LBBW
LBBW Brexit-Barometer

LBBW Brexit-Barometer

Das LBBW Research begleitet Sie durch die Brexit-Verhandlungen und bietet Ihnen marktrelevantes Research in Zeiten hoher politischer Unsicherheit.

Tweet: @LBBW · 23. November 2018

Der Brexit geht für die Briten in die entscheidende Phase.

Stürzt Theresa May? Wie wird es weiter gehen? LBBW entwirft den Brexit-Entscheidungsbaum.

Der Brexit geht für die Briten in die entscheidende Phase.

Nachdem das vorläufige Ergebnis der Austrittsverhandlung zwischen der Europäischen Union (EU) und dem Vereinigten Königreich letzte Woche vorgestellt wurde, ist weiterhin von allen Seiten harsche Kritik an Theresa May zu vernehmen. Der Brexit-Ministers Dominic Raab, die Arbeitsministerin Esther McVey, der Verkehrsminister Jo Johnson und der Nordirland-Staatssekretär Shailesh Vara traten aus Protest gegen das ausgehandelte Abkommen zurück. Die Vielzahl der Abgänge im Kabinett der Premierministerin wird in den britischen Gazetten mitunter als „Brexodus“ betitelt. Angesichts dessen stellt sich daher sowohl die Frage nach der Zukunft von Theresa May als britische Premierministerin als auch nach dem weiteren Fortgang des geplanten EU-Austritts.

Falls es die Gegner des Abkommens innerhalb der Tory-Fraktion schaffen, 48 Parteifreunde des Unterhauses zu überzeugen, einem Brief an Graham Brady, den Vorsitzenden des sogenannten „1922 committee“ zu schicken, würde ein parteiinternes Misstrauensvotum in Gang gesetzt werden. Sollte eine einfache Mehrheit der im Unterhaus vertretenen Konservativen gegen Theresa May als Parteichefin stimmen, entstünde ein innerparteilicher Wettstreit um die Parteiführung, woraus typischerweise auch ein neuer Premierminister resultieren würde. Das entgegengesetzte Szenario – Theresa May gewinnt ein innerparteiliches Misstrauensvotum – führt dazu, dass es im Unterhaus wohl im Dezember zu einer Abstimmung über das Austrittsabkommen kommt. Auch in diesem Fall sind zwei Szenarien zu berücksichtigen. Ein positives Votum für den „Deal“ würde für das Vereinigte Königreich einen geregelten EU-Austritt bedeuten. Bei einer Mehrheit gegen den ausgehandelten Entwurf entsteht ein Spektrum an möglichen Entwicklungen. Zum Einen könnten beispielsweise die Abgeordneten der Arbeiterpartei ein Misstrauensvotum, die sogenannte „motion of no confidence“, innerhalb des Unterhauses initiieren. Die Folge einer Mehrheit wäre in diesem Fall, dass Theresa May als Premierministerin abdanken und das bestehende Unterhaus innerhalb einer Frist von 14 Tagen eine neue Regierung bilden und bestätigen müsste. Sollte das Misstrauensvotum abgelehnt werden und somit Theresa May politisch überleben, ergäben sich dieselben Optionen wie vor dem Misstrauensvotum: Kein „Deal“, weitere Verhandlungen mit der EU oder ein zweites Brexit-Referendum.

Brexit Entscheidungsbaum

Was passiert als Nächstes? Ein Entscheidungsbaum

Zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Szenarien ist es hilfreich, die Interessenslage der „Hard Brexiteers“ zu analysieren. Letztgenannte sind davon überzeugt, dass der Abschluss eines aus britischer Sicht besseren Abkommens erreicht werden kann. Die Schritte zu neuen Verhandlungen mit der EU gehen jedoch mit dem Risiko eines ungeregelten Austritts oder einem Verbleib in der EU einher. Auch das aufgezeigte Szenario von Neuwahlen des Unterhauses ist aus Sicht der Konservativen zu vermeiden, da in den aktuellen Umfragen die Arbeiterpartei vor den Konservativen liegt. Aus diesen Gründen ist die Annahme des Austrittsabkommen im britischen Unterhaus unserer Ansicht nach allen Unkenrufen zum Trotz das wahrscheinlichste Szenario.

Indikatoren des LBBW Brexit-Barometer

In unser LBBW-Barometer für die Brexit-Sorgen der Marktteilnehmer gehen fünf Indikatoren gleichgewichtet ein:

  • der Außenwert des Pfund Sterling
  • die relative Stärke britischer Bankaktien
  • die relative Stärke des britischen Aktienmarktes
  • die Kreditausfallprämie für britische Staatsanleihen
  • die Entwicklung von an der Londoner Börse notierten Immobilienfonds

Ein negativer Wert stellt im historischen Vergleich eine Abweichung vom Mittelwert nach unten dar. Das Umgekehrte gilt für positive Werte.

