Die Mozart-Oper „Così fan tutte“ können Opernfreunde im Stream sehen

Onlinebühne der Stuttgarter Oper auf Hochtouren

Genuss ohne Ansteckungsgefahr: Mithilfe der LBBW zeigt die Staatsoper Stuttgart kostenfrei einige Opernstreams on demand. Immer freitags wechselt das Programm.

Foto: Così fan tutte/Matthias Baus

Opernbegeisterte müssen nicht auf kulturelle Angebote verzichten – auch nicht in Zeiten der Kontaktbegrenzung. Die Staatsoper Stuttgart hat mit „Oper trotz Corona“ eine Onlinebühne aufgesetzt und die LBBW als Digitalpartner unterstützt sie dabei. Aktuell kann die Oper „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart online gestreamt werden. Der Premierenmitschnitt von 2012 ist in einer Produktion des SWR zu sehen. Die heiter-ironische Inszenierung mit einem Labyrinth gegenseitiger Täuschungen stammt von Andrea Moses. Don Giovanni verkörpert darin den Inbegriff des unwiderstehlichen Verführers, der scheinbar unbeschwert von einer Eroberung zur nächsten eilt – und unversehens vom Betrüger zum Betrogenen wird. Vielleicht ist Don Giovanni unter all den Egoisten nur der ehrlichste…

Im Anschluss folgt eine doppelte „Parsifal“-Betrachtung: Ab 5. Juni ist Richard Wagners Oper „Parsifal“ zu sehen. Gralskönig Amfortas leidet an einer Wunde, die ihm der Zauberer Klingsor zugefügt hat. Bis Parsifal, der ahnungslose Retter, den Weg zur Gralsburg findet, ist die Gralsgemeinschaft der Auflösung nahe. Calixto Bieito hat dieses „Bühnenweihfestspiel“ 2010 aufsehenerregend in Szene gesetzt. Eine Woche später, ab 12. Juni, folgt auf der Stuttgarter Onlinebühne mit „Die singende Stadt“ ein Dokumentarfilm. Darin begleitet Filmemacher Vadim Jendreyko eben diese Neuinszenierung des „Parsifals“ mit der Kamera hautnah.

  • „Lohengrin“ von Richard Wagner

    „Lohengrin“ von Richard Wagner

    Foto: Matthias Baus

  • „Nixon in China“ von John Adams

    „Nixon in China“ von John Adams

    Foto: Matthias Baus

  • „Mefistofele“ von Arrigo Boito

    „Nixon in China“ von John Adams

    Foto: Matthias Baus

Kulturelle Impulse

„In diesen schwierigen Zeiten, so finde ich, gewinnt Kultur mehr Bedeutung, als ihr ohnehin schon innewohnt. Sie hat etwas Sinn- und Identitätsstiftendes“, sagt LBBW-Vorstand Karl Manfred Lochner, im Konzern verantwortlich für das Unternehmenskundengeschäft. „Gerade Angebote wie die Online-Opernbühne zeigen, dass das gesellschaftliche Leben in der Krise nicht zum Erliegen kommen muss. Die Stuttgarter Staatsoper hat gute Wege gefunden, auf vielfältige Weise kulturelle Impulse zu setzen, und wir freuen uns, dass wir hierbei mit den Opernstreams auch einen Beitrag leisten können.“

Langjährige Partner

Die LBBW fördert das mehrfach ausgezeichnete Opernhaus bereits seit fast 20 Jahren. Mit Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen haben die beiden Partner ihre Zusammenarbeit vor ungefähr anderthalb Jahren um einen digitalen Baustein ergänzt. Seither wurden fünf Opernstreams aufgezeichnet und jeweils als kostenfreier Livestream online präsentiert.

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Oper trotz Corona

„Heute, in der Corona-Krise und der damit verbundenen Kontaktsperre, zahlt sich unsere Digitalpartnerschaft gleich ein weiteres Mal aus: Mithilfe der LBBW sind wir heute in der Lage, auf ein qualitativ sehr hochwertiges Streamingmaterial zurückzugreifen. Unsere Reihe ‚Oper trotz Corona‘ ist für mich ein wichtiger Baustein, wie wir für unsere Opernfans die aktuelle Pause etwas überbrücken können“, erklärt Viktor Schoner, Intendant der Staatsoper Stuttgart.

Einfallsreichtum ohne Grenzen

In kürzester Zeit hat die Staatsoper Stuttgart ihren Veranstaltungskalender mit kreativen Onlineangeboten bestückt. Wie viele andere kulturelle Einrichtungen - so zum Beispiel unsere Projektpartner Semperoper in Dresden und Nationaltheater in Mannheim - improvisiert auch die Staatsoper Stuttgart und testet neue Formate. So öffnen beispielsweise Musikerinnen und Musiker der Stuttgarter Ensembles ihre privaten Wohnzimmertüren, um eine musikalische Onlinedarbietung zu geben.

Fenster auf und gemeinsam musizieren

Ein anderes Beispiel sind die Balkonkonzerte „Stuttgart musiziert daheim“. Inspiriert von einer italienischen Aktion bildete ein deutschlandweites Fernkonzert den Auftakt. Gemeinsam mit zahlreichen Laienmusikern haben auch Profis von ihren Stuttgarter Privatwohnungen aus Beethovens „Ode an die Freude“ gespielt und gesungen. Dieses gemeinsame Musikmachen sorgte für derart viel Begeisterung bei Musikern und Nachbarn, dass der Sonntagstermin um 18 Uhr zum gemeinsamen Musizieren erst einmal beibehalten wird.

Foto Startseite: Nixon in China/Matthias Baus

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