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LBBW Brexit-Barometer

LBBW Brexit-Barometer

Das LBBW Research begleitet Sie durch die Brexit-Verhandlungen und bietet Ihnen marktrelevantes Research in Zeiten hoher politischer Unsicherheit.

Tweet: @LBBW · 26. November 2018

Brexit-POKER - EU hat ihre Interessen gewahrt ...

... und kann sich sogar als Sieger fühlen, wenn auch ohne Siegerpose. Denn jetzt steht der "May-Day" im UK-Parlament an und die Frage: Kann Theresa May den Deal im Unterhaus durchboxen?

EU hat ihre Interessen gewahrt

Die verbleibenden 27 EU-Staats- und Regierungschefs haben auf ihrem gestrigen Sondergipfel in Brüssel nach nur halbstündigen Beratungen das Austrittsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und dem Vereinigten Königreich einstimmig angenommen. Zudem verabschiedeten die Regierungschefs eine politische Erklärung, in welcher das zukünftige Verhältnis zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich skizziert wird. Damit ist die erste Hürde zum geregelten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs genommen. Die EU-Offiziellen können sich als Sieger des Verhandlungsmarathons sehen. Die Einigkeit innerhalb der EU blieb gewahrt, die Integrität des EU-Binnenmarktes wurde geschützt und die Grenze zwischen der Republik Irland und dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland ist weiterhin offen. Das Vereinigte Königreich bleibt indes gemäß dem Austrittsabkommen bis auf weiteres noch eng an die Europäischen Union gebunden, freilich ohne die Entscheidungen der EU mitbestimmen zu können.

Fast alle der 27 Staats- und Regierungschefs vermieden es jedoch, eine Siegerpose einzunehmen. Denn die größte Hürde muss das abgesegnete Austrittsabkommen noch nehmen, nämlich die Verabschiedung durch das britische Parlament. Daher wollten die EU-Staats- und Regierungschef der britischen Premierministerin Theresa May das Leben offenbar nicht unnötig erschweren. Die britische Regierungschefin steht ohnehin vor einer schwierigen Aufgabe. Sie verfügt über keine eigene Mehrheit im britischen Unterhaus, ihre konservative Regierung stützt sich auf ein Tolerierungsabkommen mit der nordirischen Partei DUP. Deren Volksvertreter haben ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Austrittsabkommen bereits bekundet. Zudem befinden sich in den Reihen der Tory-Fraktion schätzungsweise 60 bis 80 Abgeordnete, welche dem Lager der „Hard Brexiteers“ zuzurechnen sind. Auf Stimmen aus den Reihen der Opposition kann Theresa May auch nicht setzen. Der zurückliegende Labour-Parteitag hat gezeigt, dass die Arbeiterpartei nicht gewillt ist, ein von Theresa May ausgehandeltes Ausstiegsabkommen im Unterhaus zu unterstützen.

Baumdiagramm Brexit Entscheidungsweg

Gleichwohl ist es unseres Erachtens das wahrscheinlichste Szenario, dass es Theresa May trotz der geschilderten Gemengelage gelingen wird, das Austrittsabkommen durch das Unterhaus zu bringen. Denn sollte das Austrittsabkommen im Unterhaus scheitern, drohen Neuwahlen. Angesichts der jüngsten Umfragen müssen die „Hard-Brexiteers“ jedoch befürchten, dass Labour die Wahl gewinnt und einen Soft-Brexit oder sogar einen Ausstieg aus dem Brexit betreiben wird. Somit könnten sich die „Hard-Brexiteers“ im Unterhaus gezwungen sehen, zähneknirschend dem Austrittsabkommen zuzustimmen. Zudem drängen Vertreter der britischen Wirtschaft auf die Annahme des Austrittsabkommen. Im Ergebnis steht die aktuelle Entwicklung somit im Einklang mit unserem Hauptszenario. Demnach werden sich die EU und das Vereinigte Königreich für die Zeit nach dem EU-Austritt im März 2019 auf eine zwei Jahre oder länger laufende Übergangsperiode verständigen, an welche sich der Abschluss eines Freihandelsabkommens anschließt.

Download Diagramm aktueller Brexit Entscheidungsweg

Indikatoren des LBBW Brexit-Barometer

In unser LBBW-Barometer für die Brexit-Sorgen der Marktteilnehmer gehen fünf Indikatoren gleichgewichtet ein:

  • der Außenwert des Pfund Sterling
  • die relative Stärke britischer Bankaktien
  • die relative Stärke des britischen Aktienmarktes
  • die Kreditausfallprämie für britische Staatsanleihen
  • die Entwicklung von an der Londoner Börse notierten Immobilienfonds

Ein negativer Wert stellt im historischen Vergleich eine Abweichung vom Mittelwert nach unten dar. Das Umgekehrte gilt für positive Werte.

Mit einfachen Worten: Sinkt unser Barometer, nehmen die Brexit-Sorgen der Marktteilnehmer zu.

  • LBBW Brexit-Barometer

    Stand: 26.11.2018, Quelle: Refinitiv, LBBW Research

Tweet-Historie

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LBBW Brexit-Barometer auf einen Blick.

Der LBBW-Barometer zeigt auf einen Blick: Wie ist die Stimmung der Marktteilnehmer im Brexit-Prozess?

  • Barometer-Tiefststand

    LBBW Brexit-Barometer: Tiefststand

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen hat einen Tiefststand erreicht. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit große Sorgen.

