Presseinformation.

07.11.2012

LBBW setzt positive Entwicklung im dritten Quartal fort

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat trotz schwieriger Rahmenbedingungen und einer steigenden Risikovorsorge ihren positiven Ergebnistrend fortgesetzt. Der Konzern erreichte dank eines soliden Kerngeschäfts in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 einen Überschuss nach Steuern in Höhe von 281 Millionen Euro nach IFRS (Vorjahr: 245 Millionen Euro). Vor Steuern lag das Ergebnis bei 307 Millionen Euro (Vorjahr: 410 Millionen Euro). Das operative Ergebnis betrug 542 Millionen Euro nach 644 Millionen Euro im Vorjahr.

  • IFRS-Konzernergebnis nach Steuern zum 30. September von 281 Millionen Euro
  • Solide Erträge im Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden
  • Kernkapitalquote um 2 Prozentpunkte auf 14,9 Prozent gesteigert
  • Restrukturierung zum Jahresende weitgehend abgeschlossen

"Das Ergebnis unterstreicht die solide Entwicklung der LBBW auf der Basis ihres kundenorientierten Geschäftsmodells", sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter. Die Bank konzentriert sich auf das Geschäft insbesondere mit Privat- und Unternehmenskunden und baut nicht kundenbezogene Aktivitäten konsequent ab. "Dadurch sind wir weniger anfällig für Schwankungen an den Kapitalmärkten", erklärte Vetter.

Die LBBW setzte im laufenden Jahr den 2009 begonnenen Umbau zu einer reinen Kundenbank stringent fort. Die Bank reduzierte das Kreditersatzgeschäft, das nicht mehr zum Kerngeschäft gehört, seit Jahresbeginn um rund 12 Milliarden auf 24 Milliarden Euro. Durch den Abbau ihrer gesamten Risikoaktiva von rund 108 Milliarden auf 99 Milliarden Euro verbesserte die LBBW ihr Risikoprofil weiter. Die Kernkapitalquote zum 30. September stieg deutlich auf 14,9 Prozent nach 12,9 Prozent Ende 2011. Zur Sicherung einer ausreichenden Kapitalisierung nach den künftig strengeren Anforderungen strebt die LBBW neben dem weiteren gezielten Abbau von Risikoaktiva eine Wandlung Stiller Einlagen ihrer Eigentümer in hartes Kernkapital an. Die Sparkassen in Baden- Württemberg haben als erster der drei Eigentümer dieser Wandlung bereits zugestimmt. Mit den anderen Eigentümern, dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart, steht die LBBW in guten und konstruktiven Gesprächen, die weit fortgeschritten sind.

Die Bilanzsumme sank in den ersten neun Monaten dieses Jahres von 373 Milliarden auf 369 Milliarden Euro. Der angestrebten deutlichen Abschmelzung wirken zurzeit im Wesentlichen Zinseffekte entgegen. Ohne diese Effekte läge die Bilanzsumme deutlich niedriger.

Deutliche Fortschritte erzielte die LBBW auch bei der Konsolidierung ihres Beteiligungsportfolios. Im laufenden Jahr trennte sich die Bank unter anderem von ihren Anteilen an der SV SparkassenVersicherung, an der Wüstenrot & Württembergischen AG, an der Universal-Investment- Gesellschaft mbH und an der Nationale Suisse. Außerdem wurde die LBBW Immobilien GmbH mit ihren 21.500 Wohnungen verkauft. Ebenso kam der Stellenabbau im Zuge des EU-Restrukturierungsplans gut voran. Bis zum Ende des dritten Quartals wurden Austritte in der Größenordnung von mehr als 2.300 Stellen vereinbart. Diese Zahl konnte auf der Basis von freiwilligen Angeboten wie Aufhebungsverträgen oder Vorruhestandsregelungen sowie durch natürliche Fluktuation erreicht werden. Bis Jahresende wird die LBBW die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen haben.

Ertrags- und Aufwandsposten nach neun Monaten 2012

Das Zinsergebnis lag zum 30. September 2012 bei 1,593 Milliarden Euro nach 1,774 Milliarden Euro im Vorjahr. Ursächlich für den Rückgang waren insbesondere das niedrige Zinsniveau und der gezielte Abbau zinsbringender Aktiva im Zuge der Restrukturierung. Darüber hinaus hatte das Zinsergebnis im Vorjahr von Einmalerträgen profitiert. Ferner reduzierte sich der zum Halbjahr verbuchte positive Bilanzeffekt durch Anpassung der Barwerte von erwarteten Zinszahlungen auf Stille Einlagen und Genussscheine von 339 Millionen auf 207 Millionen Euro. Hintergrund ist das Konzept zur Wandlung der Stillen Einlagen. Dieses sieht vor, zunächst zum 1. Januar 2013 einen Teilbetrag in Höhe von 2,2 Milliarden Euro abzurufen. Der Restbetrag von 1 Milliarde Euro wird gewandelt, falls es notwendig sein sollte. Dies führte zu einer Wertkorrektur um minus 132 Millionen Euro gegenüber dem Halbjahresergebnis.

