Susanna Hess-Kalcher im Interview, German Centre Mexiko

Finanzwissen

Standort Mexiko: Drei Fragen an Susanna Hess-Kalcher

Warum bietet der mexikanische Markt so viele Chancen? Susanne Hess-Kalcher, Geschäftsführerin des German Centre Mexico, gibt Auskunft.

Welche lokalen Gepflogenheiten sollten deutsche Unternehmer in Mexiko besonders beachten?

Susanna Hess-Kalcher: Höflichkeit und der Wille zur gepflegten Kommunikation werden in Mexiko besonders geschätzt. Die direkte deutsche Art wird eher als unhöflich aufgefasst. Begrüßungsritual – besonders unter Männern – ist ein Handschlag, gefolgt von einer halben Umarmung mit Schulterklopfen. Und spätestens beim zweiten Treffen gilt zwischen Männern und Frauen sowie unter Frauen ein Wangenkuss auf die rechte Wangenseite als angebracht.

Was macht Mexiko für deutsche Unternehmen besonders interessant?

Susanna Hess-Kalcher: Ein wesentlicher Punkt: Mexiko ist durch seine geostrategische Lage prädestiniert für den Multilateralismus. Die nach Brasilien zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas unterhält elf Freihandelsabkommen mit 46 Ländern und ermöglicht damit den Zugang zu insgesamt rund 1,5 Milliarden Konsumenten.

Für welche Unternehmenssparten bietet der mexikanische Markt besonders gute Voraussetzungen?

Susanna Hess-Kalcher: Der Boom in der Autoindustrie hält auch 2017 weiter an. Zahlreiche deutsche Autobauer – BMW, Audi, VW und Daimler – bauen eigene Werke mit Milliardeninvestitionen. Davon können auch Zulieferer profitieren. Hinzu kommt der ungebrochen hohe Bedarf an Medizintechnik, für den ein jährliches Wachstum von rund sechs Prozent prognostiziert wird. Dazu trägt besonders der Staat als Abnehmer von rund 70 bis 80 Prozent der Erzeugnisse bei. Zudem bietet die Solar-, Windkraft- und Ölindustrie seit der Energiereform 2013 attraktive Möglichkeiten für Investoren.