Kleiner Junge vor Weihnachtsbaum schaut in seine Tasse

Kennen Sie die Gänsebratenspitze?

… und wieder ist Weihnachten. Anlass genug, uns mal die wirtschaftlichen Rahmendaten des Weihnachtsfests etwas genauer anzuschauen.

Es Navidad otra vez…det er jul igen…it’s christmas again“…c’est à nouveau Noël… è di nuovo natale…znowu Boże Narodzenie… Wir, die Redaktion der LBBW Hauspost, wünschen unseren Lesern ein besinnliches und friedvolles Fest.

Aber nicht, ohne Weihnachten mal auf seine wirtschaftlichen Rahmendaten hin – wie gewohnt von uns – zu analysieren. Bekannt ist möglicherweise, dass das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel High Season ist. Gut 110 Milliarden Euro machen die Shoppingtempel in Nicht-Covid-Zeiten normalerweise allein in den Monaten November und Dezember an Umsatz. Die Kassen glühen. Das sind grosso modo knapp 20 Prozent des Jahresumsatzes. Die Pro-Kopf-Ausgaben steigen seit Jahren kontinuierlich – auf aktuell geplante 522 Euro. Sie liegen mit Ihrem Budget noch drunter? Na, dann mal los.

522 Euro

geben die Deutschen in diesem Jahr durchschnittlich aus für Weihnachtsgeschenke

In diesem Jahr lief zumindest der November mau, auch die ersten Tage des Dezembers waren die Konsumhochburgen – coronabedingt – ziemlich leer. Der Online-Handel dagegen blüht: Allein für die beiden vergangenen Monate wird ein Umsatz von knapp 25 Milliarden Euro geschätzt.

Das Lieblingsgeschenk der Deutschen sind Gutscheine. Am liebsten Geldgutscheine. Jedes dritte Geschenk ist ein Gutschein. Meistens stehen die Namen „Amazon“ oder „Ebay“ drauf. Auf dem letzten Platz des Lieblingsgeschenke-Rankings liegen mit nur 4 Prozent die Küchengeräte. Der Schnellkochtopf hat unter dem Weihnachtsbaum nur noch eine Randbedeutung. Um gleich ein ewiges Missverständnis auszuräumen: Nur 3 Prozent der Männer zählen sich selbst zum Last-Minute-Shopper und kaufen am 23. oder 24. Dezember, was immer ihnen in die Hände fällt.

Der Weihnachtsbaum – Durchschnittsgröße 1,64 Meter, 30.000 Nadeln

30 Millionen Tannen und Fichten fallen der Axt zum Opfer und führen ein kurzes zweites Leben als Weihnachtsbaum. Bei einer Durchschnittsgröße von 1,64 Meter hat er rund 30.000 Nadeln, die irgendwann im Staubsauger verschwinden. Der weltweit größte steht angeblich in Dortmund. 45 Meter hoch – aus Stahl und 1.700 Rotfichten – illuminiert von 48.000 Lampen. Gut und gerne 12.000 Adventskränze und Weihnachtsbäume gehen in Flammen auf – leider bereits zu früh und dann auch noch im Wohnzimmer. Die Zahl ist seit vielen Jahren ziemlich stabil.

100.000 Tonnen Lebkuchen werden gefuttert, etwa 24.000 Tonnen Walnüsse. 150 Millionen Schokoweihnachtsmänner stehen zum Verkauf. Die Zahlen sinken seit Jahren dem Body-Wahn sei Dank. Nur beim Adventskalender ist Schoko immer noch erste Wahl. Frauen bevorzugen den Selbstgebastelten mit 24 kleinen Päckchen. Männern ist das egal.

Auf den Tisch kommt zur Weihnacht nur das Beste. Knapp 60 Prozent kümmern sich selbst um das kulinarische Highlight an Heiligabend – nur 2 Prozent essen auswärts. Was kommt da auf den Tisch? Top 1 der Weihnachtsschmankerl sind Würstchen mit Kartoffelsalat. Dicht gefolgt von Weihnachtsgans oder Ente. Raclette ist auch beliebt. Die Energiewirtschaft hat Weihnachten mit einem sinnigen Fachbegriff belegt: Gänsebratenspitze! In Bayern beispielsweise liegt die Hauptlast am ersten Weihnachtsfeiertag Punkt 11 Uhr. Zu Zigtausenden wandert dann der Braten in den Ofen und über die Netze rauschen 1.000 Megawatt mehr als sonst.

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370 Gramm

nehmen die Deutschen durchschnittlich zwischen Weihnachten und Silvester zu

Durchschnittlich 370 Gramm nimmt der Deutsche während der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester zu. Wohl auch wegen des Alkohols: Um 36 Prozent steigt der Konsum im Dezember.

Trotz Wham! das Lied aller Lieder ist „Stille Nacht, heilige Nacht“

Smash-Hit ist „Last Christmas“ aus dem Jahr 1984 von „Wham!“. Der Ohrwurm wird um Weihnachten rund 441 Millionen Mal auf Youtube aufgerufen – kaum zu glauben. Übrigens: 60 Prozent finden es absolut okay, im Auto die Weihnachtslieder mitzusingen. Viele haben eine eigene Spotify-Xmas-Playlist. Trotzdem ist und bleibt das Lied aller Lieder: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Diesen Hit gibt es inzwischen in 228 Versionen und 143 verschiedenen Sprachen!

Laut einer Stern-Umfrage hat jeder zehnte Deutsche trotzdem keine Ahnung, was Weihnachten los ist, und warum wir alle unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Das deckt sich mit folgenden Zahlen: 80 Prozent verbinden Weihnachten mit Geschenken, den Kirchgang aber nur jeder Dritte.

Zum Schluss noch etwas für die Kinder. Wie schafft es der Weihnachtsmann eigentlich, Heiligabend in alle Wohnzimmer zu kommen? Das ist eine der wichtigsten Sinnfragen unserer Kleinen. Nach aufwendigen Berechnungen ist der Rentier-Schlitten etwa eine Milliarde Stundenkilometer schnell – also ziemlich genau mit Lichtgeschwindigkeit ...

Frohe Weihnachten …