Das Provisionsergebnis betrug 379 Millionen Euro (Vorjahr: 404 Millionen Euro). Hier zeigt sich, dass die Kunden insbesondere im Wertpapiergeschäft infolge der unsicheren Kapitalmärkte weiterhin sehr vorsichtig agieren.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten lag nach neun Monaten bei minus 27 Millionen Euro (Vorjahr: 157 Millionen Euro). Belastend wirkte sich unter anderem die gestiegene Marktbewertung eigener Verbindlichkeiten ("Own Credit Spread") aus, die zum 30. September 2012 mit minus 121 Millionen Euro zu Buche schlug.

Nachdem im Vorjahresvergleichszeitraum per Saldo 7 Millionen Euro Risikovorsorge aufgelöst wurden, betrugen die Aufwendungen für diese Position in den ersten neun Monaten dieses Jahres 153 Millionen Euro. In dieser Normalisierung der Risikovorsorge spiegelte sich die nachlassende Konjunktur und die konservative Risikopolitik der LBBW wider.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen, At Equity und EAV lag bei 74 Millionen Euro nach minus 529 Millionen Euro im Vorjahr. In dieser Position hatte die LBBW im Vorjahr Belastungen aus Engagements in südeuropäischen Staaten verarbeitet. Positiv schlugen sich auch im laufenden Jahr Erträge aus Beteiligungsverkäufen nieder.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen geringfügig von 1,289 Milliarden auf 1,337 Milliarden Euro. Die Bank erzielte zwar deutliche Einsparungen durch den Personalabbau auf freiwilliger Basis sowie durch Sparmaßnahmen bei den Sachkosten. Diesen standen aber deutliche Mehrkosten durch die Bankenabgabe, die sich auf 69 Millionen Euro erhöhte, sowie durch Investitionen in Wachstumsprojekte und Ausgaben für die Umsetzung von regulatorischen Vorgaben wie Basel III gegenüber.

Das operative Ergebnis betrug 542 Millionen Euro und lag damit 102 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Abzüglich des Provisionsaufwands für den Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg (228 Millionen Euro) und Restrukturierungsaufwendungen (8 Millionen Euro) erreichte die LBBW ein Konzernergebnis vor Steuern von 307 Millionen Euro. Nach Steuern verzeichnete die Bank nach den ersten neun Monaten einen Konzernüberschuss von 281 Millionen Euro (Vorjahr: 245 Millionen Euro).

Die drei operativen Segmente im Überblick

Das Segment Corporates, in dem vor allem die Geschäfte mit Unternehmenskunden gebündelt sind, erreichte zum 30. September ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 565 Millionen Euro (Vorjahr: 1,116 Milliarden Euro). Während im Mittelstandsgeschäft das Finanzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr weiter ausgebaut werden konnte, belasteten beispielsweise der Abbau von Großengagements, eine sich normalisierende Risikovorsorge, Bewertungsanpassungen und rückläufige Erträge im Einlagengeschäft infolge des niedrigen Zinsniveaus das Segmentergebnis.

Im Segment Financial Markets stieg das Vorsteuerergebnis insbesondere aufgrund einer lebhaften Kundennachfrage nach Geldmarktprodukten und Wertpapierpensionsgeschäften auf 255 Millionen Euro (Vorjahr: 205 Millionen Euro).

Das Konzernergebnis des Segments Retail/Sparkassen lag zum Ende des dritten Quartals bei 89 Millionen Euro nach 143 Millionen Euro im Vorjahr. Positiv entwickelte sich das Vermittlungsgeschäft von Lebens- oder Rentenversicherungen. Im Einlagen- und Wertpapiergeschäft hielten sich die Kunden dagegen wegen des niedrigen Zinsniveaus und der anhaltenden Marktunsicherheit zurück. Darüber hinaus stiegen die Zuführungen zur Risikovorsorge, während im Vorjahr per Saldo Auflösungen ausgewiesen wurden.

Ausblick

Das Marktumfeld wird auf der einen Seite geprägt von vorsichtiger Zuversicht infolge der Bemühungen um die Lösung der Staatsschuldenkrise, auf der anderen Seite von der konjunkturellen Abkühlung. Die LBBW sieht die Chance, dass sich die Lage an den Kapitalmärkten allmählich stabilisiert, und geht davon aus, dass die Realwirtschaft in Deutschland in diesem Jahr moderat wächst. Sofern es nicht zu neuen dramatischen Verwerfungen an den Finanzmärkten kommt oder die Konjunktur unerwartet schwer einbricht, hält die LBBW an ihrer Prognose fest, ihr Ergebnis unter IFRS gegenüber 2011 zu verbessern.

Unter den genannten Rahmenbedingungen und nach Berücksichtigung der laufenden Verzinsung auf das Hybridkapital geht die LBBW davon aus, für das Geschäftsjahr 2012 einen Teil der in den Vorjahren ausgefallenen Zinszahlungen auf Stille Einlagen und Genussrechte entsprechend den jeweiligen Vertragsbedingungen nachholen zu können.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. September 2012 nach IFRS
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