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LBBW Brexit-Barometer

LBBW Brexit-Barometer

Das LBBW Research begleitet Sie durch die Brexit-Verhandlungen und bietet Ihnen marktrelevantes Research in Zeiten hoher politischer Unsicherheit.

Tweet: @LBBW · 7. November 2018

UK hat durch Brexit-Votum bereits 3,2% an Wachstum verloren.

LBBW-Analyse legt ein "Doppelgänger-Szenario" zu Grunde und hat einmal nachgerechnet.

Doppelgänger zeigt: Das Vereinigte Königreich hat durch das Brexit-Votum bereits 3,2 % an Wachstum verloren

BIP UK

Den durch das Brexit-Votum verursachten Wachstumsverlust zu quantifizieren, ist ein schwieriges Unterfangen. Ein Ansatz besteht darin, die Entwicklung der britischen Wirtschaft mit der Entwicklung eines synthetischen Doppelgängers zu vergleichen. In der durch das Centrum for Economic Studies des ifo Institutes veröffentlichten Studie „The Costs of Economic Nationalism: Evidence from the Brexit Experiment“ von Benjamin Born et al. wurde ein solcher synthetischer Doppelgänger entwickelt.

Hierbei wurden die Bruttoinlandsprodukte von 30 OECD-Ländern im Zeitraum von 1995 bis heute so gewichtet, dass die Entwicklung des gebildeten Aggregats der Entwicklung der britischen Wirtschaft möglichst genau entsprach. Im Ergebnis gehen in den so gebildeten Doppelgänger folgende Staaten ein: Vereinigte Staaten (24%), Japan (23%), Ungarn (21%), Kanada (16%), Norwegen (7%), Irland (5%) und Italien (4%).

Aus Basis der genannten Gewichte haben wir den Doppelgänger nachgerechnet. In der Graphik ist zu erkennen, dass unser Doppelgänger1 bis zum Brexit-Votum im Juni 2016 die Entwicklung der britischen Wirtschaft sehr gut nachgebildet hat. Seitdem ist jedoch eine unterschiedliche Entwicklung zu konstatieren. Während der Doppelgänger seit dem Referendum ein Plus von 6,4% verzeichnete, legte die gesamtwirtschaftliche Leistung des Vereinigten Königreichs lediglich um 3,2% zu. Daraus ist zu schließen, dass die britische Wirtschaft bereits einen Wachstumsverlust in Höhe von 3,2 % des BIP erlitten hat, obgleich der faktische Brexit noch gar nicht stattgefunden hat. Letztgenannter dürfte das Wachstumstempo der britischen Wirtschaft nochmals dämpfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Vereinigte Königreich im März 2019 ohne vertragliche Regelungen aus der EU ausscheiden sollte. In diesem Szenario eines „Hard Brexit“ dürfte ein Abgleiten der britischen Wirtschaft in eine Rezession kaum zu vermeiden sein. Damit ist aber noch kein Urteil über die längerfristigen Folgen des EU-Ausstiegs gesprochen. Diese werden unter anderem davon abhängen, ob das Vereinigte Königreich die neu gewonnenen Freiheiten, etwa nach eigener Interessenslage Freihandelsverträge abschließen zu können, klug nutzen wird.

1 Die Wirtschaftsleistung Irlands schoss im ersten Quartal 2015 aufgrund einiger Sondereffekte um knapp 23 % in die Höhe. Wir haben bei der Berechnung des Doppelgängers hierfür eine Bereinigung vorgenommen.

Indikatoren des LBBW Brexit-Barometer

In unser LBBW-Barometer für die Brexit-Sorgen der Marktteilnehmer gehen fünf Indikatoren gleichgewichtet ein:

  • der Außenwert des Pfund Sterling
  • die relative Stärke britischer Bankaktien
  • die relative Stärke des britischen Aktienmarktes
  • die Kreditausfallprämie für britische Staatsanleihen
  • die Entwicklung von an der Londoner Börse notierten Immobilienfonds

Ein negativer Wert stellt im historischen Vergleich eine Abweichung vom Mittelwert nach unten dar. Das Umgekehrte gilt für positive Werte.

Mit einfachen Worten: Sinkt unser Barometer, nehmen die Brexit-Sorgen der Marktteilnehmer zu.

  • LBBW Brexit-Barometer

    Stand: 12.12.2018, Quelle: Refinitiv, LBBW Research

Tweet-Historie

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LBBW Brexit-Barometer auf einen Blick.

Der LBBW-Barometer zeigt auf einen Blick: Wie ist die Stimmung der Marktteilnehmer im Brexit-Prozess?

  • Barometer-Tiefststand

    LBBW Brexit-Barometer: Tiefststand

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen hat einen Tiefststand erreicht. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit große Sorgen.

  • Barometer-Pessimismus

    LBBW Brexit-Barometer: Pessimismus

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt unter dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit überwiegend Sorgen.

  • Barometer-Eintrübung

    LBBW Brexit-Barometer: Eintrübung

    Der LBBW BRexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt nahe dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit gespannte Stimmung.

  • Barometer-Gelassenheit

    LBBW Brexit-Barometer: Gelassenheit

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt über dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit nur wenig Sorgen.

