Förderung sozialer Projekte – die LBBW-Stiftung

Verantwortung

Vielfalt leben – die LBBW-Stiftung

Die Aufgabe der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg ist es, Projekte zu fördern, deren Initiatoren Neues wagen. Kultur, Umwelt und Bildung stehen dabei im Fokus.

„Wir haben den Stifterwillen zu erfüllen, und der lautet Vielfalt“, sagt Martin Kuon. Der Geschäftsführer der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, kurz LBBW-Stiftung, hat daher eine Menge zu berichten. Dabei geht es um kleine und große Projekte, Schulgärten mit Bienenstock, Storchenbetreuer oder Kataloge für die Ausstellungen junger Künstler. 325 Projekte und Organisationen wurden im Jahr 2016 von der LBBW-Stiftung gefördert, davon 230 im Bereich Kunst und Kultur, 30 im Umwelt- und 65 im Bildungsbereich. In Summe hat die Stiftung, deren Wirkungskreis sich über ganz Baden-Württemberg erstreckt, seit ihrer Gründung im Jahr 1984 mehr als 10.000 Vorhaben mit mehr als 25 Mio. Euro gefördert.

Anschubhilfe für gute Ideen und bürgerliches Engagement

Meistens ist die Vergabe der Mittel einmalig. „Wir verstehen unsere Unterstützung als Anschubhilfe“, sagt Martin Kuon, „nicht als Dauerlösung. Aber wir sagen den Leuten immer: Wenn ihr wieder eine gute Idee habt, meldet euch.“ Er selbst sei immer wieder fasziniert von dem bürgerlichen Engagement der Antragsteller, persönliche Begegnungen auf Veranstaltungen seien oft hoch emotional.

  • Das Team der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

    Das Team der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

    Engagiert zu Werke in der LBBW-Stiftung gehen (v. l. n. r.): Silke Düll, Martin Kuon, Klaudia Marschner und Nicole Wurster.

Martin Kuon leitet die Organisation seit 1994. Zu Beginn waren es noch drei – eine Stiftung für Kunst und Kultur, eine mit dem Schwerpunkt Umwelt und eine dritte, auf Bildung fokussiert. Kuon hatte zunächst die Geschäftsführung der größten inne, der Stiftung für Kunst und Kultur; 1996 folgten die beiden kleineren. Die offizielle Gründung der LBBW-Stiftung erfolgte 2016. Grund für diese Verschmelzung war die dringende Notwendigkeit, sich zu konsolidieren: „Stiftungen wie die der LBBW, die ihr Kapital risikoarm anlegen, sehen sich seit Jahren einem kontinuierlichen Ertragsrückgang ausgesetzt“, beschreibt der erfahrene Stiftungsfachmann die aktuelle Situation. „Wir können inzwischen nur noch mit einem Drittel der früheren Erträge arbeiten.“ Dem kreativen Einsatz der Mittel tut das aber keinen Abbruch.

„Wir wollen die Stiftung sein, die immer wieder für neue Ideen da ist.“ - Martin Kuon, Geschäftsführer Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

JOBLINGE: Geflüchtete Menschen in den Arbeitsprozess integrieren

Ein Beispiel dafür sind die JOBLINGE. Die bundesweit tätige Initiative kümmert sich seit 2008 in Zusammenarbeit mit den Jobcentern um die Integration schwer vermittelbarer Jugendlicher und junger Erwachsener in den Arbeitsprozess. Im Herbst 2016 präsentierte sich das Pilotprojekt JOBLINGE Kompass dem Stiftungskreis „Chancen für Bildung und Arbeit“, einem informellen Zusammenschluss bildungsfördernder Stiftungen in Stuttgart, dem auch die LBBW-Stiftung angehört – und erhielt unbürokratisch vom Stiftungskreis 45.000 Euro zur Anschubfinanzierung. Alle Teilnehmer bei JOBLINGE Kompass sind Geflüchtete und haben aufgrund der Sprachsituation einen hohen Unterstützungsbedarf. Anfang 2017 konnte das Projekt starten, mit eigenem Büro und einem Team aus fünf Vollzeitkräften. Vier Gruppen jährlich mit je 20 Teilnehmern zwischen 18 und 30 Jahren werden hier über einen Zeitraum von sechs Monaten intensiv bei der Suche und Vorbereitung auf einen Ausbildungsplatz begleitet.

