Presseinformation.

28.02.2017

LBBW Research: „Konjunkturmonitor Baden-Württemberg“ - Baden-Württembergs Unternehmen trotzen wachsender Unsicherheit

Das Wirtschaftswachstum wird im Südwesten auch in diesem Jahr wieder stärker als in der übrigen Republik zulegen. „Unbeeindruckt vom drohenden Protektionismus in den USA, dem Brexit Großbritanniens und den ungewissen Entwicklungen in Italien, Frankreich und Griechenland setzt die baden-württembergische Wirtschaft ihren Aufwärtstrend fort“, urteilt LBBW Chefvolkswirt Uwe Burkert. „Entsprechende Sorgen werden durch die Aussichten auf gute Geschäfte in Asien mehr als ausgeglichen. Für 2017 rechnen wir deshalb für Baden-Württemberg mit einem überdurchschnittlich starken Wachstum von 1,8 Prozent.“ Der Bundesrepublik sagt das LBBW Research kalenderbereinigt real nur 1,5 Prozent Zuwachs voraus.

Wichtige Konjunkturindikatoren zeichnen für Baden-Württemberg ein robustes Bild. Auch zum Jahresauftakt erweist sich insbesondere das Baugewerbe, das aufgrund der Niedrigzinsen einen Boom erlebt, als stabile Stütze, urteilen die LBBW-Analysten in der aktuellen Ausgabe des „Konjunkturmonitors Baden-Württemberg“. Nach einer längeren Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau nimmt die Industriekonjunktur dank gestiegener Auftragseingänge weiter an Fahrt auf. Entsprechend rechnen auch die Werkzeugmaschinenbauer damit, dank hoher Kundenorientierung und technologischen Vorsprungs gegenüber der Konkurrenz auch weltpolitischem Gegenwind trotzen zu können.

Die steigende Nachfrage füllt die Auftragsbücher

„Die baden-württembergischen Unternehmen haben gelernt, mit Unsicherheit umzugehen“, erklärt Chefvolkswirt Burkert. „Offenbar gewichten die Unternehmen die Perspektiven niedriger Zinsen, einer schwachen Währung und der Aussicht auf ein Konjunkturprogramm in den USA höher als die zunehmend unsichere politische Lage.“ In nahezu allen Branchen ist die Zufriedenheit deshalb auf hohem Niveau weiter gewachsen. Die Zuversicht stützt sich auf die Belebung der Nachfrage, die die Auftragsbücher der südwestdeutschen Unternehmen weiter füllt. Zugleich steigt die Zahl der Unternehmen weiter, die Umsatz- und Ertragsverbesserungen melden. Mehr als neun Zehntel aller Unternehmen melden bei der Konjunkturumfrage der IHK Baden-Württemberg eine gute oder befriedigende Lage. Ebenso viele rechnen zumindest mit einer stabilen Geschäftsentwicklung und zeigen sich damit ebenfalls noch etwas optimistischer als noch im Herbst 2016.

Aber auch die Binnenkonjunktur sollte angesichts der positiven Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung weiterhin stützen. Baden-Württemberg dürfte konjunkturelle Klippen 2017 umschiffen können, weil seine wichtigsten Exportmärkte stabil bleiben, sagen die LBBW Analysten voraus. Die exportstarke Industrie Baden-Württembergs setzt auf eine insgesamt anziehende Nachfrage aus dem Ausland. Während die Nachfrage aus Russland und Lateinamerika langsam die Talsohle durchschreiten sollte, bleiben die Exportperspektiven für die europäischen Nachbarländer und Nordamerika optimistisch. Für Asien fallen die Einschätzungen sogar deutlich freundlicher aus, als noch im Herbst. Insbesondere die kurzfristigen Wachstumschancen in China haben sich deutlich aufgehellt, so die Volkswirte der Landesbank.

Industrie 4.0

Ausschlaggebend für die Spitzenposition Baden-Württembergs bleibt die hohe technologische Basis des Landes. Beträchtliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, die hohe Bedeutung forschungsintensiver Industriezweige und der große Erfindungsreichtum dürften diese führende Position absichern. Alle wesentlichen Branchen und Technologien für die digitale Vernetzung der industriellen Produktion sind im Südwesten vertreten. „Allein im Maschinenbau und bei elektrischen Ausrüstern wird durch die Methoden der Industrie 4.0 ein zusätzlicher Wachstumseffekt von 2,2 Prozent pro Jahr geschätzt“, sagt Burkert voraus. „Dies entspricht mindestens 35 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung bis 2025 für diese Branchen in Deutschland.“

Die Studie „Konjunkturmonitor Baden-Württemberg“ des LBBW Research fasst die wesentlichen Konjunkturdaten des Landes übersichtlich zusammen, untersucht die Ursachen und prognostiziert die künftige Entwicklung.

Die aktuelle Publikation ist abrufbar unter:

Konjunkturmonitor Baden-Württemberg

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