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LBBW Working Capital für die Expansion

Working Capital für die Expansion

Per ABCP die Bilanz verbessern und Erfahrungen für den Kapitalmarkt sammeln: Warum Schumacher Packaging auf Verbriefungen setzt und die LBBW den Turbo einlegte.

Das mit dem Factoring erwischte Björn Schumacher unerwartet. Eigentlich wollte der Geschäftsführer von Schumacher Packaging sein Working-Capital-Management optimieren und vor allem erste Erfahrungen am Kapitalmarkt sammeln. Seine 3.500 Mitarbeiter erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von rund 640 Millionen Euro, ein Plus zum Vorjahr von neun Prozent. Über die Rendite schweigt Schumacher, aber die Zeichen stehen auf Expansion. Bis 2020 plant der Spezialist für Verpackungslösungen insgesamt Investitionen von mehr als 130 Millionen Euro.

Offen für ABCPs

Das zahlt das fränkische Unternehmen nicht aus der Portokasse. Geschäftsführer Schumacher reagierte daher aufgeschlossen auf den Vorschlag der LBBW, die Expansion mithilfe von Verbriefungen voranzutreiben, sogenannten ABCPs. Die Abkürzung steht für Asset-Backed Commercial Papers. Sie sind der Standard für die Refinanzierung von Forderungen aus Lieferungen und weiteren Strukturelementen am Kapitalmarkt. ABCPs werden über eine eigens dafür gegründete Gesellschaft emittiert und am Kapitalmarkt verkauft. Der Vorteil für das Unternehmen: Es diversifiziert seine Finanzierungsquellen und erweitert seine Investorenbasis, da es sich am Kapitalmarkt refinanziert.

„Genau in dieser Richtung – dem Kapitalmarkt – wollten wir Erfahrungen sammeln“, sagt Björn Schumacher. Deshalb ließ er sich auf ABCPs ein, was im Vorfeld einigen Umsetzungsaufwand erforderte. Beispielsweise mussten Finanzämter in Polen, wo das Ebersdorfer Unternehmen vier seiner insgesamt 13 Werke betreibt, eingebunden werden und zustimmen. Das allerdings zog sich, und zwar zu lang für die Bilanz für 2017.

Zwischenschritt Factoring

„Wir brauchten eine Alternative, und zwar fix“, erinnert sich Björn Schumacher. Und so bekam er es mit Factoring zu tun. „Die LBBW hat das ganze Prozedere sehr zügig innerhalb von vier Wochen von ABCP auf Factoring gedreht“, sagt Schumacher. Keineswegs ein Selbstläufer, sagt Unternehmenskundenberater Ralf Röhrle, der Schumacher Packaging vom LBBW-Standort Nürnberg aus betreut. Die größte Herausforderung bestand darin, für das Factoring die polnischen Zloty-Beträge in Euro darzustellen. Eine Herausforderung, die die LBBW gemeistert hat, und das gerade noch rechtzeitig, um sich in der Bilanz 2017 positiv auszuwirken.

Das ABCP läuft schlank durch – und macht ökonomisch Sinn.

Björn Schumacher, Geschäftsführer von Schumacher Packaging

Die Zahl der Mittelständler, die auf Factoring setzen, hat sich allein in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Deutschlandweit nutzen rund 36.000 Unternehmen dieses Finanzierungsmittel. Beim Factoring verkauft die Firma ihre Forderungen mit einem gewissen Abschlag und erhält dafür unmittelbar Liquidität. Der Käufer (Factor) übernimmt dabei zugleich das Ausfallrisiko (True Sale). Angekauft werden Forderungen aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften mit einer Laufzeit von maximal 180 Tagen. Da das Warten auf Zahlungseingänge wegfällt, werden Liquiditätsmanagement und Working-Capital-Management optimiert.

Von Factoring auf ABCP wechseln

Factoring wird vor allem bei Summen im ein- und zweistelligen Millionenbereich eingesetzt. Je größer die Forderungssummen, in der Regel ab 15 Millionen Euro laufendem Volumen, desto sinnvoller sind Verbriefungen über ABCPs . Und der damit verbundene Kontakt zum Kapitalmarkt.

Deshalb wurde bei Schumacher Packaging das Factoring im Mai 2018, wie ursprünglich geplant, auf ABCP und damit auch komplett auf Euro umgestellt. Das lohnt sich für das 1948 gegründete Familienunternehmen auch finanziell. „Beim Zloty liegt der Referenzzins, der Wibor, bei rund 1,7 Prozent, während der Einstand bei den ABCPs derzeit bei –0,26 Prozent liegt. „Dass wir den negativen Einstand an den Kunden direkt weitergeben, gibt ihm einen Vorteil von insgesamt rund 2 Prozent“, erläutert Unternehmenskundenberater Röhrle.

„Problemlöser“ LBBW

Das schlägt sich äußerst erfreulich in der Bilanz und im Rating nieder. Kein Wunder, dass Geschäftsführer Björn Schumacher die „Problemlösungsbereitschaft“ der LBBW lobt. Und ABCPs sowieso. „Der Aufwand im Vorfeld ist vergessen, jetzt läuft das alles schlank durch – und macht ökonomisch Sinn“, sagt Schumacher. „Das ist für uns absolut ausbaufähig.“

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns!

Wenn Sie Ihre Liquidität rechtzeitig verbessern möchten, wenden Sie sich für ein erstes Gespräch gerne an unsere Experten. Ihr Ansprechpartner für ABCPs oder generell Verbriefungen ist Sascha Chevalier, Ihr Ansprechpartner für Factoring ist Marius Leeb.

Sascha Chevalier Leiter Securitization Trade Receivables

Sascha Chevalier

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Tel.: +49 711 127-49722
sascha.chevalier@lbbw.de

Marius Leeb Leiter Vertrieb SüdFactoring GmbH

Marius Leeb

Leiter Vertrieb SüdFactoring GmbH
Tel.: +49 711 127-78953
marius.leeb@suedfactoring.de