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13.07.2016 | Nachhaltigkeitsresearch für Sparkassen- und BW-Bank-Kunden

 

Als erste deutsche Landesbank bietet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Sparkassen- und BW-Bank-Kunden für die Anlageentscheidung ein umfassendes Nachhaltigkeitsresearch an. Seit Juni werden gut 350 Emittenten von Aktien und Anleihen nicht nur auf Rendite, Risiko und Liquidität geprüft. Gemeinsam mit den Analysten von oekom research wird darüber hinaus auch ihre soziale und ökologische Performance unter die Lupe genommen.

Neben der bewährten Finanzanalyse steht dem Kundenberater der Sparkasse durch die Kooperation damit auch eine fundierte Nachhaltigkeitsanalyse zur Verfügung, die den Bedürfnissen nachhaltig orientierter Kunden bei der Kapitalanlage Rechnung trägt. „Der Kunde kann persönlich entscheiden, ob er sein Geld nur rentierlich anlegt oder dabei auch zusätzlich Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt“, sagt Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW. „Damit wird ein zunehmend wichtiger Faktor in die Anlageberatung aufgenommen, da Kunden immer öfter wissen wollen, wofür ihre Gelder verwendet werden.“

Interessierte Kunden von Sparkassen und der BW-Bank erhalten durch die Kooperation mit oekom research erstmals die Möglichkeit, sich fundiert über die Stärken und Schwächen eines Unternehmens, Verstöße gegen Ausschlusskriterien wie Menschenrechtsverstöße sowie wesentliche Nachhaltigkeitsthemen der Branche und deren Durchschnittsrating zu informieren. Die Beurteilung der sozialen und ökologischen Performance eines Unternehmens im Rahmen des oekom Corporate Ratings erfolgt anhand von mehr als 100 branchenspezifisch ausgewählten sozialen und ökologischen Kriterien. Die Ratingagentur erhebt die relevanten Informationen sowohl bei den Unternehmen direkt als auch bei unabhängigen Experten. Eine zwölfstufige Ratingskala fasst die Einschätzungen in einer Gesamtnote zusammen.

Signal für Nachhaltigkeit in der Anlageberatung

„Im Privatkundenbereich sind viele Finanzinstitutionen immer noch weit davon entfernt, eine nachhaltige Anlageberatung anbieten zu können. Die LBBW gibt mit ihrer Unterstützung der Sparkassen ein starkes Signal und leistet einen aktiven Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in der Anlageberatung von Privatkunden“, urteilt Robert Haßler, Vorstandsvorsitzender von oekom research. „Der Report ist gleichermaßen für die Bewertung von Aktien, Unternehmensanleihen und Zertifikaten auf Unternehmenstitel geeignet. Anleger können damit die eigenen ethischen Wertvorstellungen zu einem wichtigen Kriterium für ihre Anlageentscheidung machen.“ Bislang hat nur ein kleiner Teil der Unternehmen die Bedeutung einer Integration von Nachhaltigkeitskriterien in ihr Kerngeschäft erkannt. Institutionelle Investoren sind hier schon einen Schritt weiter und fordern dies mehr und mehr von Unternehmen ein. Jedoch zeigt sich ein langsamer Trend hin zu einer generellen Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistungen.

 

22.03.2016 | Ökologische und gesellschaftliche Leistungen messbar machen

 

Ratings messen ökologische und gesellschaftliche Leistungen

Unternehmen tragen nicht nur Verantwortung für wirtschaftliches Wachstum. Sie gestalten auch die ökologische und gesellschaftliche Entwicklung in ihrem Geschäftsgebiet mit, sei es als Investoren, Arbeitgeber, Einkäufer von Waren und Dienstleistungen oder als Finanziers. Wer wissen will, ob ein Unternehmen tatsächlich eine nachhaltige Unternehmensstrategie verfolgt, kann sich an speziellen Ratings orientieren. Diese Nachhaltigkeitsratings, die im Unterschied zu Finanzkraftratings nicht vom bewerteten Unternehmen, sondern von Investoren in Auftrag gegeben werden, bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die immer größere Zahl nachhaltig orientierter Anleger.

Gutes tun und darüber reden: Nach diesem Grundsatz handeln fast alle Unternehmen, die sich eine nachhaltige Geschäftsstrategie auf die Fahnen geschrieben haben. Und so gehören Schlagworte wie soziale Verantwortung oder Diversity zum festen Repertoire in Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten.

Das Engagement ist nicht verwunderlich. Neun von zehn Deutschen sprechen sich inzwischen für eine neue Wirtschaftsordnung aus, die den Umweltschutz stärker beachtet, einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen belohnt und den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft fördert. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der deutschen Bertelsmann Stiftung. Zugleich glaubt eine Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr daran, dass Wirtschaftswachstum allein die Lebensqualität erhöht. Und: Drei Viertel der Bürger wären bereit, auf materiellen Wohlstand zu verzichten, wenn sich dadurch die Umwelt besser erhalten und die Staatsverschuldung senken ließe.

Wer als Kunde oder Investor nach solchen Prämissen handeln möchte, der will sich in der Regel aber nicht allein auf die Eigenangaben der Unternehmen verlassen. Denn nur weil irgendwo „nachhaltig“ draufsteht, sind noch längst nicht Umweltschutz oder soziale Verantwortung drin. Ein wesentliches Defizit der Nachhaltigkeitsdebatte ist nämlich immer noch, dass es keine Definitionsklarheit gibt. Kritische Beobachter von Verbraucherzentralen hegen daher oftmals Vorbehalte gegen das, was manche Unternehmen als nachhaltiges Engagement verkaufen.

Tatsache ist: Einheitliche Mindeststandards oder gar staatlich verbindliche Kriterien für nachhaltiges Verhalten existieren bislang nicht. Trotzdem gibt es durchaus Möglichkeiten zu prüfen, wie gut und effektiv Unternehmen die Umwelt schützen und sich um soziale Belange kümmern: Eine ganze Reihe von Ratingagenturen haben sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert, „Corporate Social Responsibility“ (CSR) und die sogenannten ESG-Aktivitäten von Unternehmen (steht für Environment, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) zu überprüfen, zu bewerten und einzuordnen.

Die Anbieter auf dem Markt – nach Angaben des Londoner Think-Tanks SustainAbility sind weltweit mehr als 100 Agenturen in dem Feld aktiv – arbeiten zwar nach unterschiedlichen Ansätzen und nutzen diverse Messmethoden. Am Ende verteilen sie aber alle Noten, Urteile oder Punkte, die ökologische und soziale Leistungen messbar machen und Schwächen offenbaren. Wer sich an den Urteilen orientieren will, sollte sich mit den Maßstäben befassen, die einzelne Anbieter anlegen, und mit den Zielgruppen, für die sie ihre Nachhaltigkeitsratings erstellen. Ein Indiz für Seriosität: Mehrere der in Deutschland etablierten Institute, darunter imug (Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft) aus Hannover sowie der Münchener Anbieter oekom research, orientieren sich bei ihren Analysen am europäischen Qualitätsstandard Arista. Dahinter steht ein europäischer Fachverband, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Qualität von Nachhaltigkeitsratings zu vereinheitlichen und weiterzuentwickeln. Arista-zertifizierte Agenturen müssen unter anderem unabhängig von den gerateten Unternehmen sein, wichtige Interessengruppen und die Unternehmen selbst in die Analysen einbeziehen, außerdem gewisse ethische Standards einhalten und ihre Untersuchungen regelmäßig aktualisieren.

Auch die Landesbank Baden-Württemberg wird von Ratingagenturen bewertet. Dabei hat die Bank zuletzt immer wieder überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

So bescheinigt die Münchener oekom research der LBBW seit vielen Jahren den sogenannten „Prime“-Standard (C+). Zuletzt gehörte das Institut im Juni 2015 zu den Top 5 von 84 untersuchten Banken weltweit. Beim Nachhaltigkeitsrating von imug, das sich vor allem auf die Nachhaltigkeitsbewertung von Bankanleihen konzentriert, liegt die LBBW im oberen Viertel von 113 bewerteten nationalen und internationalen Emittenten von Bankanleihen (Stand: März 2015). Und auch die niederländische Agentur Sustainalytics hat die LBBW in den vergangenen Jahren regelmäßig bewertet. Im Nachhaltigkeitsrating 2015 erhielt die LBBW 79 von 100 Punkten und belegt damit in der Branche Banken auf internationaler Ebene Platz 11 von 411 bewerteten Finanzinstituten. Unter den deutschen Finanzinstituten ist dies die zweitbeste Platzierung im Rating (Stand: November 2015).

„Wir begreifen wirtschaftliches Handeln über seine rein ökonomischen Aspekte hinaus“, sagt Hans-Jörg Vetter dazu, Vorsitzender des LBBW-Vorstands. Die guten Rating-Ergebnisse hätten sein Haus darin bestätigt und bestärkt, Nachhaltigkeit auch weiterhin im Kerngeschäft zu verankern: „Aus Überzeugung gehen wir auf diesem Weg konsequent weiter – trotz oder gerade angesichts des immer noch anspruchsvollen und sich dynamisch verändernden Umfelds für unsere Branche.“

 

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16.04.2015 | Stellenwert ökonomischer Bildung steigt

 

Wer als Kind und Jugendlicher eine solide ökonomische Grundbildung erfährt, trifft später als mündiger Verbraucher, Arbeitnehmer oder Unternehmer bessere Entscheidungen. Wirtschaftsvertreter können Schulen und andere Bildungsträger dabei unterstützen.

Kuchenspenden sind bei Schulfesten der Grund- und Werkrealschule in Stuttgart Ostheim neuerdings nicht mehr nötig – dafür gibt es das Schülerunternehmen „East Side Catering“. Im Stadtteil Möhringen verkauft derweil die Klasse 7a der Anne-Frank-Realschule unter dem Label „Schoolwork“ Bleistifte im Schuldesign an Mitschüler und Freunde des Hauses. Beide Ideen haben Schüler im vergangenen Jahr während des Unterrichts und in ihrer Freizeit entwickelt und schließlich wie echte Unternehmen zum Laufen gebracht. Die Schüler steuern ihre Firmen nach Aussagen der betreuenden Lehrer in den Klassen höchst engagiert, die Kinder und Jugendlichen sind mit großem Spaß und Eifer dabei, wenn es darum geht, erste Erfahrungen als Unternehmer zu sammeln.

East Side Catering und Schoolwork sind höchst außergewöhnliche Pilotprojekte, die die BW-Bank mit Rat und Tat unterstützt, um das Interesse der Schüler am Unternehmertum zu fördern. Im allgemeinen Lehrplan haben Wirtschaftsthemen mit einem derartigen Praxisbezug bisher nämlich kaum Platz. „Wirtschaft“ findet in allgemeinbildenden Schulen als Fach häufig nur im Verbund mit Arbeitslehre, Politik, Sozialkunde oder Geografie statt. Und so ist das, was Pädagogen als „ökonomische Grundbildung“ bezeichnen, also das Wissen um grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge und Kalküle, häufig lückenhaft. Viele Bürger, so belegen Untersuchungen immer wieder, sind daher nicht in der Lage, ihren Haushalt ökonomisch zu führen, ihre Finanzen zu planen und am öffentlichen Wirtschaftsleben teilzunehmen. „Zum informierten Bürger gehört eigentlich eine ökonomische Grundbildung“, mahnte kürzlich auch Bundespräsident Joachim Gauck an und verwies darauf, dass Studien hier eindeutig einen Nachholbedarf belegten. Gauck sagte, er frage sich, ob die ökonomische Bildung in Schulen und Berufsschulen ausreichend berücksichtigt werde: „Hat das Wissen über ökonomische Zusammenhänge den gleichen Rang, den die Ökonomie heute für unser Leben und Wirtschaften hat?“

Bundespräsident fordert höheren Rang für Wirtschaft in der Schule

Man darf die Frage des Bundespräsidenten durchaus als Aufforderung verstehen, darüber nachzudenken, was sich in Bildungseinrichtungen ändern könnte oder sollte. Und tatsächlich ist in den vergangenen Jahren Bewegung in die Sache gekommen. So fordern diverse Teile der Gesellschaft, von Bildung und Politik über Wissenschaft und Verbände bis zur Wirtschaft, inzwischen nicht mehr nur, dass Verbraucher in der Lage sein müssten, mündig und selbstverantwortlich zu handeln. Viele engagieren sich auch ganz praktisch dafür, dass dies in Zukunft besser möglich ist. Schulen gehen dabei inzwischen mit gutem Beispiel voran: So haben mehrere Bundesländer den Fächerkanon an den Schulen erweitert oder umgestaltet, Wirtschaft steht inzwischen deutlich häufiger auf dem Lehrplan als noch vor wenigen Jahren. Baden-Württemberg hat sich nun zu einer besonders entschiedenen Reform entschlossen: Die Lehrpläne werden ab Sommer 2016 verändert, dann wird ein neues Fach mit dem Namen „Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung“ eingeführt, das flächendeckend in allen weiterführenden Schulen zu unterrichten ist.

Im Mittelpunkt des neuen Schulfachs sollen Entscheidungen stehen, die „der Einzelne als Verbraucher, als Konsument, Geldanleger oder Kreditnehmer, aber auch als Erwerbstätiger, als zukünftiger Arbeitnehmer, potenzieller Arbeitgeber oder Unternehmensgründer zu treffen hat“, heißt es dazu beim Kultusministerium. Außerdem soll der Unterricht Hilfestellungen für die Berufswahl geben. Dazu sollen nach dem Willen von Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid unter anderem auch Praktiker in den Klassen referieren: Geschäftsführer und Gewerkschafter, Auszubildende und Abteilungsleiter. Bisher werde so etwas zu wenig vermittelt, die Einführung des neuen Fachs sei daher eine dringliche politische Aufgabe gewesen, sagt Schmid: „Es muss heutzutage zum Rüstzeug jedes Schülers gehören, zu wissen, wie die Wirtschaft funktioniert.“

Schüler lernen, unternehmerisch zu denken

Ein weiteres Leitbild für die Schulen lautet: Sie sollen „Entrepreneurship Education“ leisten, also unternehmerisches Denken fördern – ganz im Sinne der Empfehlung der Europäischen Kommission, wonach alle jungen Menschen in ihrer Ausbildungszeit mindestens eine unternehmerische Erfahrung machen sollten. Ergänzend zu dem, was Lehrer leisten können, ist hier auch die Wirtschaft selbst gefragt – und die bereits erwähnten Schulfirmen sind ein Paradebeispiel dafür, wie beide Sphären zusammenwirken können: East Side Catering und Schoolwork entstanden nämlich auf Initiative des Projektes „School2Start-up“, hinter dem wiederum der Verein „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland“ (Wifa) steckt. Diese gemeinnützige Initiative, der sich inzwischen 120 Unternehmen und Stiftungen angeschlossen haben, versucht seit zehn Jahren, Bildung und Unternehmertum im Land zu fördern, und hat bis heute mehr als 2500 Kooperationen mit Kindergärten, Schulen, Berufsschulen und Universitäten initiiert. „School2Start-up“ ist ein wesentlicher Baustein der Vereinsarbeit: Schüler der Sekundarstufe I entwickeln dabei eine eigene Geschäftsidee und gründen schließlich ihr eigenes Unternehmen. Die Projekte in Stuttgart Ost und Möhringen betreuten Filialen der BW-Bank, die als Teil der LBBW seit Februar 2013 bei der Wifa mitarbeitet. Nach den guten Erfahrungen mit den beiden Pilotprojekten wird das Projekt derzeit auf weitere Schulen und Filialen in Stuttgart ausgeweitet.

 

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24.02.2015 | Aufgetreten - 1. Stuttgarter Sustainability Slam

 

1.530 Gramm Murmeln für den Sieger

Rauf auf die Bühne und das Publikum begeistern: Die Baden Württembergische Bank und die Studienstiftung Hütte Stuttgart veranstalteten Ende Januar gemeinsam den 1. Stuttgarter Sustainability Slam in der BW-Bank.

Staubtrockene und nicht enden wollenende Vorträge - das hat wohl jeder schon erlebt. Dass das nicht sein muss und akademischer Anspruch auch unterhaltsam und lebendig verpackt werden kann, zeigte kürzlich der Science Slam zum Thema Nachhaltigkeit in der BW-Bank. "Nachhaltigkeit liegt der BW-Bank am Herzen. Wir möchten dem Thema heute eine Bühne geben", sagte Ulrich Röhrle, Leiter Private Banking Center in der Stuttgarter City und Organisator der ausverkauften Veranstaltung. Fast alle der rund 360 Besucher, die meisten im Studentenalter, waren wohl erstmals bei einer Veranstaltung der BW-Bank, die an diesem Abend in ihren Räumlichkeiten Campus-Atmosphäre und Live-Musik bot.

Beim Science Slam werden wissenschaftliche Themen und Arbeiten so aufbereitet, dass sie auch fachfremden Zuhörern leicht verständlich sind. Mit Kurzvorträgen zu ihren eigenen Forschungsthemen steigen Nachwuchswissenschaftler, Studierende und Spezialisten gegeneinander in den Ring. Dabei ist nicht das beste Forschungsergebnis der Weg zum Sieg, sondern der beste Vortrag, unterhaltsam und lebendig verpackt. Die Siegesehre gebührt dem, der mit Charme und Witz das Publikum am meisten überzeugen kann. Und dabei tickt die Uhr, denn nur zehn Minuten stehen den Slammern zur Verfügung, um ihr Thema anschaulich zu präsentieren. Am Ende bestimmt das Publikum, welcher der Slammer die meisten Murmeln bekommt und als Sieger nach Hause geht. Durch Tanzen in der Disco Energie erzeugen, digitale Schrottverwaltung von Autos über eine Cloud oder ein Windauto, das in Holland schon Rennen gewonnen hat - das waren einige der Vorträge rund um das Thema Nachhaltigkeit. Mit 1.530 Gramm die meisten Murmeln erhielt Trutz von Olnhausen. Der gebürtige Bietigheimer, der in Berlin Verkehrswesen studiert, präsentierte auf der Bühne Strategien für eine nachhaltige Welt und den Verkehr. Und das mit mitreißendem Humor am Beispiel der Maultasche.

Der anspruchsvolle Spagat zwischen einer fröhlichen, trendigen Veranstaltung und einem ernsten Thema erwies sich als Erfolg. "Coole Sache", resümierte ein Gast beim anschließenden Bier. "Wann gibt's den nächsten Slam bei Ihnen?", mailte ein anderer. Auch die BW-Bank war mit der Veranstaltung rundum zufrieden.

Das waren die Slammer und ihre Themen:

  • Trutz von Olnhausen (Sieger): „Die Glaubensfrage"- Strategien für eine nachhaltige Welt und den Verkehr
  • Felix Müller: „Das ist doch nicht normal"- Essen wir unser Klima auf?
  • Benedict Schäfer: „Micro Energy Harvesting-oder-was hat David Guetta mit der Energiewende zu tun?"
  • Sebastian Kaus: „Mit dem Wind-Gegen den Wind"
  • Tobias Helbig: „Cloudbasiertes Konzept zur Wirtschaftsbewertung verschiedener Recyclingwege bei Altfahrzeugdemontage"
  • LBBW-Mitarbeiter Djordje Sirca, Compliance-Referent „Führungsethik: die dialogische Führung als präventive Maßnahme gegen das Burnout-Syndrom"
  • Gerd Steger: „Steigerung der energetischen Effizienz bei der Flachglasproduktion"
 

10.11.2014 | Gesammelt - bw crowd

 

Das sogenannte Crowdfunding, das Einsammeln von Geldern aus der Internet-Gemeinde, boomt in Deutschland. Vor allem soziale Projekte profitieren davon.

Die Freiheitsstatue in New York, das Ulmer Münster, zwei neue Fußballtore auf dem Oberjesinger Sportgelände. All diese Bauwerke haben eine Gemeinsamkeit: Sie existieren nur, weil sich viele Bürger für sie engagierten. Doch anders als in früheren Jahren, in denen Spendensammler in der Regel noch von Haustür zu Haustür gehen oder mit dem Klingelbeutel losziehen mussten, um Geldgeber für gute Taten zu gewinnen, fanden die Jugendfußballer vom SV Oberjesingen ihre Sponsoren über das Internet. 62 Unterstützer stellten insgesamt 2200 Euro zur Verfügung - das waren sogar 200 Euro mehr, als der Verein für die neuen Tore brauchte.

Der Erfolg der Jugendfußballer belegt im Kleinen, was immer häufiger gelingt, und das teilweise auch in noch weit größerem Maßstab: Initiatoren sozialer Projekte sammeln mit Hilfe des Internets viele kleine Geldbeträge ein, die dann in einem großen Topf zusammenkommen, um Vorhaben umzusetzen, die sich ohne finanzielle Hilfe nicht bewerkstelligen ließen. Das Prinzip hinter dieser modernen Variante der Geldsammelei ist uralt: Wenn sich nur genügend Engagierte finden, die einen kleinen Beitrag leisten, dann steht am Ende ein großer Betrag zur Verfügung, der allen nützt. Nun aber hat das sogenannte Crowdfunding, zu Deutsch die Schwarmfinanzierung, durch spezielle Online-Plattformen und die sozialen Medien einen kräftigen Schub erfahren: Allein im Jahr 2013 sammelten gut 300 Plattformen weltweit 5,1 Milliarden US-Dollar ein, schätzt das auf Crowdfunding spezialisierte Marktforschungsunternehmen Massolution. Im Jahr zuvor waren es erst 2,7 Milliarden US-Dollar gewesen, 2011 sogar nur 1,5 Milliarden US-Dollar. Mittlerweile dürfte sich die Zahl der Websites, auf denen sich die Geldsammler präsentieren können, noch einmal verdoppelt haben.

85 Prozent Wachstum gegenüber 2013

Nach und nach etabliert sich das Crowdfunding auch in Deutschland. Hier sind inzwischen rund zwei Dutzend Anbieter aktiv, die zuletzt immer mehr Geld für immer mehr Projekte einsammeln konnten. So lag nach Angaben des "Crowdfunding-Monitors" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) das eingesammelte Volumen für hiesige Schwarm-Projekte in den ersten drei Quartalen des Jahres 2014 bei 6,3 Millionen Euro und damit 85 Prozent über dem Vorjahr. Insgesamt zählten die Analysten 767 erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen mit durchschnittlich 117 Unterstützern. Auch wenn das alles im Vergleich zu den USA noch winzige Zahlen sind, konstatierte die FAZ angesichts des starken Wachstums zuletzt einen regelrechten Crowdfunding-Boom.

Vor allem soziale Anliegen finden offenbar immer häufiger online Unterstützer: Das Segment hat sich Beobachtern zufolge fest im Crowdfunding-Markt etabliert. Bei diesen Vorhaben sind die Sammelaktionen oft auf wenige Hundert oder Tausend Euro begrenzt, so dass die Schwarmfinanzierung besonderen Charme entfaltet, weil auch kleinste Beträge einen Beitrag leisten können. Vor allem Anliegen vor der eigenen Haustür waren zuletzt erfolgreich, berichten die Analysten des Crowdfunding Monitors. Oliver Gassmann, Professor an der Universität St. Gallen, geht davon aus, dass regionale Nähe eine besondere emotionale Bindung erzeugt: "Seinen Freunden hilft jeder uneigennützig, solange die Hürden nicht zu groß sind", sagt Gassmann.

Bis zu 15.000 Euro aus der bw crowd

Der Starterfolg einer neuen Crowdfunding-Plattform der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) stützt diesen Befund. Bereits nach wenigen Wochen konnte die Plattform bw crowd, die im Februar zunächst im Testbetrieb online ging, erste Projekterfolge vermelden. Das Angebot, das die BW-Bank gemeinsam mit der bislang auf Sport-Crowdfunding spezialisierten fairplaid GmbH aus Stuttgart betreibt, ist für gemeinnützige und soziale Projekte aus Baden-Württemberg gedacht, die maximal 15.000 Euro benötigen. Wer mitmachen will, kann sich schon ab einem Euro engagieren. Im Gegenzug bieten die Geldsammler in der Regel kleinere Belohnungen an, oder es gibt Rabatte und Gutscheine von weiteren Kooperationspartnern. Die Jugendabteilung des SV Oberjesingen etwa, die ihre Tore als einer der ersten Projektstarter über die bw crowd finanzierte, verschenkte an besonders großzügige Unterstützer unter anderem Trikots.

