Mann im weißen Kittel mit Brille arbeitet mit Kabeln

Innovative Internet-Infrastruktur für Investoren immer interessanter

Für die Kommunikation nutzen institutionelle Investoren das Internet bereits seit Langem. Nun entdecken sie Glasfasernetze und Rechenzentren als Anlageziel.

„Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“, sagte die damalige HP-Chefin Carly Fiorina bereits 2009 voraus. Damals übertraf erstmals der mobile Datentransfer die Stimmübertragung per Telefon. Doch um Geräte und Menschen zu vernetzen, braucht es die passende digitale Infrastruktur. Daran hapert es bis heute – positiv gewendet: Es herrscht Nachholbedarf. Genau deshalb entdecken Profi-Investoren eine neue Anlageklasse: Infrastruktur 4.0.

So wie mit dem Begriff „Industrie 4.0“ die Vernetzung von Produktions-IT und Business-IT für permanente Datenströme zur Steuerung von Produktion und Vertrieb beschrieben wird, geht es bei der „Infrastruktur 4.0“ genereller um die technischen Voraussetzungen der Digitalisierung. Im Fokus stehen vor allem Rechenzentren und Glasfasernetze, aber auch 5G-Sendemasten und Internet-Knotenpunkte.

80 Prozent der institutionellen Anleger halten Investitionen in digitale Infrastruktur-Objekte für attraktiv. Sogar 95 Prozent sehen eine stark wachsende Bedeutung der Infrastruktur 4.0 in den kommenden zehn Jahren. Das besagt eine Umfrage von LBBW und dem CFin – Research Center for Financial Services der Steinbeis Hochschule unter 136 Versicherungen, Asset Managern und Banken. Die Investoren sehen in der digitalen Infrastruktur künftig eine höhere Relevanz als etwa Energie- und Verkehrsinfrastruktur oder auch als alternative Anlageformen wie Private Equity oder Private Debt. „Wir erwarten, dass Investitionen in Infrastruktur 4.0 deutlich zunehmen und die entsprechenden Objekte auch einen großen Anteil in den Portfolien einnehmen werden“, sagt Christian Felix Munz, der institutionelle Kunden der LBBW bei der Suche, Auswahl und Finanzierung ihrer Investitionsprojekte berät. Aktuell machen Objekte der digitalen Infrastruktur in den Portfolien mit 4 Prozent nur einen überschaubaren Anteil aus. Die weit überwiegende Mehrheit der Befragten will ihre Beteiligung ausbauen, oder in diese Anlageklasse einsteigen. Lediglich 13 Prozent wollen der „Infrastruktur 4.0“-Studie zufolge von einer Investition absehen.

87 %

der Befragten wollen in ihren Portfolien den Anteil an Infrastruktur 4.0 erhöhen

Was ist Infrastruktur 4.0?

Materielle Infrastruktur

  • Internet Blackbone
  • Breitbandleitungen
  • Network Equipment
  • Funkmasten
  • Satelliten
  • Data Centers
  • Cloud Computing
  • Server
  • User Devices
  • Internet of Things
  • Energie, …

Immaterielle Infrastruktur

  • Plattformen für Software-Entwicklung
  • Software
  • APIs und Integration
  • Payment Systems, …

Gegen die neue Assetklasse „digitale Infrastruktur“ sprechen die aufwändigen Reporting-Anforderungen und eine geringe Markttransparenz. Für sie spricht nach Ansicht der meisten Profi-Investoren aber gleich ein ganzes Bündel von Gründen. Besonders oft verweisen die Befragten auf die Nachhaltigkeitsaspekte, auf Nachfragetreiber wie das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) sowie die allgemein hoch bewertete Reputation digitaler Infrastruktur. Im Fokus ihres Interesses stehen als Anlageobjekte vor allem Glasfasernetze und Rechenzentren, als weniger attraktiv gelten beispielsweise Satelliten.

Im Fokus: Glasfasernetze und Rechenzentren

Glasfasernetze interessieren die Investoren, da das Internet weitflächig noch recht langsam unterwegs ist. Im deutschsprachigen Raum sind weniger als 10 Prozent der Haushalte und Unternehmen ans Glasfasernetz angeschlossen.

Ebenfalls interessant sind Rechenzentren für Profi-Anleger: Je vehementer die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr Daten werden erzeugt, verarbeitet – und anschließend gespeichert. Dafür werden immer häufiger Cloud-Angebote genutzt, damit steigt die Nachfrage nach Rechenzentren.

Investieren in die Infrastruktur 4.0

Welche Investments besonders gefragt sind, in Prozent 

Quelle: CFin 2021

Die Befragten präferieren Projekte im deutschsprachigen Raum. Jedoch gewinnen ausgewählte Nachbarländer wie Frankreich, Skandinavien und Asien an Bedeutung. „Deutschland, Österreich und die Schweiz werden von hier ansässigen institutionellen Investoren favorisiert. Das liegt zum einen sicherlich an der Markt¬kenntnis, zum anderen aber auch am hohen Potential der Region“, urteilt Thomas Schulz, der bei der LBBW den Geschäftsbereich Infrastruktur- und Transportfinanzierungen leitet. In der Bundesrepublik werde zudem der digitale Fortschritt durch gezielte Investitionen und Finanzierungen vorangetrieben.

Wenn Sie sich für weitere Ergebnisse der Umfrage „Infrastruktur 4.0 als attraktive Anlageoption“ interessieren, wenden Sie sich bitte an:

Melanie Kienzler
melanie.kienzler@lbbw.de
0711 127-45451

Gudrun Kröner
gudrun.kroener@lbbw.de
0711 127-49746