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Kapitalmarktausblick

LBBW Kapitalmarktausblick 2019: Besser wird's nicht mehr

Sorgenlos geht es ins neue Jahr. Die Wirtschaft wächst fast ungebremst weiter. Doch bereits im Sommer droht der guten Konjunkturentwicklung die Puste auszugehen.

2019 wird noch einmal ein gutes Jahr, auch wenn die wirtschaftliche Dynamik etwas geringer ausfällt als 2018. „Die Wachstumsraten steigen nicht mehr ungebremst“, sagt LBBW Chefvolkswirt Uwe Burkert bei der Veröffentlichung des LBBW Kapitalmarktausblicks voraus. In China und den USA floriert die Wirtschaft und beflügelt die ganze Weltkonjunktur. Die laufend steigenden US-Leitzinsen dürften am Ende aber die Zeitenwende einläuten.

  • LBBW Wachstumsprognosen Kapitalmarkt

Jahrelang kannte die Wirtschaft nur eine Richtung: nach oben. Im nächsten Jahr erwarten die Analysten der LBBW die Zeitenwende. Für Deutschland sagen Sie ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent voraus und haben damit ihre bisherige Prognose von 2,0 Prozent leicht nach unten korrigiert. Der Grund dafür ist an sich gut: „Die deutsche Wirtschaft stößt an ihre Leistungsgrenze“ konstatiert Burkert. Unternehmen hätten vor lauter Aufträgen oft nicht einmal mehr Zeit für die Wartung von Anlagen oder den Aufbau einer neuen Maschine. Die Zukunft müsse mehr Investitionen und in Deutschland weniger Bürokratie und attraktivere Steuern für Unternehmen bringen, damit sie wieder neue Wachstumsimpulse setze. „Da kann man nicht immer nur auf den Export hoffen“, betont der LBBW-Chefvolkswirt. Dessen Dynamik lässt derzeit etwas nach.

Starkes Deutschland, stabiles Europa

Auch im Euroraum ist das Wirtschaftsklima gut. Nach fünf Jahren Aufschwung spricht jetzt vieles dafür, dass noch eine weiteres dazukommt. Die Wachstumsprognose der LBBW für Euroland beträgt 1,8 Prozent. Die Analysten glauben, dass es beim US-Handelsstreit wie auch dem Brexit 2019 zu einer für Unternehmen akzeptablen Lösung kommt. Besonders positiv fällt die Arbeitslosenquote auf: Sie liegt mit 8,1 Prozent so tief wie vor der Finanzkrise 2008. In Südeuropa präsentiert sich der Arbeitsmarkt in so guter Verfassung, dass zahlreiche Menschen wieder in ihre Heimatländer zurückkehren und so den Arbeitsmärkten in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich fehlen.

In den USA dürften höhere Rohstoffpreise und steigende Leitzinsen 2019 für ein nachlassendes Wirtschaftswachstum von immerhin noch 2,5 Prozent sorgen. Der nun schon neun Jahre andauernde Aufschwung ist der zweitlängste nach dem zweiten Weltkrieg. Er wird laut Burkert aber nicht an Überalterung sterben, sondern vor allem von den erwähnten „klassischen Einflussfaktoren“ gebremst. Bis Ende 2019 könnten die US-Notenbank die Leitzinsen auf 3,5 Prozent anheben und so die Wirtschaftsleistung im Land drosseln. „Die Folgen werden wir auch diesseits des Atlantiks spüren“, befürchtet Burkert und warnt gleich vor dem nächsten Dämpfer für die Wirtschaft. Nach Ansicht des LBBW Research könnte der Ölpreis bis Ende kommenden Jahr es bis auf 85 US-Dollar steigen.

Zur Jahresmitte dürfte die Großwetterlage an den Finanzmärkten drehen, weil sich die ersten Anleger auf den Abschwung vorbereiten.

Uwe Burkert, LBBW-Chefvolkswirt und Leiter Research

Weltwirtschaft wächst lebhaft weiter

Den vereinzelt hörbaren Unkenrufen zum Trotz schließen die Analysten eine Rezession aber ganz klar aus. Dafür ist die wirtschaftliche Dynamik aus China und den USA eindeutig zu stark. Die Volksrepublik könnte wie in den Vorjahren gut 6,0 Prozent Plus beim Bruttoinlandprodukt präsentieren. „Asien liefert große Beiträge zum Weltwirtschaftswachstum, aber die USA führen noch immer“ erläutert Burkert. Vor diesem erfreulichen Hintergrund machen die LBBW-Experten ihre Prognose von 3,7 Prozent für das Weltwirtschaftswachstum 2019.

Aktienanlagen ab Jahresmitte prüfen

Kapitalanlegern rät die LBBW in ihrem Ausblick, weiterhin auf Aktien zu setzen. Attraktiv sind insbesondere europäische Aktien, da Dividendenpapiere aus den USA derzeit eher teuer bewertet sind. Ab Mitte 2019 sollten Investoren jedoch eine krisensichere Anlagepolitik prüfen und gegebenenfalls eine defensive Branchenausrichtung sowie Anleihen bevorzugen. „Die US-Steuerreform hat dem Gewinnwachstum vieler Firmen sehr gut getan“, stellt der leitende Kapitalmarktstratege Rolf Schaeffer fest. Im kommenden Jahr lasse sich dieser Effekt aber nicht wiederholen. Die LBBW-Analysten schätzen, dass der Dow-Jones-Index 2019 bei 26.500 Punkten schließt und der DAX zum Jahresende bei 12.500 Punkten steht.

LBBW Research

Den vollständigen Ausblick finden Sie hier: LBBW Kapitalmarktausblick 2019

Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft von 2 Prozent auf 1,8 Prozent gesenkt.

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