Modernes Sponsoring für die Region

Inzwischen wurden über bw crowd 23 Projekte eingestellt, 16 davon wurden erfolgreich finanziert, wie beispielsweise Zwergenhäuser für eine Kita, die Alpenüberquerung einer Schulklasse oder die Produktion einer Benefiz-CD zugunsten bedürftiger Kinder. Helmut Dohmen, der das Privatkundengeschäft der BW-Bank in der Region Stuttgart leitet und bw crowd verantwortet, freut sich über den schnellen Erfolg der neuen sozialen Plattform: "Unsere Region lebt von den Menschen - mit dieser Form des modernen Sponsorings wollen wir ihr Engagement fördern und zur Umsetzung auch gerade der kleineren Projekte beitragen."

Die BW Bank wickelt die Projekte nicht nur ab, sondern beteiligt sich auch selbst daran: Für jeden, der mindestens fünf Euro in einen Projekt-Topf einzahlt, legt die Bank noch einmal fünf Euro obendrauf, maximal 1.000 Euro pro Monat für alle Projekte zusammen. "Wir sind in Baden-Württemberg verwurzelt und verstehen uns als Partner vor Ort", sagt Dohmen. Eine Crowdfunding-Plattform, die sozialen und gesellschaftlichen Nutzen in der Region schafft, passt nach seiner Auffassung hervorragend zu diesem Anspruch.

 

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24.07.2014 | Service Card für E-Mobilität

 

Stuttgart testet eine neue Service Card, die als elektronischer Fahrschein, Schlüssel für elektrisch betriebene Carsharing-Fahrzeuge und kontaktlose Bezahlkarte dient. Das Projekt soll die Bürger zum Umsteigen auf Angebote im Bereich der Elektromobilität bewegen. Es gilt schon jetzt als zukunftsweisend.

Auf den ersten Blick ist es eine weitere Chipkarte für das bereits mit vielen Karten gefüllte Portemonnaie. Doch wer sich näher mit der neuen "Stuttgart Service Card" befasst, bekommt bald einen Eindruck davon, wie viel Entwicklungs- und Abstimmungsarbeit im Innern der Plastikkarte steckt. Die Service Card, die im Laufe dieses Jahres noch allerlei Tests unterzogen wird, bevor sie dann im Jahr 2015 bereits an die Bürger der Region verteilt werden soll, enthält nämlich eine echte Weltpremiere. Erstmals vereint hier ein einziges Medium gleich mehrere Funktionen, die völlig unterschiedlichen Standards und Sicherheitsanforderungen genügen müssen: Die Karte ist erstens als elektronischer Fahrschein nach dem eTicket-Standard zu gebrauchen. Zweitens lässt sich mit der integrierten Bezahlkarte bargeldlos zahlen - und das auch kontaktlos. Drittens kann die Karte Türen öffnen, und zwar von Carsharing-Autos. Und quasi nebenbei taugt sie auch noch als Tankkarte für Strom-Ladestationen.

Die Service Card ist aber nur ein Teil des umfangreichen Projekts "Stuttgart Services", in dem u.a. auch eine online-Informationsplattform entwickelt wird, die viele Themen für den Nutzer bündelt. Kern der Plattform ist eine Mobilitätsauskunft, die ihm zeigt, wie er entsprechend seiner Präferenzen am einfachsten von A nach B kommt, egal ob mit dem ÖPNV oder einem Sharinganbieter. Der Nutzer kann dann seine Fahrt direkt über dieses Portal buchen.

Fahrschein, Schlüssel und Bezahlkarte

Seit Ende Januar 2014 haben die 14 bundesweiten Konsortialpartner nun die Sicherheit, dass das alles nicht bloßes Wunschdenken ist, sondern tatsächlich funktioniert: Prototypen bewiesen in einer ersten Testphase, dass sie Fahrkarten, Auto-Schlüssel und Bargeld ersetzen können. Nun werden weitere Testrunden folgen. Im Lauf des kommenden Jahres beginnt dann der Ernstfall, sobald die ersten Bürger ihre Stuttgart Service Card in Händen halten. Ab Sommer 2015 sollen dann nach und nach weitere Funktionen dazukommen: So wird die Karte künftig zum Beispiel auch zum Bezahlen in öffentlichen Einrichtungen wie Bädern oder als Leihausweis in Bibliotheken dienen und sich dank regionalem Bonussysteme auch als Bezahlkarte im Einzelhandel verbreiten.

Damit positionieren sich Stuttgart und die Region als Vorreiter, wenn es um den Einsatz moderner Technik für das geht, was gern als "Zukunft der urbanen Mobilität" beschrieben wird. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little beispielsweise beschäftigt sich seit vielen Jahren in einem Denklabor mit der Frage, wie Großstädte es schaffen können, in einigen Jahren und Jahrzehnten nicht einen Verkehrsinfarkt zu sterben, sondern ihren Bürgern funktionierende Transportplattformen bereitzustellen. Eine Erkenntnis der weltweit anerkannten Standard-Studie zur "Future of Urban Mobility" von Arthur D. Little lautet: Städte, die Fußgänger, Radfahrer, Leih-Fahrräder und Leih-Autos begünstigen und intelligente Mobilitätskarten für den öffentlichen Nahverkehr bewerben, schaffen es bereits heute, Reisezeiten zu verkürzen sowie Unfallzahlen und den CO 2 -Ausstoß zu senken.

Vorbild Hong Kong

Als eines der weltweiten Vorbilder präsentiert sich zum Beispiel die asiatische Metropole Hong Kong, nicht zuletzt dank der "Octopus-Card", die ähnlich wie die Stuttgart Service Card als Fahrschein und Bezahlkarte dient - und die inzwischen von 95 Prozent der Einwohner genutzt wird. So weit ist Stuttgart zwar noch lange nicht. Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist aber überzeugt: "Die Stuttgart Service Card wird der Schlüssel für den leichten Zugang zu nachhaltigen Verkehrsmitteln sein."

Das Projekt ist das Herzstück des sogenannten "LivingLab BWe mobil", mit dem sich Baden-Württemberg an der Schaufensterinitiative des Bundes zur Elektromobilität beteiligt. Dieses 180 Millionen Euro umfassende Förderprogramm unterstützt regionale Demonstrations- und Pilotvorhaben. Im LivingLab laufen rund 40 solcher Projekte - die Service Card ist mit Investitionskosten von rund 25 Millionen Euro das größte und aufwändigste. Rund 9,5 Millionen Euro davon sind durch Förderzusagen gedeckt, den wesentlichen Anteil der Kosten bringen jedoch die beteiligten 14 Konsortialpartner von Stuttgart Services selbst ein.

BW-Bank erforscht und entwickelt die passende Bezahlfunktion und ein attraktives Bonus-System

Auch die BW-Bank ist hier unter Führung der Stuttgarter Straßenbahnen AG engagiert. Sie ist insbesondere für die Bezahlfunktionen verantwortlich, trägt also dafür Sorge, dass sich Carsharing, Fahrkarten, Ladevorgänge oder auch Einkäufe im Handel mit der neuen Service-Karte abrechnen lassen. Außerdem arbeitet die BW-Bank an einem Loyalty-Programm, einem regionalen Bonussystem, über das die Nutzer beim Einkauf mit der Karte von Mehrwertleistungen profitieren werden.

Solche Anreizsysteme sind nach den Erfahrungen anderer Städte geeignet, um neue Karten schneller zu etablieren. "Wir wollen einen wesentlichen Beitrag zur Beschleunigung der Entstehung eines Nachfragemarktes für E-Mobilität leisten", sagt Helmut Dohmen, Leiter des Privatkundengeschäfts der BW-Bank in der Region Stuttgart: "Mobilität schließt für uns auch mobile Lösungen fürs Bezahlen ein." Das sei für die Bank nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Herzensangelegenheit. "Weil Stuttgart Services ökologische und ökonomische Gesichtspunkte sinnvoll verknüpft, wird das Projekt die Stadt nachhaltig stärken", ist Dohmen überzeugt.

 

Weiterführende Links:

  • Stuttgart Services: Homepage des Projekts rund um die Stuttgart Service Card mit zugehörigem Online-Portal
    http://www.stuttgart-services.de/
  • Schaufenster Elektromobilität: Förderprogramm der Bundesregierung zur Entwicklung regionaler Demonstrations- und Pilotvorhaben
    http://www.schaufenster-elektromobilitaet.org/
  • LivingLab BWe mobil: Schaufenster-Projekt zum Thema Elektromobilität aus Baden-Württemberg mit über 100 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand
    http://www.livinglab-bwe.de/
  • e-mobil BW: Die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie soll dazu beitragen, dass Baden-Württemberg zu einem bedeutenden Anbieter und wichtigen Markt für nachhaltige Mobilität wird. Dazu treibt die Innovationsagentur mit einem Netzwerk von Partnern die Industrialisierung der Elektromobilität voran, fördert Forschung und Entwicklung und betreibt Öffentlichkeitsarbeit.
    http://www.e-mobilbw.de/de/
  • The Future of Urban Mobility: Zwei Studien der Unternehmensberatung Arthur D. Little zur multimodalen Mobilität in Städten im Jahr 2050 (PDF, englisch)
    ADL Future of urban mobility.pdf
    ADL Future of urban mobility 2.0
  • Octopus Card: Vorbildliche Mobilitäts- und Service-Karte aus Hong Kong (englisch)
    http://www.octopus.com.hk
 

17.04.2014 | Nachhaltige Geldanlage rechnet sich

 

Umweltschutz, soziale Verantwortung und eine marktübliche Rendite müssen sich nicht ausschließen, wie Konzepte zur nachhaltigen Geldanlage beweisen.

Allein schon die Entwicklung der Nachfrage beeindruckt: Mehr als ein Fünftel des weltweit professionell verwalteten Vermögens ist inzwischen nach Nachhaltigkeitskriterien angelegt oder wird von Investoren kontrolliert, die sich mit ihrem Stimmrecht aktiv für soziale und ökologische Belange einsetzen. Damit ist die Nachfrage nach nachhaltigen Investments zuletzt mehr als doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt. Experten beobachten einen regelrechten Paradigmenwechsel: Immer mehr Anleger schauen offenbar nicht mehr allein auf die Rendite ihrer Investments, sondern auch darauf, mit welcher Art von Geschäften und zu wessen Lasten Unternehmen ihre Gewinne erzielen. Vor allem institutionelle Anleger wie Pensionsfonds oder Stiftungen legen verstärkt Wert darauf, bei ihrer Geldanlage neben finanziellen Kennzahlen auch soziale, ökologische und ethische Kriterien zu berücksichtigen, wie der Marktbericht „Nachhaltige Geldanlagen 2013“ des Forums für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) belegt. Rund 73 Milliarden Euro waren demnach allein in Deutschland Ende 2012 in nachhaltige Geldanlagen investiert, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gut drei Viertel der Anlagegelder stammen dabei von institutionellen Investoren. Und auch in privaten Portfolios finden sich zunehmend nachhaltige Fonds. „Mit einem Anteil von 23 Prozent sind auch die Privatanleger gut dabei. Die Nachfrage steigt“, kommentiert FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober.

Steigende Nachfrage lockt Anbieter

Bei so viel Interesse von Seiten der Investoren verwundert es nicht, dass der Aspekt Nachhaltigkeit auch auf der Anbieterseite zunehmend an Relevanz gewinnt, also bei Unternehmen, die ihre Aktien auf den Märkten anbieten. So gehen nach einer breit angelegten Studie des Deutschen Aktieninstituts inzwischen 86 Prozent der börsennotieren Unternehmen in Deutschland davon aus, dass Nachhaltigkeit langfristigen ökonomischen Erfolg bedeutet. Die Studie zum Thema „Nachhaltigkeit und Shareholder-Value“ zeigt zudem, dass die Zahl nachhaltigkeitsbezogener Anfragen an börsennotierte Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Klassische Analysten etwa integrieren verstärkt nachhaltigkeitsbezogene Chancen und Risiken in ihre Bewertungen. Ein gutes Nachhaltigkeitsrating zu erhalten und in Nachhaltigkeitsindizes und -fonds aufgenommen zu werden, gehört vor allem für Großunternehmen zum strategischen Muss.

So gaben 83 Prozent der 30 DAX-Unternehmen die Aufnahme in einen Nachhaltigkeitsfonds oder -index als ein wichtiges Ziel an. Denn positive Rating-Ergebnisse verbessern nicht nur die Reputation bei Stakeholdern und Finanzanalysten, sie haben auch ganz unmittelbare Effekte auf die Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kapitalmärkten, wie Studien des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) belegen. Bessere Nachhaltigkeitsratings – insbesondere in den Bereichen Mitarbeiterbeziehung und Umwelt-Risikomanagement – gehen konform mit besseren Kredit-Ratings, geringeren Kreditkosten und einem einfacheren Zugang zu Fremdkapital, so das Ergebnis. Deutlich schlechtere Karten haben laut ZEW-Studie mittlerweile hingegen sogenannte „Sünden“-Branchen wie Tabak-, Alkohol- oder Waffenhersteller. Diese werden vor allem von institutionellen Investoren untergewichtet oder komplett ausgeschlossen und sind mit einem geringeren Bewertungsniveau und höheren Risikoprämien konfrontiert.

Nachhaltigkeit kostet keine Rendite

Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, können also auch finanziell punkten – ein effizienterer Ressourceneinsatz, zufriedene Mitarbeiter und die Einhaltung ethischer Geschäftspraktiken versprechen nicht zuletzt auf lange Sicht höhere Gewinne. Mit einem guten Gewissen anzulegen, heißt daher auch nicht, mit einem schlechteren Ergebnis anzulegen, so das Fazit einer Metastudie der Steinbeis-Hochschule Berlin, in der weltweit 195 empirische Untersuchungen ausgewertet wurden: Fast zwei Drittel der Studien bescheinigten nachhaltigen Geldanlagen eine mindestens genauso gute oder bessere Wertentwicklung als herkömmliche Anlagen.

Es spricht also vieles dafür, sich auch als Privatanleger mit nachhaltiger Geldanlage zu befassen. Nur klafft hier zwischen Denken und Handeln nach wie vor oft eine große Lücke, bestätigt Ulrich Röhrle, Leiter des Private Banking Centers der BW-Bank in Stuttgart: „Der Bedarf ist da, aber eher latent.“ Es geht oft darum, ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass sich über die Drehscheibe „persönliche Finanzen“ etwas steuern und verändern lässt: „Nachhaltigkeit ist ein dauerhafter Wert und Geld ist das adäquate Mittel, um die Zukunft zu gestalten.“

Verwirrende Rating-Vielfalt

Größte Baustelle: bis heute schwirren ganz unterschiedliche Definitionen und Interpretationen des Begriffs „Nachhaltigkeit“ durch den Markt, so dass es Laien schwerfällt, sich zu informieren und aufzuklären. Trotz jahrzehntelanger Historie sucht man eine klare Definition des Begriffs im Finanzmarkt noch immer vergebens, einheitliche Mindeststandards existieren weder national noch international. Wo Nachhaltigkeit beginnt oder endet, definiert jeder Fondsmanager, jede Ratingagentur anders. Nur der genaue Blick in den Anlageprospekt kann dem Kunden daher Aufschluss geben, ob er seine Vorstellungen darin wiederfindet. „Man muss sich informieren und muss nachdenken: Was ist mir unter dem Gesichtspunkt Nachhaltigkeit wichtig“, sagt Rolf Häßler, Leiter Unternehmenskommunikation der Ratingagentur Oekom Research. Auf die Ergebnisse dieses renommierten Instituts verlässt sich auch das LBBW Asset Management bei der Titelauswahl seiner Nachhaltigkeitsfonds.

Gängig sind mehrere Anlagestrategien: Die beliebteste ist die Anwendung von norm- oder wertbasierten Ausschlusskriterien, nach denen Branchen wie Alkohol, Waffen oder Atomenergie respektive Unternehmen, die gegen internationale Rechts-, Ethik-, Sozial- und Umweltstandards verstoßen, vom Anlageradar verschwinden. Anders ist dies bei Best-in-Class-Konzepten: Hier wird prinzipiell kein Wirtschaftszweig ausgeschlossen, stattdessen werden in ganz unterschiedlichen Branchen, Kategorien oder Klassen stets Vorbilder ausgewählt – basierend auf einem Katalog für ökologische, soziale und Governance-Kriterien. „Wir definieren für jede Branche Standards“, erläutert Rolf Häßler von Oekom Research. Laufende Beobachtung inklusive. Denn einmal im Korb der Guten gelandet, heißt nicht, dass dies auch auf Dauer so bleibt.

Best-in-Class-Fonds können breit investiert bleiben

Für Anleger, die eher sicherheitsorientiert sind und Wert auf strenge soziale und ökologische Kriterien legen, kommt etwa der Publikumsfonds LBBW Nachhaltigkeit Renten in Betracht. Dieser basiert auf der Kombination streng definierter Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz, nach dem nur die in sozialen und ökologischen Belangen führenden Emittenten in die Auswahl kommen. Vorteil: Unternehmen aus kritischen Branchen wie etwa der Automobil- oder Mineralölindustrie müssen einerseits hohe Anforderungen erfüllen, um als investierbar zu gelten. Andererseits sind auch diese Konzerne nicht per se ausgeschlossen, so dass Anleger trotz klarer Ausschlusskriterien weiter dem Grundsatz einer breiten Diversifikation Rechnung tragen: „Wenn ich zu viele bedeutsame Sektoren von vornherein ausschließe, bleibt nur noch ein kleines Anlageuniversum mit Klumpenrisiken und höheren Schwankungen übrig“, sagt Ulrich Röhrle von der BW-Bank in Stuttgart. Und genau darum geht es schließlich bei der nachhaltigen Geldanlage: Dass das gute Gewissen kein Geld kostet – sondern sich das Kapital auf Dauer vermehrt.

 

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19.12.2013 | Familienbewusstsein zahlt sich aus

 

Wenn sich der Beruf gut mit dem Familienleben vereinen lässt, reduziert das die Fehlzeiten, erhöht die Motivation und steigert die Mitarbeiterbindung. Die Folge: Familienfreundliche Arbeitgeber sind nicht nur beliebter, sondern besonders erfolgreich.

Unternehmen mit ausgeprägtem Familienbewusstsein und Engagement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wirtschaftlich signifikant erfolgreicher als Konkurrenten, die auf die privaten Lebensumstände ihrer Mitarbeiter nur wenig eingehen. Das belegt der neue Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit des Bundesfamilienministeriums. Laut der repräsentativen Studie, für die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) im Auftrag des Ministeriums über 1500 Geschäftsführer und Personalmanager befragt hatte, fallen die Jahresergebnisse in Unternehmen deutlich besser aus, in denen es flexible Arbeitszeitmodelle und Möglichkeiten zu Teilzeitbeschäftigung gibt, in denen auf berufstätige Eltern bei der Planung der Arbeitsprozesse Rücksicht genommen wird und in denen Arbeitgeber ihre Beschäftigen bei der Kinderbetreuung und Angehörigenpflege unterstützen.

Familienfreundlichkeit macht erfolgreicher

Eine überdurchschnittlich familienbewusste Personalpolitik geht danach in der Tendenz einher mit höheren Umsätzen, einem größeren Auftragsbestand, mehr Investitionen und besseren Erträgen. Auch wenn es schwer ist, herauszufinden, ob nun das familienfreundliche Engagement allein erfolgreicher macht, oder ob umgekehrt erfolgreiche Unternehmen schlicht mehr Spielräume für familienfreundliche Maßnahmen nutzen können, ist der Zusammenhang für die Forscher überaus plausibel. Immerhin melden Unternehmen, die zum Beispiel Zuschüsse zur Kinderbetreuung zahlen und viele alternative Arbeitszeitregelungen anbieten, weniger Fluktuation und eine höhere Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter. Vieles spreche deshalb dafür, dass die Personalmanagementqualität maßgebend für den unternehmerischen Erfolg ist, heißt es in der IW-Studie. „Dies impliziert vor allem, dass Unternehmen bei der Entwicklung ihrer personalpolitischen Strategien einem ganzheitlichen Ansatz folgen sollten.“ Familienfreundlichkeit gehöre ganz oben auf die personalpolitische Agenda – und das nicht bloß aus Menschenfreundlichkeit, sondern als unternehmerischer Erfolgsfaktor.

Deutsche ermahnen Politik und Unternehmen

Es spricht zudem vieles dafür, dass das Thema in den kommenden Jahren noch wichtiger wird. Zum Einen schätzen das die Arbeitgeber selbst so ein: So betrachten laut der Studie bereits heute acht von zehn Unternehmen in Deutschland Familienfreundlichkeit als wichtig oder eher wichtig für ihren eigenen Betrieb; und vier von zehn Unternehmen sind der Überzeugung, dass die Bedeutung in den kommenden fünf Jahren noch steigen wird. Zugleich brennt die Sache auch der Gesamtbevölkerung unter den Nägeln, wie der „Monitor Familienleben 2013“ zeigt, den das Bundesfamilienministerium beim Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in Auftrag gegeben hat. Danach ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf inzwischen das wichtigste familienpolitische Anliegen der Deutschen. 74 Prozent der Befragten mahnen Verbesserungen an. Unter den Eltern minderjähriger Kinder steht das Thema sogar auf Rang zwei der wichtigsten politischen Aufgaben, gleich hinter der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und noch vor Themen wie Bildung, Rente oder Verringerung der Staatsschulden. Nur 17 Prozent der Deutschen haben den Eindruck, dass Familie und Beruf hierzulande gut vereinbar sind – 55 Prozent finden die Lage „nicht so gut“. Und auch dazu, was dagegen zu tun wäre, haben die Deutschen konkrete Vorstellungen: Noch vor flächendeckenden und flexiblen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder stehen flexiblere Arbeitszeiten für Eltern. Die Erwartungen der Bevölkerung richten sich also nicht nur an die Politik, sondern auch an die Arbeitgeber.

Die Landesbank Baden-Württemberg hat das verstanden – und bemüht sich bereits seit vielen Jahren darum, einerseits Mitarbeitern die Abstimmung zwischen beruflichem und privatem Leben zu erleichtern, und andererseits im Haus ein Bewusstsein für die besonderen Anforderungen zu schaffen, die sich aus bestimmten Familiensituationen nun einmal für den Arbeitsalltag ergeben. Um zu wissen, wo die LBBW mit ihrem Engagement steht, hat sich das Unternehmen bereits vor drei Jahren einem externen Audit unterzogen – und von der Initiative „Beruf und Familie“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung als eine von rund 1200 Organisationen zertifizieren lassen. Gerade erst hat die Initiative die Auszeichnung der LBBW als besonders familienfreundliches Unternehmen in einem erneuten Audit bestätigt. „Im Vergleich zu anderen Unternehmen, die sich auch mit dem Thema Familienbewusstsein beschäftigen, sehe ich die LBBW bei den oberen 25 Prozent“, bestätigt die Managementberaterin Christine Schöneberg, die die erneute Analyse als Auditorin begleitet hat.

Mehrfach ausgezeichneter Baukasten bei der LBBW

Zum konkreten Instrumenten-Baukasten der LBBW gehören zunächst viele unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit, zwischenzeitlich befristet in Teilzeit zu arbeiten, in Teilzeit zu wechseln oder möglicherweise auch längere Auszeiten zu nehmen. „Der Arbeitszeitrahmen, den die LBBW bietet, ist sehr gut aufgestellt und erlaubt großen Freiraum“, lobt Schöneberg. Sie hebt zudem die flexiblen Arbeitszeitkonten hervor, die auch längere Auszeiten erleichtern, die Regeln für Sonderurlaub in Pflegesituationen sowie die unternehmensinterne Job-Sharing-Börse, mit der eine Partnerin oder ein Partner für ein gemeinsames Job-Sharing gefunden werden kann.

