Wealth Management bei der LBBW: Best-in-Class auch für private Investoren

Finanzwissen

Für private Investoren: nachhaltige Geldanlagen

Die LBBW Asset Management unterzieht nachhaltige Geldanlagen einer strengen Prüfung. Wir zeigen, wie diese Auswahl funktioniert.

Nachhaltige Kapitalanlagemöglichkeiten werden für private Investoren immer wichtiger. Das belegt auch die mittlerweile große Auswahl an entsprechend gemanagten Publikumsfonds: Laut Angaben des Sustainable Business Institute (SBI) aus Oestrich-Winkel waren es zum Ende des 1. Quartals 2017 im deutschsprachigen Raum 428 Fonds mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 74 Milliarden Euro. Zu den Anbietern mit großer Nachhaltigkeitsexpertise zählt dabei auch die LBBW Asset Management – und das bereits seit mehr als zehn Jahren. Sie bietet Anlegern neben der nachhaltigen Premium- Vermögensverwaltung auch drei Investmentfonds mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Bereits seit 2007 können Privatanleger in den Themenfonds LBBW Global Warming investieren: Fondsmanager Christoph Keidel wählt dafür ausschließlich Unternehmen aus, deren Produkte einer weiteren globalen Erwärmung beziehungsweise deren sozialen und wirtschaftlichen Folgen entgegenwirken. Die beiden Schwesterfonds LBBW Nachhaltigkeit Aktien und LBBW Nachhaltigkeit Renten sind dagegen nicht auf eine bestimmte Branche fokussiert, sondern investieren breit in Staaten und Unternehmen, die ein überdurchschnittliches ökologisches und soziales Ranking aufweisen. Sie eignen sich daher grundsätzlich auch als Basisinvestment für die Anlageklassen Aktien und Anleihen.

Nachhaltige Publikumsfonds mit FNG-Siegel

So unterschiedlich die Ausrichtung der drei genannten Publikumsfonds ist, eines haben sie gemeinsam: Sie wurden alle mit dem FNG-Siegel für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Dieses Qualitätssiegel, vergeben vom Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG), wurde bislang nur 38 der insgesamt 400 Nachhaltigkeitsfonds in Europa verliehen. Denn es setzt die stringente Erfüllung höchster Nachhaltigkeits- und Transparenzkriterien voraus. So bedarf es bereits bei der Titelauswahl einer umfassenden und tief gehenden Nachhaltigkeitsprüfung. Laut FNG-Standards sind dabei von vornherein Unternehmen ausgeschlossen, die beispielsweise gegen den UN Global Compact verstoßen. Dieser definiert als Mindeststandard, Korruption und Kinderarbeit auszuschließen sowie Menschenrechte und Arbeitsrechte zu wahren. Je strenger die Kriterien, umso besser die Bewertung des Fonds. Aber auch die Fondsgesellschaft an sich wird streng bewertet.

oekom research filtert vor, Fondsmanager übernehmen die Titelauswahl

Der mehrstufige Auswahlprozess geht jedoch deutlich über diese erste Auswahl hinaus. Gemeinsam mit der weltweit anerkannten Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research AG bewerten die Fondsmanager der LBBW Asset Management daher Unternehmen, Branchen und Länder anhand von weiteren etwa 150 Nachhaltigkeitskriterien, die ständig an neue Entwicklungen und Erkenntnisse angepasst werden. Dieser Filter garantiert, dass nur in solche Investmentmöglichkeiten investiert wird, die nicht gegen soziale und ökologische Kriterien verstoßen. Zusätzlich wird gemäß dem sogenannten Best-in-Class-Ansatz analysiert, welche Marktteilnehmer innerhalb ihres Segments besonders nachhaltig wirtschaften – dazu gehört laut oekom research übrigens auch die LBBW selbst, was die von ihr ausgegebenen Wertpapiere für andere nachhaltige Investoren besonders interessant macht.

  • Im Ratingprozess nutzt die LBBW Asset Management das Nachhaltigkeits-Know-how von oekom research

    Die LBBW Asset Management kooperiert mit oekom research

    Die oekom research AG gehört mit 90 Mrd. Euro Assets under Research zu den weltweit führenden unabhängigen Ratingagenturen im nachhaltigen Anlagesegment. Sie verfügt über ein weltweites Expertennetzwerk.