Dass diese Art der Unterstützung, die auch durch ehrenamtliche Mentoren lebt, äußerst zielführend ist, zeigt sich nicht zuletzt an den Zahlen: Sieben von zehn Teilnehmern finden eine Lehrstelle. Und nach einem halben Jahr sind von diesen Auszubildenden noch 85 Prozent an Bord – eine sehr gute Quote. Janina Germann-Sentner, Leiterin am Standort Stuttgart, zieht eine positive Bilanz: Viele Teilnehmer der ersten Gruppe können bereits in diesem Herbst in ihre neuen Berufe in Deutschland einsteigen.

  • Interkulturelles Konfliktmanagement, Sozialpädagogik im Strafvollzug, CSR: Die JOBLINGE Stuttgart

    Immer ein offenes Ohr und vielfältige Kompetenzen

    Für die Jugendlichen und die beteiligten Partner bietet das Team am Standort Stuttgart interkulturelles Konfliktmanagement und Sozialpädagogik im Strafvollzug, Fundraising und Public Relations bis hin zu Corporate Social Responsibility.

  • JOBLINGE hilft gezielt jungen Geflüchteten, für die es bisher wenige Angebote gibt

    Mit Freude qualifizieren für ein selbstbestimmtes Leben

    Arbeit ist ein Schlüsselfaktor der Integration, denn sie ist entscheidend für die eigene Würde und finanzielle Unabhängigkeit, für Akzeptanz und gesellschaftliche Teilhabe. JOBLINGE hilft gezielt jungen Geflüchteten, für die es bisher wenige Angebote gibt.

  • Gemeinsam viel bewegen: Seit Mai 2014 gibt es die Joblinge gAG in der Region Stuttgart.

    Gemeinsam viel bewegen

    Seit Mai 2014 wirken in der Joblinge gAG Region Stuttgart öffentliche Institutionen, lokale Unternehmen und der soziale Stiftungssektor gemeinsam, um jährlich 80 junge Menschen aus Stuttgart und den Landkreisen Ludwigsburg und Rems-Murr beim Berufseinstieg zu unterstützen.

  • Ein starkes Band aus Förderern und Mentoren: Unternehmen und auch Privatpersonen engagieren sich bei JOBLINGE.

    Ein starkes Band aus Förderern und Mentoren

    Baden-Württemberg ist ein starker Wirtschaftsstandort. Unternehmen und auch Privatpersonen engagieren sich bei JOBLINGE für diejenigen, die allein mit den Anforderungen des Arbeitsmarkts nicht zurechtkommen.

Spielerisch Medienkompetenz vermitteln – das Projekt on_the_line

Nah an der Basis wirken, das gilt auch für das von der LBBW-Stiftung geförderte Projekt on_the_line mit der Jungen Oper Stuttgart. Hier sollen Jugendliche für die Gefahren des Internets sensibilisiert werden und Medienkompetenz erlangen. Zielgruppe sind 12- bis 18-Jährige, genau wie die Teilnehmer des rund 25-köpfigen Ensembles, das ab Herbst 2017 gecastet wird.

Severin Gmünder, seit 2015 an der Jungen Oper tätig und Regisseur von on_the_line, setzt bei der Inszenierung auf Elektroakustik und „partizipative Elemente wie Projektchöre“. Es ist ihm wichtig, dass „die Jugendlichen selbst zu Wort kommen, dass ihre Lebensrealität abgebildet wird“. Deshalb findet on_the_line nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Internet statt. Eine Website mit Blog wird das Projekt begleiten und die Teilnehmer vorstellen, von den Proben berichten, ein digitales Programmheft zur Verfügung stellen. Fünf Vorstellungen im Kammertheater Stuttgart sind geplant, die Premiere ist am 1. Juni 2018. on_the_line – ein weiterer Beitrag zur gesellschaftlichen Vielfalt, ganz im Sinne der LBBW-Stiftung. Und ein Signal dafür, was möglich ist, wenn bürgerliches Engagement angemessen gefördert wird