Dazu kommen Angebote für mobiles Arbeiten von Zuhause. Darüber hinaus können die Beschäftigten der LBBW an allen Hauptsitzen auf Unterstützung bei der Kinderbetreuung durch ihren Arbeitgeber zählen. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Lösungen wie z.B. Kindertagesstätte, Kindergartenpflegestelle oder Notfallbetreuungen und neuerdings vermehrt auch Ferienprogramme für Mitarbeiterkinder. Um den Wiedereinstieg von Beschäftigen nach familienbedingten Auszeiten zu erleichtern, soll zudem ein "Traineeprogramm für Berufserfahrene" entwickelt werden. Und in Sachen Bewusstseinsbildung hat sich die LBBW in einer Vereinbarung mit der Initiative „Beruf und Familie“ auf ein ganzes Pflichtenheft an Maßnahmen verständigt. So werden Führungskräfte inzwischen nicht nur regelmäßig in Sachen Familienfreundlichkeit geschult – sie sind auch angehalten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Mitarbeitergesprächen systematisch zu thematisieren.

 
 

05.11.2013 | Umgebaut

 

In vielen großen Städten ist neuer Wohnraum knapp. Nachhaltige Baukonzepte können diesen Mangel beheben und zugleich die Umwelt schonen.

Die Bevölkerung altert, Familien werden kleiner – und immer mehr Menschen wohnen allein oder zu zweit unter einem Dach. Wenn das in den kommenden Jahren so weitergeht, wird Wohnraum trotz insgesamt schrumpfender Bevölkerung immer knapper. Vor allem in großen Städten und Ballungsräumen mit großer Anziehungskraft droht eine Unterversorgung. Denn während noch bis in die 1990er-Jahre hinein die Zahl der neu gebauten Wohnungen jedes Jahr anstieg, ist von einem Bauboom inzwischen keine Rede mehr. Während in einigen Regionen mehr als genug gebaut wird, fehlen nach Einschätzung von Experten in den beliebtesten Wohnregionen der Republik neue Angebote, um die Nachfrage einer veränderten Bevölkerungsstruktur mit weniger Großfamilien, mehr Alten und Singles zu befriedigen. Der Wohnungsbestand in vielen Städten und Gemeinden ist darauf nicht eingestellt.

Kommunen stehen also vor der Frage, wie sie ihren Wohnungsbestand so modernisieren und ausbauen können, dass ihre Bevölkerung einerseits großzügiger, moderner und in kleineren Einheiten wohnen kann. Zugleich sollen aber lebendige Stadtviertel und Freiflächen erhalten bleiben und Energie-Ressourcen geschont werden. Die Schlüssel dazu liegen in nachhaltigen Stadterneuerungskonzepten, wie eine gemeinsame Studie des Öko-Instituts, des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und der Technischen Universität Dresden zeigt. Im Auftrag des Bundesumweltamts haben die Forscher skizziert, wie nachhaltiger Wohnungsbau die verschiedenen Ziele unter einen Hut bekommt.

Sanieren statt Planieren

So gilt es zunächst einmal, den vorhandenen Wohnungsbestand nicht abzureißen, sondern für die neuen Zielgruppen attraktiv zu machen, also zu sanieren und umzubauen. Bestandserhaltung oder Stadtinnenentwicklung, wie Fachplaner auch sagen, gilt als ein Schlüssel zum nachhaltigen Wohnungsbau – denn sanierte Häuser erhalten ältere Stadtviertel lebendig. Und sie sparen Energie: Rechnet man damit, dass Altbauten in den kommenden Jahren sukzessive eine ambitionierte Wärmedämmung erhalten und moderne Heizungsanlagen, dann lässt sich der klimaschädliche CO 2 -Ausstoß laut der Studie bis zum Jahr 2025 – ausgehend vom Referenzjahr 2000 – um mehr als die Hälfte reduzieren. Wer unnötige Neubauten vermeidet, reduziert zudem auch den Einsatz mineralischer Rohstoffe wie Kies, Sand, Ton, Gips und Natursteine. Wird zudem Beton konsequent recycelt, kann der Rohstoffeinsatz im selben Zeitraum um ein Drittel sinken, prognostizieren die Forscher.

Entscheidend wird dazu auch die Revitalisierung von Stadtvierteln sein, die nach dem Wegzug gewerblicher Nutzer brach liegen. Hier sprechen Stadtplaner gern von Nachverdichtung oder Konversion – gemeint ist schlicht die Nutzung ehemaliger Büro- oder Gewerbeflächen als Wohnraum: Wohnen, wo gestern noch Maschinen ratterten oder Studenten lernten, gehört also zu den Herausforderungen der Stadterneuerung. Und schließlich sind hier wie dort mehr Mehrfamilienhäuser und Stadt(reihen)häuser gefragt und weniger alleinstehende Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese. So bleiben trotz mehr Platz in Küche, Wohnzimmer und Bad mehr Naturflächen und Freiräume erhalten als bisher.

Industriebrachen zum Leben erwecken

Die LBBW unterstützt Kommunen über ihre Projektentwicklungs-Tochter LBBW Immobilien Kommunalentwicklung seit vielen Jahren aktiv beim Umbau ihrer Städte. Die Einheit ist in 440 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg und den angrenzenden Bundesländern tätig und unterstützt die Kommunen bei der Stadt- und Dorferneuerung sowie Bauland- und Grundstücksentwicklung, erklärt Markus Lämmle, Projektleiter Konversion und Projektmanagement. In Speyer etwa erwacht gerade das brachliegende Gelände der ehemaligen Ziegelei Erlus direkt am Rheinufer zum neuen Wohnquartier. Leimen im Rhein-Neckar-Kreis saniert mit Unterstützung der LBBW Immobilien die Wärmeversorgung in der Stadt. In Willstätt entsteht am Ufer der Kinzig in einem denkmalgeschützten Mühlengebäude neuer Platz für Gemeindeverwaltung sowie Wohn- und Arbeitsräume.

Eines der jüngsten Beispiele für die erfolgreiche Revitalisierung nicht mehr genutzter Flächen ist in Rastatt zu besichtigen: Am Rand der Nordstadt erschließt die LBBW Immobilien hier ein parkähnliches Gelände, auf dem in den kommenden Jahren 130 neue Wohnungen ganz unterschiedlicher Schnitte und Stile für insgesamt 350 Bewohner entstehen werden. Das Besondere daran: Bis zum Sommer 2012 stand auf der Fläche eine Akademie der Sparkassen. „Die Gebäude werden nun nicht einfach abgerissen, sondern so rückgebaut, dass sich möglichst viele Materialien gleich vor Ort wieder verwenden lassen“, erklärt Projektleiter Lämmle. 17000 Tonnen von insgesamt rund 203000 Tonnen mineralischer Abbruchmassen gehen in die Wiederverwertung. „Den Bauschutt nutzen wir etwa als Unterbau für neue Straßen“, sagt Lämmle.

Energiesparhäuser als neuer Standard

Und so ökologisch, wie derzeit auf dem Gelände die alten Gebäude verschwinden, werden dann – voraussichtlich ab dem Jahr 2015 – neue ökologische Gebäude entstehen: Sie alle erfüllen mindestens den Energieeffizienzstandard KfW-55, verbrauchen also maximal 55 Prozent eines vergleichbaren Neubaus nach gesetzlichen Mindestvorschriften, zum Teil werden die Häuser sogar als Solar- und Passivhäuser mit noch geringerem Bedarf geplant. Und ein neues Nahwärmenetz sorgt für effiziente Heizung auf dem gesamten Gelände. Kein Wunder, dass bereits zu einer Auftaktveranstaltung rund 300 interessierte Bürger zur Besichtigung auf das Gelände kamen.

 

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21.05.2013 | Lebensmittel aus der Region schonen die Umwelt

 

Die Deutschen legen immer größeren Wert auf nachhaltige Ernährung. Fleisch und Gemüse vom Bauernhof in der Region liegen im Trend. Wer darauf achtet, kann auch mal ein Schnitzel ohne schlechtes Gewissen genießen.

Für die Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ist der Befund nicht weniger als eine Trendwende: „Wir erleben eine beispiellose Renaissance des Regionalen“, schwärmte Aigner anlässlich der diesjährigen Internationalen Grünen Woche in Berlin, als sie die Ergebnisse einer neuen repräsentativen Umfrage zur „Landwirtschaft in Deutschland“ präsentierte. Laut der Studie werden Nachhaltigkeitsthemen wie die artgerechte Haltung von Tieren oder Regionalität beim Einkauf von Lebensmitteln zum immer bedeutenderen Kriterium. Zwei Drittel aller Befragten gaben an, dass ihr Interesse an solchen Themen in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hat. Und so wundert es wenig, dass die Verbraucher auch deutlich zufriedener sind mit der Qualität ihrer Einkäufe vom Bauernhof oder vom Wochenmarkt als mit anonymen Waren vom Supermarkt oder Discounter.

Mehr Gemüse, weniger Treibhausgase

Die Deutschen tun gut daran, ihre Ernährungsgewohnheiten kritisch zu überprüfen. Immerhin verbraucht nach Angaben des Umweltministeriums jeder von uns – Getränke außen vor gelassen – im Schnitt eine halbe Tonne Lebensmittel pro Jahr. Und deren Erzeugung, Verarbeitung, Transport und Lagerung verursacht in etwa so hohe Treibhausgasemissionen wie der gesamte Verkehr. Wer sich bewusst nachhaltig ernährt, auf regionale und saisonale Küche achtet und zum Beispiel den Fleischkonsum begrenzt, tut also nicht nur etwas für die Gesundheit oder das gute Gewissen, sondern leistet zudem auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Ein Beispiel: Während ein Nudelgericht mit Gemüse für rund 300 Gramm Kohlendioxid in der Atmosphäre verantwortlich ist, belastet ein Steak vom deutschen Rind die Umwelt mit dem Zehnfachen. Zum Vergleich: Das entspricht etwa dem CO 2 -Ausstoß einer 20 Kilometer langen Autofahrt.

Für Goran Jamuljak-Jacob, Geschäftsführer der GastroEvent GmbH, sind das längst keine neuen Erkenntnisse mehr, denn er richtet den Speiseplan schon seit vielen Jahren nach unterschiedlichen Nachhaltigkeitskriterien aus. Die GastroEvent, die die Kantinen der Landesbank Baden-Württemberg betreibt, legt nicht bloß Wert auf gesunde Ernährung, sondern eben auch auf Ressourcenschonung. So führen zwei Betriebsrestaurants am Standort Stuttgart bereits seit 2008 ein Biozertifikat, gekocht wird ausschließlich mit Biogewürzen. „Und bei uns gibt es auch im Dezember keine Erdbeeren, die man aus Asien importieren müsste.“ Zur nachhaltigen Ernährung zählen für Jamuljak-Jacob aber auch faire Arbeitsbedingungen im eigenen Haus und bei Lieferanten, möglichst geringer Energieverbrauch und umweltschonender Spülmitteleinsatz. Und eben der Einkauf nach Saison bei kleinen, regionalen Lieferanten.

Erzeuger aus dem Umland stellen sich vor

Über deren Arbeitsweise und Angebote konnten sich LBBW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter vor kurzem selbst ein Bild machen. Während einer „Aktionswoche Nachhaltigkeit“ hatte die LBBW ihre Hauptlieferanten für die Betriebsrestaurants in Stuttgart eingeladen: So präsentierten sich unter anderem die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, mehrere Bäckereien und Metzgereien, Milchlieferant Hirschburger und Olivenöl-Produzent Mellios, die alle mit dafür sorgen, dass in den Betriebsrestaurants der LBBW nachhaltiges Essen auf den Tisch kommt. Und dazu gehört nach Ansicht des GastroEvent-Chefs auch einmal ein Stück Fleisch: „Ich halte ein frisches Schnitzel von hoher Qualität aus einem regionalen Zuchtprogramm durchaus für nachhaltig“, sagt Jamuljak-Jacob.

 

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18.03.2013 | Jugendliche und Manager im Dialog

 

Unternehmen fällt es immer schwerer, offene Stellen zu besetzen und qualifizierte Auszubildende zu finden. Mit der Aktion „Chef für 1 Tag“ können Manager gegensteuern.

Mitte Januar schlug der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Alarm: Obwohl das Wirtschaftswachstum nachgelassen hat, haben deutsche Unternehmen immer noch Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Rund ein Drittel der Unternehmen findet zwei Monate und länger keinen passenden Mitarbeiter für eine freie Stelle, belegt die jüngste DIHK-Konjunkturumfrage. Ein Fachkräftemangel bestehe inzwischen sowohl bei Absolventen einer dualen Ausbildung als auch bei Hochschulabsolventen. In den kommenden Jahren wird sich das Problem weiter verschärfen. „Was die Unternehmen jetzt erleben, sind erste Vorboten“, sagt Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit. „Die demografische Entwicklung schlägt erst bis 2020, 2025 voll durch.“

Auch auf dem Lehrstellenmarkt ist bereits zu erahnen, vor welcher Herausforderung Unternehmen demnächst stehen werden. Weil die Jahrgänge der Schulabgänger kleiner werden, buhlen Firmen um immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze. Die Zahl der Schulabgänger, die keine Hochschulreife besitzen, wird bis zum Jahr 2025 um 102.000 sinken, schätzt die Bundesregierung. Das ist ein Rückgang um fast 19 Prozent. Zunehmend werden deshalb auch große Unternehmen Schwierigkeiten bekommen, ausreichend geeignete Lehrlinge zu finden.

Meinung über Manager verbessern

Arbeitgeber müssen also jetzt aktiv werden, wenn sie die Chance auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung wahren wollen. Das können sie zum Beispiel mit der Aktion „Chef für 1 Tag“, die eine Brücke zwischen Jugendlichen und der Wirtschaft schlagen soll.

Das Magazin Focus-Money hat die Aktion ins Leben gerufen, um Jugendliche für wirtschaftliche Zusammenhänge zu begeistern. Indem Schüler Manager großer Unternehmen treffen, will die Aktion „Chef für 1 Tag“ die Meinung der Jugendlichen gegenüber Unternehmen und deren Managern verbessern. „Wir setzen auf die Überzeugungskraft der direkten Begegnung zwischen Top-Managern und dem Nachwuchs“, sagt Frank Pöpsel, Chefredakteur von Focus-Money.

Zielgruppe der Aktion sind Schüler, die vor dem Übergang ins Studium oder das Berufsleben stehen. In einer ersten Phase besuchen Manager großer Unternehmen Schulen und stehen einer Klasse eine Stunde lang Rede und Antwort. Danach besuchen die Schüler das sogenannte Chefcasting, in dem sie von Mitarbeitern des Personalberatungsunternehmens Odgers Berndtson einem Junior-Management-Audit unterzogen werden. Dabei wollen die Berater herausfinden, welche Chef-Qualitäten die Jugendlichen bereits haben. Der Schüler, der als Sieger aus diesem Audit hervorgeht, wird „Chef für 1 Tag“: Er verbringt einen Tag mit einem Manager, lernt dessen Arbeitsalltag und das Unternehmen kennen.

Beide Seiten profitieren

Im vergangenen Jahr hat sich auch die BW-Bank an der Aktion „Chef für 1 Tag“ beteiligt. 20 Schüler des Parler Gymnasiums in Schwäbisch Gmünd bewarben sich darum, für einen Tag einen Chefposten der Bank zu übernehmen. Claudia Diem, Vorstandsmitglied der BW-Bank, diskutierte bei einem Besuch in der Schule Wirtschafts- und Karrierethemen mit den Jugendlichen. Beim darauf folgenden Chefcasting setzte sich der 17-Jährige Lutz Weber als Sieger durch. Er verbrachte im Herbst einen Arbeitstag gemeinsam mit BW-Bank-Vorstand Diem. Dabei nahm er an einer Besprechung zur Budgetplanung teil, besuchte einen mittelständischen Kunden der Bank und sprach mit Wertpapierhändlern des Instituts.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag hatte der Jugendliche viel gelernt und viele neue Eindrücke gewonnen. Auch BW-Bank-Vorstand Diem war zufrieden: „Wir sind einer der größten Ausbildungsbetriebe im Finanzsektor in Baden-Württemberg. Für uns ist es deshalb sehr wichtig, direkt mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.“ Freuen konnten sich auch die Klassenkameraden von Lutz Weber: Als Abschluss der Aktion lud die BW-Bank die ganze Schulklasse zu einem Fußball-Heimspiel des VfB Stuttgart ein.

 

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09.01.2013 | Angebliche Enkel kassieren Senioren ab

 

Die Masche ist uralt, aber sie funktioniert noch immer: Mit einem „Du ahnst nicht, wer dran ist“ und ähnlichen Sätzen begrüßen Betrüger ältere Menschen am Telefon. Dann tischen sie ihnen die Geschichte vom vermeintlichen Kind, Enkel oder Neffen auf, der dringend Geld braucht.

Die Betrüger geben zum Beispiel vor, sie müssten eine Anzahlung für einen Wohnungskauf leisten, schnell ihr Auto reparieren lassen – oder hätten einen Unfall verursacht und müssten eine Operation für ein angefahrenes Kind bezahlen, weil ihnen sonst ein Strafverfahren drohe. Mit solchen und ähnlichen Geschichten überreden sie die älteren Leute dazu, große Teile ihrer Ersparnisse von der Bank abzuheben. Schließlich lassen sie das Bargeld von einem Boten an der Haustür abholen.

So abstrus diese Geschichten teilweise auch klingen mögen, glauben manche Senioren sie doch. Und zwar so oft, dass die Polizei inzwischen einen eigenen Namen für die Betrugsmethode erfunden hat. Es gibt sogar eine eigene Ermittlungsgruppe, um hinter die Drahtzieher der „Enkeltricks“ zu kommen. Mehr als ein Jahr lang ermittelten Beamte des Dezernats für Organisierte Kriminalität bei der Landespolizeidirektion in Karlsruhe im Milieu der Trickbetrüger.

Dabei stellten sie fest, dass immer mehr Opfer aus Gutgläubigkeit, Verwirrtheit und Hilfsbereitschaft auf die Enkeltrick-Betrüger hereinfallen: In den Jahren 2008 bis 2010 hat sich die Zahl der Betrugsversuche mit dem Enkeltrick in Deutschland auf über 3.000 mehr als verdoppelt. Im Jahr 2011 wurden sogar 5.200 Versuche gemeldet – davon waren fast 500 erfolgreich. Die Polizei vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist.

Schäden wie beim Bankraub

Der Boom des Enkeltricks hängt mit der hohen möglichen Beute zusammen. Im Schnitt händigten die Opfer ihren angeblich in Geldnot geratenen Verwandten 11.500 Euro aus – das ist in etwa so viel wie bei einem durchschnittlichen Bankraub. In Baden-Württemberg ging zuletzt mehr als jeder dritte angezeigte Trickbetrugsfall auf den Enkeltrick zurück. Gerade in der dunklen und besinnlichen Jahreszeit beobachten die Ermittler immer wieder neue Betrugswellen. Verbraucherschützer warnen derweil vor immer neuen Gesprächsvarianten, mit denen die Anrufer versuchen, ältere Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen.

Zur Masche zählten häufig auch Einschüchterungsversuche. So drohen die vorgeblichen Verwandten damit, den sozialen Kontakt abzubrechen. Andere geben an, sie müssten ins Gefängnis, wenn sie nicht schnell bezahlen könnten.

 

Die BW-Bank klärt mit auf

Angesichts der großen Kreativität der Betrüger und der steigenden Fallzahlen tut Aufklärung not. Und so engagiert sich die Baden-Württembergische Bank in Kooperation mit der Polizei mit ganz unterschiedlichen Projekten in der Präventionsarbeit. „Als Bankhaus, das eng im Privatkundengeschäft der Region verankert ist, sehen wir es als unsere gesellschaftliche Aufgabe an, Menschen für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Klaus Thomas, Leiter des Privatkundengeschäfts der BW-Bank in Stuttgart. So können Senioren in ihrer BW-Bank-Filiale kostenlos Broschüren über die häufigsten Maschen von Trickbetrügern bekommen, auch werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig geschult und fragen nach, wenn Kunden ungewöhnlich hohe Summen abheben wollen.

Zudem unterstützt die BW-Bank auch die Polizei und die Bezirksämter in Stuttgart bei der Aufklärungsarbeit. So tourte zwischen Juli und September, unterstützt von der BW-Bank, das Theaterstück „Hallo Oma – ich brauch Geld“ durch die Stuttgarter Stadtteile, zu dem die Polizei im Rahmen ihrer Präventionsarbeit Senioren kostenlos einlud.

Betrugsprävention/Zentrale Stelle:

Um Präventivmaßnahmen zur Aufdeckung von strafbaren Handlungen besser koordinieren und optimieren zu können, hat die LBBW 2011 eine sogenannte „Zentrale Stelle“ im Bereich Compliance geschaffen. Diese unterstützt die Erstellung der jährlichen Gefährdungsanalyse für das Risikomanagement. In dieser Analyse werden alle etwaigen Risiken für die LBBW erfasst, kategorisiert, bewertet und Gegenmaßnahmen definiert.

Ansprechpartner im Bereich Compliance:

Barbara Seiler
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Telefon: +49 711 127-70620
Fax: +49 711 127-6670620
E-Mail: Barbara.Seiler@LBBW.de

 

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05.11.2012 | Betrieblicher Umweltschutz zahlt sich doppelt aus

 

Energie sparen, Abfall vermeiden, den CO 2 -Ausstoß senken. Unternehmen haben viele Möglichkeiten, die Umwelt zu schützen. Das Beste: Solche Maßnahmen sind oft nicht nur gut für das Gewissen, sondern auch fürs Konto.

„Nachhaltige Unternehmensführung“, das ist ein sperriger und erst mal wenig anschaulicher Begriff. Im betrieblichen Alltag lassen sich daraus aber ganz pragmatische Ideen entwickeln, wie eine aktuelle Studie von Ernst & Young belegt. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft hat 500 Entscheider kleiner und mittelständischer Unternehmen gefragt, wie sie es in ihrem Alltag mit der „Nachhaltigkeit“ halten. Das Ergebnis: 26 Prozent der Befragten verstehen darunter eine Unternehmensführung, die auf langfristiger Planung und Bestandssicherung beruht. Gleich danach folgt für 22 Prozent umweltverträgliches Handeln. Ökonomie und Ökologie stehen für die Unternehmer bei der Nachhaltigkeit nahezu gleichberechtigt vorn.

Und das ist für die Studienautoren durchaus verständlich. Denn die Zukunftsfähigkeit vieler Unternehmen hängt nun einmal stark davon ab, wie ressourcenschonend sie künftig produzieren – und das ist ebenso davon abhängig, wie sie die Unternehmensstrategie ausrichten, wie vom alltäglichen Umgang mit Energie und Rohstoffen.

Der Erfolg des betrieblichen Umweltschutzes, auch darauf verweisen die Autoren der Studie, ist oft direkt messbar – in der Energiebilanz genauso wie auf dem Konto, wenn etwa Strom-, Wärme- und Wasserkosten sinken. Gerade das Thema Energieeffizienz wird, so die Prognosen der Studienautoren, in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, „bietet die Einsparung von Energie doch ein hohes Kostensenkungspotenzial“.

Vier von zehn Unternehmen erstellen Energiebilanzen

Was aber tun die Mittelständler in Sachen Umweltschutz konkret? Zunächst einmal machen viele von ihnen inzwischen ihren eigenen ökologischen Fußabdruck transparent. So haben viele Unternehmen Umweltrichtlinien aufgestellt, 40 Prozent geben eine Ökobilanz heraus, und etwa jedes dritte befragte Unternehmen ist nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO14001 zertifiziert, die Standards zur Planung, Ausführung, Kontrolle und regelmäßigen Verbesserung des Umweltschutzes vorgibt.