  • Barometer-Pessimismus

    LBBW Brexit-Barometer: Pessimismus

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt unter dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit überwiegend Sorgen.

  • Barometer-Eintrübung

    LBBW Brexit-Barometer: Eintrübung

    Der LBBW BRexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt nahe dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit gespannte Stimmung.

  • Barometer-Gelassenheit

    LBBW Brexit-Barometer: Gelassenheit

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt über dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit nur wenig Sorgen.

  • Barometer-Höchststand

    LBBW Brexit-Barometer: Höchststand

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen hat einen Höchststand erreicht. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit keine Sorgen.

Research zu den Brexit-Verhandlungen.

Das LBBW Research begleitet Sie nicht nur mit dem LBBW #Brexit-Barometer durch die Verhandlungen. In unseren Publikationen analysieren wir die Auswirkungen des Brexit-Votums auf die Wirtschaft sowie die Finanzmärkte und kommentieren die Folgen von Entscheidungen in der Wirtschafts-, Notenbank- und Regierungspolitik.

Wir bieten Ihnen das marktrelevante Research in Zeiten von wirtschaflicher Veränderung und hoher politischer Unsicherheit. Eine Auswahl unserer bisherigen Analysen zum Brexit haben wir für Sie zusammengestellt.

Schaubild Brexit Timeline

Brexit Timeline

So sieht der Brexit-Fahrplan aus: Die wichtigsten Ereignisse vor und nach dem Brexit-Votum.

Schaubild

2018 und Ausblick bis 2020

31. Dezember 2020
Übergangsphase endet, Verlängerung möglich.

ab April 2019
Verhandlungen über Handelsabkommen.

29. März 2019
Ende der EU-Mitgliedschaft, Übergangsphase beginnt.

bis März 2019
Abstimmung über die Verhandlungsergebnisse im EU-Parlament.
Rat der Europäischen Union beschließt mit qualifizierter Mehrheit über die Verhandlungsergebnisse.

11. Dezember 2018
Abstimmung im britischen Unterhaus über die Verhandlungsergebnisse.

25. November 2018
Europäischer Rat beschließt auf Sondergipfel die Verhandlungsergebnisse.

Bis November 2018
Detailverhandlungen zum Brexit.

2017

Bis Ende 2017
Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien über die „divorce bill“ sowie die Rechte von Briten und EU-Bürgern, die Rolle des EU-Gerichtshofs sowie die Grenze in Irland.

24. September 2017
Bundestagswahl in Deutschland

19. Juni 2017
Start der Austrittsverhandlungen.

8. Juni 2017
Unterhauswahlen in Großbritannien.

29. März 2017
Der EU-Botschafter Barrow übergibt den Austrittsantrag in Brüssel.

14. März 2017
Das Parlament stimmt für das von der Regierung vorgelegte Brexit-Gesetz.

18. Januar 2017
Premierministerin May kündigt einen "clean brake" an.

3. Januar 2017
Rogers, der britische EU-Botschafter, gibt sein Amt auf und verlässt Brüssel.

2016 - 2013

3. November 2016
Der High Court entscheidet, dass die Regierung die Brexit-Verhandlungen nur mit Zustimmung des Parlaments führen darf.

02. Oktober 2016
Premierministerin May kündigt an, dass bis Ende März 2017 ein Austrittsantrag nach Artikel 50 des EU- Vertrags eingereicht wird.

13. Juli 2016
May ist neue britische Premierministerin. Johnson wird Außenminister. Zuständig für den Brexit ist jedoch Davis als "Principal Secretary of State for Exiting the European Union".

11. Juli 2016
Premier Cameron verkündet die Kandidatur von May für seine Nachfolge.

30. Juni 2016
Johnson verzichtet auf die Nachfolge von Premier Cameron.

24. Juni 2016
Premier Cameron erklärt seinen Rücktritt bis spätestens Oktober.

23. Juni 2016
Brexit-Votum: 46,5 Millionen Briten stimmen über "Brexit" oder "Bremain" ab. Am folgenden Tag steht das Ergebnis fest: 51,9 Prozent der Briten wollen die EU verlassen.

20. Februar 2016
Premier Cameron das EU-Referendum für den 23. Juni an, will seinen Landsleuten aber zu einem Verbleib in der EU raten. Einen Tag zuvor kommen die Staats- und Regierungschef aller EU-Staaten den Briten mit einem Reformpaket entgegen.

5. Februar 2016
Premier Cameron gibt seinen Ministern in der Frage eines EU-Austritts freie Hand. Vor dem geplanten EU-Referendum stellen sich fünf Minister auf die Seite des Brexit-Lagers, darunter Justizminister Gove. Der Londoner Ex-Bürgermeister Johnson schlägt sich ebenfalls auf die Seite der Brexit- Befürworter.

11. November 2015
Premier Cameron stellt Forderungen nach EU-Reformen und droht mit dem EU-Austritt.

28. Mai 2015
Im Parlament wird der Gesetzesentwurf zum Referendum eingereicht.

7. Mai 2015
Premier Camerons Partei siegt bei der Parlamentswahl und erneuert sein Versprechen eines EU- Referendums.

1. März 2016
Premier Cameron stellt an Brüssel Forderungen zum Verbleib in der EU.

23. Januar 2013
Premier Cameron stellt im Falle des Wahlsiegs ein Referendum zum Verbleib in der EU bis spätestens 2017 in Aussicht.

LBBW-Experte und verantwortlicher Analyst.

Dirk Chlench als verantwortlicher Analyst wird Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

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Dirk Chlench
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