teilweise durch gestiegene Erträge aus dem operativen Geschäft kompensiert.

Die Kreditrisikovorsorge konnte aufgrund der anhaltend freundlichen Konjunktur, die sich positiv auf die Bonität der Unternehmen auswirkte, weiter zurückgefahren werden. Sie lag zum Halbjahr mit 84 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert.

Das Provisionsergebnis lag mit 272 Millionen Euro 13,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hier spiegelt sich unter anderem die Zurückhaltung der Anleger im Wertpapiergeschäft wider. Zudem wurde das Provisionsergebnis durch Einmaleffekte aus dem Abbau des Credit Investment Portfolio belastet.

Das Handelsergebnis verbesserte sich auf 460 Millionen Euro. Positiv wirkte sich der Abbau von Kreditderivatepositionen unter Ausnutzung von Spreadeinengungen aus.

Das sonstige betriebliche Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 41,1 Prozent auf 103 Millionen Euro. Hier verbesserte sich insbesondere das Ergebnis der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien deutlich.

Die Verwaltungsaufwendungen sanken im ersten Halbjahr 2011 um 1,8 Prozent auf 861 Millionen Euro. Das laufende Kostensenkungs­programm führte zu deutlichen Einsparungen, die aber durch die neue Bankenabgabe, die mit anteilig 29 Millionen Euro zu Buche schlug, teilweise aufgezehrt wurden. Ohne Bankenabgabe hätten die Verwaltungsaufwendungen um 5,1 Prozent oder rund 45 Millionen Euro niedriger gelegen als im Vorjahr.

Im Finanzanlageergebnis, das bei minus 321 Millionen Euro lag, zeigt sich ein geteiltes Bild. Erträgen aus dem Verkauf von Beteiligungen stehen die Wertkorrektur auf griechische Staatsanleihen und Verluste aus der Veräußerung einer Derivatestruktur im Zuge des Abbaus des Kreditersatzgeschäfts gegenüber.

Das operative Ergebnis summierte sich auf 769 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten die Belastungen aus Staatenrisiken diese Position noch auf 114 Millionen Euro ins Minus gedrückt. Nach Abzug des Provisionsaufwands für den Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 152 Millionen Euro und sonstigen Aufwendungen von 16 Millionen Euro ergab sich ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 601 Millionen Euro (Vorjahr: –321 Millionen Euro). Der Steueraufwand im ersten Halbjahr belief sich aufgrund eines Sondereffekts auf 225 Millionen Euro. Somit verzeichnete der LBBW-Konzern zum 30. Juni 2011 einen Konzernüberschuss nach Steuern von 376 Millionen Euro.

"Dieses Ergebnis bestätigt, dass wir trotz des harten Wettbewerbs im Kundengeschäft auf dem richtigen Weg sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter. Auch im zweiten Quartal habe die Bank schwarze Zahlen geschrieben, obwohl sich die Lage an den Märkten für Staatenrisiken wieder deutlich eingetrübt habe. "Es hat sich als richtig erwiesen, dass wir durch die Reduzierung unseres Kreditersatzgeschäfts die Volatilität in unseren Büchern konsequent verringern. Das macht uns weit weniger anfällig für Spread-Ausweitungen als in der Vergangenheit", betonte Vetter. Der Vorstandsvorsitzende kündigte an, dass die LBBW ihr Kreditersatzgeschäft weiter konsequent zurückfahren werde.

Die drei operativen Segmente im Überblick

Das Segment Corporates steigerte seine operativen Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 136 Millionen Euro auf 1,217 Milliarden Euro. Treiber waren neben dem planmäßig verlaufenen operativen Geschäft Sondereffekte und Veräußerungserlöse aus dem kommerziellen Beteiligungsgeschäft. Die Risiko­vor­sorge lag mit 45 Millionen Euro markant unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis vor Steuern hat sich mit 793 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert (370 Millionen Euro) mehr als verdoppelt.

Das Segment Retail/Sparkassen behauptete mit operativen Erträgen von 306 Millionen Euro sein Vorjahresniveau. Besonders erfreulich entwickelte sich der Filialvertrieb der BW-Bank, der trotz scharfen Wettbewerbs und zusätzlicher Anforderungen durch neue gesetzliche Vorgaben die Erwartungen übertraf. Gestärkt wurde das Segmentergebnis durch einen positiven Beitrag der Risikovorsorge, außerdem gingen die Verwaltungsaufwendungen zurück. Das Ergebnis vor Steuern wuchs um 24 Prozent auf 105 Millionen Euro.

Im Segment Financial Markets lagen die operativen Erträge mit 351 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Trotz einer leichten Reduktion der Verwaltungsaufwendungen in Folge der Restrukturierungsmaßnahmen verringerte sich das Vorsteuerergebnis aufgrund einer leicht gestiegenen Risikovorsorge geringfügig auf 175 Millionen Euro.

Restrukturierung weit fortgeschritten

Die Restrukturierung der Bank nach dem von der Europäischen Kommission genehmigten Konzept kam im ersten Halbjahr 2011 planmäßig weiter voran. Bei der Verkleinerung des Beteiligungsportfolios machte die LBBW beispielsweise durch den Verkauf ihrer Anteile an der DekaBank weitere Fortschritte. Im Juli wurde außerdem der Verkaufsprozess der LBBW Immobilien GmbH mit ihren 21.500 Wohnungen angestoßen. Mehr als die Hälfte der Maßnahmen zur Senkung der Sachkosten ist bereits umgesetzt. Auch der bis 2013 geplante Abbau von 2.500 Stellen verläuft wie vorgesehen. Auf der Basis von freiwilligen Angeboten wie Abfindungs-, Vorruhestands- oder Altersteilzeitverträgen sowie natürlicher Fluktuation wurden bereits Austritte in der Größenordnung von rund 1.400 Vollzeitstellen vereinbart.

Ausblick

Die LBBW rechnet damit, dass im zweiten Halbjahr die Lage auf den internationalen Finanzmärkten volatil und krisenanfällig bleibt. Darüber hinaus trüben sich die weltweiten Konjunkturaussichten allmählich ein. Dennoch erwartet die LBBW aus jetziger Sicht weiterhin ein positives Jahresergebnis für 2011. "Das von zahlreichen Sondereffekten geprägte Halbjahresergebnis lässt sich sicher nicht auf das Gesamtjahr fortschreiben. Aber sofern es nicht zu neuen, dramatischen Einbrüchen an den Finanzmärkten kommt, gehen wir davon aus, dass die LBBW in diesem Jahr sowohl nach IFRS als auch nach HGB schwarze Zahlen schreiben wird", erklärte Vorstandschef Hans-Jörg Vetter.

Hinweis: Für die Ausschüttung und Wertaufholung bzw. Verlust­teil­nahme der Genussscheine ist das Ergebnis des LBBW-Einzel­abschlusses (nach HGB) zum Jahresende maßgeblich. Die LBBW veröffentlicht keinen HGB-Abschluss zum Halbjahr. Auch für das HGB-Jahresgesamtergebnis gilt, dass eine verlässliche Prog­nose zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös erstellt werden kann.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. Juni 2011

Weitere Informationen finden Sie im „Halbjahresfinanzbericht 2011“ der LBBW, der ab Donnerstag, 25. August 2011, im Internet bereitgestellt ist:

www.LBBW.de/halbjahresfinanzbericht2011

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