Darüber hinaus setzen die Unternehmen ganz pragmatisch an Stellschrauben an, die sich besonders leicht bewegen lassen. In der Befragung rangieren die Themen Recycling und Abfallvermeidung, energieeffizientes Gebäudemanagement und der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser ganz oben auf der Liste der für Unternehmen bedeutsamen Umweltschutzmaßnahmen – übrigens dominieren die Themen Recycling und Gebäudetechnik genauso stark wie bei einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2007. Offenbar halten die Mittelständler das Umweltschutzpotenzial in diesen Feldern bis heute für nicht ausgeschöpft.

In der Priorität weiter hinten folgen dann komplexere Maßnahmen wie die allgemeine Senkung des CO 2 -Ausstoßes oder umweltfreundliche Transportwege. Auch Aktivitäten, die höhere Investitionen erfordern, wie ökologische Fuhrparks oder der Einsatz regenerativer Energien, sind für Mittelständler nachrangig.

Ähnlich pragmatisch beim Umweltschutz: die LBBW

Markus Niebauer, der bei der Landesbank Baden-Württemberg die Betriebstechnik für die Stuttgarter Gebäude verantwortet, hat in den vergangenen Jahren ebenfalls die Arbeitsabläufe im Haus und die Gebäudetechnik systematisch auf Umweltaspekte hin abgeklopft – und eine Menge Energiesparpotenzial gefunden. „Wir schauen uns stets auch die Kosten-Nutzen-Rechnung an, wenn wir uns einer umweltfreundlichen Idee widmen“, sagt Niebauer.

Damit würden auch andere Unternehmen gut fahren, ist Niebauer überzeugt; zumal die Bank in den vergangenen Jahren mit dieser Strategie beachtliche Erfolge erzielt hat. Beispiel Abfallentsorgung: An die 90 Prozent der Abfälle gehen inzwischen in den Rohstoffkreislauf zurück, werden also aufbereitet und verwertet. Beispiel Energiebilanz: Von 2007 bis 2011 konnte die LBBW die CO 2 -Emissionen um rund 75 Prozent reduzieren. Ein entscheidender Faktor war dabei die Umstellung auf Ökostrom.

Die Heizkosten in den Gebäuden sinken ebenfalls seit Jahren kontinuierlich, unter anderem durch eine bessere Steuerung der Klimatechnik. Und seit UV-Filter das Wasser im Haus so entkeimen und aufbereiten, dass es sich für die Gebäudekühlung einsetzen lässt, ist der Chemikalieneinsatz deutlich gesunken.

Die neue Spülmaschine spart jeden Tag

Viele Umweltschutz-Investitionen haben auch ganz unmittelbare wirtschaftliche Vorteile. So ging zum Beispiel in der Kantine der Unternehmenszentrale gerade eine neue Geschirrspülanlage in Betrieb. Diese verursachte zwar einen Aufwand im siebenstelligen Bereich, reinigt aber zurzeit pro Tag bis zu 16.000 Geschirr- und Besteckteile und verbraucht so viel weniger Wasser und Strom, dass die Anschaffung sich bereits in wenigen Jahren amortisiert haben dürfte. Ähnlich schnell rechnen sich zwei große Wärmepumpen, über die sich die Abwärme des Rechenzentrums fast vollständig für Heizung und Brauchwasser nutzen lässt. Auch hier hat Niebauer spitz kalkuliert: „In rund anderthalb Jahren haben wir die Kosten wieder drin“, prognostiziert er. „Ab dann profitieren wir sogar finanziell von der Anlage.“

In anderen Fällen kann es durchaus sinnvoll sein, Investitionen auch noch einmal zu verschieben. So beobachtet Niebauer zum Beispiel seit einiger Zeit den LED-Markt: Die junge Technik wird sich mittelfristig als alternatives Leuchtmittel durchsetzen. Bisher hat sich aufgrund vieler Sonderanfertigungen bei der LBBW aber noch keine Lösung gefunden.

 

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17.08.2012 | Stiftungsziele bereits über die Vermögensanlage verwirklichen

 

Die Idee stammt aus den USA, nun findet Mission Investing auch hierzulande erste Anhänger. Die Idee: Stiftungen verfolgen ihren Zweck schon bei der Geldanlage – und erhöhen damit ihre Wirkung.

Man muss nicht Bill Gates heißen, um einen Trend zu setzen – aber der Name hat sicherlich eine Menge dazu beigetragen, dass die Stifterwelt sich heute so viele Gedanken über ihre Anlagestrategie macht. Gates, den sein Unternehmen Microsoft zu einem der reichsten Männer der Geschichte machte, hat inzwischen den größten Teil seines Vermögens der Bill & Melinda Gates Foundation übertragen. Die kümmert sich um Gesundheit, Bildung und Entwicklungshilfe vor allem in Afrika. Und doch geriet der großzügige Spender mit seinem Vorhaben, Gutes zu tun, schnell in die Kritik.

Denn Gates' Stiftung, mit einem Kapitalstock von 33,5 Milliarden US-Dollar und fast 1000 Mitarbeitern die größte Privatstiftung der Welt, verteilte zwar großzügig Kapitalerträge etwa zur AIDS-Prävention – nutzte dazu aber eine Anlagestrategie, die gewissermaßen die Stiftungsziele konterkarierte, etwa durch Investitionen in Aktien von Pharmakonzernen, die nach Ansicht von Kritikern überteuerte Medikamente in die Dritte Welt verkauften. Die Gates-Stiftung sei auf dem Investoren-Auge blind, hieß es.

Jede zweite Stiftung will zweckkonform investieren

Inzwischen haben die Anlagestrategen der Stiftung gegengesteuert – und achten bei der Geldanlage darauf, zumindest kein Geld mehr in Unternehmen zu stecken, deren Geschäfte dem Stifterwillen widersprechen. Ein derart zweckbezogenes Investieren nennt sich "Mission Investing" – und darauf wollen nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland künftig mehr Stifter achten. 45 Prozent der 200 kapitalstärksten Stiftungen in Deutschland gaben an, in Zukunft so zu investieren, dass ihre Vermögensanlage im Einklang mit dem Stiftungsauftrag erfolgt – und dazu unter anderem – aus der jeweiligen Stiftungsperspektive betrachtet - soziale, ökologische und ethische Kriterien beachtet. Das geht aus einer neuen Studie des Bundesverbands Deutscher Stiftungen hervor.

Konsequent weitergedacht, steckt hinter dem Trend zum "Mission Investing" ein noch viel weiter reichender Gedanke: Wer mit einer Stiftung einen gemeinnützigen Zweck verfolgt, könnte ja nicht nur die Rendite aus der Vermögensanlage dafür einsetzen, sondern auch den Kapitalstock selbst. So vergeben Stiftungen zum Beispiel mit Hilfe des Stiftungskapitals Kredite an Studenten, investieren in medizinische Forschungseinrichtungen oder beteiligen sich an Sozialunternehmen. "Die Hebelwirkung liegt dann darin, dass die Stiftung ihr Kapital doppelt wirken lassen kann", erklärte Hermann Falk, stellvertretender Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, bei der Präsentation der Studie Ende Juli in Berlin: "Zum einen erzielt sie eine marktübliche Verzinsung, und zum anderen eine Gemeinwohlorientierung in Form von zusätzlichen Pflegeplätzen, Studiendarlegen und so weiter."

Zweckfördernde Investments sind noch in der Experimentierphase

Die Studienautoren sehen die deutschen Stiftungen hier allerdings erst am Beginn eines Weges, in einer "Experimentierphase". So habe zum Beispiel die Eberhard von Kuenheim Stiftung des Autobauers BMW, die Pilotprojekte zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen fördert, im Jahr 2011 mit dem Aufbau eines speziell zweckbezogenen Anlageportfolios begonnen und will mittelfristig rund ein Siebtel des Stiftungsvermögens dort investieren. Anderswo ist die Zurückhaltung noch größer – wenngleich die Studie darauf verweist, dass viele Bedenken etwa zu rechtlichen Fragen oder in Bezug auf Risiken unbegründet seien. Im Gegenteil: Die Autoren rechnen vor, dass der deutsche Stiftungssektor um 300 Prozent wirksamer sein könnte, wenn die untersuchten Stiftungen nur drei Prozent ihres Gesamtvermögens von rund 100 Milliarden Euro konkret zweckbezogen investieren würden.

Auch traditionelle Anlageformen bleiben sinnvoll

"Es kann natürlich nicht nur darum gehen, das gesamte Kapital im engeren Sinne zweckfördernd anzulegen", sagt Mirjam Schwink, stellvertretende Direktorin des Stiftungsmanagements bei der Baden-Württembergischen Bank, die die Studie maßgeblich mitfinanziert hat. "Je nach Stiftungsaufbau und -zielen gibt es sicherlich auch gute Gründe dafür, weiterhin traditionell zu investieren.

Wichtig sei es aber, sich bewusst zu machen, wie sehr gezielte Einzelengagements die Wirkung der Stiftung verstärken könnten.

"Gerade angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus bietet die wirkungsorientierte Anlageform eine sinnvolle Alternative, um Stiftungsleistungen zu vervielfachen", sagt Schwink. Denn wegen der mageren Erträge sind inzwischen gerade kleine Stiftungen oft kaum noch in der Lage, Förderengagements aus der Vergangenheit nachhaltig aufrecht zu erhalten. "Spätestens dann sollte man sich fragen, ob man einem Kindergarten, den man ohnehin unterstützt und bereits als langjährigen Mittelempfänger kennt, nicht auch mal mit einem Darlehen hilft", sagt die Expertin. So kann es auch in schwierigen Zeiten heißen: Stiftungsziel erfüllt.

Mission Investing – aber wie?

Die Baden-Württembergische Bank unterstützt Stiftungen in der Vermögensanlage – und entwickelt in Abstimmung mit den Entscheidern der Stiftung maßgeschneiderte Anlagestrategien, die im Einklang mit dem jeweiligen Stiftungszweck erfolgen. Einen Einstieg bieten Anlageinstrumente wie Fonds, die ethische, soziale oder ökologische Faktoren berücksichtigen. Bei der Auswahl des geeigneten Anlageuniversums lässt sich die Vermögensverwaltung der BW-Bank regelmäßig von Experten der unabhängigen Ratingagentur oekom research AG unterstützen. Einen weiteren "Mission-Investing"-Zweig bilden direkte Investitionen oder Darlehen an Einrichtungen, deren Tätigkeit sich ganz konkret mit dem Stiftungszweck deckt, also etwa Forschungseinrichtungen oder Sozialunternehmen. Auch hier steht die BW-Bank beratend zur Seite.

Kontakt:
Mirjam Schwink
LL.M. stv. Direktorin Stiftungsmanagement
Baden-Württembergische Bank
Kleiner Schlossplatz 11
70173 Stuttgart
Tel.: +49 711 124-73428
Fax: +49 711 124-73106
mirjam.schwink@bw-bank.de

 

Weiterführende Links:

 

30.05.2012 | Nachhaltige Personalpolitik heißt Frauenpotenziale stärken

 

Die deutsche Bevölkerung altert und schrumpft. Für Unternehmen, die auf Fachkräfte angewiesen sind, ist das eine doppelte Herausforderung. Die Lösung ist ein nachhaltige Personalarbeit, die die Fähigkeiten aller Mitarbeiter gezielt fördert und nutzt – vor allem auch die der Frauen.

Der Befund ist nicht zu leugnen und die Entwicklung kaum aufzuhalten: Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen und altern. Seit dem Jahr 2003 nimmt die Bevölkerungszahl ab, vor allem, weil schon seit den 1970er Jahren deutlich weniger Kinder geboren werden als Menschen sterben. Diese Entwicklung wird sich so schnell auch nicht umkehren. Im Gegenteil: Geburtenstärkeren Jahrgängen der Vergangenheit stehen schrumpfende Generationen gegenüber. Und weil all diese Menschen im Schnitt immer länger leben, verändert sich die Altersstruktur der Gesellschaft in Zukunft radikal. Was einmal als Bevölkerungspyramide begann, mit vielen Jungen und weniger Alten, hat in Deutschland schon heute die Silhouette einer Zwiebel angenommen. Und nach und nach verwandelt sie sich in das, was Forscher als Urnenform bezeichnen: Eine alternde Gesellschaft, der nach und nach der Nachwuchs ausgeht.

Der aktuelle Demografiebericht der Bundesregierung belegt die Verschiebung in einer Prognose für das Jahr 2060 eindrücklich: Danach werden in 50 Jahren je nach Zuwanderung nur noch 65 bis 70 Millionen Menschen in Deutschland leben, das sind bis zu 21 Prozent weniger als heute. Jeder Dritte Deutsche wird dann älter sein als 64 Jahre, jeder Siebte sogar über 80 Jahre alt. Zugleich sinkt die Zahl der Menschen im Erwerbsalter – hierzu rechnen Forscher die 20- bis 64-Jährigen – von heute fast 50 Millionen auf nur noch 33 Millionen. Auch hier ist schon eine regelmäßige Zuwanderung eingerechnet.

Wenn Arbeitskräfte knapp werden, sind alle gefragt

Auch wenn das alles nur Prognosen sind, die so nicht eintreten müssen: Die Annahmen der Forscher sind alles andere als abwegig. Denn sie fußen zu großen Teilen auf den bereits geborenen Kindern und ihrer gut vorhersehbaren Familienplanung, die sich nicht radikal von der ihrer Eltern unterscheiden dürfte. Für die Gesellschaft bedeutet das eine gewaltige Herausforderung. Und die trifft insbesondere auch Unternehmen, die ihre Fachkräfte künftig aller Voraussicht nach aus einem um ein Drittel geschrumpften Angebot schöpfen müssen.

Die Konsequenz für die Personalpolitik ist eindeutig: Wenn das Angebot schrumpft, wird sich der Preis neuer Fachkräfte erhöhen. Zugleich werden eigene Mitarbeiter wertvoller, die man auf Führungsaufgaben vorbereiten und dann dafür gewinnen kann. Eine nachhaltige Personalpolitik beginnt daher im eigenen Haus – so wie bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW): „In den kommenden Jahren werden bei uns altersbedingt viele Führungskräfte-Stellen vakant“, sagt Hans-Jörg Vetter, Vorsitzender des LBBW-Vorstands, der das Thema inzwischen zur Chefsache erklärt hat: „Das heißt, wir brauchen geeigneten Nachwuchs. Und dabei geht es mir vor allem darum, das vorhandene Potenzial in den eigenen Reihen zu optimieren.“

Bei den Frauen schlummert das größte Potenzial

Vielversprechend ist dabei vor allem die gezielte Frauenförderung – denn hier liegt in Unternehmen offensichtlich besonders viel Potenzial brach. So belegt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey unter Großunternehmen in Europa, dass Frauen gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbelegschaft in Führungspositionen stark unterrepräsentiert sind: So beschäftigen die 130 befragten Konzerne im Schnitt 37 Prozent Frauen. Schon im mittleren Management liegt der Frauenanteil aber nur noch bei 22 Prozent, in der dritten und zweiten Führungsebene fällt er weiter, bis sich schließlich auf Vorstandsebene unter 100 Personen gerade noch zwei Frauen finden. „Wenn man davon ausgeht, dass dies Schlüsse auf die künftige Repräsentation von Frauen in Führungspositionen zulässt, ist das ein unerfreuliches Ergebnis“, heißt es bei McKinsey. Denn wird die Nachwuchs-Pipeline nicht gleichmäßig mit Männern und Frauen gefüttert, werden diese sich an der Spitze auch künftig schwer durchsetzen. Dort aber sind angesichts der demografischen Entwicklung dringender denn je alle Kräfte gefragt.

Das hat auch die LBBW erkannt, schließlich liegt hier der Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft und bei Berufseinsteigern über 50 Prozent, und trotzdem finden sich in der zweiten Führungsebene derzeit nur 4,1 Prozent Frauen. „Hier schlummern also ganz offensichtlich Potenziale“, sagt Vetter. Er will im Unternehmen deshalb nicht nur für Werte wie Gleichberechtigung, Fairness und Emanzipation kämpfen. „Frauenförderung ist auch ein ökonomisches Handlungsfeld, entscheidend für die Zukunftssicherung unseres Unternehmens in Zeiten eines schrumpfenden Arbeitskräfteangebots.“

Ein Netzwerk macht Frauen sichtbar

Die LBBW hat dazu schon im Jahr 2007 ein Frauennetzwerk ins Leben gerufen. Mit-Initiatorin und Sprecherin Regina Hauser will mit der unternehmensinternen Initiative, der sich inzwischen rund 250 Mitarbeiterinnen angeschlossen haben, die „Frauen sichtbarer machen“. Dazu treffen sich alle Netzwerkerinnen einmal im Jahr zu einer großen Jahrestagung. Außerdem sprechen sie regelmäßig in Arbeitsgruppen über Themen wie Teilzeit oder Karriere, entwickeln dabei neue Konzepte und Ideen. Und sie tauschen sich auch immer wieder mit Frauen in Führungspositionen aus. Das Netzwerk, für das Vorstandschef Vetter die Schirmherrschaft übernommen hat, hat handfeste Erfolge vorzuweisen. So wurde eine Jobsharing-Börse ins Leben gerufen. Noch in diesem Jahr soll ein Mentoringprogramm starten, das gezielt Mitarbeiterinnen mit Potenzial für das obere Management qualifizieren soll.

Und schließlich hat der Vorstand gerade ein Seminar zur Erweiterung der Führungskompetenz nicht nur genehmigt, sondern für die Bereichsleitungen verpflichtend gemacht. Ihnen soll dabei auch vermittelt werden, wie sie Führungskräftepotenzial und Karriereambitionen bei Frauen frühzeitig erkennen und unterstützen können. „Frauen äußern ihre Pläne und Wünsche anders“, sagt Sabine Schiffer, Diversity-Beauftrage bei der LBBW, die das Konzept mitentwickelt hat. „Und die vorwiegend männlichen Führungskräfte haben oft alte Rollenbilder im Kopf.“ Deshalb habe man im Unternehmen weniger ein Potenzial- als ein Strukturproblem. „Wir haben Führungskräfte, die oft nicht erkennen, was Frauen wollen. Frauen, die nicht erkennen, dass man sie will. Und Strukturen, die es Frauen schwer machen, Führungsverantwortung zu übernehmen. Frauen wünschen sich flexiblere Strukturen bei der Arbeitszeit, dem Arbeitsort und eine Unternehmenskultur, in der Leistung stärker an Ergebnissen als an der Präsenz gemessen wird.“ Neben den Angeboten zur Kinderbetreuung und dem klaren Bekenntnis der Personalpolitik zu Chancengleichheit, so Schiffer weiter, seien dies wichtige Strukturveränderungen, wenn es darum geht Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können. „Von einer so verstandenen Frauenförderung profitieren Männer wie Frauen gleichermaßen“, ist sich die Diversity-Beauftragte sicher.

Kontakt:
Regina Hauser
Referentin HR und Sprecherin des Frauennetzwerks
Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Tel.: +49 711 127-48756
Regina.Hauser@lbbw.de

Sabine Schiffer
Diversity-Beauftragte
Landesbank Baden-Württemberg
Große Bleiche 54
55098 Mainz
Tel.: +49 6131 6435551
Sabine.Schiffer@lbbw.de

 

28.03.2012 | Grüner Strom braucht neue Trassen

 

Es geht um nicht weniger als um 40 Milliarden Euro. So viel Geld wird, glaubt man den Schätzungen der Experten des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft, nötig sein, um die Stromnetze in Deutschland auf das vorzubereiten, was künftig aus der Steckdose kommen soll: Ein Strommix ohne atomare Energie, dafür mit immer größeren Anteilen aus Sonnen-, Wind- und Biomasse-Kraftwerken.

„Die Rechnung ist eigentlich ganz simpel“, erklärt Patrick Wellnitz aus der Abteilung Project Finance / Structured Finance im LBBW-Geschäftsbereich Large Corporates, der sich um Großkunden unter anderem aus der Energiewirtschaft kümmert: „Der Wind weht im Norden, gebraucht wird die meiste Energie aber eher im Süden Deutschlands.“ Weil außerdem nachts keine Sonne scheint und das Windaufkommen stark schwankt, reichen die heutigen Stromnetze bei Weitem nicht aus, um die gewachsenen Anforderungen zu meistern – beispielsweise, die Energie über weite Strecken zum Kunden zu befördern und einen stabilen Netzbetrieb zu gewährleisten.

Tausende Kilometer Kabel fehlen

Nachdem die beschleunigte Energiewende mit dem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland beschlossene Sache ist, steht die hiesige Energielandschaft so vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte: „Nicht nur auf die Versorger, auch auf die Stromnetzbetreiber kommen gewaltige Investitionen zu“, sagt Dr. Hans-Matthias Neugebauer, Abteilungsleiter Project Finance / Strutured Finance, dessen Abteilung sich u. a. intensiv mit dem Thema Netze beschäftigt. „Die Energiewende ist ohne den Ausbau der Netzinfrastruktur nicht machbar.“

Betroffen sind einerseits rund 1000 Betreiber kleinerer Verteilernetze, die den Strom vor Ort in die Gebäude bringen. Aber auch die Betreiber der großen Trassen sind aufgefordert, ihre Netzkapazitäten auszubauen; Tausende Kilometer neuer Kabel sind nötig. In dem stark regulierten Markt – ein unterbrechungsfreier Stromtransport ist schließlich von großem öffentlichem Interesse – sind hierzulande vier Konzerne in Gebietsmonopolen aktiv. Die wichtigsten Trassen von Norden nach Süden gehören TenneT, der Osten wird von 50Hertz versorgt, der Südwesten von der EnBW und die Ballungszentren Westdeutschlands beziehen ihren Strom über Netze von Amprion. Alle vier Netzbetreiber gehörten einst den großen Energieversorgern E.on, Vattenfall, EnBW und RWE – inzwischen sind oder werden die Mehrheitsanteile verkauft. So will es der Gesetzgeber, der Stromerzeugung und Transport zugunsten der Verbraucher voneinander trennen will.

Übertragungsnetzbetreiber in Vorleistung

All das hat mächtig Bewegung in den Markt gebracht, zumal die Verkäufe nun zusammenlaufen mit neuem Kapitalbedarf. Bestes Beispiel dafür ist der Verkauf von 74,9 Prozent der Amprion-Anteile, die RWE im vergangenen Jahr an institutionelle Investoren veräußerte. Die LBBW hat als Konsortialführerin mit drei weiteren Banken die nötigen Kredite für das Geschäft arrangiert und strukturiert. Insgesamt wurden 800 Millionen Euro in zwei Tranchen bereitgestellt – Geld, das benötigt wurde, um die frühere Konzernfinanzierung abzulösen, um Netzinvestitionen zu bezahlen – und um die Verkäufer von Strom aus Erneuerbaren Energien auszuzahlen, deren Strom laut Erneuerbare-Energien-Gesetz vorrangig zu transportieren und sogar zu vergüten ist. Denn darin liegt inzwischen ein nicht unwesentlicher Teil des Geschäftsmodells von Amprion und Co: 70 bis 85 Prozent ihrer Umsätze erzielen sie über einen speziellen Ausgleichsmechanismus von den Stromkunden, die ja für den Ökostrom zahlen müssen. Bevor sie dieses Geld erhalten, müssen die Übertragungsnetzbetreiber aber in Vorleistung treten und ihrerseits die Ökostromlieferanten auszahlen. „Dadurch entsteht ein gewaltiger Vorfinanzierungsbedarf“, erklärt Thomas Leidenberger, Head of Origination Project Finance / Strutured Finance. Auch dazu war das strukturierte Darlehen an Amprion gedacht.

Genauso wie für den Netzausbau. Auch den werden letztlich überwiegend die Stromverbraucher zahlen müssen, denn auch diese Investitionen werden über höhere Strompreise refinanziert werden. Dafür sorgt der Gesetzgeber: Netzbetreiber melden ihre Ausbaupläne an die Regulierungsbehörde, diese genehmigt sie – und erlaubt den Anbietern im Gegenzug höhere Erlösobergrenzen für den Stromtransport.

