Crowdfunding-Plattform der LBBW: Jetzt Chancen nutzen

Verantwortung

Crowdfunding: Gemeinsam stark

Geld sammeln im Internet: Mit der von der LBBW unterstützten Plattform Xavin kommen Sportvereine unkompliziert an Kapital.

Alles begann im Jahr 2006 in der amerikanischen Indie-Pop-Szene: Musiker entdeckten die Möglichkeit, ihre Alben mit Kleinstspenden ihrer Fans zu produzieren, Crowdfunding war geboren. Dann kamen die beiden US-amerikanischen Pioniere Indiegogo und Kickstarter, gegründet 2008 und 2009. Diese Corwdfunding-Plattformen sind weltweit aktiv und haben bis heute mehr als 930.000 Projekten zur Umsetzung verholfen. Startnext, 2010 gegründet und größte Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum, beziffert die Zahl erfolgreicher Projekte auf 5.035, die mit insgesamt mehr als 47 Millionen Euro realisiert wurden.

Crowdfunding: Anlegen mit Engagement

Eine Crowdfunding-Plattform für soziale Initiativen ist bw crowd. Dahinter steht die BW-Bank. Mit ihren starken regionalen Wurzeln liegt ihr ein gesellschaftliches Engagement besonders am Herzen. Bei bw crowd wählt der Unterstützer zwischen verschiedenen Projekten in ganz Baden-Württemberg und erhält – anders als bei reinen Spenden – im Gegenwert seiner Einlage eine Prämie, ein Dankeschön aus dem Projekt oder wahlweise einen Gutschein regionaler Unternehmen.

So funktioniert die Crowdfunding-Plattform bw crowd

Nina Gladen, zuständig für die strategische Weiterentwicklung und Vermarktung von bw crowd, erläutert: „Die Beiträge liegen zwischen fünf und 50 Euro und der Finanzierungszeitraum ist auf 60 Tage begrenzt.“ Die Erfahrungen mit dem Crowdfunding sind höchst positiv: Die Rate derer, die Erfolg haben, liege bei über 70 Prozent. „Die ersten Tage sind entscheidend“, ergänzt Nina Gladen. „Nur wenn es realistisch erscheint, die Zielsumme zu erreichen, sind die Geldgeber motiviert.“ Sollte die Idee scheitern, erhält der Unterstützer sein Geld zurück. Hat der Unterstützer als Gegenleistung einen Gutschein gewählt und diesen unter Umständen bereits eingelöst, geht der gespendete Betrag in einen Gutscheinfonds, welcher später auf Projekte verteilt wird. Die BW-Bank unterstützt zudem alle laufenden Projekte auf bw crowd über den Spendentopf, in dem jeden Monat 2.000 Euro enthalten sind, und fördert somit alle Projekte auf bw crowd gleichermaßen.

Stolpersteine beim klassischen Crowdfunding

Auch Karsten Ewald, Geschäftsführer des MTV Stuttgart, setzt auf Crowdfunding. „Für Sportvereine“, sagt er, „ist es so gut wie unmöglich, klassische Darlehen zu bekommen, da die bestehenden Sicherheiten schwer verwertbar sind. Die Grundstücke, auf denen die Anlagen stehen, sind oft auf Erbpacht vergeben, die Immobilien für eine andere Nutzung ungeeignet.“ Daher stelle eine Finanzierung über die Crowd eine Möglichkeit für Sportvereine dar, um Vorhaben zu realisieren.

Allerdings: Klassisches Crowdfunding war für Ewald keine Option. Vor Jahren schon war er mit einem Versuch gescheitert und nennt auch die Gründe. „Wir sind der größte Sportverein im Großraum Stuttgart, haben rund 9.000 Mitglieder. Doch wir sind auch in vielen Bereichen Dienstleister, betreiben zum Beispiel zwei Fitnessstudios. Darum werden wir in der Öffentlichkeit nicht unbedingt als förderungswürdig wahrgenommen.“ Doch gerade das ist die Basis des Crowdfundings: „Die Einlagen sind klein, es braucht viele Unterstützer“, so Ewald. Die Geldgeber investieren aus Überzeugung, denn eine Rendite gibt es nicht.

Investieren statt spenden

Das aktuelle Projekt des MTV Stuttgart: Robinienholz und dickes Tauwerk, vielseitige Klettergeräte – ein Kinderspielplatz, der eine Menge Spaß und Abenteuer verspricht. Im nächsten Jahr, zum 175. Geburtstag des Vereins, soll er fertig sein. Karsten Ewald ist zuversichtlich, dass er den Zeitplan einhalten kann. Das erforderliche Kapital für das Projekt hat er nämlich schon zusammen – mithilfe der Crowdinvesting-Plattform Xavin, die von der LBBW unterstützt wird.

