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Konjunkturprognose des Deutschen Sparkassenverbands 2018 – Chefvolkswirt Uwe Burkert (LBBW) spricht

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Wächst die Wirtschaft? Konjunkturprognose des DSGV

LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert präsentiert die Konjunkturprognose des Deutschen Sparkassenverbands. Der Aufwärtstrend hält an.

Die Präsentation der Konjunkturprognose Ende Januar in Berlin ist in jedem Jahr die erste Großveranstaltung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Besondere Aufmerksamkeit erhielt sie von den Medien in diesem Jahr durch Helmut Schleweis, der als neuer Präsident des DSGV erstmals vor größerem Publikum auftrat. Auch für die LBBW war es diesmal eine besondere Veranstaltung, die Sonderthemen Inflation und Investitionen stammten aus der Feder von Chefvolkswirt Uwe Burkert (Foto oben).

Konjunktur – DSGV prognostiziert sonnige Aussichten

Sparkassen und Landesbanken allein stehen in Deutschland für rund 40 Prozent des Kreditvolumens an Unternehmen und Selbstständige. Ihrer Konjunktureinschätzung kommt deshalb große Bedeutung zu. „Es ist eine glückliche Fügung, dass ich mit ausgesprochen guten Nachrichten beginnen kann“, sagte Helmut Schleweis. Bei der Konjunkturlage gebe es viel Sonniges zu berichten.

  • Wirtschaftswachstum Deutschland 2018 laut deutschem Sparkassenverband

    Prognose: Deutsche Wirtschaft wächst 2018 weiter

    Die Konjunkturaussichten für Deutschland sind gut. Laut der jüngsten vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband vorgestellten Prognose liegt das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei 2,3 Prozent.

Konjunktur 2018 – Chefvolkswirte einheitlich optimistisch

Der DSGV legte bereits zum dritten Mal in Folge eine unter den Volkswirten der Sparkassen-Finanzgruppe abgestimmte gesamtwirtschaftliche Prognose für das neue Jahr vor. Neun Chefvolkswirte verschiedener Institute haben sich den Entwurf angeschaut und an den letzten Formulierungen gefeilt. „Beim optimistischen Grundtenor bestand von Anfang an Einigkeit“, erinnert sich Uwe Burkert. Seine beteiligten Kollegen stammen aus den fünf Landesbanken, der DekaBank und den großen Sparkassen in Hamburg, Köln und Berlin. Eine kompakte Zusammenfassung der Veranstaltung bietet das folgende Video.

Wirtschaftsaufschwung 2018 – auch durch Krieg und Protektionismus nicht zu stoppen

Der DSGV-Prognose zufolge werden Krieg, Terror, Atompoker in Fernost, drohender Protektionismus oder die Unsicherheit über die Zukunft der Europäischen Union den Aufschwung in Deutschland nicht nachhaltig belasten. Mit 2,3 Prozent soll die deutsche Wirtschaft 2018 fast unverändert schnell wachsen. Es wäre das fünfte Jahr in Folge mit überdurchschnittlicher Steigerungsrate.

Mahnung – Digitalisierung unterstützen, Fachkräftemangel bekämpfen

Konjunkturelle Stimuli durch die Währungshüter halten die Chefvolkswirte daher für unnötig oder gar schädlich. Dennoch mahnen sie strukturelle Verbesserungen an – etwa Investitionen in Digitalisierung und Bildung, Maßnahmen gegen den herrschenden Fachkräftemangel und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes.

  • Beteiligte an der Konjunkturprognose des DSGV 2018

    Neun Chefvolkswirte des DSGV formulierten die Prognose

    Die diesjährige Konjunkturprognose des DSGV stammt aus der Feder von Uwe Burkert, dem Chefvolkswirt der LBBW. Abgestimmt wurde sie in einem insgesamt neunköpfigen Team von Ökonomen aus den größten Instituten.

Inflation – Prognose für Deutschland 2018 liegt bei 1,8 Prozent

Beim Blick auf die Inflation geht Burkert von einer Steigerung aus. Der deutsche Wert liegt danach bei 1,8 Prozent und somit leicht über den 1,5 Prozent im Euroraum. Die sogenannte Kernrate werde in Deutschland wegen der besseren Konjunktur im Laufe des Jahres sogar immer mal wieder über die von der Europäischen Zentralbank als Inflationsziel ausgegebene Marke von 2 Prozent steigen. Dauerhafte Inflationsraten über dem EZB-Zielwert werde es aber selbst bei einem Anstieg der Energiepreise so schnell nicht mehr geben. Die Verantwortlichen dafür hat Burkert ausgemacht: „Digitalisierung, Globalisierung und Demografie sind die Geisterjäger des Inflationsgespensts.“ Die Nachwirkungen der Finanzkrise, Industrie 4.0, die Zuwanderung aus der EU und die steigende Verbreitung der Leiharbeit dämpften die Lohnzuwächse. Zugleich drängten hierzulande verstärkt Frauen und Jobsuchende aus den EU-Ländern auf den Arbeitsmarkt.

Preisdruck – Digitalisierung und Globalisierung zeigen Wirkung

Ebenso stark begrenze ein steigender Preisdruck die Inflation. Online-Shops erleichterten Preisvergleiche. Zudem würden mit der Globalisierung zunehmend chinesische Komponenten in den Gütern verbaut, was niedrigere Verkaufspreise erlaube. Die fertigen Produkte träfen dabei auf eine älter werdende Bevölkerung, in der die Zahl der konsumfreudigen Jüngeren sinkt. „Das drückt in Deutschland die Preise, begrenzt zukünftig aber auch das Wirtschaftswachstum“, sagt Burkert.