Für Investoren bietet die Regulierung große Chancen

Auch dazu brauchen die Übertragungsnetzbetreiber und ihre neuen Eigentümer allerdings zunächst einmal starke Finanzierungspartner – und zwar solche, die sich nicht nur mit grünem Strom auskennen, sondern auch mit dem dichten Gesetzesgeflecht. Auf der anderen Seite winken für die Geldgeber stabile Erträge: Denn das Geschäftsmodell der Übertragungsnetzbetreiber ist nicht nur krisensicher, weil die Stromnachfrage in den kommenden Jahren sicherlich nicht versiegt. Auch die Vergütung ist dank des engmaschigen Gesetzeswerks gesichert. „Wir beurteilen die Branche als nachhaltig stabil und weitgehend vorhersehbar“, sagt LBBW-Experte Wellnitz. Und damit passen Investitionen in die Energiewende hervorragend in die Zeit. Schließlich suchen Anleger allerorten nach risikoarmen Investments.

Der Bereich „Large Corporates“: LBBW hat Großkunden im Blick

Im Bereich Large Corporates der LBBW sind Geschäfte mit Unternehmenskunden zusammengefasst, die mittelfristig Umsätze ab etwa 500 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften. Weil gerade im Geschäft mit großen Kunden Branchen-Knowhow gefragt ist, wie die Regularien in der Energieindustrie eindrücklich demonstrieren, verfolgt die LBBW bei der Betreuung einen sektoralen Ansatz und fokussiert sich auf Branchen und Kernthemen. Neben dem Geschäftsfeld Energie, welches u. a. Erneuerbare Energien, Netze und konventionelle Kraftwerke umfasst, gehören hierzu u. a. die Kernsektoren Automotive, Maschinenbau, Technologie, Chemie & Pharma etc.

Kontakt:
Dr. Hans-Matthias Neugebauer
Abteilungsleiter Project Finance / Structured Finance

Patrick Wellnitz
Executive Director Project Finance / Structured Finance
Patrick.Wellnitz@LBBW.de
Tel.: +49 711 127-0

 

Weiterführende Links:

  • „EEG/ KWK-G“: Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber informieren gemeinsam über die Gesetzeslage
    http://www.netztransparenz.de/de/index.htm
  • Bundesnetzagentur: Die zuständige Regulierungsbehörde informiert über die Energieregulierung
    http://www.bundesnetzagentur.de
  • Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Die Spitzenorganisation der Energiewirtschaft berichtet über aktuelle Entwicklungen
    http://www.bdew.de
  • Deutsche Energie-Agentur (DENA): Das Unternehmen, das dem Staat und mehreren Banken gehört, hat die wichtigsten Studien rund um den nötigen Trassenausbau erstellt
    http://www.dena.de
 

10.11.2011 | Anleger wollen Nachhaltigkeit – auch bei Renten

 

Was für viele beim Aktienkauf zählt, interessiert auch immer mehr Rentenanleger: Die Geldanlage nach Kriterien wie Umweltschutz, sozialen Zielen und Standards guter Führung.

Immer mehr Investoren lassen sich bei der Auswahl ihrer Anlageziele nicht mehr nur von Chance und Risiko leiten, sondern auch von ethischen Motiven. Ökologische Aspekte, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit – auch im Umgang mit finanziellen Ressourcen – avancieren zum Leitmotiv der Geldanlage, zeigt das „Vermögensbarometer 2011“, eine repräsentative Befragung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands unter über 2000 Verbrauchern. So zeigt sich jeder dritte Deutsche offen für nachhaltige Geldanlagen, insbesondere einkommensstarke Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 2.500 Euro (46%). Und jeder zweite Deutsche ist sogar bereit, auf eine höhere Rendite zu verzichten, wenn im Ausgleich dafür die nachhaltigen Aspekte bei einer Anlageform im Vordergrund stehen.

Weil das so ist, gewinnen sogenannte Socially Responsible Investments oder Sustainable and Responsible Investments (SRI) immer mehr Anhänger. Zunächst waren SRI-Produkte in der Regel Aktienfonds. Doch zuletzt sind auch verstärkt Rentenfonds auf den Markt gekommen, die nach SRI-Kriterien investieren. In den vergangenen drei Jahren stieg die Zahl der SRI-Rentenfonds um die Hälfte, von 36 auf 55. Das Volumen, das Anleger dort investiert hatten, verdoppelte sich im selben Zeitraum nahezu von 3,3 auf 6 Milliarden Euro, wie Daten des Sustainable Business Institutes (SBI) belegen.

Auch der europäische Dachverband für nachhaltige Investments, Eurosif (European Sustainable Investment Forum), vermeldet ein stark steigendes Interesse an SRI-konformen Geldanlagen. Zum SRI-Markt rechnet Eurosif alle ethischen, verantwortlichen, nachhaltigen Investments sowie weitere Anlagekonzepte, bei denen Umweltschutz, soziale Ziele und Standards guter Unternehmensführung berücksichtig sind – und zwar über gesetzliche Zwänge hinaus.

Zum Kern-SRI-Markt zählt Eurosif erstens Investoren mit mindestens drei festen ethischen Ausschlusskriterien: Waffenhandel, Kinderarbeit und Kartellverstöße. Zweitens solche, die bei der Anlage auf die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche oder ganz auf Nachhaltigkeitsthemen, wie Umweltschutz, setzen. Und drittens Anleger, die Ausschlusskriterien und positive SRI-Auswahl kombinieren. Zum erweiterten SRI-Markt gehört für Eurosif auch, wer bei Anlageentscheidungen grundsätzlich SRI-Kriterien einbezieht und sich im Dialog mit Unternehmen dafür engagiert, also etwa auf Hauptversammlungen für entsprechende Ziele stimmt.

Insgesamt waren in Europa laut Eurosif Ende 2009 fünf Billionen Euro nach SRI-Kriterien investiert. Das waren 87 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Bemerkenswert ist auch hier die Verlagerung bei den Anlageklassen: 53 Prozent der SRI-Gelder steckten zuletzt in Rententiteln – Festverzinsliche sind damit inzwischen klar die Anlagefavoriten der Nachhaltigkeitsinvestoren.

Weil die Nachfrage nach ökologisch, ethisch und sozial korrekten Investments auf der Rentenseite auch bei Privatanlegern stark gestiegen ist, hat die LBBW Asset Management einen ursprünglich rein institutionellen Fonds geöffnet, der sich an genau solchen Maßstäben orientiert. Im März 2010 wurde der „LBBW Nachhaltigkeit Renten “ auch für Privatinvestoren zugänglich und ist somit für jedermann zu kaufen. Der Fonds legt das Kapital der Investoren nur in solche Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen an, die strengen Nachhaltigkeitskriterien in Bezug auf Klimawandel, Ressourcenknappheit und Corporate Governance genügen.

Der Auswahlprozess erfordert spezielles Know-how, wie Co-Fondsmanagerin Melanie Specht erklärt. „Neben der Bewertung von Unternehmen oder Pfandbrief-Emittenten kommt bei dem Fonds „,LBBW Nachhaltigkeit Renten“’ noch die Einschätzung der Nachhaltigkeitsleistung von Staaten hinzu. Dafür gelten natürlich andere Kriterien als bei Unternehmen." Die LBBW Asset Management vertraut daher auf die Expertise der erfahrenen Ratingagentur oekom research, die sich neben Bewertung von Unternehmen auch auf die Analyse von Staaten spezialisiert hat. Gemäß den Methoden von oekom research verfolgt die LBBW Asset Management ein zweistufiges Verfahren bei der Auswahl. Es beginnt mit einem Katalog fester Ausschusskriterien. Dieses Negativ-Screening verbietet bei Staatsanleihen zum Beispiel die Anlage in autoritäre Regime, in Länder, die Menschen- oder Arbeitsrechte massiv verletzen, die Kinderarbeit zulassen, in korrupte Staaten oder auch in solche mit einem extrem hohen Rüstungsbudget.

Unter den Investitionszielen, die diesen Filter durchlaufen haben, folgt dann die Anlageentscheidung nach dem „Best-In-Class“-Prinzip: Das Geld fließt vorzugsweise dorthin, wo überdurchschnittliche SRI-Ergebnisse erzielt werden. Dazu prüft und vergleicht die oekom research AG das Abschneiden bei über 200 sozialen und ökologischen Kriterien. „Für Anleger heißt das im Ergebnis, dass ein nachhaltiger Rentenfonds ihnen eine doppelte Rendite bietet. Einerseits können sie marktgerechte Zinserträge erwarten, andererseits können sie durch ihre Geldanlage eine gesellschaftliche Rendite erzielen, indem sie durch ihr Verhalten nachhaltige Akteure am Kapitalmarkt belohnen“, erklärt Specht.

Zukunftssparen: Garantierte Zinsen mit sozialer Verantwortung

Zum Weltspartag 2011 bot die BW-Bank ihren Kunden eine attraktive Alternative im Bereich nachhaltige Geldanlage – ganz ohne Verlustrisiken: Wer im Aktionszeitraum in den BW ZukunftsSparbrief investierte, konnte aktiv den nachhaltigen Umbau der Energiewirtschaft fördern.

Das Produkt hat eine feste Laufzeit von 13 Monaten und bietet eine garantierte Verzinsung von 2,00 % p.a. Mit Hilfe des dort investierten Kapitals fördert die BW-Bank Projekte wie Wind- und Solarparks sowie Wasserkraftwerke deutscher oder anderer europäischer Betreiber. Da ein Investment in den BW ZukunftsSparbrief bereits ab 2.000 Euro Anlagevolumen möglich war, konnte ein großer Kundenkreis angesprochen werden.

 

Weiterführende Links:

  • European Sustainable Investment Forum
    www.eurosif.org
  • Forum Nachhaltige Geldanlagen (deutscher Partner bei Eurosif)
    www.forum-ng.de
  • UN Principles for Responsible Investment (UN PRI)
    http://www.unpri.org/principles/
  • United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI): Die Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms befasst sich mit der Frage, nach welchen Faktoren Manager und Investoren SRI-Bemühungen bewerten sollen
    www.unepfi.org
  • Global Reporting Initiative: Die GRI will weltweite Standards zur transparenten Unternehmensberichterstattung durchsetzen
    www.globalreporting.org
 

15.09.2011 | Autoindustrie sucht Antriebstechnik der Zukunft

 

Automobilhersteller in aller Welt diskutieren, wie sie Autos in Zukunft mit Hilfe nachhaltiger Energien antreiben können. Welche Antriebstechniken sich durchsetzen werden, darüber entscheiden maßgeblich Kosten, Käufer und die Politik. Das belegen auch Branchenanalysen, die LBBW-Experten für ihre Kunden regelmäßig fertigen.

Es geht um Benzin oder Diesel, um Gas, Wasserstoff oder Strom – und um die Zukunft einer ganzen Industrie. Die Frage, welche Energiequellen und welche Antriebstechnik Autos künftig ins Rollen bringen, wurde nie so konkret diskutiert wie in diesen Tagen. Nach Jahren theoretischer Diskussionen um Alternativen zu konventionellen Benzin- und Diesel-Motoren sind inzwischen Erdgas- und Biosprit-Motoren im Einsatz. Und auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA), die in diesen Tagen die weltweite Autoindustrie nach Frankfurt lockt, präsentieren die Hersteller neue Modelle und Studien, bei denen der Batterieantrieb eine tragende Rolle spielt. Es dominieren Hybridautos als Kombination aus konventionellem und Elektromotor, die – im Falle sogenannter Vollhybride - kürzere Strecken auch rein elektrisch zurücklegen können und die oft per „Plug-In“-Anschluss an jeder Steckdose oder in der heimischen Garage aufladbar sind. Dazu kommen Elektro-Kleinwagen, die völlig auf Benzin verzichten – und ausschließlich Strom tanken.

Die IAA erlaubt auch einen Blick in die Zukunft: Forschungsfahrzeuge demonstrieren, welche weiteren Alternativen zum Öl die Anbieter auf Hochtouren entwickeln: So testen gleich mehrere Hersteller Brennstoffzellenfahrzeuge, die Wasserstoff tanken – und als langfristige Alternative zur heutigen Motorentechnik gelten. Auf der Suche nach zusätzlichen Energieträgern jenseits des Öls ist außerdem synthetisches Methan im Gespräch, das sich aus regenerativen Quellen gewinnen ließe.

Nachhaltige Mobilität: Machbar, aber teuer

Die Vielzahl an Bemühungen um Alternativen zu ölbetriebenen Fahrzeugen zeigt, dass die Autoindustrie inzwischen umdenkt. Zugleich offenbart sich aber auch: Der Königsweg zur nachhaltigen Mobilität ist noch nicht gefunden. Das war auch bei einem Workshop zur Zukunft der Antriebstechnik zu erkennen, zu dem die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Ende Juni namhafte Vertreter aus den Forschungsabteilungen großer deutscher Automobilkonzerne nach London eingeladen hatte.

Ergebnis Nummer Eins: „Der Schwerpunkt der Diskussionen in der Autoindustrie hat sich verschoben. Statt über die Realisierbarkeit unterschiedlicher Antriebstechniken spricht die Industrie inzwischen über ökologische und ökonomische Vor- und Nachteile der diversen Alternativen zu Benzin und Diesel“, berichtet Harald Stannecker vom Institutional Client Management der LBBW. In der Industrie bestehe kaum mehr ein Zweifel daran, dass nachhaltige Mobilität möglich ist. „Die Frage ist heute vielmehr: Unter welchen Voraussetzungen und zu welchem Preis?“ Denn das Ergebnis Nummer zwei lautet: Der Weg in eine mobile Welt, die sich aus der Abhängigkeit vom Öl als Treibstoff befreit, mag technisch in greifbarer Nähe sein. Wirtschaftlich ist er aber nach wie vor unsicher. „Klar ist nur eines: Elektrofahrzeuge kommen jetzt vermehrt in den Vertrieb“, sagt der LBBW-Investmentanalyst Frank Biller. „Künftig wird es aber noch viele andere Lösungen geben.“

Auch der Rohstoff für Batterien ist knapp

Welche genau, das hängt von vielen Faktoren ab. Erstens von Rohstoffpreisen: Der Ölpreis, Ausdruck der strukturellen Knappheit dieser wichtigsten industriellen Energieressource, wird maßgeblich über die Geschwindigkeit des Umbaus entscheiden. Aber auch die Elektro- und Hybrid-Mobilität könnte durch Rohstoff-Knappheit beeinflusst werden – etwa beim Lithium in der Batterietechnik. „Das ist zwar in weiten Teilen eine künstliche Knappheit, die die rohstoffreichsten Länder wie China erzeugen“, sagt der LBBW-Investmentanalyst Frank Biller, der seit vielen Jahren zu den renommiertesten Automobilanalysten zählt. „Aber dieser Umstand könnte durchaus zu einem Problem werden. Und dann könnte es passieren, dass die Hersteller Batterieantriebe nur noch als Nischentechnologie ansehen.“

Denn schon heute hemmt der hohe Preis der Batterien als zweiter Faktor die Entwicklung weg vom konventionellen Verbrennungsmotor. Eine moderne Lithium-Ionen-Batterie verteuert bereits die Kosten eines Mittelklassewagens mit Vollhybrid-Motor um rund 15000 Euro. Das heißt, Kunden müssen für einen Mittelklasse-Benziner oft nur zwei Drittel oder halb so viel zahlen wie für ein Modell mit zusätzlichem Elektro-Antrieb. Es sei denn, die Hersteller subventionieren den Elektroantrieb. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) kam in einer Studie aus dem vergangenen Jahr bereits zu dem Schluss, dass die Batteriekosten zu einem der größtem Hemmnisse bei der Verbreitung der Autos werden – selbst wenn BCG davon ausgeht, dass die Preise in den kommenden zehn Jahren um zwei Drittel sinken werden.

Es fehlen Tank- und Tauschstellen

Der dritte Faktor, der über die Antriebstechnik der Zukunft mitentscheiden wird, ist die Infrastruktur für Autofahrer. Diese werden voraussichtlich nur Fahrzeuge kaufen, die sie sommers wie winters problemlos nutzen können, ohne Sorge haben zu müssen, dass sie liegenbleiben. Dazu braucht es dreierlei: Ein dichtes Netz an Tankstellen für Strom, Gas, Wasserstoff oder welchen Kraftstoff auch immer. Die Möglichkeit, ohne großen Zeitverlust weiterfahren zu können. Und schließlich – auch bei erhöhtem Energieverbrauch im Winter – eine ausreichende Reichweite, um die Stellen auch zu erreichen. Beim Erdgas sind die Voraussetzungen dafür hierzulande bereits gut, Deutschland hat das dichteste Tankstellennetz Europas. Aber für Elektroautos bräuchte es auf die Dauer wohl Batterietausch- und/oder Ladezentren – sowie einen effektiven Schutz gegen den hohen Entladeverlust bei tiefen Temperaturen.

Die Kauflust der Kunden wird allerdings nicht nur von der Infrastruktur bestimmt werden, sondern auch noch von einem zusätzlichen, vierten Faktor: der Nachfrage nach effizienten Individualverkehrsmitteln in Städten. „Der weltweit größte Treiber für nachhaltige Mobilität wird schlicht dort entstehen, wo die größte Mobilitätsnachfrage insgesamt aufkommt“, sagt LBBW-Analyst Biller, „also in den wachsenden Metropolen.“

Die Politik kann lenken

Und spätestens hier kommt die Politik ins Spiel, der fünfte große Faktor bei der Frage nach der dominierenden Antriebstechnik der Zukunft: Die Entscheidungen der Regierungen über die Belohnung oder Bestrafung unterschiedlicher Technik dürfte erhebliche Lenkungswirkungen entfalten. Dazu gehören zum Beispiel Zulassungsbeschränkungen für CO 2 -emittierende Autos wie durch die Umweltzonen oder auch durch Fahrverbote, wie sie etwa in der chinesischen Hauptstadt Beijing neuerdings gelten. Auch Emissionsvorschriften wie jene in der EU mit impliziten Strafzahlungen für Hersteller, die besonders umweltbelastende Autos bauen, lösen bereits technische Neuentwicklungen aus. Und direkte und indirekte Subventionen wie durch die Nationale Plattform Elektromobilität, die sogenannte "Abwrackprämie" oder Anreize zum ökologischen Fahren und Parken in Innenstädten wirken sich bereits heute auf Angebot und Nachfrage im Autosektor aus. „Am Ende wird bei Herstellern wie Kunden neben dem emotionalen Aspekt die Kostenrechnung im Vordergrund stehen“, prognostiziert LBBW-Analyst Biller. Über die Antriebstechnik der Zukunft entscheidet das Geld.

LBBW Sector Report „Automobil, Maschinenbau & Industrie“

Die LBBW beobachtet den Automobil-Sektor und seine Entwicklung schon seit vielen Jahren intensiv über das unternehmenseigene Research-Team. Der aktuelle Sector Report „Automobil, Maschinenbau & Industrie“, der sich an institutionelle Investoren richtet, widmet sich ausführlich dem Vormarsch alternativer Antriebstechniken und dem Einfluss verschiedener Faktoren auf die zu erwartende Entwicklung. Er ist erhältlich gegen eine Schutzgebühr von 500 Euro.

Kontakt:
Felix v. Lewinski
Leiter der Gruppe Institutional Client Management und Sales Trading (8613 H)
Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Tel.: +49 711 127-25022
Fax: +49 711 127 66-25022
Felix.vonLewinski@LBBW.de

 

Weiterführende Links:

 

01.08.2011 | Unternehmer engagieren sich als soziale Investoren

 

Unternehmer entdecken neben klassischen Spenden und Stiftungen eine ganz neue Form des sozialen Engagements. Sie setzen ihr Kapital für gemeinwohlorientierte Zwecke ein, und gehen dabei ähnlich vor wie Risikokapitalgeber, die mit professionellem Finanzmanagement nach effizienten Anlagemöglichkeiten suchen. Venture Philanthropy heißt diese Innovation für soziale Investoren.

Nur wer hat, kann geben. Dieser Grundsatz für soziales Engagement klingt zunächst reichlich naiv. Er enthält aber eine bemerkenswerte Erkenntnis: Geldverdienen und Geldverteilen zum Wohle der Gemeinschaft gehören untrennbar zusammen. Jahrhunderte lang folgte dabei typischerweise das Ausgeben auf das Einnehmen: Große Stifter und Spender wie Eisenbahnbaron Peter Cooper, Stahlkönig Andrew Carnegie oder Softwaregigant Bill Gates erwirtschafteten zunächst als Unternehmer ihren Reichtum, den sie später zu großen Teilen in soziale, gemeinnützige Projekte, z.B. in Schulen, den Aufbau von Bibliotheken oder die Bekämpfung von Malaria steckten.

Erst Entrepreneur, dann Philanthrop – solche Biografien sind bis heute verbreitet. Doch unter dem Schlagwort „Venture Philanthropy“ (VP) etabliert sich nun eine Bewegung, die beides vereint: „Immer mehr Unternehmer entdecken, dass sich Gewinn- und Gemeinwohlorientierung nicht ausschließen, sondern hervorragend ergänzen können“, beobachtet Johannes Weber, Gründer des Social Venture Funds. Dazu gehört nicht nur ein wachsendes Bewusstsein für die soziale Verantwortung des eigenen Betriebs. Zugleich rückt für die heutigen Philanthropen die Frage in den Vordergrund, wie sich ihr erworbener Reichtum effizient für gemeinnützige Zwecke einsetzen lässt – nach jenen Maßstäben und Methoden, die sie als Unternehmer kennen und praktizieren.

Methoden aus der Welt des Risikokapitals, nachhaltige Ziele

Als „Hilfe mit Gewinnerwartung“ beschreibt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Sozialunternehmer-Bewegung, die sich zunächst in den USA entwickelte und inzwischen auch in Deutschland wächst. „Ein Venture Philanthrop unterscheidet sich in seinem Handeln letztlich nur in einem einzigen Detail von einem Venture-Capital-Geber: Indem er sein Hauptaugenmerk auf die soziale Rendite richtet“, erklärt Weber. Unternehmertum und soziales Engagement sind keine Gegensätze, gehen Hand in Hand, funktionieren. Das bestätigt auch Thomas Druyen, Vermögensforscher an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien und Herausgeber eines neuen Buches zur „Vermögenskultur“ – ein Begriff, den er selbst in die Wissenschaft einführte. „Spenden und Schenken kann meiner Überzeugung nach immer nur Nothilfe sein“, sagt Druyen. „Wirklich nachhaltig ist nur sozialunternehmerisches Handeln.“

Die VP-Investments unterscheiden sich vom herkömmlichem Spenden- oder Stiftungswesen vor allem dadurch, dass die Geldgeber sich an Praktiken aus der Wagniskapitalbranche orientieren. „In der Essenz geht es darum, dass – anstelle einer Verteilung nach dem Gießkannenprinzip – eine Konzentration auf einige ausgewählte Organisationen erfolgt, die als effizient und effektiv eingeschätzt werden“, erklärt Ann-Kristin Achleitner vom KfW-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurial Finance an der Technischen Universität München. „Fokus der Unterstützung ist dabei nicht ein einzelnes Programm, sondern vielmehr der Aufbau einer Organisation.“ Die Geldgeber betätigen sich also nicht nur als großzügige, anonyme Spender, sondern stehen häufig auch als Ratgeber bereit. Sie stellen dabei ihre Engagements regelmäßig auf den Prüfstand. „Wir beobachten durch die neuen Investoren einen regelrechten Paradigmenwechsel in der Finanzierung sozialer Organisationen“, sagt Mirjam Schwink, Leiterin des Stiftungsmanagements der BW-Bank: „Der Nachweis nachhaltiger Wirksamkeit rückt für viele Geldgeber ins Zentrum ihres Engagements.“ Damit natürlich auch die Fragestellung nach einem aussagekräftigen Reporting für soziale Organisationen. Bei Unternehmen sind u. a. Ertrag und Rendite, der „Return on Investment“, aussagekräftige Kennzahlen. Gesellschaftliche Entwicklung, das Überwinden von Missständen stehen dagegen im Zentrum bürgerschaftlichen Engagements. Welche Rendite bringen das Begleiten von Kindern und Jugendlichen aus „bildungsfernen“ Schichten in deren Schulbildung, das Ausloben eines Wissenschaftspreises oder das Begeistern bürgerschaftlich Aktiver für die Arbeit lokaler Bürgerstiftungen? Ist es wirkungsvoller, ein Kinderdorf zu unterstützen, oder mit einer Öffentlichkeitskampagne Interessierte für ein bestimmtes Thema zu gewinnen, um damit dauerhaft gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten beizukommen? Um diese Entscheidung zu erleichtern, wurden in Deutschland jüngst einheitliche Berichtsstandards für soziale Organisationen und deren gesellschaftliche Wirkung – auch wirkungsorientierte Berichterstattung genannt – entwickelt und etabliert.

