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Dank Förderkredit der LBBW: Neubau der DJH-Jugendherberge Heilbronn

Banking erleben

Perfekt abgestimmtes Förder-Know-how

Förderkredite bieten günstige Konditionen. Doch manchmal sind es Feinheiten, die über den Erfolg einer Förderfinanzierung entscheiden.

51 Zimmer, 180 Betten, 7 Tagungsräume, alles barrierefrei gestaltet und unweit des Bahnhofs ganz zentral inmitten des neuen Stadtteils Neckarbogen gelegen: Der Neubau der DJH-Jugendherberge Heilbronn wird ein echtes Schmuckstück. Die Baufertigstellung ist für den Herbst 2018 geplant, mehr als rechtzeitig zur Bundesgartenschau BUGA, die im April 2019 rund um die Jugendherberge ihre Pforten öffnet. Entworfen hat das Gebäude das Architekturbüro Baumschlager Hutter aus München. Als Generalunternehmer fungiert im Auftrag des DJH-Landesverbands Baden-Württemberg e.V. die Heilbronner Unternehmensgruppe Kruck + Partner. „Die alte Jugendherberge hätte zu hohen Kosten saniert werden müssen. Zudem ist ihre Stadtrandlage nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Karl Rosner, Geschäftsführer des DJH-Landesverbands Baden-Württemberg e.V., den Vorstandsbeschluss zugunsten des Neubaus.

Professionalität als Basis für die Kreditzusage

Rund 9,5 Millionen Euro lässt sich der mit 350.000 Mitgliedern größte Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) den Neubau kosten. Die Finanzierung erfolgt zu einem großen Teil über einen Förderkredit der KfW Bankengruppe. Vorgeschlagen, beantragt und abgewickelt hat diesen Kredit die zur LBBW gehörende BW-Bank, die langjährige Hausbank des DJH-Landesverbandes Baden-Württemberg.

„Der DJH-Landesverband hat sich schon längst von einem semiprofessionell geführten Verein zu einem professionell gemanagten gemeinnützigen Unternehmen entwickelt“, erklärt Andreas Schück, der den Verband als Unternehmenskundenbetreuer der BW-Bank-Niederlassung Karlsruhe seit zehn Jahren in Fragen des Zahlungsverkehrs, der Betriebsmittelfinanzierung sowie bei Sanierungen und Neubauten berät. Aufgrund der Professionalität und Profitabilität sind für den Verband auch vergleichsweise großvolumige Finanzierungen kein Problem.

Dennoch stellte der Herbergsneubau in Heilbronn besondere Anforderungen an die Finanzierung. „Letztlich haben wir für unseren Kunden ein Finanzierungspaket aus drei Bausteinen geschnürt“, sagt Schück. Dieses besteht aus einem KfW-Förderkredit, einer Eigenkapitalzwischenfinanzierung und einem Annuitäten-Swap.

Förderdarlehen sorgt für beste Konditionen

Dass für einen Teil der Gesamtfinanzierung ein Förderdarlehen infrage kommen würde, war bereits in der frühen Planungsphase klar, denn die neue Jugendherberge sollte als besonders energieeffizientes Gebäude errichtet werden. Deshalb wurde frühzeitig Susanne Roleff, Fachberaterin Förderkredite bei der LBBW, in die Planung einbezogen. „Wenn man die jeweiligen Anforderungen der Förderinstitute erfüllen kann, sind Förderdarlehen immer die erste Wahl, weil sie günstigere Konditionen bieten“, erläutert die Expertin. Hier stehen sowohl die Angebote der staatlichen KfW-Bankengruppe als auch der Landesinstitute wie zum Beispiel die L-Bank zur Auswahl. Letztere wendet sich mit ihrem Förderangebot insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen. Aus der Vielzahl der Möglichkeiten jeweils das passende Programm zu finden, erfordert großes Know-how, nicht zuletzt weil sich die Programmstrukturen immer wieder ändern. „Hier hilft uns unsere sehr gute Vernetzung mit den Förderinstituten, insbesondere der KfW, für die wir bei einigen Programmen sogar Marktführer sind“, sagt Susanne Roleff.

Für das DJH fiel die Wahl auf das KfW-Programm IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren für kommunale und gemeinnützige Unternehmen. „Der Bauherr hat hier gleich zwei Vorteile: einen sehr günstigen Zins und einen attraktiven Tilgungszuschuss“, erläutert Susanne Roleff. Für Gewerbliche Unternehmen gebe es vergleichbare Programme mit identischen Konditionen, so die Förderexpertin. Hilfreich für die spätere Kreditbeantragung war eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bank und dem beauftragten Architektenbüro in der frühen Planungsphase. Dadurch konnten die geplanten Baumaßnahmen mit den Anforderungen der KfW abgeglichen und falls nötig angepasst werden.

Zwischenfinanzierung sichert Eigenkapital

Das DJH entschied sich dazu, zwei Millionen Euro Eigenkapital aus dem Verkauf der alten Jugendherberge Heilbronn in die Finanzierung einzubringen, um so die Gesamtfinanzierungskosten zu reduzieren. Ein Käufer war schnell gefunden, nämlich Kruck + Partner, der Bauträger der neuen Jugendherberge. Die Herausforderung: Der KfW-Kredit ist laut Finanzierungsplan Anfang 2018 aufgebraucht, die Kaufsumme für die alte Immobilie fließt aber erst zum 30. Juni 2018. „Unser Kunde benötigte also eine Eigenkapital­zwischenfinanzierung“, erklärt Andreas Schück. Hier kam dem DJH die gute Vernetzung der BW-Bank in der Region zugute, denn auch Kruck + Partner ist ein langjähriger Kunde der BW-Bank. „Die Unternehmensgruppe ist uns gut bekannt, deshalb konnten wird dem Zwischenfinanzierungsmodell als zweitem Baustein der Finanzierung schnell zustimmen“, sagt Andreas Schück.

Annuitäten-Swap garantiert Zinssicherheit

Eine weitere Herausforderung: Das KfW-Darlehen hat zwar eine 15-jährige Laufzeit, aber nur eine Zinsfestschreibung über zehn Jahre. „Der Kreditnehmer hat hier also im Hinblick auf möglicherweise wieder steigende Zinsen ein Zinsänderungsrisiko“, sagt Andreas Schück. Und auch hier hatte die BW-Bank eine passende Lösung parat: einen sogenannten Annuitäten-Swap, der die Abstimmung von Zahlungsverpflichtungen insbesondere aus Fördermitteln auf die Liquiditätsplanung eines Unternehmens ermöglicht. „Gegen einen geringen Zinsaufschlag sichern wir damit dem DJH-Landesverband Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit des KfW-Kredits und verschaffen ihm somit Finanzierungs- und Kalkulationssicherheit“, so Schück.

Karl Rosner bewertet die Finanzierungslösung als „richtig gut gelungen“. Die Anforderung des Geschäftsführers des Jugendherbergswerks in Baden-Württemberg, den Investitionsbetrag über einen Förderkredit und den Verkauf der alten Jugendherberge zu finanzieren, wurde erfüllt. Und das zu einem Top-Zinssatz über eine Laufzeit von 15 Jahren.

Die Bauarbeiten an der neuen Jugendherberge laufen unterdessen auf vollen Touren. Am 29. September 2017 wurde Richtfest gefeiert. Im September 2018 sollen die ersten Gäste im Schmuckstück am Neckar ihre Zimmer beziehen.

Wenn Sie gerne mehr zu diesem Thema erfahren möchten, wenden Sie sich am besten direkt an die Experten der LBBW (kontakt@LBBW.de)