LBBW-Themenspecial Risikomanagement: Geschäftsmann in Meeting-Situation mit Kollegin.

Risiko managen: Working-Capital-Management-Solutions

Jede Lieferkette stockt, wenn auf Waren gewartet wird. Vor solchen Risiken schützen Dynamic Discounting, ABS, Factoring und – als neue Variante – Reverse Factoring.

Wenn der Lieferant des Lieferanten nicht liefern kann, rollt das Auto nicht auf die Straße, hängen Kleiderbügel leer in den Läden und bleiben Smartphones unfertig in der Fabrik. Sobald etwas schiefgeht, zeigt sich die Anfälligkeit von Lieferketten. Jedes Unternehmen ist eingebunden in ein Netzwerk von Geschäftspartnern und damit automatisch Glied diverser Lieferketten. Diese Supply Chains verlässlich, stabil und resilient zu halten ist angewandtes Risikomanagement. Die Instrumente dafür: Dynamic Discounting, ABS-Lösungen, Factoring und deren Variante, Reverse Factoring.

Dynamic Discounting

Dynamic Discounting leuchtet unmittelbar ein: Je eher eine Rechnung bezahlt wird, desto mehr Skonto gibt es. Davon profitieren beide Seiten, der Lieferant ebenso wie der Belieferte. Der Lieferant bekommt sofort sein Geld – gut für seine Liquidität. Der Belieferte streicht das Skonto ein – gut für den Gewinn und die Stabilität seiner Lieferanten. Win-win!

Die beschleunigten Zahlungen sorgen für Liquidität und Stabilität auf der einen und für mehr Ertrag auf der anderen Seite. So vermindern sie das Risiko, dass der Lieferant in eine finanzielle Schieflage gerät. Je liquider ein Unternehmen, desto geringer ist diese Gefahr. Zudem können Belieferte dank Dynamic Discounting vermeiden, Einlageentgelte zu zahlen – was sich auch negativ auf ihre Liquidität auswirken würde.

Das Dynamic Discounting läuft bei der LBBW in Kooperation mit der bankenunabhängigen Plattform Traxpay. Die LBBW ist Mittler und Berater: Sie spricht Kunden aktiv an, bei denen sich Dynamic Discounting sinnvoll einsetzen lässt.

ABS-Lösungen

Kommen Lieferanten in Zahlungsverzug, summieren sich Geldforderungen, und die Liquidität schwindet. Was tun? Für größere Mittelständler und Konzerne bieten sich ABS-Transaktionen als Problemlöser an. ABS steht für Asset-Backed-Securities, also mit substanziellen Forderungen (assets) abgesicherte (backed) Schuldtitel (securities). Das Konzept: Forderungen an Geschäftspartner werden gebündelt und an eine Gesellschaft verkauft. Diese gibt Wertpapiere in der Höhe der Forderungen aus und refinanziert sich so am Kapitalmarkt. Das Unternehmen erhält als Kaufpreis die vereinbarte Liquidität.

ABS-Transaktionen sind etwas komplex in der Implementierung, dafür einfach und geräuschlos im laufenden Prozess. Besonders lohnenswert sind sie für Unternehmen mit einem hohen Forderungsvolumen – die LBBW schnürt passende Paketlösungen für Mittelständler mit laufenden Forderungsvolumina ab 15 Millionen Euro. Mehr erfahren Sie hier.

Factoring

Hohe Außenstände führen zu Liquiditätsproblemen und diese im schlimmsten Fall zur Zahlungsunfähigkeit. Factoring verhindert, dass es so weit kommt. Es verwandelt Forderungen in bares Geld – das Prinzip ist ähnlich wie bei ABS-Lösungen, allerdings auch für kleinere Mittelständler geeignet.

So funktioniert Factoring: Forderungen werden fortlaufend an einen spezialisierten Dienstleister, den sogenannten Factor, veräußert. Dieser zahlt den Forderungsbetrag sofort aus und übernimmt das Ausfallrisiko zu 100 Prozent – sogar im Fall der Zahlungsunfähigkeit auf Kundenseite. Der Factor managt zudem sämtliche Verwaltungsaufgaben, die mit den Forderungen einhergehen.

100 Prozent

Ausfallrisiko haben Kunden, die Factoring nutzen.

So sorgt Factoring für

  • schnell verfügbares Geld
  • ein gleichzeitig sinkendes Ausfallrisiko, da es für Planungssicherheit sorgt
  • eine Optimierung der Bilanzstruktur, der Eigenkapitalquote und des Ratings

Damit senkt Factoring Risiken, verschafft größere finanzielle Unabhängigkeit und erleichtert die Finanzdisposition. Mehr erfahren Sie hier.

Reverse Factoring

Beim Reverse Factoring wird das Factoring-Prinzip umgedreht: Nicht der Lieferant, sondern der Belieferte ergreift die Initiative. Er lädt seine Lieferanten ein, Forderungen ihm gegenüber an die Bank zu verkaufen. Weil sein Rating in der Regel besser ist als das seiner Lieferanten, erhält er günstigere Finanzierungkonditionen – und die gibt er an seine Lieferanten weiter. Das Risiko des Ausfalls der Zahlungen durch den Belieferten liegt dann aufgrund des regresslosen Forderungsankaufs bei der LBBW. „Wir nehmen diese Risiken bewusst in unsere Bücher und tragen damit das Ausfallrisiko“, sagt Florian Pierer, Head of Securitization Loans & Leases and Working Capital Management Solutions bei der LBBW.

Reverse Factoring stärkt die Supply Chain und den Lieferfluss

„Unsere Kunden wollen ihren Lieferanten etwas Gutes tun – und sich selbst auch“, erläutert Pierer das Motiv. An einem Beispiel erklärt er, wie Reverse Factoring zu einer Win-win-Situation führt. Wenn ein LBBW-Kunde seine Rechnungen erst nach 90 oder gar 120 Tagen zahlen will, kann er flexibler mit seinen liquiden Mitteln umgehen – frustriert allerdings seine Lieferanten, die nicht monatelang auf ihr Geld warten wollen. Dieser Frust ist unnötig, wenn Reverse Factoring eingesetzt wird: Damit bekommen die Lieferanten ihr Geld schon viel früher, was auch ihre Liquidität stärkt. Pierer: „Reverse Factoring stärkt die Supply Chain und den Lieferfluss.“

Reverse Factoring stärkt die Supply Chain und den Lieferfluss

Florian Pierer, Head of Securitization Loans & Leases and Working Capital Management Solutions bei der LBBW

Reverse Factoring richtet sich vor allem an LBBW-Kunden mit einem Umsatz ab 1 Milliarde Euro oder einem Einkaufsvolumen ab 250 Millionen Euro pro Jahr. Abgewickelt werden die Reverse-Factoring-Transaktionen der LBBW – ebenso wie das Dynamic Discounting – in Kooperation mit bankenunabhängigen Plattformen. Die Forderungen des Lieferanten werden dort durch den Belieferten hochgeladen und freigegeben. Damit verpflichtet sich der Belieferte zugleich, die Forderung zum vereinbarten Zahlungsziel in voller Höhe und einredefrei zu bezahlen. Der Lieferant erhält den abgezinsten Kaufpreis direkt von der ankaufenden Bank. Mehr erfahren Sie hier.

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Florian Pierer

Head of Securitization Loans & Leases