Sozialunternehmer und Netzwerke vermitteln effizient

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte sich bei einer Gesprächsrunde über „Neue Formen der Philanthropie“ auf dem Deutschen StiftungsTag, der 2011 in Stuttgart stattfand. Die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) war Hauptförderer. Till Behnke, Gründer des Spendenportals betterplace.org und Vorsitzender des Vorstands der gemeinnützigen Aktiengesellschaft (gAG) gut.org aus Berlin, berichtete über seine Erfahrungen mit den neuen Kapitalgebern. Behnke vermittelt online direkte Kontakte zwischen Spendern und Hilfsprojekten. Die Geber überweisen an betterplace, das das Geld dann direkt an Projektverantwortliche weiterreicht, die wiederum müssen ihren Geldgebern unmittelbar über die Verwendung der Beträge Rede und Antwort stehen.

Mit dieser Unternehmensidee hilft Behnke VP-Investoren bei der Suche nach aussichtsreichen Hilfsprojekten. Er überzeugte als Sozialunternehmer auch Philanthropen, die ihn fördern. Behnke ist „Fellow“ der Netzwerkorganisation Ashoka. Ashoka, ein Sanskrit-Name, der zu Deutsch „Überwinden von Missständen“ heißt, wurde 1980 in den USA vom McKinsey-Berater Bill Drayton ins Leben gerufen und fördert inzwischen etwa 2500 aktuelle Fellows in fast 70 Ländern. Die deutsche Tochter Ashoka gGmbH wurde im Jahr 2003 gegründet, sie unterstützt derzeit 34 junge Sozialunternehmer. Finanziert wird ihre Arbeit ausschließlich durch private Spender. Hierzulande steht ein Netzwerk von etwa 40 Unternehmern und Unternehmerfamilien, Führungskräften sowie Stiftungen dahinter.

Ashoka arbeitet systematisch nach VP-Prinzipien: Etwa 300 Kandidaten unterziehen sich jedes Jahr einem aufwändigen Bewerbungsverfahren, an dessen Ende sieben bis acht Fellows ausgewählt werden. Diese bekommen dann nicht nur finanzielle Zuwendungen, sondern erhalten zudem Zugang zu einem hochkarätigen Netzwerk potenter Geldgeber und möglicher Kooperationspartner, sie können sich kostenlos in Sachen Strategie und Kommunikation beraten lassen. „Die Fellows dabei zu begleiten, ihre innovativen Ideen beziehungsweise Konzepte zur Lösung gesellschaftlicher Fragestellungen zielorientiert und effizient einzusetzen, zu optimieren und zu vervielfältigen, bereitet mir besondere Freude“, sagt Dr. Peter M. Haid, Mitglied des Vorstands der BW-Bank, der sich seit langem im Ashoka-Netzwerk engagiert.

VP-Investoren legen Wert auf Leistungsfähigkeit, Transparenz und Effizienz

Nach ähnlichem Prinzip und Selbstverständnis arbeitet Phineo, ebenfalls eine gAG, die vor anderthalb Jahren ihre Arbeit aufnahm. Phineo will eine Brücke schlagen zwischen sozialen Investoren und gemeinnützigen Organisationen. Die Idee entstand in der Bertelsmann-Stiftung, die neben der Deutschen Börse AG auch Hauptgesellschafterin ist. Zum Partner- und Gesellschafterkreis zählen unter anderem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG AG sowie PWC AG, die Mercator Stiftung sowie wissenschaftliche Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen. Auch hier gehört die BW-Bank zu den Förderern.

Phineo analysiert die Leistungsfähigkeit und das Wirkungspotenzial gemeinnütziger Organisationen. Sozialunternehmer, die den freiwilligen Test erfolgreich bestehen, kommen auf die Empfehlungsliste des Unternehmens, das zugleich mit Geldgebern vernetzt ist, die nach Prinzipien von VP-Investoren vorgehen. „Am Ende präsentieren wir die Organisationen mit ihren Projekten, die wir als besonders leistungsfähig und wirkungsvoll einschätzen“, erklärt Dr. Andreas Rickert, Vorsitzender des Vorstands von Phineo. In Zeiten steigenden Spendenbedarfs und der anspruchsvolleren Erwartungshaltung und Herangehensweise auf der Geberseite dürften solche Plattformen zukunftsfähig sein.

„Vermögende Privatpersonen, Stiftungen oder Unternehmen wollen eben kaum mehr nur Spenden vergeben, sondern die bestmöglichen Empfänger für ihr Engagement identifizieren, ihre Mittel effizient, ergebnisorientiert und nachhaltig eingesetzt wissen“, bestätigt Mirjam Schwink. Schließlich entspricht das den Ansprüchen, die sie auch an ihr Vermögensmanagement stellen, mit dessen Hilfe sie das Kapital erwirtschaften, das ihnen dann für soziale Zwecke zur Verfügung steht, so Schwink weiter: „Denn für beide Seiten, das professionelle Vermögensmanagement ebenso wie die Suche nach aussichtsreichen VP-Investments, stehen unsere Relationshipmanager und Stiftungsexperten im Wealth Management bereit.“

Das Vermögensmanagement der BW-Bank: Ausgezeichnete Expertise

Die Relationshipmanager und Stiftungsspezialisten im Wealth Management der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) zählen zu den besten ihres Fachs, wie die regelmäßigen Spitzenplatzierungen bei den renommierten „Fuchsbriefe-Tests“ belegen. So wurde das Stiftungsmanagement der BW-Bank jüngst im Test 2011 mit dem ersten Platz unter 75 nominierten Banken und bankunabhängigen Vermögensverwaltern ausgezeichnet. Die Fuchsbriefe-Redaktion lobte die Spezialkompetenz, die überdurchschnittliche Performance und das Preis-Leistungsverhältnis.

 

Weiterführende Links:

  • Deutsche Sektion des Ashoka-Netzwerks mit Informationen über Sozialunternehmer und ihre Finanziers
    http://germany.ashoka.org/
  • Phineo gAG: Internetangebot der Plattform für Soziale Investoren mit Porträts geprüfter sozialer Projekte
    http://www.phineo.org/
  • Hintergrundartikel von Ann-Kristin Achleitner, Technische Universität München, Center for Entrepreneurial and Financial Studies, zum Thema: „Social Entrepreneurship und Venture Philanthropie - Erste Ansätze in Deutschland“ (PDF)
    http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1152275
  • European Venture Philanthrophy Association: Dachverband von 130 Organisationen aus 20 europäischen Ländern aus dem VP-Sektor
    http://evpa.eu.com/
 

02.05.2011 | LBBW-Investorenkonferenz in Zürich

 

Die Katastrophe in Japan hat Diskussionen um die künftige Energieversorgung neu entfacht. Dabei herrscht in der deutschen Gesellschaft im Grundsatz längst Einigkeit: Die Mehrheit will weg von der Dominanz fossiler Brennstoffe und der Atomkraft, hin zu Erneuerbaren Energien. Die entscheidende Frage, mit der sich Analysten der Landesbank Baden-Württemberg bereits seit vielen Jahren beschäftigen, lautet allerdings, wie und wie schnell dies gelingen kann. Neueste Einschätzungen tauschten sie mit Vertretern von Technologieunternehmen, Investoren und Experten auf der 7. LBBW Erneuerbare Energien Konferenz Ende Februar in Zürich aus. Fazit: Die Branche steht am Scheideweg. Nicht erst seit Fukushima.

Seit der Reaktorkatastrophe in Japan ist die Energiewende wieder in aller Munde. Und Produzenten und Zulieferer im Sektor Erneuerbare Energien dürfen darauf hoffen, dass sie langfristig zu den Gewinnern dieses Prozesses gehören.

Kurz- und mittelfristig allerdings steht die Branche vor Hürden, die auch der politische Meinungsumschwung der vergangenen Wochen nicht gesenkt hat. „Einerseits zwingt uns der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie, zusätzliche Investitionen in alternative, vornehmlich nachhaltige Erzeugungskapazitäten sowie in die Netzinfrastruktur zu tätigen“, erklärt Investmentanalyst Bernhard Jeggle, der als Co-Autor des LBBW Sector Report Energie & Versorger die Branche regelmäßig beobachtet. „Andererseits hat die Politik gerade beschlossen, die Förderung für Solaranlagen zur Jahresmitte 2011 nochmals außerplanmäßig zu senken, um die künftige Nachfrage einzubremsen und damit die Kosten im Zaum zu halten.“ Schließlich erhöht jede neu installierte Anlage den Strompreis für Endkunden: Im Jahr 2010 stieg die EEG-Umlage um 72% auf 3,5 Cent/KWh. So geht die LBBW davon aus, dass die Nachfrage nach Photovoltaik-Modulen sinken wird, wenn die Regierung wie geplant ab Mitte 2011 die Zuschüsse reduziert. Da auch andere europäische Staaten entschlossen sind, finanzielle Förderanreize für die Solarenergie in den kommenden Jahren zu drosseln, zu kappen oder gar ganz abzuschaffen, ist damit zu rechnen, dass es im Jahr 2012 zu einem weltweiten Überangebot kommen wird. Die Preise für Module müssten dann um bis zu ein Fünftel sinken, um damit noch attraktive Projektrenditen zu gewährleisten und so die Nachfrage in Gang zu halten. Das dürfte vor allem die hiesigen Produzenten empfindlich treffen.

Modulproduzenten unter Druck, Ausrüster vor dem Boom

Auf der Gewinnerseite stehen derweil Netzausrüster, Technologieanbieter für sogenannte intelligente Stromnetze, Stromspeicherproduzenten und andere Infrastruktur-Zulieferer der Erneuerbaren Energien. Sie werden davon profitieren, dass die Regierung die Planungs- und Genehmigungsverfahren für den notwendigen Netzausbau entschieden verbessern will. Inzwischen hat sich nämlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ohne zusätzliche Übertragungs- und Verteilnetze gar nicht so viel Strom aus Wind- und Sonnenenergie beim Verbraucher ankommen kann, wie es sich manch ehrgeiziger Planer vorstellt. „Wir gehen davon aus, dass es beim beschleunigten Umbau zu Engpässen kommen wird. Und das eben nicht so sehr wegen fehlender Erzeugungskapazitäten, sondern wegen überlasteter Netze“, sagt LBBW-Analyst Jeggle.

Dieser nüchterne Blick auf die Grenzen des Machbaren fußt nicht nur auf der jahrelangen Erfahrung als Analyst für die Branche. Jeggle gibt damit auch den Tenor einer Veranstaltung wider, mit der sich die LBBW in den vergangenen Jahren unter europäischen Investoren, Herstellern und Experten einen exzellenten Ruf erarbeitet hat. Zur siebten Auflage der LBBW Erneuerbare Energien Konferenz reisten Ende Februar 90 Manager, Investoren und Experten nach Zürich, darunter Vertreter namhafter Unternehmen wie SolarWorld, Centrotherm Photovoltaics, Roth & Rau, Q-Cells und EnBW. Gemeinsam mit den immer stärker eingebundenen Vertretern benachbarter Branchen wie Ingenieuren und IT-Dienstleistern diskutierten sie kapitalmarktrelevante Fragen.

Eigenkapital als Schlüsselressource für das Wachstum

Die Konferenz, die Eigenkapitalgeber und Eigenkapitalsuchende zusammenbringt, veranstaltet die LBBW nicht ohne Grund in Zürich. Die Finanzmetropole der Schweiz gilt als Hochburg der auf „Sustainable and Responsible Investments“ (SRI) spezialisierten Investoren: Nirgendwo sonst in Europa finden sich so viele Fonds, die sich auf Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert haben. Und die Branche hat eine Menge Diskussionsbedarf: „Die Fähigkeit, Eigenkapital zu akquirieren, ist für Unternehmen der Solar- und Windkraft inzwischen zu einem strategischen Faktor der Unternehmensentwicklung geworden“, erklärt Felix von Lewinski, bei der LBBW innerhalb des Aktienvertriebs zuständig für die Betreuung von Unternehmenskunden und verantwortlicher Konferenzorganisator. „Und insbesondere durch den nun zu erwartenden beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien dürften Finanzierungsfragen und der Zugang zu Eigenkapital eine noch größere Rolle spielen.“ Schließlich müssen Milliardeninvestitionen finanziert werden – und die dazu nötigen Kapitalbeträge sind immens.

LBBW Erneuerbare Energien Konferenz als Branchengipfel etabliert

Weil Kapitalmarktfragen in diesem Segment stets eng mit den politischen Rahmenbedingungen verknüpft sind, referierte Johannes Kindler, Vizepräsident der Bundesnetzagentur, auch über Stand und Pläne des Netzausbaus. Für ihn schlägt, nachdem die EU-Kommission in einer Studie Investitionen in Höhe von 140 Milliarden Euro kalkuliert, beim Thema Infrastruktur nun die „Stunde der Wahrheit“. So fehlten allein in Deutschland gemäß DENA II Studie 3600 Kilometer Hochspannungsleitungen im Wert von mindestens 10 Milliarden Euro, um künftig in der Nord- und Ostsee gewonnene Windenergie bis in die Mitte und den Süden der Republik zu leiten, wo die größten Verbraucher sitzen. Die Kosten für die ebenfalls auszubauenden Verteilernetze, die durch Sonnen- und Windstrom immer stärkeren Stromschwankungen ausgesetzt sind, kommen noch dazu: Hier kalkulierte der Bund zuletzt mit weiteren 10 bis 13 Milliarden Euro. Will die Regierung den Umstieg auf Erneuerbare Energien beschleunigen, dürften die Kosten noch deutlich höher liegen.

Beim Fachvortrag von Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftministerium und eine der Schlüsselfiguren der deutschen Energiepolitik, klang denn auch durch, dass die Regierung in ihrem Energiekonzept der Infrastruktur hohe Priorität einräumt: „Der rasche Ausbau der Erneuerbaren Energien wird nur gelingen, wenn die Netze fit werden für den Sprung in das regenerative Zeitalter“, betonte Homann. Nach Japan hat sich an dieser Auffassung nichts verändert, wie aktuelle Diskussionen um den Abbau von Hindernissen im Planungsrecht belegen. Denn neben dem schieren Volumen könnte auch die Ablehnung neuer Hochspannungsmasten in Teilen der Bevölkerung den Ausbau der Stromnetze verzögern. „Und wenn beispielsweise Kabel unter die Erde verlegt werden müssen, steigen die Kosten bis um den Faktor Acht“, erklärt LBBW-Analyst Jeggle.

EU-Kommissar Oettinger erwartet

Bis der Energiemix der Zukunft zur Verfügung steht, werden also noch Jahre oder Jahrzehnte vergehen, was aber dennoch erfordert, den Prozess heute entschieden anzugehen. Die Entwicklungen in Japan haben schließlich gezeigt, wie schnell ein erst kürzlich verabschiedetes Energiekonzept der Bundesregierung wieder auf den Tisch kommen kann. Genug Stoff für die 8. LBBW Erneuerbare Energien Konferenz, die bereits fest für das kommende Jahr eingeplant ist. Und zwar unter Beteiligung der höchsten europäischen Ebene: EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat bereits seine Teilnahme als Key Note Speaker zugesagt.

Sector Report „Energie & Versorger“ der LBBW

Die LBBW beobachtet den Markt für Erneuerbare Energien seit vielen Jahren intensiv über das unternehmenseigene Research-Team. Der aktuelle Sector Report „Energie & Versorger“, der sich an institutionelle Investoren richtet, analysiert ausführlich die Folgen der regulatorischen Veränderungen rund um das EEG auf die Versorger-Branche und den Kapitalmarkt. Interessierte können die Studie gegen eine Schutzgebühr von 1000 Euro bei Felix v. Lewinski bestellen.

Kontakt:
Felix v. Lewinski
Leiter der Gruppe Institutional Client Management und Sales Trading (8613 H)
Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Tel.: +49 711 127-25022
Fax: +49 711 127 66-25022
Felix.vonLewinski@LBBW.de

 

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15.03.2011 | Schützenswerter Reichtum

 

Die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, die sogenannte Biodiversität, nimmt seit Jahren ab. Das macht nicht nur Naturschützern Sorge sondern zunehmend auch Unternehmen. Denn wenn einzelne Arten aussterben, geraten oft ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Für Unternehmen können dadurch hohe Kosten entstehen. Gleichzeitig verringern sich ihre Chancen, innovative Produkte zu entwickeln. Auch für den Finanzsektor ist Biodiversität ein wichtiges Thema, so auch für die Landesbank Baden-Württemberg.

Die Zahlen des Bundesumweltministeriums sind besorgniserregend: Die Geschwindigkeit mit der rund um den Globus Tier- und Pflanzenarten aussterben, war noch nie so hoch wie heute. Jedes Jahr verschwinden inzwischen hundert- bis tausendmal so viele Arten als natürlicherweise aussterben würden, heißt es in einer Faktensammlung des Ministeriums. Verantwortlich dafür sind die Menschen. So roden sie beispielsweise jedes Jahr eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar - die dreifache Fläche der Schweiz. Karibische Korallenriffe sind bereits zu 80 Prozent zerstört. Und in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden 35 Prozent aller Mangrovenwälder vernichtet.

Die abnehmende Biodiversität hat dramatische wirtschaftliche Folgen. Pro Jahr entsteht durch die geringere Artenvielfalt weltweit ein Schaden in Höhe von zwei bis viereinhalb Billionen US-Dollar, belegt die Studie „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Das entspricht zwischen 3,3 und 7,5 Prozent der jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Schäden sind vielfältig. Wenn Unternehmen zum Beispiel vor den Küsten asiatischer Länder Mangrovenwälder roden um dort Shrimp-Zuchtfarmen zu errichten, können Flutwellen die Küsten völlig schutzlos treffen.

Das Ziel ist der Schutz ganzer Ökosysteme

Dennoch ist bisher keine breite öffentliche Diskussion um den Schutz der Biodiversität entbrannt. Das könnte auch daran liegen, dass das Thema sehr vielschichtig und abstrakt ist. Schließlich geht es nicht nur um den Schutz einzelner bedrohter Arten sondern um den Erhalt ganzer Ökosysteme. Funktionierende Ökosysteme erfüllen viele wichtige Aufgaben. Sie bilden fruchtbaren Boden, halten die Luft rein, sorgen für die Befruchtung von Pflanzen und regulieren den Wasserhaushalt. Außerdem bestäuben Insekten rund 80 Prozent aller Nutzpflanzen in Europa. Und eine bestimmte Froschart in Lateinamerika könnte Wissenschaftlern möglicherweise die Frage beantworten, warum manche Lebewesen keine Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln.

Viele Unternehmenslenker haben noch nicht erkannt, wie groß die Gefahr abnehmender Biodiversität für ihr eigenes Unternehmen ist, warnt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PWC). Weltweit halten nur 27 Prozent der Manager den Rückgang der Artenvielfalt für eine Gefahr für das Wachstum ihres Unternehmens. Besonders gering sensibilisiert sind Unternehmenslenker in westlichen Industrieländern, belegen die PWC-Zahlen. „Offensichtlich sind die Risiken durch den Schwund natürlicher Ressourcen in den Industrieländern weitaus weniger präsent als in den Schwellenländern mit wachsender Bevölkerung und stetig steigendem Nahrungsmittelbedarf“, sagt Barbara Wieler, Nachhaltigkeitsexpertin von PWC. „Es ist jedoch ein Irrglaube, dass sich die Folgen der Umweltzerstörung in der globalisierten Wirtschaftswelt regional begrenzen lassen.“

Unternehmen aus vielen Branchen sind betroffen

Wie hoch das Risiko für Unternehmen ist, dass sich eine sinkene Artenvielfalt negativ auf das eigene Geschäft auswirkt, ist je nach Firmengröße und Branche unterschiedlich. Fest steht aber: Betroffen sind nicht nur Unternehmen aus rohstoffnahen Branchen wie Bergbau, Mineralöl, Gas und Landwirtschaft. Auch die Konsumgüterbranche sieht sich mit Risiken konfrontiert, wenn Ressourcen knapp und teuer werden. Und: Wenn sich Unternehmen nicht um den Schutz der Artenvielfalt kümmern, droht ihnen ein Reputationsrisiko. Vor allem Konsumgüterhersteller und Dienstleister setzen sich der Gefahr aus, Kunden zu verlieren, wenn ihr Unternehmen zum Abnehmen der Artenvielfalt beiträgt.

Unternehmen sind deshalb gut beraten, systematisch die Risiken zu ermitteln, die durch den Verlust von Artenvielfalt entstehen könnten – und dann einen Aktionsplan zu entwerfen. Dabei dürfen sie sich nicht nur auf mögliche Kosten konzentrieren. Es geht auch um zukünftige Wachstumsmöglichkeiten. So finden Pharmahersteller zum Beispiel in Tieren und Pflanzen, die in Regenwäldern beheimatet sind, immer wieder neue Wirkstoffe. Solche Forschung ist allerdings nur möglich, solange die Lebensräume dieser Arten nicht verschwinden.

Emissionsrechtehandel als Vorbild für eine Lösung

Um die Artenvielfalt zu schützen, müssten auch Staaten aktiv werden, fordern die Autoren der TEEB-Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. So sei es dringend notwendig, Unternehmen den Wert funktionierender Ökosysteme deutlich zu machen. Ein Vorbild dafür könnte der Emissionsrechtehandel sein. „Die Tatsache, dass der Wert der Ökosysteme bisher ökonomisch nicht wahrgenommen wird, ist eine entscheidende Ursache der alarmierenden Zerstörung der Natur“, sagt Pavan Sukhdev, Leiter der TEEB-Studie. Wie hoch dieser Wert ist, versuchen die Studien-Autoren an Beispielen zu beziffern. So sei das Bestäuben von Pflanzen durch Insekten weltweit jährlich 153 Milliarden US-Dollar wert. Korallenriffe erwirtschafteten pro Jahr einen Gegenwert von 172 Milliarden Dollar.

Obwohl viele Unternehmen die Gefahr noch nicht erkannt haben, gibt es einige, die sich bereits mit dem Thema beschäftigen. Dazu gehört auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „Der Schutz der Biodiversität könnte schon in wenigen Jahren ein ähnlich wichtiges Thema sein wie heute der Klimaschutz“, sagt Elke Hauser aus dem Nachhaltigkeitsreferat der Bank. Deshalb beteiligt sich die LBBW an einer Arbeitsgruppe des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU). Diese will Vorschläge entwickeln, wie sich Finanzdienstleister für den Erhalt der Biodiversität einsetzen können.

Die Ziele der Arbeitsgruppe sind konkrete Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Geschäftsfelder. Zum Beispiel für das Kreditgeschäft: Wenn Unternehmenskundenberater mit einem Kunden über einen Investitionskredit sprechen, könnten sie etwa in Zukunft nachfragen, ob sich das Unternehmen schon Gedanken über mögliche Folgen der Investition für die Artenvielfalt gemacht hat – und über daraus resultierende Risiken für das Geschäft des Kunden.

