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Shake-Hands für eine gelungene Übernahme: Der Markt für Mergers & Acquisitions

M&A neu gedacht: Warum digitales Know-how entscheidend ist

Erfolge von gestern sind egal: Bei Mergers & Acquisitions wird wichtiger, wie gut Übernahmekandidaten aufgestellt sind für die digitale Zukunft.

Die niedrigen Zinsen befeuern den Markt für Mergers & Acquisitions (M&A), also Fusionen und Übernahmen. Weil Sparen nicht lohnt, soll investiert werden. An Geld mangelt es also nicht, eher an geeigneten Kandidaten für Fusion oder Kauf. Denn wichtiger als Umsatz und Gewinn wird deren digitale Zukunftssicherheit. Das definiert die Übernahmeprozesse neu.

Für Käufer geht es darum, die eigene Wettbewerbsposition zu verbessern und mit erworbenem Know-how in neuen Segmenten zu wachsen. Dieses Wachstum ist heute digital unterfüttert – oder auf Dauer nicht tragfähig. „Unternehmen mit digitalem Geschäftsmodell stellen die traditionelle Vorgehensweise bei der Due-Diligence-Prüfung auf den Kopf“, sagt LBBW-Analyst Hans-Peter Kuhlmann. Mit seinen Kollegen beleuchtet Kuhlmann in den Studien „Positives Umfeld für M&A “und „Übernahmefinanzierungen“ , wie sich die Digitalisierung auf den M&A-Markt auswirkt.

  • Finanzierung Mergers & Acquisitions

Nicht das Heute, sondern das Morgen ist entscheidend

Beide Studien zeigen: Die Blickrichtung ändert sich, vom Heute hin zum Morgen. Bislang basiert die Bewertung klassischer Industrieunternehmen auf der aktuellen Wettbewerbsposition und dem bisherigen Geschäftserfolg. Bei digitalen Übernahmekandidaten zählt vor allem die Zukunftsfähigkeit. „Bei neueren Geschäftsmodellen liegen oft keine historischen Zahlen vor, was eine Bewertung erschwert“, erklärt Kuhlmann. Es werden deshalb verschiedene Szenarien für unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten durchgerechnet und die Erwartungen an das künftige Wachstum eingepreist. „Übernahmekandidaten mit digitalem Geschäftsmodell werden daher deutlich höher bewertet“, sagt Kuhlmann, und damit teurer.

Nach Ansicht der LBBW-Experten greifen die meisten Szenario-Rechnungen zu kurz und vermeiden wichtige Fragen: Welches digitale Potenzial hat der Übernahmekandidat ganz grundsätzlich? Wie lässt sich der Zuwachs in die eigenen Strukturen integrieren? Wie hält man Wissensträger im Haus, um sich das digitale Know-how zu sichern? Interessierte Käufer sollten Antworten geben können, bevor sie in die Vertragsverhandlungen einsteigen.

Gefragt: Anleihen, Konsortialkredite und Schuldscheine

Auch wenn die Kassen meist gut gefüllt sind, werden Akquisitionen selten allein mit Eigenmitteln finanziert. Deutsche Unternehmen setzen bei Übernahmen in der Regel auf Fremdkapital, ergab eine Analyse von LBBW Research. „Trotz besserer Liquiditätsausstattung ist der Einsatz von Barmitteln beim Zukauf nicht deutlich angestiegen“, sagt LBBW-Analyst Martin Dresp. Meist wird die Übernahme in zwei Schritten finanziert. Zunächst wird das Gros des Transaktionsvolumens, im Durchschnitt mehr als zwei Drittel, über kurzfristiges Fremdkapital gesichert. Dabei dient der Konsortialkredit als Fundament. Bei der endgültigen Finanzierung werden mehr als 80 Prozent des aufgenommenen Kapitals mit Anleihen , Konsortialkrediten und Schuldscheinen finanziert. Auffällig ist laut Dresp der Trend zu längeren Laufzeiten bei Anleihen und Schuldscheinen. Bei den analysierten Übernahmen wurde rund die Hälfte über Anleihen finanziert, ein Zehntel entfiel auf Schuldscheine. Sie werden vor allem vom Mittelstand bevorzugt, weil es das Eigenkapital schont. Denn auch wenn investiert werden soll – verheben will sich dabei kein Unternehmen.

Denken Sie über eine Übernahme nach? Wir helfen, nicht nur bei der Finanzierung.

Dagmar Hartmann
Acquisition Finance
Tel.: +49 711 127-49843
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