Frau mit gelbem Helm zeichnet etwas an eine Wand

Klimaschutz: Regeln für Verkehr und Industrie

Neue Grenzwerte sind dringend nötig, um Emissionen maßgeblich zu senken: Allein der Verkehr verursacht fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen der EU.

CO₂-Grenzwerte sind ein vielversprechendes Instrument, um CO₂-Emissionen zu verringern. Zugleich sollen sie Anreize schaffen, um beispielsweise alternative Güter, Kraftstoffe oder Verkehrsmittel einzusetzen. Die europäischen CO₂-Grenzwerte für Neuzulassungen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sind im internationalen Vergleich durchaus ambitioniert. Die ehrgeizigen Grenzwerte sind nötig, da der Verkehr in der EU fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen verursacht und mit verantwortlich ist für die Luftverschmutzung in Städten und Ballungszentren. Bis 2050 soll sein CO₂-Ausstoß um 90 Prozent, gemessen am Stand von 1990, gesenkt werden.

Grafik über die CO2 Grenzwerte für Pkw weltweit

Grenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge

Ab 2022 werden neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge nicht länger unter dem Neuen Europäischen Fahr-Zyklus (NEFZ) gemessen, sondern unter der weltweit harmonisierten Testprozedur zur Ermittlung der Abgasemissionen (WLTP). So soll eine realitätsnähere und international vergleichbarere Erhebung gewährleistet werden.

Mit der Verordnung (EU) 2019/631 werden die CO₂-Ziele bei Pkw auf minus 15 Prozent CO₂-Emissionen für 2025 und auf minus 37,5 Prozent für 2030 verschärft (leichte Nutzfahrzeuge: minus 31 Prozent).

Wenn ein Hersteller 2025 mehr als 15 Prozent (2030 mehr als 30 Prozent) an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben verkauft, werden seine CO₂-Ziele gesenkt. Damit sollen Anreize geschaffen werden, um Fahrzeuge mit E- oder Hybridantrieb mit weniger als 50 g CO₂ pro km abzusetzen.

Auch die Industrie ist gefordert

Der Dekarbonisierung von Produktionsprozessen in energieintensiven und -erzeugenden Industrien kommt eine wichtige Aufgabe zu. Das gilt für Industriezweige wie etwa Ölraffinerien und Stahlwerke ebenso wie für Produktionsstätten von Metallen, Zement, Dünger, Papier usw. Neben Vorgaben macht die EU zudem Angebote zur Förderung innovativer Technologien und Projekte. Zu regeln sind dabei auch die Importe aus Nicht-EU-Ländern.

Im Rahmen der „Fit for 55“-Initative ist das Ziel, dass die betroffenen Industrien bis 2030 die CO₂-Emissionen um 61 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 verringern. Dies wäre auch zum Wohle der Verbraucher. Eine Umfrage im Auftrag der LBBW hat ergeben, dass rund 40 Prozent der Deutschen bereit wären die Nutzung des Flug- & Schiffverkehrs zu reduzieren, um die Ziele der Europäischen Kommission zu erreichen.

Für Luftfahrt und Seeverkehr wird die Einführung nachhaltiger Kraftstoffe durch die Initiativen ReFuelEU Aviation und FuelEU Maritime gezielt gefördert. Die enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnern soll dafür sorgen, dass beispielsweise Schiffe, die nicht unter EU-Flagge fahren, dennoch in EU-Häfen die europäischen Richtlinien einhalten.
( s. auch „Mobilität“ )

Gesetze

Dekarbonisierung:

Das Umstellen von Wirtschafts- oder Produktionsweisen, etwa in der Energiewirtschaft, sodass weniger Kohlenstoff umgesetzt wird. Das langfristige Ziel ist eine kohlenstofffreie Ökonomie.

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