Presseinformation.

24.11.2010

Restrukturierung der LBBW greift, Ergebnis zum 30. September 2010 (nach IFRS) vorgestellt

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat auf Basis eines weiterhin erfolgreichen operativen Geschäfts im dritten Quartal 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Quartalsgewinn des Konzerns lag nach Steuern bei 143 Millionen Euro (Drittes Quartal 2009: -803 Millionen Euro). "In unserem Kundengeschäft und bei der Umsetzung der Restrukturierung sind wir klar auf Kurs, zum Teil liegen wir über unseren Erwartungen. Damit konnten wir auch den Halbjahresverlust teilweise aufholen", sagte der LBBW-Vorstandsvorsitzende, Hans-Jörg Vetter. Die Kernkapitalquote der LBBW hat sich zum 30. September 2010 auf 10,8 Prozent deutlich erhöht.

  • LBBW im dritten Quartal mit positivem Ergebnis in Höhe von 143 Millionen Euro
  • Umfassende Restrukturierung kommt plangemäß voran, solides Kundengeschäft
  • Risikoaktiva deutlich reduziert
  • Kernkapitalquote steigt auf 10,8 Prozent, Gesamtkennziffer auf 14,8 Prozent
  • Volatile Finanzmärkte belasten weiterhin stark das Ergebnis
  • Nach neun Monaten 2010 Konzernverlust nach Steuern noch bei 147 Millionen Euro

Für die ersten neun Monate des Jahres musste die LBBW – bei erfreulichen Erträgen im Privat- und Unternehmenskundengeschäft sowie einer reduzierten Kreditrisikovorsorge – einen Konzernfehlbetrag von 147 Millionen Euro ausweisen (Vorjahr nach neun Monaten: -501 Millionen Euro). In diesem Ergebnis sind insgesamt rund 600 Millionen Euro Belastungen aus dem im Abbau befindlichen Kreditersatzgeschäft verarbeitet. Darin enthalten sind stichtagsbezogen allein rund 480 Millionen Euro Bewertungsverluste durch Risikoaufschläge für Staatsrisiken. Für die Provisionsaufwendungen für öffentliche Garantien fielen zum 30. September 2010 Belastungen von 230 Millionen Euro an.

"Das kundenorientierte Geschäftsmodell der LBBW hat sich erneut als solide und nachhaltig ertragsstark erwiesen. Gerade in den Kerngeschäftsfeldern Privatkunden- und Unternehmenskundengeschäft lagen die Ergebnisse zum 30. September 2010 deutlich über Plan", sagte Vetter. Dagegen stehen die nach wie vor hohen Wertschwankungen bei den Portfolien des Kreditersatzgeschäfts. "Umso wichtiger ist es, die Belastungen sowie Risiken aus dem Kreditersatzgeschäft mit weiterhin hoher Priorität abzubauen", ergänzte Vetter.

Restrukturierung greift

Die Restrukturierung des Konzerns, die in den vergangenen Monaten konsequent umgesetzt wurde, greift. So hat die LBBW in diesem Jahr ihre Risikoaktiva zum 30. September bereits deutlich von 154 Milliarden Euro auf 128 Milliarden Euro zurückgeführt. Dabei konnte auch das Kreditersatzgeschäft erneut stark reduziert werden. Allein im dritten Quartal verringerte sich das Kreditersatzgeschäft, das ursprünglich rund 95 Milliarden Euro betragen hatte, um weitere acht Milliarden Euro auf 58 Milliarden Euro, was auch zur deutlichen Steigerung der Kapitalquoten beitrug.

Die Einsparungen aus dem angestoßenen Kostensenkungsprogramm liegen gut im Plan. So konnten in den ersten neun Monaten die Verwaltungsaufwendungen um mehr als fünf Prozent gesenkt werden. Zudem sind knapp 40 Prozent des bis zum Jahr 2013 zugesagten Stellenabbaus bereits vertraglich geregelt. Durch die Veräußerung der LRI Invest sowie des Privatkundengeschäfts der LBBW Luxemburg S.A. wurde das Beteiligungsportfolio erneut gestrafft. Plangemäß erfolgte die Schließung der Repräsentanzen in Paris und Barcelona. Damit hat die LBBW die Zusage des Restrukturierungsplans bezüglich der Straffung ihres Repräsentanzennetzwerks erfüllt. Mit der Konstituierung des neuen Aufsichtsrats Anfang November erfolgte ein weiterer entscheidender Schritt hin zum zugesagten Rechtsformwechsel. "Am Ende der Restrukturierung im Jahr 2013 wird die LBBW eine schlanke und effizient aufgestellte Bank sein, die sich durch ein nachhaltig ertragsstarkes, zukunftsfähiges Geschäftsmodell basierend auf Kundenorientierung und einer starken Verwurzelung in den Kernmärkten auszeichnet", erklärte Vetter.

