LBBW
Toronto

Verantwortung zeigen

Glanzvolles Comeback mit Starbesetzung

Vielbeachtete Ausstellung auf der ART COLOGNE markiert Relaunch der LBBW Sammlung.

Bühne frei: Ein weißer, schnittig stilisierter Mercedes C 111 ist in die Kölner Messe ART COLOGNE eingefahren. „Den Tank mussten wir wegen Brandgefahr vorher erst noch leerpumpen“, erklärt Lutz Casper, Leiter der Sammlung LBBW. Auf der Messe lief der „Som Tom Poo“ betitelte Wagen dann auf Hochtouren – auf symbolischer Ebene allerdings, denn er avancierte während der Messewoche zu einem der meist fotografierten Objekte. Und die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen – im bunten Trubel einer Kunstmesse.

Die in Thailand gefertigte Replik eines Mercedes C 111 ist ein Werk des in Frankfurt lebenden Künstlers Tobias Rehberger. Der Esslinger, inzwischen Professor an der renommierten Städel Schule, hat bereits das eine oder andere Highlight zur Sammlung beigetragen. Mit einem bewussten Schmunzeln an der Schnittstelle von Funktion und Dekor, von Design und Kunst operierend, gehört er seit Mitte der 90er Jahren zu den wegweisenden Künstlern in Deutschland mit großer internationaler Bedeutung. Er war auf der Biennale in Venedig und an vielen anderen Orten zu sehen.

Rosen, Orchideen, Kumquats mit Lilien, ein bunter Strauß Gerbera oder blühende Kirschzweige wurden 1995 aus Anlass einer Ausstellungseröffnung Rehbergers von seinen Künstlerkollegen an ihn verschickt und von ihm in parallel geschaffenen Blumenvasen arrangiert. Das Blind-Date, das seinen Künstler-Kollegen jeweils als Porträt gewidmet ist, steht stellvertretend für seinen Humor. „One“, so der Titel der Arbeit, ist seit 2001 im Besitz der LBBW Sammlung, jetzt durften die Vasen zur Art Cologne wieder frisch gefüllt werden und neben dem Mercedes und manch anderem zum Besuch der Sonderausstellung mit dem vielsagenden Titel „Comeback – Sammlung LBBW - Bereit für Neues“ einladen.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Rund 55.000 Besucher und tausende VIP Gäste, auch aus dem Umfeld der LBBW und BW Bank, zählte die diesjährige Ausgabe der ältesten Kunstmesse der Welt, bis heute die wichtigste in Deutschland und eine der wichtigsten weltweit. Zwei ebenbürtige Partner kamen demnach hier zusammen: Die Sammlung LBBW mit ihren Schwerpunkten in der deutschen und internationalen Kunst der 1980er und 1990er Jahren versammelt zahlreiche bekannte künstlerische Positionen und hochkarätige Highlights. Sie gehört damit seit vielen Jahren zu den qualitätsvollsten Sammlungen im Wirtschafts- und Finanzsektor in Deutschland. Viele Besucher der Art Cologne konnten nun durch qualifizierte Einführungen die Vielfalt der LBBW Kunstsammlung erstmals kennenlernen.

Dies konnte man unübersehbar erkennen: Mit seiner internationalen Reputation steht Rehberger nicht allein da in der Sammlung. Im Gegenteil - er befindet sich in bester Gesellschaft mit anderen Größen der jüngeren deutschen Kunstgeschichte wie Wolfgang Tillmanns oder Isa Genzken, Martin Kippenberger oder Rosemarie Trockel, Albert Oehlen oder Cindy Sherman, Michel Majerus oder Thomas Demand. Frage an Lutz Casper, Leiter der Sammlung, und zusammen mit Gregor Jansen, Kunsthalle Düsseldorf, und Nicole Fritz, Kunsthalle Tübingen, verantwortlich für die gelungene Präsentation: „Wusste oder ahnte die Bank schon im Moment des Erwerbs, dass die Käufe so auf den Punkt waren – ihr heutiger Wert kann mit einem vielfachen des ursprünglichen Ankaufspreises eingeschätzt werden?“ Lutz Casper dazu: „Über Jahrzehnte hinweg ist es uns gelungen, die Sammlung der LBBW auf hohem Niveau zu halten und weiter auszubauen. Durchgehend als Anspruch der LBBW Sammlung geblieben ist dabei stets eines: Die hohe Qualität des einzelnen Kunstwerks und eine konsequente Ausrichtung des Kunsterwerbs. Auch wenn wir – dem innovativen Wesen der Kunst folgend – neue Wege eingeschlagen haben, so haben sich diese in der Vergangenheit als die richtigen herausgestellt. Wir danken deshalb der Art Cologne, dass sie uns so spontan die Chance gegeben hat, unsere Schätze – über den täglichen Leihverkehr und die Präsentation in der Bank hinaus – einmal wieder gut sichtbar in der Öffentlichkeit einem breiten Kunstpublikum zu präsentieren.“