  • Barometer-Höchststand

    LBBW Brexit-Barometer: Höchststand

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen hat einen Höchststand erreicht. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit keine Sorgen.

Research zu den Brexit-Verhandlungen.

Das LBBW Research begleitet Sie nicht nur mit dem LBBW #Brexit-Barometer durch die Verhandlungen. In unseren Publikationen analysieren wir die Auswirkungen des Brexit-Votums auf die Wirtschaft sowie die Finanzmärkte und kommentieren die Folgen von Entscheidungen in der Wirtschafts-, Notenbank- und Regierungspolitik.

Wir bieten Ihnen das marktrelevante Research in Zeiten von wirtschaflicher Veränderung und hoher politischer Unsicherheit. Eine Auswahl unserer bisherigen Analysen zum Brexit haben wir für Sie zusammengestellt.

Schaubild Brexit Timeline

Brexit Timeline

So sieht der Brexit-Fahrplan aus: Die wichtigsten Ereignisse vor und nach dem Brexit-Votum.

Schaubild

2018 und Ausblick bis 2020

31. Dezember 2020
Übergangsphase endet, Verlängerung möglich.

ab April 2019
Verhandlungen über Handelsabkommen.

29. März 2019
Ende der EU-Mitgliedschaft, Übergangsphase beginnt.

bis März 2019
Abstimmung über die Verhandlungsergebnisse im EU-Parlament.
Rat der Europäischen Union beschließt mit qualifizierter Mehrheit über die Verhandlungsergebnisse.

Dezember 2018
Abstimmung im britischen Unterhaus über die Verhandlungsergebnisse.

25. November 2018
Europäischer Rat beschließt auf Sondergipfel die Verhandlungsergebnisse.

Bis November 2018
Detailverhandlungen zum Brexit.

2017

Bis Ende 2017
Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien über die „divorce bill“ sowie die Rechte von Briten und EU-Bürgern, die Rolle des EU-Gerichtshofs sowie die Grenze in Irland.

24. September 2017
Bundestagswahl in Deutschland

19. Juni 2017
Start der Austrittsverhandlungen.

8. Juni 2017
Unterhauswahlen in Großbritannien.

29. März 2017
Der EU-Botschafter Barrow übergibt den Austrittsantrag in Brüssel.

14. März 2017
Das Parlament stimmt für das von der Regierung vorgelegte Brexit-Gesetz.

18. Januar 2017
Premierministerin May kündigt einen "clean brake" an.

3. Januar 2017
Rogers, der britische EU-Botschafter, gibt sein Amt auf und verlässt Brüssel.

2016 - 2013

3. November 2016
Der High Court entscheidet, dass die Regierung die Brexit-Verhandlungen nur mit Zustimmung des Parlaments führen darf.

02. Oktober 2016
Premierministerin May kündigt an, dass bis Ende März 2017 ein Austrittsantrag nach Artikel 50 des EU- Vertrags eingereicht wird.

13. Juli 2016
May ist neue britische Premierministerin. Johnson wird Außenminister. Zuständig für den Brexit ist jedoch Davis als "Principal Secretary of State for Exiting the European Union".

11. Juli 2016
Premier Cameron verkündet die Kandidatur von May für seine Nachfolge.

30. Juni 2016
Johnson verzichtet auf die Nachfolge von Premier Cameron.

24. Juni 2016
Premier Cameron erklärt seinen Rücktritt bis spätestens Oktober.

23. Juni 2016
Brexit-Votum: 46,5 Millionen Briten stimmen über "Brexit" oder "Bremain" ab. Am folgenden Tag steht das Ergebnis fest: 51,9 Prozent der Briten wollen die EU verlassen.

20. Februar 2016
Premier Cameron das EU-Referendum für den 23. Juni an, will seinen Landsleuten aber zu einem Verbleib in der EU raten. Einen Tag zuvor kommen die Staats- und Regierungschef aller EU-Staaten den Briten mit einem Reformpaket entgegen.

5. Februar 2016
Premier Cameron gibt seinen Ministern in der Frage eines EU-Austritts freie Hand. Vor dem geplanten EU-Referendum stellen sich fünf Minister auf die Seite des Brexit-Lagers, darunter Justizminister Gove. Der Londoner Ex-Bürgermeister Johnson schlägt sich ebenfalls auf die Seite der Brexit- Befürworter.

11. November 2015
Premier Cameron stellt Forderungen nach EU-Reformen und droht mit dem EU-Austritt.

28. Mai 2015
Im Parlament wird der Gesetzesentwurf zum Referendum eingereicht.

7. Mai 2015
Premier Camerons Partei siegt bei der Parlamentswahl und erneuert sein Versprechen eines EU- Referendums.

1. März 2016
Premier Cameron stellt an Brüssel Forderungen zum Verbleib in der EU.

23. Januar 2013
Premier Cameron stellt im Falle des Wahlsiegs ein Referendum zum Verbleib in der EU bis spätestens 2017 in Aussicht.

LBBW-Experte und verantwortlicher Analyst.

Dirk Chlench als verantwortlicher Analyst wird Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

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Dirk Chlench
Analyst Strategy & Macro - LBBW Research
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