Überblick über die Ertrags- und Aufwandsposten

Das Zinsergebnis der ersten neun Monate betrug 1,643 Milliarden Euro und lag damit 21,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nachdem das Zinsergebnis des Vorjahres stark positiv durch die damalige Zinsentwicklung beeinflusst wurde, blieben derartige Effekte aufgrund einer Abflachung der Zinskurve in diesem Jahr aus. Zudem zeigt sich in dieser Position die deutliche Verringerung des Interbankengeschäfts sowie die strategisch gewollte deutliche Reduktion des Kreditersatzgeschäfts, so dass aus den bereits abgebauten Portfolien keine Zinserträge mehr erwirtschaftet wurden. Ebenso reduzierte sich der Zinsertrag aus Tochterunternehmen. Die Gründe dafür liegen in der Veränderung des Konsolidierungskreises, insbesondere durch die Veräußerung von Töchtern.

Die Kreditrisikovorsorge konnte in Folge der gesamtwirtschaftlichen Erholung und der damit einhergehenden Bonitätsverbesserung zahlreicher Unternehmen erneut deutlich zurückgefahren werden. Zum 30. September wies die LBBW unter Beibehaltung ihrer konservativen Risikopolitik eine Kreditrisikovorsorge in Höhe von insgesamt 346 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahreswert (1,245 Milliarden Euro) entspricht dies einer Rückführung von gut 72 Prozent. Dabei wurden in den ersten neun Monaten 965 Millionen Euro Risikovorsorge gebildet, 633 Millionen Euro konnten aufgelöst werden. Die erfreuliche Entwicklung der Kreditrisikovorsorge ist jedoch nicht unverändert auf das Gesamtjahr hochrechenbar.

Das Provisionsergebnis lag mit 466 Millionen Euro um 23,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, der von Einmalerträgen stark positiv geprägt gewesen war. Zudem zeigt der Rückgang die aufgrund der Marktunsicherheiten nach wie vor bestehende Zurückhaltung der Anleger bei Wertpapiergeschäften.

Das Handelsergebnis stand unter dem negativen Einfluss von Bewertungsschwankungen, in erster Linie aufgrund hoher Risikoaufschläge aus Staatsrisiken. Zwar konnten im Vergleich zum Halbjahr Bewertungsverluste zum Teil wieder aufgeholt werden, dennoch zeigte das Handelsergebnis nach neun Monaten des Jahres 2010 einen Verlust von 497 Millionen Euro (Vorjahreswert: 1,052 Milliarden Euro).

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug zum 30. September 104 Millionen Euro und hat sich damit gegenüber dem von Einmaleffekten belasteten Vorjahr deutlich, um 310 Millionen Euro, gesteigert.

Bei den Verwaltungsaufwendungen sind erste Erfolge des Kostensenkungsprogramms zu erkennen. Sie sanken im Vergleich zum Vorjahreswert um 5,4 Prozent auf 1,304 Milliarden Euro. Bei den Sachkosten konnten Einsparungen von 11,0 Prozent realisiert werden, etwa bei Leasinggebühren und ITKosten sowie durch geringere Kosten für Berater und Gutachten. Auch der Personalaufwand ist leicht gesunken. Zum 30. September 2010 zählte die LBBW 13 222 Beschäftigte, 408 weniger als zum Jahresbeginn. Der im Zuge der Restrukturierung unvermeidliche Abbau von 2 500 Stellen bis 2013 verläuft besser als erwartet. Zum Ende des dritten Quartals wurden bereits insgesamt gut 900 Austritte vereinbart. Dabei haben gut 700 Beschäftigte die von der LBBW angebotenen Vorruhestands- oder Aufhebungsverträge angenommen.