Dies hatte aber erst die logistische Meisterleistung in der gebotenen Kürze der Zeit ermöglicht, wie sie mit dem Messegeschäft verbunden ist. „Wir konnten hier auf die professionelle Expertise unserer langjährigen externen Dienstleister und das Know How der Kölner Messe zurückgreifen, ohne die eine solche Sonderausstellung mit 15 Künstlern und über 40 Werken kurzfristig nicht möglich ist. Der gelungene Start bestätigt uns darin, die Sammlung in Zukunft wieder verstärkt in der Öffentlichkeit zu präsentieren“. Die Art Cologne hat den Anfang markiert. Auf der Grundlage eines kuratorisch und strategisch abgestimmten Konzepts nimmt die LBBW ihre Sammlungstätigkeit nun konsequent wieder auf und führt die bisherige erfolgreiche Ausstellungstätigkeit begleitet von zeitgemäßen Kunstprojekten unter neuen Bedingungen fort.

Verstärktes Kunstengagement am Puls der Zeit

So geht es in Zukunft öfters auf Reisen: Für die Sammlung, um sich an verschiedenen Orten zu präsentieren, aber auch für die Akteure, denn nun wird wieder eingekauft – und zwar auf höchstem Niveau. Die Maxime dabei: Keine Spekulationen, keine Risiken. Dafür garantiert ein entsprechend hochkarätiges Kuratorium, dem namhafte deutsche Museumsdirektoren und Kunstexperten angehören.

  • Ausstellung

    Teil der Ausstellung mit 15 Künstlern und über 40 Werken

Ein derartiges Engagement ist für Kunst und Kultur in heutigen Zeiten sehr wichtig. Die öffentlichen Einrichtungen und der Kunstbetrieb brauchen dringend Unterstützung von starken Playern in der Wirtschaft: „Wir als Bank bekennen uns zu Kunst als einer wertvollen Facette unserer Unternehmenskultur. Kunst ist ein wichtiges materielles und geistiges Erbe unserer Gesellschaft, das auch wir bewahren und fördern wollen. Denn Banken sind Teil der Gesellschaft und als solcher in der Pflicht, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, eine Verpflichtung, die wir gerne annehmen“, betont LBBW Vorstand und Kuratoriumsvorsitzender Thorsten Schönenberger. „Und wir wollen sie einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Dazu gehören unsere Präsentationen, wie jetzt auf der Art Cologne, aber auch unsere kontinuierlichen Kooperationen und der Leihverkehr mit den Museen, nicht zu vergessen unsere Kunstführungen für Kunden, Mitarbeiter wie auch für die interessierte Öffentlichkeit. Kunst erfordert aber auch, immer am Puls der Zeit zu bleiben und sich in Neuland zu wagen. In diesem Sinne werden wir unsere Sammlung kontinuierlich weiterentwickeln. Auf einen intensiven und spannenden Dialog mit der Kunst und den vielen Menschen, die mit ihr zu tun haben, freuen wir uns schon sehr.“

Schön, dass auch die Medien das Comeback der Kunstsammlung zu goutieren wussten. Allein das Handelsblatt wertete in ihrem Bericht die eindrucksvolle Präsentation als Indikator für die wiedererstarkte Präsenz der Bank: „Die LBBW erfreut sich guter Erträge und einer deutschlandweit vorbildlichen Kapitalstärke. Dass nicht einfach Blue Chips akkumuliert wurden, sondern Positionen und Werkkonvolute aus einem zeitgeschichtlich bewussten, vertiefenden Sammelinteresse heraus immer wieder ergänzt und erweitert wurden, zeigt ein Blick in die Sammlungskataloge. So wundert es nicht, dass sich Museen weltweit um Leihgaben aus der Sammlung der LBBW bemühen.“

LBBW zeigt am 7. Juli Teile ihrer Kunstsammlung

Die LBBW nimmt ihr Jubiläum zum Anlass, der Öffentlichkeit im LBBW-Hauptgebäude rund 500 Exponate im Rahmen von Kunstführungen bei einem Tag der offenen Tür zu präsentieren. Hierfür lädt sie Interessierte am Samstag, 7. Juli 2018, von 10 bis 18 Uhr, ein. Um Anmeldung über die 200-Jahre-LBBW-Homepage ab 4. Juni wird gebeten. Der Eintritt ist frei. Die ausgestellten Werke erschließen ein Panorama der deutschen und internationalen Kunst seit den späten 1970er Jahren. Gegenüber früheren Präsentationen – etwa während der „Langen Nacht der Museen“ – wird bei dieser Premiere unter dem Stichwort „Collecting Contemporary“ ein wesentlich größerer Teil der LBBW-Sammlung zu sehen sein.