LBBW
Menschen rechnen an einer Wand: Der geschickte Umgang mit Working Capital sorgt dafür, dass Unternehmen liquide bleiben

Jetzt das Unternehmen wetterfest für den Abschwung machen

Working-Capital-Management bewahrt vor Engpässen bei der Liquidität. Die LBBW zeigt, wie Unternehmen schneller an ihr Geld aus Forderungen kommen.

Der nächste Abschwung kommt, mit Ansage. Wichtige Indikatoren wie das ifo-Geschäftsklima haben sich deutlich eingetrübt. Hinzu kommen politische Risiken, der Zollstreit oder auch ein möglicher Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik. Im Falle steigender Zinsen können Unternehmen durch die wachsende Zinslast unter Druck geraten. „Die Zeichen für eine Zeitenwende mehren sich“, sagt LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert . Er geht davon aus, dass sich die Großwetterlage etwa zur Jahresmitte dreht. „Dann gilt es, einem möglichen Abschwung vorzubeugen.“

  • Die Zuversicht bröckelt/ Entwicklung des ifo Geschäftsklima-Index

Dabei hilft die LBBW. Ein bewährtes Mittel ist der Verkauf von Forderungen. Das geht über Factoring oder mittels Verbriefungen. „Die Verbriefung von Mittelstandsforderungen über das ABCP-Programm Weinberg ist aufgrund der atmenden Ausgestaltung eine ideale Ergänzung im Finanzierungsmix – insbesondere in stürmischen Zeiten“, sagt Sascha Chevalier, Head of Securitization bei der LBBW. „Immer mehr Mittelständler erkennen, dass sie durch Factoring schneller an ihr Geld kommen“, sagt Marius Leeb, Vertriebsleiter der LBBW-Tochter SüdFactoring. „Das wird umso wichtiger, je stockender die Konjunktur läuft.“ Beide sind Experten im LBBW-Konzern und beraten Unternehmen dabei, wie sie ihr Working Capital effizient managen.

Je nach Volumen kommen dafür entweder Factoring oder Verbriefungen in Frage (siehe Grafik). Das Ziel ist das Gleiche: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen schneller zu Geld machen und liquide bleiben.

  • Von Factoring zu ABS – das Stufenmodell der LBBW

Working-Capital-Management im Fokus

Ob Verbriefungen oder Factoring: Sobald sich die Konjunktur eintrübt, rückt die Finanzierung des Working Capital in den Fokus, so wie bei der Finanzkrise 2009. Damals drohten viele Unternehmen mangels Liquidität auszutrocknen. Jede bezahlte Rechnung linderte den Druck und verschaffte Handlungsfreiräume. Diese Effekte sorgten dafür, dass sich die Firmen intensiver mit Working Capital beschäftigten, also dem Umlaufvermögen (minus kurzfristiger Verbindlichkeiten). Seitdem kennen sie die positiven Effekte eines konsequent umgesetzten Working-Capital-Managements:

  • Freisetzung von Kapital für Investitionen
  • Sicherung der Liquidität
  • Erhöhung der Rentabilität
  • Senkung des gebundenen Kapitals
  • Optimierung der einschlägigen Geschäftsprozesse

Die Erkenntnisse von damals sind aktuell etwas in Vergessenheit geraten. Viele deutsche Unternehmen wissen derzeit kaum wohin mit ihrer Liquidität . Eine Studie von LBBW Research zeigt, dass die Geldumschlagsdauer seit Jahren tendenziell zunimmt. Durch die bislang erfreuliche Konjunktur und die niedrigen Zinsen kommen Mittelständler leichter an Kredite oder andere Fremdmittel. Damit sinkt der Anreiz, intern Kapital freizusetzen.

Schneller an sein Geld kommen

Dabei ist es im Prinzip ganz einfach, sein Working Capital zu optimieren. Die Faustformel:
Debitorenlaufzeit < Kreditlaufzeit

Das heißt: Unternehmen sollten Geld von Kunden schneller einsammeln, als selbst Rechnungen zu begleichen. Falls das misslingt, wächst die Gefahr von Liquiditätsengpässen.

Um das eigene Working Capital zu optimieren, haben Unternehmen mehrere Ansätze. Dazu zählen konsequentes Debitorenmanagement, verbessertes Mahnwesen oder kritischere Bonitätsprüfung der Kunden.