Mit einfachen Worten: Sinkt unser Barometer, nehmen die Brexit-Sorgen der Marktteilnehmer zu.

  • LBBW Brexit-Barometer

    Stand: 12.12.2018, Quelle: Refinitiv, LBBW Research

Tweet-Historie

Lesen Sie unsere letzten Analysen zum Brexit.

26. November 2018

Brexit-POKER - EU hat ihre Interessen gewahrt und kann sich sogar als Sieger fühlen, wenn auch ohne Siegerpose. Denn jetzt steht der "May-Day" im UK-Parlament an und die Frage: Kann Theresa May den Deal im Unterhaus durchboxen?

23. November 2018

Der Brexit geht für die Briten in die entscheidende Phase.
Stürzt Theresa May? Wie wird es weiter gehen?

20. November 2018

Folgen eines Mißtrauensvotums gegen May."Brexit by accident" oder Totgesagte leben länger. Szenarien der Unsicherheit im UK-Parlament in der LBBW-Analyse.

19. November 2018

May be or not? Auch bei einem Scheitern des Brexit-Abkommens sieht die LBBW in ihrem Brexit Barometer das UK-Parlament nicht auf Neuwahlen zusteuern.

14. November 2018
Durchbruch beim Brexit: Nach Monaten harter Verhandlungen haben sich EU und UK auf einen Entwurf für ein Austrittsabkommen geeinigt. Der Kompromiss beinhaltet wohl, dass UK in der Europäischen Zollunion verbleiben wird.

7. November 2018
UK hat durch Brexit-Votum bereits 3,2% an Wachstum verloren. LBBW-Analyse legt ein "Doppelgänger-Szenario" zu Grunde und hat einmal nachgerechnet.

16. Oktober 2018
Fast der Brexit-Durchbruch und dann doch nur Enttäuschte. Dramatische Stunden in Brüssel und schon morgen geht es wieder ums Ganze. LBBW zum Brexit Showdown.

26. September 2018
UK-Wachstum: Vom Spitzenreiter zum Nachzügler. Während das Vereinigte Königreich 2016 in der Gruppe der G10-Staaten beim Wachstum noch Rang 3 belegte, dürfte das Inselreich 2018 infolge der Brexit-Vorläufer auf den vorletzten Rang abrutschen.

30. August 2018
Vorbereitungen für einen „No-Deal“-Brexit laufen. Grenzfrage zwischen Nordirland und Irland noch ungeklärt.

15. August 2018
May's Charmeoffensive stößt auf kalte Schulter bei EU. Wahrscheinlichkeit eines "Hard"-Brexit signifikant höher einzustufen. Brexit Barometer der LBBW zeigt auch Wirkung.

9. Juli 2018
Theresa May macht einen weiteren Schritt in Richtung Soft-Brexit. Und prompt geht Brexit-Minster David Davis über Bord. LBBW analysiert die aktuelle Lage.

19. Juni 2018
Wie viel Mitspracherecht erhält das UK-Parlament beim Brexit? LBBW-Analyse sieht May zwischen Zugeständnissen an beide Meinungslager ihrer Partei und harten Verhandlungen mit der EU zum Austrittsabkommen.

18. Mai 2018
Brexit: Verzweiflung über die zukünftigen Zollbeziehungen zwischen EU und UK - Steigen die Chancen für die Zollunion oderHardBrexit?

4. Mai 2018
Brexit - Bleibt UK nun doch in der EU-Zollunion? LBBW zu dem Für und Wider.

LBBW Brexit-Barometer auf einen Blick.

Der LBBW-Barometer zeigt auf einen Blick: Wie ist die Stimmung der Marktteilnehmer im Brexit-Prozess?

  • Barometer-Tiefststand

    LBBW Brexit-Barometer: Tiefststand

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen hat einen Tiefststand erreicht. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit große Sorgen.

  • Barometer-Pessimismus

    LBBW Brexit-Barometer: Pessimismus

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt unter dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit überwiegend Sorgen.

  • Barometer-Eintrübung

    LBBW Brexit-Barometer: Eintrübung

    Der LBBW BRexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt nahe dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit gespannte Stimmung.

  • Barometer-Gelassenheit

    LBBW Brexit-Barometer: Gelassenheit

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen liegt über dem Mittel. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit nur wenig Sorgen.

  • Barometer-Höchststand

    LBBW Brexit-Barometer: Höchststand

    Der LBBW Brexit-Barometer für die Brexit-Erwartungen hat einen Höchststand erreicht. Die Marktteilnehmer haben mit Blick auf den Brexit keine Sorgen.

Research zu den Brexit-Verhandlungen.

Das LBBW Research begleitet Sie nicht nur mit dem LBBW #Brexit-Barometer durch die Verhandlungen. In unseren Publikationen analysieren wir die Auswirkungen des Brexit-Votums auf die Wirtschaft sowie die Finanzmärkte und kommentieren die Folgen von Entscheidungen in der Wirtschafts-, Notenbank- und Regierungspolitik.

