Das Team der LBBW-Stiftung: Silke Düll, Martin Kuon, Klaudia Marschner und Nicole Beinroth

Vielfalt erleben – die LBBW-Stiftung

Die Aufgabe der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg ist es, Projekte zu fördern, deren Initiatoren Neues wagen. Kultur, Umwelt und Bildung stehen dabei im Fokus.

„Wir haben den Stifterwillen zu erfüllen, und der lautet Vielfalt erhalten“, sagt Martin Kuon. Der Geschäftsführer der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, kurz LBBW-Stiftung , hat daher eine Menge zu berichten. Dabei geht es um kleine und große Projekte, Schulgärten mit Bienenstock, Storchenbetreuer oder Kataloge für die Ausstellungen junger Künstler. Mehr als 300 Projekte und Organisationen fördert die LBBW-Stiftung im Jahr, davon über 200 im Bereich Kunst und Kultur, rund zwei Dutzend im Umwelt- und weit mehr als 50 im Bildungsbereich. In Summe hat die Stiftung, deren Wirkungskreis sich über ganz Baden-Württemberg erstreckt, seit ihrer Gründung im Jahr 1984 mehr als 11.000 Vorhaben mit mehr als 26 Millionen Euro gefördert.

Anschubhilfe für gute Ideen und bürgerliches Engagement

Meistens ist die Vergabe der Mittel einmalig. „Wir verstehen unsere Unterstützung als Anschubhilfe“, sagt Martin Kuon, „nicht als Dauerlösung. Aber wir sagen den Leuten immer: Wenn ihr wieder eine gute Idee habt, meldet euch.“ Er selbst sei immer wieder fasziniert von dem bürgerlichen Engagement der Antragsteller, sagt Kuon, persönliche Begegnungen auf Veranstaltungen seien oft hochemotional.

Martin Kuon leitet die Organisation seit 1994. Zu Beginn waren es noch drei – eine Stiftung für Kunst und Kultur, eine mit dem Schwerpunkt Umwelt und eine dritte, auf Bildung fokussierte. Kuon hatte zunächst die Geschäftsführung der Stiftung für Kunst und Kultur inne, 1996 folgten die beiden kleineren. Offiziell gegründet wurde die LBBW-Stiftung 2016. Grund für diese Verschmelzung war die dringende Notwendigkeit, sich zu konsolidieren: „Stiftungen wie die der LBBW, die ihr Kapital risikoarm anlegen, sehen sich seit Jahren einem kontinuierlichen Ertragsrückgang ausgesetzt“, beschreibt der Stiftungsfachmann die aktuelle Situation. „Wir können inzwischen nur noch mit einem Drittel der früheren Erträge arbeiten.“ Dem kreativen Einsatz der Mittel tut das aber keinen Abbruch.

Wir wollen die Stiftung sein, die immer wieder für neue Ideen da ist.

Martin Kuon, Geschäftsführer der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

„Ran an den Stoff“ im Kindermuseum „Junges Schloss“

Ein Beispiel dafür ist „Ran an den Stoff“ im Kindermuseum „Junges Schloss“. Das Zentrum der Mode-Mitmach-Ausstellung bildet ein riesiges Atelier, in dem Mädchen und Jungen selbst Hand anlegen. Sie weben an einem riesigen Webrahmen, knüpfen Bänder und drapieren Schneiderpuppen mit Stoff. Beim Experimentieren mit Stoffen, Farben und Formen entstehen „modische“ Entwürfe. Highlight der Ausstellung ist eine Werkstatt, in der Jungen und Mädchen eigene Sportbeutel mit Farben und Stempeln individuell designen: Ran an den Stoff!

„Moor bewegt“ auf dem Naturparcours Wilhelmsdorf

Auf acht Quadratkilometern erleben jährlich mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler im Pfrunger-Burgweiler Ried eine wilde Moorlandschaft, bevölkert von Bibern und Bekassinen, Schwarzstörchen und Sumpfschildkröten. Jetzt wird der Besuch noch attraktiver: Auf dem Naturparcours am Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf können zwei- bis zehnjährige Kinder an Erlebnisstationen wie Biberburg, Strauchlabyrinth, Froschwippe oder Storchennest spielerisch entdecken, wie die Tiere des Rieds leben. So knüpfen sie Verbindungen mit der Natur und lernen, sie mit Respekt zu behandeln.

Württembergischer Kunstverein Stuttgart – Ausstellung „Actually, the Dead Are Not Dead. Una forma de ser“

Unter dem Titel „Una forma de ser“, eine Form des Seins oder Lebens, ging es den Kurator*innen darum, die Gemeinschaft der Flamencos, Rom*nja und Bohemes jenseits von Identitätspolitiken im Hinblick auf Formen und Strategien der politischen Entwicklung zu betrachten. Das Fest als ästhetischer Rahmen der Verkehrung sozialer Verhältnisse sowie der Durchdringung von Ausgelassenheit und Rebellion, Folklore und Avantgarde wurden nicht nur historisch, sondern insbesondere in Bezug auf die Gegenwart ausgelotet.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Erfahrungen von Lockdown und sozialer Distanz hatte das thematische Feld der Ausstellung eine neue Bedeutung erhalten: Ist doch das Fest, das für soziale und körperliche Nähe schlechthin steht, derzeit Inbegriff des pandemischen Sündenfalls.

Die LBBW-Stiftung hat sich an den Kosten für Booklet und Werbung zu dieser Ausstellung beteiligt.

­

Martin Kuon - Geschäftsführer LBBW-Stiftung

Martin Kuon

Geschäftsführer LBBW-​Stiftung