Beim Factoring verkauft das Unternehmen seine Forderungen mit einem gewissen Abschlag und erhält dafür unmittelbar Liquidität. Der Käufer (Factor) übernimmt dabei zugleich das Ausfallrisiko (True Sale). Angekauft werden Forderungen aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften mit einer Laufzeit von maximal 180 Tagen. Viele Unternehmen betreiben Factoring inhouse, dabei verbleibt die Buchhaltung weiter beim Unternehmen. Rund 15 Prozent des Markts entfallen nach Angaben des Deutschen Factoring-Verbands auf Full Service Factoring, bei dem auch das Debitorenmanagement vom Factor übernommen wird. Ob die Kunden des Unternehmens anhand der Rechnungen sehen, dass ein Factor zwischengeschaltet ist – offenes bzw. stilles Verfahren –, lässt sich problemlos vertraglich regeln.

  • Der Mittelstand entdeckt Factoring/ Umsatz und Kundenbestand im Factoring

Factoring sehen viele Mittelständler als selbstverständlichen Teil ihres Finanzierungsmix. Eine Umfrage des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand bei 1.600 kleinen und mittleren Unternehmen ergab, dass für jeden zweiten Mittelständler zu einer ausgewogenen Finanzierung auch Factoring, Beteiligungen und Leasing gehören. Allein der Umsatz mit Factoring ist nach Angaben des Deutschen Factoring-Verbands seit 2011 auf zuletzt 232 Mrd. Euro kontinuierlich angestiegen. Auch die Kundenanzahl legte deutlich zu, allein von 20.000 Kunden im Jahr 2015 auf mehr als 36.000 Kunden.

36000

Unternehmen nutzen 2017 Factoring

Für größere Unternehmen sind Verbriefungen eine interessante Alternative zum Factoring. Sie bieten die Möglichkeit, revolvierend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an eine speziell dafür gegründete Gesellschaft im Rahmen eines True Sale zu verkaufen. Diese Gesellschaft emittiert kurzlaufende Wertpapiere zur Refinanzierung der Forderungen in Form eines sogenannten Asset Backed Commercial Papers (ABCP). Jede Transaktion wird individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten und atmet – als strategische Lösung – über die gesamte Laufzeit. Das Volumen der Transaktionen kann nachjustiert, in- und ausländische Töchter können mit aufgenommen werden. Damit erweitert das Unternehmen seine Investorenbasis, diversifiziert bestehende Finanzierungsquellen und zeigt ganz nebenbei, dass es fit für den Kapitalmarkt ist. Durch den unmittelbaren Zufluss von Liquidität entlastet es in der Regel seine Bilanz und schafft Raum für Expansionsstrategien.

  • Wenn´s um größere Summen geht/ ABS_Emissionsvolumen in Europa, in Milliarden Euro

Da über Verbriefungen wie ABCPs größere Summen bewegt werden, übersteigt die insgesamt gehandelte Summe sogar das Volumen im Factoring: Das Emissionsvolumen lag 2017 bei 235 Mrd. Euro.

235Mrd. Euro

Emissionsvolumen 2017

Working Capital: mehr als ein guter Puffer

Um liquides Kapital schnell und dauerhaft freizusetzen, werden häufig Finanzierungsinstrumente wie Factoring oder Verbriefungen – insbesondere als Asset Backed Commercial Papers (ABCPs) – genutzt.

  • Offen für Factoring und ABCPs/ Auf welche Finanzierungsinstrumente setzen Sie künftig?

Ob Factoring, ABCPs oder auch nur ein konsequentes Mahnwesen: Wer sich mit seinem Working Capital beschäftigt, gewinnt zusätzliche Möglichkeiten, die Folgen eines Zinsanstiegs und einer abkühlenden Konjunktur abzupuffern. Und wie gesagt: Der nächste Abschwung lugt schon um die Ecke.

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns!

Wenn Sie Ihre Liquidität rechtzeitig verbessern möchten, wenden Sie sich für ein erstes Gespräch gerne an unsere Experten. Ihr Ansprechpartner für ABCPs oder generell Verbriefungen ist Sascha Chevalier, Ihr Ansprechpartner für Factoring ist Marius Leeb.

Sascha Chevalier Leiter Securitization Trade Receivables

Sascha Chevalier

Leiter Securitization Trade Receivables
Tel.: +49 711 127-49722
sascha.chevalier@lbbw.de

Marius Leeb Leiter Vertrieb SüdFactoring GmbH

Marius Leeb

Leiter Vertrieb SüdFactoring GmbH
Tel.: +49 711 127-78953
marius.leeb@suedfactoring.de