Wir bieten Ihnen das marktrelevante Research in Zeiten von wirtschaflicher Veränderung und hoher politischer Unsicherheit. Eine Auswahl unserer bisherigen Analysen zum Brexit haben wir für Sie zusammengestellt.

Schaubild Brexit Timeline

Brexit Timeline

So sieht der Brexit-Fahrplan aus: Die wichtigsten Ereignisse vor und nach dem Brexit-Votum.

Schaubild

2018 und Ausblick bis 2020

31. Dezember 2020
Übergangsphase endet, Verlängerung möglich.

ab April 2019
Verhandlungen über Handelsabkommen.

29. März 2019
Ende der EU-Mitgliedschaft, Übergangsphase beginnt.

bis März 2019
Abstimmung über die Verhandlungsergebnisse im EU-Parlament.
Rat der Europäischen Union beschließt mit qualifizierter Mehrheit über die Verhandlungsergebnisse.

Dezember 2018
Abstimmung im britischen Unterhaus über die Verhandlungsergebnisse.

25. November 2018
Europäischer Rat beschließt auf Sondergipfel die Verhandlungsergebnisse.

Bis November 2018
Detailverhandlungen zum Brexit.

2017

Bis Ende 2017
Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien über die „divorce bill“ sowie die Rechte von Briten und EU-Bürgern, die Rolle des EU-Gerichtshofs sowie die Grenze in Irland.

24. September 2017
Bundestagswahl in Deutschland

19. Juni 2017
Start der Austrittsverhandlungen.

8. Juni 2017
Unterhauswahlen in Großbritannien.

29. März 2017
Der EU-Botschafter Barrow übergibt den Austrittsantrag in Brüssel.

14. März 2017
Das Parlament stimmt für das von der Regierung vorgelegte Brexit-Gesetz.

18. Januar 2017
Premierministerin May kündigt einen "clean brake" an.

3. Januar 2017
Rogers, der britische EU-Botschafter, gibt sein Amt auf und verlässt Brüssel.

2016 - 2013

3. November 2016
Der High Court entscheidet, dass die Regierung die Brexit-Verhandlungen nur mit Zustimmung des Parlaments führen darf.

02. Oktober 2016
Premierministerin May kündigt an, dass bis Ende März 2017 ein Austrittsantrag nach Artikel 50 des EU- Vertrags eingereicht wird.

13. Juli 2016
May ist neue britische Premierministerin. Johnson wird Außenminister. Zuständig für den Brexit ist jedoch Davis als "Principal Secretary of State for Exiting the European Union".

11. Juli 2016
Premier Cameron verkündet die Kandidatur von May für seine Nachfolge.

30. Juni 2016
Johnson verzichtet auf die Nachfolge von Premier Cameron.

24. Juni 2016
Premier Cameron erklärt seinen Rücktritt bis spätestens Oktober.

23. Juni 2016
Brexit-Votum: 46,5 Millionen Briten stimmen über "Brexit" oder "Bremain" ab. Am folgenden Tag steht das Ergebnis fest: 51,9 Prozent der Briten wollen die EU verlassen.

20. Februar 2016
Premier Cameron das EU-Referendum für den 23. Juni an, will seinen Landsleuten aber zu einem Verbleib in der EU raten. Einen Tag zuvor kommen die Staats- und Regierungschef aller EU-Staaten den Briten mit einem Reformpaket entgegen.

5. Februar 2016
Premier Cameron gibt seinen Ministern in der Frage eines EU-Austritts freie Hand. Vor dem geplanten EU-Referendum stellen sich fünf Minister auf die Seite des Brexit-Lagers, darunter Justizminister Gove. Der Londoner Ex-Bürgermeister Johnson schlägt sich ebenfalls auf die Seite der Brexit- Befürworter.

11. November 2015
Premier Cameron stellt Forderungen nach EU-Reformen und droht mit dem EU-Austritt.

28. Mai 2015
Im Parlament wird der Gesetzesentwurf zum Referendum eingereicht.

7. Mai 2015
Premier Camerons Partei siegt bei der Parlamentswahl und erneuert sein Versprechen eines EU- Referendums.

1. März 2016
Premier Cameron stellt an Brüssel Forderungen zum Verbleib in der EU.

23. Januar 2013
Premier Cameron stellt im Falle des Wahlsiegs ein Referendum zum Verbleib in der EU bis spätestens 2017 in Aussicht.

LBBW-Experte und verantwortlicher Analyst.

Dirk Chlench als verantwortlicher Analyst wird Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

LBBW-Experte


Dirk Chlench
Analyst Strategy & Macro - LBBW Research
Tel +49 711 127-7 61 36
dirk.chlench@LBBW.de

Twitter @LBBW

Folgen Sie unserer Einschätzung mit dem LBBW #Brexit-Barometer auf Twitter.

LBBW (@LBBW) | Twitter