Das Finanzanlageergebnis legte im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Nach einem Verlust von 469 Millionen Euro zum dritten Quartal 2009 lag es in diesem Jahr mit 92 Millionen Euro im Plus. Das positive Ergebnis 2010 resultierte in erster Linie aus Wertaufholungen bei Wertpapieren sowie aus der Bewertung von Beteiligungen.

Das operative Ergebnis des LBBW-Konzerns summierte sich nach den ersten neun Monaten des Jahres auf 146 Millionen Euro. Nach Abzug der Restrukturierungsaufwendungen von 54 Millionen Euro sowie der Provisionsaufwendungen für öffentliche Garantien in Höhe von 230 Millionen Euro belief sich das Konzernergebnis vor Steuern auf -138 Millionen Euro. Der Steueraufwand zum 30. September 2010 betrug 9 Millionen Euro. Nach dem dritten Quartal wies die LBBW damit einen Konzernfehlbetrag in Höhe von 147 Millionen Euro aus. Dieser hat sich im Vergleich zum Vorjahreswert (-501 Millionen Euro) deutlich reduziert.

Die Konzernbilanzsumme lag aufgrund von Wechselkurseffekten und Zinseffekten am 30. September mit 414 Milliarden Euro leicht über dem Jahresanfangswert von 412 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote steigerte sich deutlich, sie betrug am 30. September 10,8 Prozent. Die Gesamtkennziffer lag bei 14,8 Prozent.

Entwicklung der operativen Segmente

Das Segment Corporates, in dem das Unternehmenskundengeschäft des Konzerns gebündelt ist, erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des Jahres operative Erträge in Höhe von 1,650 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 1,599 Milliarden Euro. Dies repräsentiert eine ausgesprochen positive Entwicklung über alle Bereiche des Unternehmenskundengeschäfts hinweg und zeigt die solide Marktposition und traditionelle Stärke der Bank in den Kernregionen. Die deutlich reduzierte Kreditrisikovorsorge in Folge der generellen konjunkturellen Erholung verstärkte den positiven Effekt. Das Segmentergebnis vor Steuern konnte gegenüber dem Halbjahr (380 Millionen Euro) nahezu verdoppelt werden. Es steigerte sich auf 735 Millionen Euro. Der Neunmonatswert des Vorjahres lag, bedingt durch eine hohe Risikovorsorge und Goodwillabschreibung, bei -299 Millionen Euro.

Auch im Segment Retail Clients , das das Privatkundengeschäft sowie die Sparkassenzentralbankfunktion der LBBW umfasst, konnten die operativen Erträge im Vergleich zum Vorjahreswert (449 Millionen Euro) auf 475 Millionen Euro ausgebaut werden. Dabei haben die Erlöse aus dem Einlagen- und Finanzierungsgeschäft sowie der Ausbau im Geschäftsfeld Wealth Management die leicht rückgängigen Umsätze im Wertpapiergeschäft mehr als ausgeglichen. Nach einem Halbjahreswert von 72 Millionen Euro erhöhte sich das Segmentergebnis vor Steuern nach dem dritten Quartal auf 103 Millionen Euro. Es war damit fast doppelt so hoch wie der Vorjahreswert (57 Millionen Euro).

Im Segment Financial Markets lagen die operativen Erträge bedingt durch Marktverwerfungen, das deutlich reduzierte Interbankengeschäft und das niedrige Zinsniveau mit 535 Millionen Euro erwartungsgemäß unter dem sehr guten Vorjahreswert von 967 Millionen Euro. Das operative Segmentergebnis vor Steuern der ersten neun Monate belief sich auf 277 Millionen Euro (Vorjahreswert: 715 Millionen Euro) und lag 77 Millionen Euro über dem Halbjahresergebnis.

Ausblick

Die LBBW geht nach wie vor von einer deutlichen Verbesserung des Jahresergebnisses gegenüber dem Vorjahr aus. Durch die nach wie vor hohe Volatilität an den Finanzmärkten ist eine konkrete Prognose für das LBBW-Gesamtjahresergebnis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht seriös zu erstellen. Dies gilt sowohl für das IFRS- als auch das HGB-Ergebnis.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. September 2010
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Alexander Braun
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