Auch im Asset Management, also beim Verwalten von Kundenvermögen, ist das Thema von Bedeutung. „Wir nehmen eine zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten wahr. Bei der Titelauswahl für unsere Nachhaltigkeitsfonds werden unter anderem auch Biodiversitätsaspekte berücksichtigt. Der Erhalt der Artenvielfalt wird in den kommenden Jahren auch für die Gestaltung unserer Bankprodukte weiter an Bedeutung gewinnen“, erwartet Hauser.

BW-Bank hilft beim Schutz der Gorillas

Die BW-Bank hat ihre Kunden dazu aufgerufen, sich aktiv am Schutz der Biodiversität zu beteiligen. Bis Ende März können Kunden in allen BW-Bank-Geschäftsstellen ausgemusterte Mobiltelefone abgeben. Hintergrund der Aktion: In den Geräten ist das Metall Tantal verarbeitet, das aus dem Roherz Coltan gewonnen wird. Der Großteil dieses Rohstoffs stammt aus dem Kongo, mitten aus Schutzgebieten bedrohter Gorillas. Je mehr alte Handys die BW-Bank-Kunden abgeben, um sie recyceln zu lassen, desto mehr tragen sie also dazu bei, dass die Nachfrage nach seltenen Metallen wie Tantal zumindest nicht weiter angeheizt wird. Die Aktion der BW-Bank ist eine Kooperation mit dem zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart (www.wilhelma.de »). Auch hier können Besucher alte Mobiltelefone abgeben. Den Restwert der abgegebenen Handys, etwas über einen Euro pro Gerät, bekommt die „Berggorilla- & Regenwald-Direkthilfe“, die sich seit 25 Jahren für den Schutz der Gorillas im Kongo engagiert.

Kontakt:
Landesbank Baden-Württemberg
Referat Nachhaltigkeit
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart

Ihre Ansprechpartnerin
Elke Hauser
Tel.: +49 711 127-45886
elke.hauser@lbbw.de

 

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21.01.2011 | Beschaffung goes green

 

Eine nachhaltige Beschaffung rückt in das Blickfeld von Unternehmen. Der Grund: Unternehmen, die in sozialer und ökologischer Hinsicht hohe Ansprüche stellen, haben greifbare Wettbewerbsvorteile. Dennoch schrecken insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen häufig vor zusätzlichen Kosten und zeitlichem Mehraufwand zurück – zumal die Resultate eines nachhaltigen Beschaffungsmanagements nicht immer direkt messbar sind. Doch die Investitionen lohnen sich. Davon sind Dr. Gerhard Fischer, Leiter Corporate Sustainability, und Günter Mattinger, Leiter Konzereinkauf der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), überzeugt: „Eine nachhaltige Beschaffung hilft dabei, Risiken zu minimieren, die Reputation zu fördern und Kosten zu senken.“

Steigende Energiekosten, knapper werdende Rohstoffe, stärker vernetzte Daten- und Warenströme und verschärfte Umweltgesetze – diese Herausforderungen werden die deutsche Wirtschaft auch in den kommenden Jahren in Atem halten. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die von GS1 Germany, Beratungsgesellschaft für Geschäftsprozessoptimierungen, durchgeführt wurde. So müssen Unternehmen einerseits so kostengünstig wie möglich arbeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Andererseits sehen sie sich mit der Aufgabe konfrontiert, den gestiegenen ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen Rechnung zu tragen und zu prüfen, ob ihre Produkte und Prozesse umwelt- und sozialverträglich sind. Eine mögliche Strategie für Produktions- oder Handelsunternehmen ist die Einführung eines nachhaltigen Beschaffungsmanagements (kurz: sSCM, sustainable Supply Chain Management). Damit können Unternehmen sowohl auf den Kostendruck als auch auf die öffentliche Erwartung reagieren. Das Ziel lautet, Nachhaltigkeitskriterien in die gesamte Lieferkette zu integrieren – also soziale und ökologische Anforderungen sowohl bei der Produktentwicklung und der Logistik als auch bei der Materialbeschaffung und der Lieferantenauswahl durchzusetzen.

Die Idee ist gleichermaßen simpel wie bestechend: Ein nachhaltiges Beschaffungswesen, das Ressourcen schont und Prozesse zum Schutz des Klimas optimiert, steigert die Effizienz und ermöglicht somit Kosteneinsparungen. Das gilt zwar vorrangig für Industrieunternehmen, in abgeschwächter Form aber auch für Handels- und Dienstleistungsunternehmen. In allen Wirtschaftbereichen können soziale und ökologische Maßnahmen – über die genannten, messbaren Resultate hinaus – einen Beitrag zur Imagepflege und Verbesserung der Reputation leisten.

Kundenwünsche führen zu nachhaltiger Beschaffung

Auf ökologische Standards im Beschaffungsmanagement achten bereits 60 Prozent der Unternehmen, auf soziale Standards sogar 75 Prozent. Dieser Trend wird sich noch weiter fortsetzen, belegt eine aktuelle Studie des Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management (KCC) an der Universität St. Gallen und des Instituts für Demoskopie Allensbach. Danach sind nahezu 70 Prozent der befragten Unternehmen überzeugt, dass Nachhaltigkeit in Zukunft noch wichtiger wird.

Schließlich wählen Kunden längst nicht mehr nur nach dem Preis aus. Sie wollen zunehmend verantwortungsbewusst einkaufen und legen großen Wert auf die Produktionsbedingungen oder die Umweltverträglichkeit der Produkte. So integrieren besonders große Unternehmen der Textil- und Nahrungsindustrie – Branchen mit Fokus auf private Endverbraucher – ökologische und soziale Aspekte in ihre Beschaffungsprozesse. Entsprechende Bemühungen finden sich bei Adidas, Puma, H&M und C&A. Der Lebensmittelhändler Rewe hat sich sogar vorgenommen, sein gesamtes Sortiment auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu überprüfen und ein neues Label „Pro Planet“ für nachhaltige, CO 2 -optimierte Produkte einzuführen.

KMU häufig noch zögerlich

Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) reagieren allerdings abwartend, wenn es um die Einführung eines nachhaltigen Beschaffungsmanagements geht. Zwar ist auch die große Mehrheit der KMU ökologisch und sozial engagiert – doch nur selten ist dieses Engagement strategisch ausgerichtet. Denn KMU fürchten die im Rahmen einer Neuausrichtung des betriebsinternen Beschaffungswesens möglicherweise anfallenden zusätzlichen Kosten und einen größeren zeitlichen Aufwand. Dass diese Sorge nicht ganz unbegründet ist, belegt die Kerkoff/Allensbach-Studie. In gut der Hälfte der Unternehmen konstatieren die Einkaufsverantwortlichen, die gesamte Lieferkette stärker überwachen zu müssen. Ein Drittel der Unternehmen müsse höhere Beschaffungspreise in Kauf nehmen und Mitarbeiter speziell schulen. Ein weiterer Mehraufwand entstehe durch die fokussierte Einkaufsstrategie, die sorgfältigere Prüfungen der Produkte und Lieferanten notwendig mache.

Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nimmt zu

Diesen Kosten stehen jedoch auch erhebliche Wettbewerbsvorteile gegenüber. Denn Unternehmen, die in sozialer und ökologischer Hinsicht überdurchschnittliche Ansprüche stellen, sind beliebtere Arbeitgeber und haben motiviertere Mitarbeiter. Da sie Energie und Material effizienter einsetzen, können sie Kosten sparen. Ein verbessertes Risikomanagement reduziert unternehmerische Risiken und erleichtert den Zugang zu Kapital. Die Förderung von Reputation und Markenimage sind weitere Pluspunkte. Nicht zuletzt kann die ressourcenschonende Gestaltung von Prozessen und Produkten Innovationen fördern und somit zu einer wesentlichen Säule der Wettbewerbsfähigkeit werden.

Auch die LBBW setzt auf nachhaltige Beschaffung

Auch bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) fungiert das Beschaffungs- bzw. Lieferantenmanagement als wichtiger Stellhebel, um unternehmerische Werte weiterzugeben. Nachhaltige Einkaufsstandards und ein systematischer Lieferantenauswahl- und Bewertungsprozess gewährleisten, dass bei Einkaufsentscheidungen Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden. „Auf diese Weise stellen wir einerseits sicher, dass die von uns verwendeten Produkte in Herstellung und Gebrauch möglichst hohen Nachhaltigkeitsstandards genügen. Zum anderen fördern wir damit auch umweltbewusstes und soziales Denken und Handeln unserer Geschäftspartner“, erläutert Günter Mattinger, Leiter Konzerneinkauf der LBBW. Die Bank unterhält Geschäftsbeziehungen zu mehr als 600 Lieferanten und Dienstleistern und kauft jährlich Büromaterial und EDV im Wert von über 300 Millionen Euro ein. „Bei diesen Beträgen können wir im Markt wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung geben“, sagt Mattinger.

Zu Beginn der Zusammenarbeit muss jeder Lieferant eine Nachhaltigkeitsvereinbarung unterzeichnen. Diese verpflichtet ihn, wesentliche ökologische, soziale und ethische Kriterien wie zum Beispiel das Verbot von Kinder- oder Zwangsarbeit einzuhalten. „Außerdem erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie fair mit ihren Mitarbeitern umgehen, gesetzliche Normen und internationale Standards befolgen und die Umweltbelastung ihres Unternehmens minimieren", erläutert der Leiter Konzerneinkauf der Landesbank.

Beim Einkauf von Produkten legt die Bank strenge Umwelt- und Sozialkriterien an. Grundsätzlich dürfen keine Produkte beschafft werden, die aus Tropenholz oder unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Daneben gelten für die einzelnen Produktgruppen wie beispielsweise Werbeartikel, Büromöbel oder Elektrogeräte spezifische Bewertungskriterien. So achtet die Bank zum Beispiel beim Einkauf von IT-Geräten auf einen niedrigeren Energieverbrauch. Ein wichtiges Auswahlkriterium ist auch die Herkunft eines Produktes: Um die regionale Wirtschaft zu stärken und Transportwege zu minimieren, bevorzugt die LBBW Lieferanten aus Baden-Württemberg und ihren anderen Kerngeschäftsgebieten.

Und die Vorteile? Für Dr. Gerhard Fischer und Günter Mattinger liegen sie auf der Hand – auch wenn sie sich nur schwer unmittelbar in Zahlen niederschlagen. „Mehr Effizienz durch Standardisierung und die Positionierung als verantwortliches Unternehmen sind sicherlich zentrale Anreize“, erklärt Fischer. „Wichtig ist für uns aber auch, dass wir ökologische und soziale Entwicklungen positiv beeinflussen und das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit bei Lieferanten und Verbrauchern schärfen können.“ ergänzt Mattinger

Kontakt:
Landesbank Baden-Württemberg
Referat Nachhaltigkeit
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart

Karin Friedle
Tel.: +49 711 127-47558
Karin.Friedle@lbbw.de

 

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10.11.2010 | Heizkosten ade – dank energetischer Gebäudesanierung

 

Trotz steigender Energiepreise zögern noch viele Hauseigentümer bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude. Sie unterschätzen das Sparpotenzial oder befürchten einen großen persönlichen Aufwand. „Es gibt ein erhebliches Informationsdefizit unter Hausbesitzern, das dafür sorgt, dass Modernisierungen mit eindeutig positiver Kosten-Nutzen-Bilanz häufig nicht umgesetzt werden“, weiß Hermann J. Dannecker vom Deutschen Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN). Um hier Abhilfe zu schaffen, arbeiten der DEN und die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) Hand in Hand: Die Energieberater unterstützen Hausbesitzer bei der Wahl geeigneter energetischer Sanierungsmaßnahmen; die BW-Bank-Berater entwickeln gemeinsam mit den Kunden individuelle Finanzierungslösungen.

Angesichts des Klimawandels rückt der verantwortungsvolle Umgang mit Energie zunehmend in den Fokus von Politik und Wirtschaft. Energiesparendes Bauen und Sanieren sind zu einem wichtigen Stellhebel geworden, um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Allein in Deutschland sind fast drei Viertel aller Ein- und Zweifamilienhäuser älter als 30 Jahre. Sie wurden also zu einer Zeit erbaut, in der Energiesparen weitgehend fremd war. Teilweise ist der Energiebedarf dieser Gebäude doppelt oder gar dreimal so hoch wie bei gut sanierten oder neuen Häusern. Allein durch fachgerechtes energetisches Sanieren und den Einsatz moderner Gebäudetechnik lassen sich laut Berechnungen des Bundesumweltministeriums bei Altbauten in Einzelfällen bis zu 80 Prozent des heutigen Energiebedarfs einsparen.

Dennoch sind viele Hauseigentümer noch zurückhaltend. Sie schrecken vor den Kosten oder einem großen organisatorischen Aufwand zurück. Der befürchtete Ärger mit Handwerkern, die Vorstellung, wochenlang in einer Baustelle leben zu müssen oder die Unsicherheit beim Ausfüllen von Förderanträgen lassen auch bei modernisierungswilligen Hausbesitzern ernsthafte Zweifel aufkommen. „Viele Energieeinsparpotenziale werden schlicht aufgrund mangelnder Informationen über die Chancen nicht genutzt“, sagt Hermann J. Dannecker, Vorstand des Deutschen Energieberater-Netzwerks e.V. (DEN).

Gut für Umwelt und Geldbeutel

Dabei lohnt sich die Beseitigung energetischer Schwachstellen gleich in mehrfacher Hinsicht: Neben dem positiven Effekt für die Umwelt rechnet sich eine Modernisierung der Wohngebäude auch mittel- und langfristig finanziell. Im Schnitt dauert es zehn bis zwölf Jahre, bis sich die Investitionskosten durch die Einsparung ausgeglichen haben. Relevant seien aber nicht allein die Amortisationskosten, gibt Dannecker zu bedenken. Denn Gebäude, die energetisch besonders sparsam sind, haben auch einen größeren Wohnwert und bieten mehr Lebensqualität. „Die Immobilie erfährt eine klare Wertsteigerung - und lässt sich folglich leichter verkaufen oder vermieten“, erklärt der Energieexperte.

Fitness-Plan für die Immobilie

Jedoch sind nicht alle Maßnahmen gleichermaßen sinnvoll oder praktikabel. „Beispielsweise lohnt es sich weder wirtschaftlich noch ökologisch, in eine neue Heizungsanlage zu investieren, wenn weiterhin ein Großteil der Energie über schlecht isolierte Fenster und Türen verloren geht“, weiß Dannecker. Gleichzeitig ist nicht immer eine Komplettsanierung aller Gebäudehüllen notwendig. „Manchmal helfen bereits kleinere Umbauarbeiten wie die Dämmung des Speichers, um den Energiebedarf merklich zu reduzieren.“

Was wann in welchem Umfang und in welcher Reihenfolge sinnvoll ist, muss daher für jedes Gebäude separat berechnet und entschieden werden. Hier ist Fachwissen gefragt. Hausbesitzern empfiehlt Dannecker daher eine detaillierte Energieeinsparberatung mit Vor-Ort-Begehung. Aufbauend auf der Ist-Analyse des Gebäudezustands sowie der aktuellen Energiebilanz erstellt der Energieberater dabei ein individuelles Konzept, um den Energieverbrauch zu senken. Dieses beinhaltet neben der Maßnahmenbeschreibung auch eine Kostenschätzung und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

Die Erfahrung Danneckers zeigt: Viele Hausbesitzer stehen einer professionellen Beratung positiv gegenüber. „Von einem kompetenten Berater an die Hand genommen zu werden, erleichtert die Entscheidung für viele.“

Serviceorientiert: BW-Bank vermittelt Energieexperten

Um ihren Kunden nicht nur in Finanzierungsfragen maßgeschneiderte Lösungen zu bieten, sondern sie auch bei der Wahl geeigneter Modernisierungsmaßnahmen zu unterstützen, arbeitet die Baden-Württembergische Bank eng mit dem Deutschen Energieberater-Netzwerk zusammen. „Wir übernehmen nicht nur die Rolle eines Vermittlers zwischen Energieberater und Kunde, sondern stehen dem Kunden während des gesamten Prozesses als Ansprechpartner zur Seite,“ erklärt Peter Zimmermann vom Produktmanagement Kredit der BW-Bank das Konzept.

Die Kunden profitieren dabei gleich doppelt: Zum einen erhalten sie über die BW-Bank feste Preise, zum anderen sind die BW-Bank-Berater bei der Wahl der richtigen Finanzierung für die Haussanierung behilflich. „Damit bieten wir unseren Kunden einen Service, der weit über das klassische Bankgeschäft hinausgeht“, so Zimmermann. Und die Kunden wissen das zu schätzen, bestätigt Thomas Majer, Leiter der BW-Bank-Filiale Winnenden: „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Offensichtlich treffen wir mit dem Zusatzangebot den Nerv der Zeit.“

Auch Hermann Dannecker ist von der Kooperation überzeugt: „Vielen Hausbesitzern ist eine Energieberatung noch unbekannt. Durch die Zusammenarbeit mit der BW-Bank erreichen wir deutlich mehr Verbraucher und können auf unser Angebot aufmerksam machen.“

Mit BW-Bank und Deutschem Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN) Energiebilanz verbessern

Bereits seit zwei Jahren kooperiert die Baden-Württembergische Bank mit dem Deutschen Energieberater-Netzwerk e.V., um ihren Kunden neben fundierten Finanzierungslösungen auch qualitativ hochwertige Energieberatungsleistungen anbieten zu können.

Beim DEN handelt es sich um einen bundesweiten Zusammenschluss von derzeit rund 600 Ingenieuren, Architekten und Technikern, die sich zu neutraler und unabhängiger Energieberatung verpflichtet haben. So beziehen die DEN-Mitglieder bei ihrer Tätigkeit keinerlei Provisionen oder sonstige zweckgebundenen Zuwendungen von Herstellern, Handwerkern oder Händlern, sondern empfehlen nur die Maßnahmen, die tatsächlich energetisch sinnvoll sind.

Die BW-Bank vermittelt Kunden den Kontakt zu einem kompetenten DEN-Energieberater in der Nähe. Dem Kunden stehen verschiedene Beratungsleistungen zur Auswahl:

  • Mündliche Energieberatung vor Ort: Diese umfasst ein ca. 2-stündiges Beratungsgespräch, in dem der Energieberater erste Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz inklusive einer groben Schätzung der Investitionssumme macht. Die Kosten belaufen sich auf ca. 150 Euro.
  • Bedarfsorientierter Energieausweis (nach EnEV 2007): Auf Basis der neuesten Richtlinien der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2007 erhebt der Energieberater vor Ort die Daten, die er zur Ausstellung des bedarfsorientierten Energieausweises benötigt. Für den Energieausweis sind bei Gebäuden mit 1-2 Wohneinheiten ca. 360 Euro zu veranschlagen.
  • Energieeinsparberatung vor Ort: Nach einer detaillierten Erhebung des Ist-Zustandes der Immobilie erstellt der Energieberater einen ausführlichen Bericht mit Auskunft über Einsparpotenziale, mögliche Sanierungsmaßnahmen und die voraussichtlichen Kosten. Die Beratung kostet ca. 750 Euro (bei 1-2 Wohneinheiten) und kann staatlich mit bis zu 50 Prozent des Beratungshonorars bezuschusst werden.

Kontakt:

Baden-Württembergische Bank
Produktmanagement Kredit
Kronprinzstraße 6
70173 Stuttgart

Andreas Geiger
Tel.: +49 711 124-43621
Andreas.Geiger@bw-bank.de

 

Weiterführende Links:

  • Website des Deutschen Energieberaternetzwerks e.V. (DEN)
    http://www.den-ev.de/
  • Datenbank Foerderdata des Informationsdienstleisters Febis (umfangreichste Fördermitteldatenbank Deutschlands für alle Vorhaben im Bereich Bauen, Sanieren und Energie sparen mit insgesamt rund 5.700 kommunalen, staatlichen und privatwirtschaftlichen Förderquellen)
    http://www.foerderdata.de/
  • Studie „Politische Instrumente zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote bei Eigenheimen“ des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Stand 2010
    www.enef-haus.de/index.php
 

06.09.2010 | Herausforderung Klimaschutz

 

Herausforderung Klimaschutz - Banken übernehmen Treiberrolle

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Notwendig dafür sind massive Investitionen. Dabei kommt Banken als Kapitalgeber eine entscheidende Bedeutung zu - denn ohne adäquate Finanzierungen können klimafreundliche Technologien und Innovationen nicht umgesetzt werden. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist sich dieser Aufgabe bewusst und bietet schon heute ein umfangreiches Portfolio an klimafreundlichen Finanzprodukten an. Weil sie zudem auch die eigenen Geschäftsprozesse konsequent am Nachhaltigkeitsgedanken ausrichtet, wurde sie unlängst von der renommierten Ratingagentur oekom research mit dem Gütesiegel "Prime" ausgezeichnet.

Der Klimawandel ist unbestritten eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Um seine Folgen beherrschen zu können, haben sich die acht führenden Industriestaaten (G8) im Juli 2009 darauf verständigt, die durchschnittliche globale Erderwärmung bis zum Jahr 2050 auf zwei Grad Celsius begrenzen zu wollen. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden. Ein gleichermaßen ambitioniertes wie teures Vorhaben – der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge sind zur Reduktion der Treibhausgase jährliche Investitionen in Höhe von weltweit 770 Milliarden Euro nötig.

Bei der Umsetzung des 2-Grad-Ziels nimmt Deutschland im internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein: Bis 2020 will die Bundesregierung die Treibhausgase um 40 Prozent gegenüber 1990 reduzieren und damit deutlich mehr Kohlendioxid einsparen als die Europäische Union vorgibt. Ohne massive Investitionen in umweltfreundliche Technologien und höhere Energieeffizienz ist dies jedoch nicht möglich. Das Bundesumweltministerium schätzt, dass jährlich Investitionen von 30 Milliarden Euro erforderlich sind, um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Die Unternehmens- und Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants hat diese Zahlen jüngst bestätigt und das notwendige Investitionsvolumen auf 400 Milliarden Euro für die kommenden elf Jahre beziffert.

Klimakompetenz des Finanzsektors ist gefragt

Doch der Klimawandel verursacht nicht nur Kosten, sondern lässt auch neue Märkte und Geschäftsfelder entstehen. Gerade Deutschland könnte davon profitieren – zumal deutsche Unternehmen schon jetzt Marktführer in Leitmärkten wie Energieeffizienz oder Umweltschutztechnologien sind. So prognostiziert Roland Berger für den Umwelttechnologiesektor in Deutschland bis zum Jahr 2020 durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 5,4 % - so viel wie für keinen anderen Sektor. Bis 2020 werden weitere 500.000 Arbeitsplätze in diesem Wirtschaftszweig entstehen und die Umsätze von derzeit 213 Milliarden Euro auf 467 Milliarden Euro ansteigen. Damit werden Umweltschutztechnologien zu einem der bedeutendsten Industriesektoren für die deutsche Volkswirtschaft.

Um die Chancen dieses „grünen Wirtschaftswunders“ nutzen zu können, sind nicht zuletzt die deutschen Finanzdienstleister gefragt. Indem sie das notwendige Kapital bereitstellen, tragen sie maßgeblich dazu bei, klimafreundliche Technologien zu finanzieren, deren Risiken zu versichern und Innovationen schneller umzusetzen.

Mit Hilfe geeigneter Finanzinstrumente schaffen sie zudem Anreize für mehr Klimaschutz und sind so ein zentraler Baustein für den Übergang von einer treibhausgasintensiven zu einer emissionsarmen Wirtschaftsweise. „Die Finanzwirtschaft ist ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, Finanzierungslösungen für transparente, rentable und gleichzeitig klimafreundliche Investitionen zu entwickeln“, weiß Silvia Weiß, die Leiterin des Nachhaltigkeitsreferats bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Politik und Finanzwirtschaft im Schulterschluss

Die Politik hat diese Schlüsselrolle der Banken erkannt. Gemeinsam mit der Finanzbranche werde es in den kommenden Jahren darum gehen, klimafreundliche Technologien zu finanzieren, zur Marktreife zu bringen und dadurch einen globalen Strukturwandel in Gang zu setzen, ist Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen sicher.