  • LBBW Crowdfunding: Neuer Spielplatz für den Sportverein

    Der MTV Stuttgart überzeugt mit durchdachter Planung

    Auf dem Spielplatz wechseln sich spielerisch-kompetitive Geräte mit Geschicklichkeitsspielen ab. Wer schafft es, eine komplette Runde zu klettern, ohne den Boden zu berühren? Oder zwei Kindergruppen kraxeln in entgegengesetzter Richtung los und versuchen, einander geschickt auszuweichen.

  • LBBW Crowdfunding: Natürlich klettern auf dem Spielplatz

    Anpassen an die natürlichen Gegebenheiten

    Holz, Farbe, Seil – mehr braucht es fast nicht, um ein Paradies für Kinder zu schaffen. Sie klettern nach Lust und Laune über das künstlerisch und naturnah gestaltete Areal mit unversiegelten Bodenbelägen, Natursteinen und unbehandelten Hölzern, ergänzt durch heimische Pflanzen.

  • Unbeschwert klettern dank LBBW Crowdfunding

    Hart im Nehmen: Robinienholz

    Greifen, rutschen, dranhängen – Klettergerät macht einiges mit. Der MTV Stuttgart setzt daher auf Robinienholz, auch bekannt als falsche Akazie. Es ist splintfrei und besitzt eine hohe Biegefestigkeit und eine natürliche Dauerhaftigkeit, kommt daher ohne Imprägnierung und Pfostenschutz aus.

Crowdinvesting: Unterstützen mit Renditechance

Beim Crowdinvesting sind die Geldbeträge im Vergleich zum Crowdfunding höher. Und vor allem: Sie werden attraktiv verzinst. Hierbei gewähren die Anleger ein Nachrangdarlehen, dessen Verzinsung sich häufig nach der Höhe der Darlehenssumme bemisst. Seit 2011 ist das auch in Deutschland möglich – und ein Erfolgsmodell, wie die aktuellen Zahlen belegen: Zwischen Januar und September 2017 waren hierzulande 32 Crowdinvesting-Plattformen aktiv. In dieser Zeit wurden Investmentrunden in Höhe von mehr als 125 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Das ist eine Steigerung um mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

82.000 Euro in nur zwölf Tagen durch Crowdfunding

Mit der Kreditplattform Xavin macht die LBBW diese Finanzierungsform nun auch Sportvereinen in ganz Deutschland zugänglich, damit diese ihren Mitgliedern und Unterstützern eine attraktive Anlage bieten können. Xavin ist ein Corporate Start-up innerhalb des Stuttgarter ACTIVATR-Programms, das Gründer und etablierte Unternehmen zusammenbringt. Erst im Dezember 2016 sicherte sich ein Start-up-Team aus Gründern und Corporates Gründungskapital in Höhe von 150.000 Euro für die Realisierung von Xavin. Im Mai 2017 wurde das Pilotprojekt abgeschlossen, im August dieses Jahres ging der MTV Stuttgart als zweites Projekt an den Start. Mit einem beeindruckenden Ergebnis: Innerhalb von nur zwölf Tagen flossen statt der angestrebten 60.000 Euro 82.000 Euro in den Finanzierungstopf.

„Wer Anleger mobilisieren will, muss die Botschaft immer wieder unter die Leute bringen.“ Karsten Ewald, Geschäftsführer des MTV Stuttgart

Karsten Ewald weist in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit der Kommunikationsstrategie hin: „Ein Projekt aufzusetzen, reicht nicht. Wer Anleger mobilisieren will, muss die Botschaft immer wieder unter die Leute bringen.“ Genau das hat er getan – in mehreren „Wellen“, wie er es nennt. Die Bandbreite erstreckte sich von Posts auf der Website und bei Facebook über Newsletter-Beiträge bis zum Tagesordnungspunkt bei der Hauptversammlung und Artikeln im Mitgliedermagazin.

Verhandlungsposition stärken durch Crowdinvesting

Der Erfolg beim neuen Kinderspielplatz hat Karsten Ewald zu neuen Plänen in Sachen Crowdinvesting ermutigt. 2 Millionen Euro beträgt die Summe, die für dringende Umbauarbeiten im kommenden Jahr benötigt wird. Auch in diesem Fall setzt Ewald auf Xavin, um damit die Höhe der benötigten Mittel zu senken: „Die Gelder aus einem erfolgreichen Crowdinvesting werden von der Bank als Eigenkapital gewertet und verringern damit die Finanzierungssumme. Dazu kommt ihre Eigenschaft als Nachrangdarlehen. Beides stärkt unsere Verhandlungsposition, wenn wir einen Kredit beantragen.“ Er sehe dem positiv entgegen.