Presseinformation.

18.08.2016

LBBW bleibt weiter auf Kurs

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat im ersten Halbjahr 2016 ihre zu Jahresbeginn formulierten Erwartungen erfüllt. Das IFRS-Vorsteuerergebnis nach sechs Monaten lag mit 258 Millionen Euro wie prognostiziert leicht unter dem Vorjahreswert von 271 Millionen Euro, nach Steuern stieg das Konzernergebnis auf 188 Millionen Euro (Vorjahr: 182 Millionen Euro). „Vor dem Hintergrund der enormen Herausforderungen für unsere Branche ist dies ein akzeptables Ergebnis“, sagte der LBBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter mit Blick auf das nochmals gesunkene Zinsniveau, die weiter zunehmende Regulierung und den Wandel durch die Digitalisierung. Der konsequente Umbau des Konzerns, mit dem die LBBW diese Entwicklungen angeht, kam im ersten Halbjahr 2016 gut voran.

  • Vorsteuerergebnis nach IFRS geht unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen erwartungsgemäß leicht zurück auf 258 Millionen Euro (Vorjahr: 271 Millionen Euro)
  • Konzernergebnis nach Steuern steigt auf 188 Millionen Euro (Vorjahr: 182 Millionen Euro)
  • Zukunftsprojekte schreiten plangemäß voran
  • Kapitalkraft weiter beträchtlich über den Anforderungen der Aufsicht: Harte Kernkapitalquote (CET 1) bei 14,7 Prozent und Gesamtkapitalquote bei 20,2 Prozent (gemäß CRR/CRD IV „fully loaded“)
  • Für das Gesamtjahr erwartet die Bank unverändert ein Vorsteuerergebnis leicht unter Vorjahresniveau

Die stabile Ertragslage und die soliden zentralen Kennziffern spiegeln das ausgewogene, auf langfristigen Erfolg ausgerichtete Geschäftsmodell und die risikobewusste Strategie der Bank wider. Die LBBW schreibt seit nunmehr 18 Quartalen kontinuierlich schwarze Zahlen, verzeichnet niedrige Risikokosten und liegt mit ihrer Eigenmittelausstattung weiterhin beträchtlich oberhalb der Anforderungen der Aufsicht. Die harte Kernkapitalquote zum 30. Juni 2016 betrug 15,4 Prozent nach aktuell gültigem Aufsichtsrecht (CRR/CRD IV mit Übergangsregeln) und 14,7 Prozent unter der erst ab 2019 geltenden Vollanwendung der CRR/CRD IV („fully loaded“). Die Gesamt-kapitalquote nach Übergangsregeln erreichte 20,7 Prozent und 20,2 Prozent bei Vollanwendung der CRR/CRD IV.

Verglichen mit dem 31. Dezember 2015 gingen die Kapital-quoten geringfügig zurück. Hintergrund sind unter anderem die Anpassung der regulatorischen Übergangsvorschriften, eine leichte Zunahme der Risikoaktiva von 74 Milliarden Euro auf 77 Milliarden Euro durch moderat ausgeweitete Geschäftsaktivitäten und ein Rückgang des Eigenkapitals durch versicherungsmathematische Effekte bei den Pensionsrückstellungen aufgrund der Reduzierung des Diskontzinses. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) verharrte mit 4,3 Prozent komfortabel über der von der Aufsicht derzeit vorgesehenen 3-Prozent-Mindestmarke. Die angemessene Kapitalbasis der LBBW wird auch von den im Juli veröffentlichten Ergebnissen des EU-weiten Stresstests bestätigt. „Wir sind wetterfest aufgestellt und haben dadurch den Rücken frei, um uns mit ganzer Kraft unseren Kunden und unseren Zukunftsprojekten zu widmen“, sagte Hans-Jörg Vetter. „Deswegen investieren wir bewusst jetzt in die Zukunftsfähigkeit unserer Bank.“ Beispielsweise laufen die Vorbereitungen für die Einführung eines neuen Kernbankensystems im Jahr 2017 auf Hochtouren. Damit schafft die Bank die Voraussetzungen für eine stärkere Digitalisierung, Standardisierung und Optimierung ihrer Geschäftsprozesse. Auch der Umbau des Privatkundengeschäfts schreitet plangemäß voran. So hat die Bank ihr digitales Angebot mit der Investment-App „AssetGo“ erweitert und den angekündigten Umbau des Filialnetzes gestartet.

Die Ergebniszahlen des ersten Halbjahrs im Überblick

Das Zinsergebnis nach sechs Monaten lag mit 769 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert (819 Millionen Euro). Dies resultierte insbesondere aus dem nicht zuletzt durch die Zinspolitik der EZB weiter gesunkenen Zinsniveau, dem intensiven Wettbewerb und dem bewussten Verzicht auf höher verzinstes, aber riskantes Neugeschäft.

Die Früchte dieser sicherheitsorientierten Geschäftspolitik zeigen sich in der Risikovorsorge: Sie unterschritt aufgrund der hohen Qualität des Kreditportfolios mit minus 1 Million Euro das bereits sehr niedrige Vorjahresniveau von minus 12 Millionen Euro. Positiv wirkte überdies die weiterhin stabile wirtschaftliche Situation in den Kernmärkten.