Beim LBBW Nachhaltigkeit Aktien beispielsweise setzt Fondsmanager Steffen Merker auf europäische Unternehmen, die sich durch ein überdurchschnittliches oekom-Nachhaltigkeitsrating auszeichnen. Dieses anfängliche Anlageuniversum von rund 1.100 Aktien aus dem europäischen Raum reduziert sich im Zuge der weiteren Nachhaltigkeitsanalyse auf rund 330 Titel. Diese wiederum unterzieht das Fondsmanagement einer strengen Fundamentalanalyse, indem beispielsweise die Wettbewerbsposition und die Bilanzqualität der einzelnen Unternehmen bewertet werden. Zu den Unternehmen, die diesen Analyseprozess erfolgreich durchlaufen haben, gehören derzeit beispielsweise der Softwaregigant SAP, der Konsumgüterhersteller Henkel, der Windkraftbauer Vestas oder die bekannte Sanitärfirma Geberit. Aber auch BMW ist vertreten. Auch wenn die Automobilbranche zwar nicht per se als umweltfreundlich gilt, nimmt der deutsche Autobauer innerhalb des Sektors eine Vorreiterrolle ein.

Welche Aspekte für die Bewertung wichtig sind, zeigen diese fünf Beispiele:

Henkel

  • Weitreichende Strategien, um Tierversuche zu reduzieren
  • Strenge Förderkriterien von nachhaltigem Palmöl und Derivaten
  • Tief greifender Ansatz beim Produktlebenszyklus
  • Umfassender Sicherheitsansatz bei Einsatzstoffen und Produkten
  • Zufriedenstellender Kundendienst und Schutzmaßnahmen

SAP

  • Erfolgreiche Implementierung von Maßnahmen und Programmen, um die IT-Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen zu gewährleisten
  • Hoher Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien
  • Breite Angebotspalette an umweltfreundlichen Produkten
  • Zahlreiche Maßnahmen, um die digitale Einbeziehung von Minderheiten zu fördern
  • Umfassende Aktivitäten zur Vermeidung und Linderung von beruflich verursachten psychischen Gesundheitsproblemen

BMW

  • Umfangreiche Sozial- und Umweltstandards bei Zulieferern
  • Vergleichsweise hohe Aktivitäten im Bereich alternativer Antriebstechniken
  • Angemessene Maßnahmen zur Optimierung des Produktlebenszyklus
  • Zahlreiche Maßnahmen bei Wiederverwertung und Recycling von Produkten
  • Entwicklung von Strategien für Mobilitätskonzepte der Zukunft

Vestas

  • Der Umsatz wird ausschließlich durch Produktion, Instandsetzung und Wartung von Windkraftanlagen generiert
  • Produktlebenszyklus kann bis ins kleinste Detail verfolgt werden
  • Konzernweite Implementierung von zertifizierten Umweltmanagement-Systemen
  • Reduzierter Energie- und Wasserverbrauch sowie reduzierte Gasemissionen über die vergangenen Jahre
  • Konzernweite Implementierung von zertifizierten Management-Systemen zur Arbeitssicherheit

Geberit

  • Klarer Fokus auf ökologische Aspekte bei Produkten durch Lebenszyklus-Ansatz und Ökokonzepte
  • Umfangreiche Maßnahmen im Bereich Produktsicherheit
  • Flächendeckende Maßnahmen zur Erhöhung der Energie- und Materialeffizienz bei Produkten und Produktionsprozessen
  • Gesteigerte Ressourceneinsparung und reduzierter Emissionsausstoß über die vergangenen Jahre
  • Konzernweite Implementierung von Sicherheitsmanagement-Systemen und ein fallender Trend bei der Unfallquote

Christoph Groß, Steffen Merkers Kollege, legt mit seinem Fonds LBBW Nachhaltigkeit Renten den Fokus ebenfalls auf Europa. Das von oekom research vorgefilterte Anleiheuniversum umfasst rund 500 Emittenten, aus denen Groß und sein Team ihr Portfolio zusammenstellen können. Aufgrund des europäischen Fokus muss sich Groß, im Gegensatz zu weltweit anlegenden Investoren, dabei nicht um mögliche Auswirkungen des US-Ausstiegs aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auf sein Portfolio sorgen.

Dass es spürbare Auswirkungen geben wird und US-Staatsanleihen damit für nachhaltig orientierte Investoren unattraktiver werden könnten, scheint sicher. Das macht auch das jüngste Statement von oekom research deutlich: „Wie bereits in einer früheren Einschätzung seitens oekom research angedeutet, wird die geänderte Klimapolitik der USA negative Auswirkungen auf das oekom Country Rating haben. Die Aufkündigung des Klimaabkommens wird sich hier vor allem im Bereich Klimawandel im Umweltrating niederschlagen.“ Das oben genannte Beispiel zeigt, dass auch bei Staatsanleihen das Thema Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle spielt, da Regierungen durch internationale Abkommen wie Kyoto oder Paris 2015 oder durch Gesetze wie z. B. zur Energiewende in Deutschland und Frankreich gezielt eingreifen können.