Das Provisionsergebnis blieb zum Halbjahr mit 252 Millionen Euro nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Während die Erträge aus der Begleitung strukturierter Kapitalmarktemissionen stiegen, war das Provisionsergebnis im Kreditgeschäft leicht rückläufig.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten sank auf 11 Millionen Euro nach 97 Millionen Euro im Vorjahr. Ursächlich dafür waren unter anderem Bewertungsabschläge für Kontrahentenrisiken im Handelsbuch und Belastungen aus der Bewertung von Derivaten des Bankbuchs, die in ökonomischen Sicherungsbeziehungen stehen, aber nicht in das Hedge Accounting nach IFRS einbezogen werden können.

Dagegen verbesserte sich das Finanzanlage- und at-Equity-Ergebnis deutlich auf 191 Millionen Euro (Vorjahr: 78 Millionen Euro). Getragen wurde dieser Anstieg vor allem durch ein höheres Beteiligungsergebnis aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft cellent AG und der Anteile an der VISA Europe Limited sowie durch Veräußerungsgewinne aus Wertpapiergeschäften.

Im sonstigen betrieblichen Ergebnis in Höhe von 51 Millionen Euro wirkte eine Vielzahl von Einzeleffekten. Ausschlaggebend für den Rückgang um 8 Millionen Euro war die Bildung von Rückstellungen, während hier im Vorjahr noch Auflösungen erfolgten.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen moderat um 3 Prozent auf 882 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf Investitionen in die oben geschilderten Zukunftsprojekte sowie auf Tarifanpassungen zurückzuführen.

Die Garantieprovision, welche für die Landesbürgschaft für Kredite an die Zweckgesellschaft Sealink anfällt, betrug 51 Millionen Euro. Für die Bankenabgabe und Einlagensicherung wendete die Bank 77 Millionen Euro auf. Dabei handelt es sich um die Beiträge der Bank für das Gesamtjahr 2016 zum Restrukturierungsfonds nach europäischen Vorgaben und zum Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe. Das Restrukturierungsergebnis von minus 5 Millionen Euro enthält Rückstellungen für den Umbau des Segments Financial Markets.

Dies führt in Summe nach sechs Monaten zu einem Konzernergebnis vor Steuern von 258 Millionen Euro (Vorjahr: 271 Millionen Euro). Aufgrund geringerer Ertragssteuern belief sich das Konzernergebnis nach Steuern zum Halbjahr 2016 auf 188 Millionen Euro (Vorjahr: 182 Millionen Euro).

Die Geschäftsfelder im Überblick

Im Berichtszeitraum leisteten alle operativen Segmente einen positiven Beitrag zum Ergebnis der Bank. Den größten Anteil steuerte das Segment Corporates bei. Das Vorsteuerergebnis des Segments fiel aber mit 344 Millionen Euro um 93 Millionen Euro geringer aus als im Vorjahr, das von Einmaleffekten aus dem Beteiligungsgeschäft profitiert hatte. Darüber hinaus ging das Zinsergebnis zurück, weil das gesunkene Zinsniveau die Erträge aus dem Einlagegeschäft und der intensive Wettbewerb die Erträge aus Finanzierungen belastete. Überdies investierte die Bank mehr Geld in Zukunftsprojekte. Erfreulich entwickelten sich die Geschäftsfelder gewerbliche Immobilienfinanzierung und Large Corporates, die ihren Ergebnisbeitrag und das Kreditvolumen steigern konnten. Entlastend wirkte der moderate Risikovorsorgebedarf im gesamten Segment.

Das Segment Retail/Sparkassen verzeichnete aufgrund der Niedrigzinsphase und höherer Ausgaben für die Modernisierung der IT einen Rückgang des Vorsteuerergebnisses auf 24 Millionen Euro nach 45 Millionen Euro im Vorjahr. Gegenläufig wirkten das gestiegene Anlagevolumen, Beteiligungserträge aus der Visa-Transaktion und ein positiver Ergebnisbeitrag der Risikovorsorge aufgrund des gesunden Forderungsbestands.

Im Segment Financial Markets führten die Kundenzurückhaltung in einem schwierigen Marktumfeld sowie Belastungen des Zinsergebnisses durch die gesunkenen Zinsen zu einem Vorsteuerergebnis von 50 Millionen Euro (Vorjahr: 151 Millionen Euro). Erfreulich verlief hingegen das Kundengeschäft mit der Begleitung und Vermarktung von Kapitalmarktemissionen.

Ausblick auf das laufende Jahr

Die Rahmenbedingungen bleiben vom extrem niedrigen Zinsniveau und der hohen Wettbewerbsintensität geprägt. Darüber hinaus erwartet die Bank weiterhin eine sich normalisierende Risikovorsorge, bei der sie dennoch von der guten Qualität ihres Kreditportfolios in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld profitiert. Vor diesem Hintergrund rechnet die LBBW, wie bereits angekündigt, für das laufende Jahr mit einem deutlich positiven Konzernergebnis vor Steuern, das leicht unter dem Vorjahresniveau liegt.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. Juni 2016

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. Juni 2016
Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. Juni 2016

Der Halbjahresfinanzbericht 2016 wird am 25. August 2016 auf der Homepage der LBBW bereitgestellt (www.LBBW.de > Investor Relations > Finanzberichte).

Kontakt

Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
D-70173 Stuttgart

Bernd Wagner
Pressereferent
Tel.: +49 711 127-76402
Fax: +49 711 127-74861

bernd.a.wagner@LBBW.de