Schon zu Beginn des Jahres veranstaltete das Bundesumweltministerium deshalb gemeinsam mit zahlreichen Finanzdienstleistern die breit angelegte „Aktionswoche Klima und Finanzen“. Ihr Anliegen war es, Verbraucher für eine bewusste Wahl nachhaltiger Geldanlagen zu sensibilisieren. Indem Privatanleger klimafreundlich investieren, können sie ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten – und das bei gleicher Rendite.

Um den Schulterschluss zwischen Politik und Finanzwelt in Sachen Klimaschutz weiter zu stärken, initiierte Röttgen außerdem den „Klimaschutzdialog Wirtschaft und Politik“. Gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Dienstleistungsbranche werden in fünf Arbeitsgruppen technologische Möglichkeiten zur Verminderung von Treibhausgasemissionen und hierzu erforderliche Rahmenbedingungen diskutiert. Die Arbeitsgruppe „Klimaschutz und Finanzwirtschaft“ zielt dabei darauf ab, das Bundesumweltministerium mit konkreten Handlungsempfehlungen zu unterstützen, um privates Kapital in deutlich größerem Maße als bisher in effiziente Klimaschutzmaßnahmen zu kanalisieren.

Auch die Landesbank Baden-Württemberg nimmt am Klimaschutzdialog teil. „Wir bringen uns gerne in diesen Gedankenaustausch ein“, sagt Silvia Weiß von der LBBW. „Durch ein gelungenes Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik sehen wir die Chance, politische Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Klimaschutz für viele Gesellschaftsgruppen wirtschaftlich attraktiv ist und Deutschland seine Vorreiterrolle im Klimaschutz behält.“

LBBW konsequent nachhaltig engagiert

Bereits seit vielen Jahren ist die Landesbank Baden-Württemberg im Bereich der Nachhaltigkeit aktiv. In ihrer Nachhaltigkeitspolitik hat sie festgelegt, wie sie sämtliche Bereiche der Bank nachhaltig gestalten will. „Die Nachhaltigkeitspolitik bildet damit das Fundament, um ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in unser unternehmerisches Handeln zu integrieren“, erläutert Silvia Weiß.

Auf operativer Ebene steht dabei die Schonung von natürlichen Ressourcen sowie die Reduktion von Abfall und Energieverbräuchen im Vordergrund. So führt die LBBW jedes Jahr ein Umweltaudit durch, bei dem externe Gutachter das Umweltmanagementsystem der Bank überprüfen. Nachhaltigkeitsstandards im Lieferantenmanagement sowie verbindliche Kriterien für die Auswahl von Produkten und Geschäftspartnern stellen darüber hinaus einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sicher.

Daneben setzt die LBBW auch in ihrem Kerngeschäft zunehmend auf nachhaltige Produkte. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Kunden in möglichst allen Anlageklassen nachhaltige Investments anzubieten und sind mit einer breiten Palette an Produkten diesem Ziel schon sehr nahe“, sagt Weiß.

LBBW-Wertpapiere von oekom als erstklassig eingestuft

Dass die LBBW beim Thema Nachhaltigkeit sehr gut unterwegs ist, bestätigen zahlreiche Ratingagenturen (siehe Kasten). Zuletzt wurde der LBBW im Mai 2010 von der renommierten Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research das Gütesiegel „Prime“ verliehen. Mit diesem Status zeichnet oekom Unternehmen aus, die in punkto Nachhaltigkeit zu den führenden Unternehmen ihrer Branche zählen und die branchenspezifischen Mindestanforderungen erfüllen. „Wir sind stolz auf dieses Gütesiegel, denn es qualifiziert die von der LBBW emittierten Wertpapiere als soziale und ökologische Investments“, freut sich Weiß.

Grund für das gute Ergebnis ist die breit gefächerte Nachhaltigkeitspolitik der LBBW. „Vor allem bei unseren nachhaltigen Anlageprodukten, unserem Nachhaltigkeitsmanagamentsystem und bei Mitarbeiterthemen wie Familie und Beruf oder Personalentwicklung, konnten wir punkten“, führt die Leiterin des Nachhaltigkeitsreferats aus. Auch bei den Themen Finanzierung Erneuerbarer Energien, Corporate Governance und Unternehmensethik hat die LBBW überzeugt. „Natürlich gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial, aber wir sind schließlich auch noch nicht am Ziel“, sagt Weiß. „Auch kritische Anregungen nehmen wir deshalb gerne als Ansporn auf, denn so können wir unsere Prozesse und Produkte weiter optimieren und noch nachhaltiger werden.“

Die LBBW im Spiegel von Nachhaltigkeits-Ratingagenturen

Während das Thema Nachhaltigkeit noch vor wenigen Jahren eine geringe Rolle bei der Bewertung von Unternehmen spielte, haben sich mittlerweile zahlreiche Agenturen auf Nachhaltigkeits-Ratings spezialisiert. Diese Ratings werden von nachhaltigkeitsorientierten Investoren und Asset Managern als Entscheidungsgrundlage genutzt. Im Gegensatz zu klassischen Ratings werden Nachhaltigkeits-Ratings in der Regel nicht von den bewerteten Unternehmen, sondern von Investoren in Auftrag gegeben und stellen dadurch ein hohes Maß an Objektivität sicher. Auch die LBBW stellt sich regelmäßig der kritischen Überprüfung durch Nachhaltigkeits-Ratingagenturen.

  • Die Münchner Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research bewertete die LBBW im Mai 2010 mit dem Gütesiegel „Prime“. Mit diesem Status wird oekom research die auf dem Markt gehandelten LBBW-Wertpapiere aus ökologischer und sozialer Sicht für ein Investment empfehlen.
  • Sustainalytics, eine internationale Nachhaltigkeits-Ratingagentur, hat die LBBW in seinem Nachhaltigkeitsrating 2010 mit 70 von insgesamt 100 Punkten bewertet. Damit belegt die Bank im Sektor der nicht-börsennotierten Finanzinstitute auf internationaler Ebene Platz 2 von 76 Rängen (Stand März 2010).
  • Das Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) bewertete die LBBW als Emittent von öffentlichen Pfandbriefen und Hypothekenpfandbriefen in seinem Nachhaltigkeitsranking 2009 als „positiv“.
  • Die Zürcher Kantonalbank bewertete die LBBW im Jahr 2008 auf einer 9-stufigen Skala von C bis AAA mit einem Nachhaltigkeitsrating von A. Das Rating drückt die Gesamtleistung eines Unternehmens in Umwelt- und Sozialfragen aus.
  • Mit diesem Ergebnis ist die LBBW innerhalb der untersuchten Branche "Financials/Public & Regional Banks" führend in Deutschland; im europäischen Vergleich liegt sie auf Platz 3 von 37.

Kontakt:

Landesbank Baden-Württemberg
Referat Nachhaltigkeit
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart

Ihre Ansprechpartnerin:

Silvia Weiß
Tel.: +49 711 127-42637
silvia.weiss@lbbw.de

 

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05.08.2010 | Bestes deutsches Nachhaltigkeits-Fondhaus

 

Bestes deutsches Nachhaltigkeits-Fondhaus - LBBW Asset Management gewinnt ESG-Award

Die LBBW Asset Management hat erstmals eine internationale Auszeichnung für ihre Aktivitäten auf dem Gebiet nachhaltiger Investments bekommen: Das britische Fachmagazin "World Finance" verlieh der Landesbank-Tochter den "Enviromental, Social & Governance (ESG) Award" als bestem deutschen ESG Asset Manager.

„Die ESG-Auszeichnung von World Finance ehrt uns sehr. Sie zeigt, dass wir uns auch im internationalen Wettbewerb nicht verstecken müssen und mit unserem Investmentansatz für nachhaltige Kapitalanlagen auf dem richtigen Weg sind", betont Jürgen Zirn, Geschäftsführer der LBBW Asset Management.

In der Juli/August-Ausgabe schreibt World Finance: „Diese Fonds-Boutique hat gezeigt, dass eine transparente und fundierte Investmentstrategie für ESG-Portfolien den Anlegern eine dauerhafte Extra-Rendite einbringt.“ Ein Kompliment, das sich die LBBW Asset Management über fast zehn Jahre erarbeitet hat: Schon seit 2001 beschäftigt sich die Investmentgesellschaft mit dem Thema Nachhaltigkeit – zunächst auf Nachfrage eines wichtigen Kunden aus dem kirchlichen Bereich, der sein Geld ethisch verantwortungsbewusst angelegt sehen wollte. So begann die LBBW Asset Management, nachhaltige Spezialfonds für institutionelle Kunden zu entwickeln.

Im Laufe der Zeit baute sie dabei immer mehr Fachwissen auf und überzeugte mit einer guten Performance. So war es 2006 ein logischer Schritt, auch ein Produkt für die breite Anlegerschaft auf den Markt zu bringen: den Publikumsfonds „LBBW NachhaltigkeitsStrategie“, inzwischen umbenannt in „LBBW Nachhaltigkeit Aktien“. 2009 folgte mit dem „LBBW Nachhaltigkeit Renten“ ein Fonds für stärker sicherheitsorientierte Anleger.

In diesem Jahr überschritt die Summe nachhaltig gemanagter Vermögen bei der LBBW Asset Management erstmals die Marke von 250 Millionen Euro – Tendenz weiter steigend. „Noch vor zehn Jahren waren es vor allem Anleger aus dem gemeinnützigen Bereich, die auf ethische und umweltbezogene Aspekte Wert legten. Mittlerweile beobachten wir auch bei Kommunen, Pensionskassen oder Versicherungen einen Trend zu nachhaltigen Geldanlagen“, erklärt Fondsmanager Steffen Merker. Der „World Finance ESG Award“ zeigt, dass die LBBW Asset Management auf diesem wachsenden Markt gut aufgestellt ist.

Kontakt:

LBBW Asset Management
Investmentgesellschaft mbH
Kronenstraße 20
70173 Stuttgart

Ihre Ansprechpartnerin:

Melanie Specht
Tel.: +49 711 22910-3832
melanie.specht@lbbw-am.de

 

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10.06.2010 | Institutionelle Anleger treiben Markt für nachhaltige Kapitalanlagen

 

Institutionelle Anleger erweisen sich zunehmend als zentrale Treiber für nachhaltige Kapitalanlagen. Mit ihrer Investition setzen sie gezielt Impulse für nachhaltigeres Wirtschaften und nutzen den Kapitalmarkt als Einflussfaktor, um verantwortungsvolles Unternehmertum zu fördern. Die Investmentgesellschaft LBBW Asset Management der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat sich mit ihren Fondsprodukten auf diese anspruchsvolle Kundengruppe eingestellt. Ende April lud sie institutionelle Anleger zur ersten Nachhaltigkeitskonferenz nach Stuttgart ein. Unter dem Motto „Mit Nachhaltigkeit die Zukunft gestalten“ hatten die Anleger Gelegenheit, sich über aktuelle Trends und Perspektiven nachhaltiger Kapitalanlagen zu informieren und auszutauschen.

Globale Herausforderungen wie knapper werdende Ressourcen oder die Klimaerwärmung sowie die Folgen der internationalen Finanzmarktkrise geben nachhaltigen Geldanlagen weltweit Auftrieb. Laut einer Auswertung des European Sustainable Investment Forums (Eurosif), dem Europäischen Dachverband zur Förderung nachhaltiger Geldanlagen, hat sich das Marktvolumen in Deutschland in nur drei Jahren seit 2005 mehr als verdoppelt. Weltweit verzeichnet das Segment ein überproportionales Wachstum. So prognostizierten Booz & Company und Robeco Ende 2008, dass der durchschnittliche Anteil nachhaltiger Anlagen in den Portfolios der Investoren auf ein weltweites Anlagevolumen von 5 auf 26,5 Billionen US-Dollar ansteigen werde. Dabei seien vor allem institutionelle Anleger die zentralen Wachstumstreiber.

Impulse für ganzheitlich-wertorientiertes Wirtschaften

Ein Grund für diese Entwicklung: Nachhaltige Geldanlagen gehen nicht mit einer Renditeeinbuße einher, sondern können mit der Performance von herkömmlichen Fonds bzw. Marktindizes problemlos mithalten. Zudem ermöglichen sie es zukunftsorientierten und risikoaversen Anlegern, ihr Geld verantwortungsbewusst zu investieren und ökonomische mit ökologischen oder sozialen Aspekten zu verbinden.

Institutionelle Anleger gehen dabei oftmals noch einen Schritt weiter: Sie wollen mit ihren Investments gezielt eine nachhaltige ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung fördern. „Wir beobachten derzeit, dass institutionelle Kunden eine entscheidende Treiberrolle übernehmen“, sagt Steffen Merker, Fondsmanager bei der LBBW Asset Management. „Sie nutzen den Kapitalmarkt zunehmend, um aktiv Impulse für ein nachhaltigeres Wirtschaften von Unternehmen zu setzen.“

Positive Imageeffekte

Gleichzeitig stärken Institutionen mit einer nachhaltigen Anlagestrategie auch die eigene Akzeptanz und Glaubwürdigkeit. Denn globale Klimaherausforderungen und vor allem die internationale Finanzmarktkrise haben die Öffentlichkeit für die Bedeutung einer transparenten und nachhaltigen Unternehmensführung sensibilisiert.

„Diese öffentliche Erwartungshaltung ist nicht zu unterschätzen“, weiß Steffen Merker. „Das zunehmend kritische und aufgeklärte Meinungsumfeld verlangt auch von karitativen Einrichtungen, staatlichen Behörden oder Gemeinden, dass sie ihre Zahlen offenlegen und transparent handeln.“ So kann es sich beispielsweise keine kirchliche Institution oder Stiftung leisten, Kinderhilfsprojekte in Afrika mit Geldern zu finanzieren, die mit ethisch zweifelhaften Methoden erwirtschaftet wurden.

Umgekehrt profitieren institutionelle Anleger von einer positiven Außenwirkung, wenn sie ihre Anlagestrategie nachhaltig ausrichten und transparent machen. Daher wundert es Merker nicht, dass sich der Kreis an interessierten Investoren stark erweitert hat. „Noch vor zehn Jahren waren es vor allem Anleger aus dem gemeinnützigen Bereich, die auf ethische und umweltbezogene Aspekte Wert legten. Mittlerweile beobachten wir auch bei Kommunen, Pensionskassen oder Versicherungen einen Trend zu nachhaltigen Geldanlagen.“

Wachsende Nachfrage nach individuellen Lösungen

Eine weitere Besonderheit: Viele institutionelle Anleger setzen auf individuelle Lösungen, so der Fondsmanager der LBBW Asset Management, Christoph Groß. „Unsere Kunden beanspruchen, selbst die Auswahlkriterien bei der Zusammenstellung der Fonds zu bestimmen“, sagt der Fondsmanager.

Die LBBW Asset Management hat sich frühzeitig auf diesen Wunsch eingestellt. Schon seit 2001 beschäftigt sich das Tochterunternehmen der Landesbank Baden-Württemberg mit dem Schlüsselthema Nachhaltigkeit. Neben zwei nachhaltig gemanagten Publikumsfonds bietet die LBBW Asset Management institutionellen Investoren die Möglichkeit, einen Spezialfonds aufzulegen. Dieser Fonds wird individuell auf die Bedürfnisse des institutionellen Anlegers zugeschnitten.

Unabhängige Ratings für maximale Transparenz

Zentrales Thema aber ist und bleibt die Frage nach der tatsächlichen Transparenz grüner Fonds. Dies bestätigte einmal mehr die Nachhaltigkeitskonferenz, zu der die LBBW Asset Management Ende April nach Stuttgart geladen hatte. Unter dem Motto „Mit Nachhaltigkeit die Zukunft gestalten“ diskutierten zahlreiche Vertreter von Spar- und Pensionskassen, Versicherungen und Banken sowie Kirchen und Stiftungen mit renommierten Experten – darunter Professor Dr. Udo Steffens von der Frankfurt School of Finance & Management und Dr. Michael Schröder vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim – über Chancen und Perspektiven nachhaltiger Geldanlagen. Wiederkehrende Forderung der institutionellen Investoren waren dabei einheitliche Bewertungsmaßstäbe und ein allgemeines Gütesiegel als Orientierung für die Anleger.

Entsprechend ist Christoph Groß überzeugt: „Nur Geldanlagen mit höchstmöglicher Transparenz werden sich langfristig am Markt durchsetzen.“ Weil das so ist, hat sich die LBBW Asset Management einem mehrstufigen, strengen Auswahlverfahren verpflichtet (siehe Kasten) und stützt sich bei der Zusammenstellung ihrer Nachhaltigkeitsfonds auf die Bewertungen der renommierten Ratingagentur oekom research. „Unsere Produkte leben entscheidend von Glaubwürdigkeit und vollständiger Information. Ein externes und unabhängiges Nachhaltigkeitsrating als Grundlage bei der Titelauswahl ist unverzichtbar für uns“, sagt Groß.

Seit vielen Jahren arbeitet die LBBW Asset Management mit oekom research zusammen. „Die ausgereifte Bewertungsmethode und die unabhängigen Ratings haben uns überzeugt“, betont Groß. So lässt sich oekom research im Gegensatz zu klassischen Ratingagenturen nicht von jenen Unternehmen bezahlen, die sie bewertet. „Wir refinanzieren uns durch den Verkauf unserer Forschungsergebnisse an die Investoren. Damit umgehen wir Interessenskonflikte und stellen objektive Unternehmensanalysen sicher“, sagt der Vorstandsvorsitzende von oekom research, Robert Haßler.

Restriktive Titelauswahl garantiert hohe Produktqualität

Wie ernst die LBBW Asset Management ihr Prüfverfahren nimmt, belegt das jüngste nachhaltige Produkt, der Rentenfonds „LBBW Nachhaltigkeit Renten“. Im September vergangenen Jahres wurde die Tranche für institutionelle Investoren aufgelegt, Anfang März folgte die Tranche für Privatanleger. Der „LBBW Nachhaltigkeit Renten“ investiert ausschließlich in Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen, die den ökologischen, ethischen und sozialen Kriterien entsprechen. Dabei werden einige Staaten konsequent aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. „So scheiden beispielsweise auch Frankreich und Spanien aus, weil sie einen zu hohen Anteil an Atomenergie im Energiemix haben. Österreich und Italien fallen wegen einer negativen Klimaschutzpolitik aus dem Anlageuniversum heraus“, erläutert Christoph Groß.

Letztendlich kommt es ganz wesentlich darauf an, im Dialog mit den Kunden zu bleiben, betont Christoph Groß. Auf diese Weise ist es der LBBW Asset Management gelungen, ihr nachhaltiges Anlagevolumen seit 2002 zu verzehnfachen. „Nur wenn wir die Bedürfnisse, Wertvorstellungen und Zielsetzungen unserer Kunden kennen, können wir die richtigen Produkte anbieten.“ In dieser Hinsicht bewertet der Fondsmanager auch die Nachhaltigkeitskonferenz als vollen Erfolg: „Der intensive Austausch mit institutionellen Anlegern ermöglicht es uns, in Zukunft noch besser zu werden.“

Wie nachhaltig sind „grüne“ Fonds tatsächlich?

Das Angebot an nachhaltigen Geldanlagen ist breit gefächert. Mittlerweile decken nachhaltige Geldanlagen nahezu die gesamte Palette von Finanzprodukten ab – angefangen vom Tagesgeldkonto über Anleihen und Aktien bis hin zu Zertifikaten und Investmentfonds. Doch nicht jeder Fonds ist tatsächlich „grün“.

In der Branche werden hellgrüne und dunkelgrüne Kapitalanlagen unterschieden. Dabei gehen hellgrüne Fonds bei der Zusammenstellung des Anlageuniversums weniger streng und umfassend vor. Dunkelgrüne Fonds hingegen sind eher restriktiv bei der Auswahl der Unternehmen. Hier kommt vielfach ein sogenanntes Negativ-Screening zum Einsatz, in dem Ausschlusskriterien formuliert und bestimmte Branchen oder Geschäftspraktiken ausgeschlossen werden. Kombiniert wird das Negativ-Screening häufig zusätzlich mit dem „Best-in-Class“-Ansatz, bei dem nur diejenigen Unternehmen ins Portfolio kommen, die innerhalb ihrer Branche den besten Nachhaltigkeitsansatz verfolgen.

Auch die LBBW Asset Management setzt bei ihren nachhaltigen Fonds auf einen strengen, mehrstufigen Auswahlprozess. Eine Selektion stellt sicher, dass keine Gelder in Unternehmen mit kontroversen Geschäftsfeldern oder -praktiken angelegt werden. So werden beispielsweise Rüstungsunternehmen oder Atomkraftwerke ebenso ausgeschlossen wie Unternehmen, die Kinderarbeit oder die Verletzung der Menschen- und Arbeitsrechte dulden. In Kombination mit dem „Best-in-Class“-Ansatz realisieren alle Fonds so einen umfassenden und konsequenten Ansatz von Nachhaltigkeit. Die restriktive Vorgehensweise der LBBW Asset Management hat sich bewährt: Beide nachhaltigen Publikumsfonds wurden mit dem Europäischen Transparenzlogo ausgezeichnet, das vom European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif) für ein besonders transparentes Management von Nachhaltigkeitsfonds vergeben wird.

Kontakt:

LBBW Asset Management
Investmentgesellschaft mbH
Kronenstraße 20
70173 Stuttgart

Ihre Ansprechpartnerin:

Melanie Specht
Tel.: +49 711 124-48638

melanie.specht@lbbw-am.de

 

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12.03.2010 | Die Finanzmarktkrise stellt die Anpassungsfähigkeit deutscher Stiftungen auf die Probe

 

Die internationale Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise macht auch vor dem deutschen Stiftungswesen nicht Halt. Sinkende Renditen sowie Zins- und Spendeneinnahmen stellen für Stiftungen ein ernst zunehmendes Problem dar. Sie zwingen Stiftungen dazu, ihre Förderaktivitäten zu konzentrieren und ihr Vermögens- und Stiftungsmanagement zu professionalisieren. Allerdings liege in diesen Herausforderungen auch die Chance, die Weichen für die Zukunft zu stellen, glaubt Mirjam Schwink, Leiterin des Stiftungsmanagements im Wealth Management der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank). Einer der wichtigsten Zukunftstrends im Vermögensmanagement von Stiftungen werden dabei nachhaltige Anlagestrategien sein.

Als Förderer von sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen prägen Stiftungen in erheblichem Maße das Leben in Deutschland. Ihr Gesamtvermögen wird auf cirka 100 Mrd. Euro, das jährliche Fördervolumen auf cirka 30 Mrd. Euro geschätzt.

Weil sich Stiftungen überwiegend aus laufenden Erträgen finanzieren, konfrontiert die Finanzmarktkrise auch sie mit neuen Anforderungen: Zinserträge und Gewinne aus Ausschüttungen sind ebenso zurückgegangen wie Spendeneinnahmen - insofern müssen sie teilweise erhebliche Ertragseinbußen verkraften.

Trotz Finanzmarktkrise blicken deutsche Stiftungen optimistisch in die Zukunft

Gleichwohl haben die Stiftungen die Finanzmarktkrise bisher vergleichsweise glimpflich überstanden. Das belegen die aktuellen Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. So sind im Jahr 2009 in Deutschland 914 neue Stiftungen errichtet worden – in der Geschichte der Bundesrepublik die dritthöchste Anzahl. Zum 31. Dezember 2009 gab es damit in Deutschland 17.372 rechtsfähige Stiftungen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um sechs Prozent. "Die hohe Zahl an Neugründungen überrascht. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wächst die deutsche Stiftungslandschaft auf hohem Niveau", kommentiert Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Diese Einschätzung wird auch von einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) untermauert. Stiftungen schätzen ihre wirtschaftliche Situation generell überwiegend positiv ein. Fast zwei Drittel der befragten Organisationen bewerten ihre Finanzlage als sehr gut oder gut; lediglich sieben Prozent halten ihr Stiftungskapital für gefährdet.

Fakt ist jedoch auch: Jede dritte deutsche Stiftung hat als Folge der Finanzmarktkrise bislang Vermögenseinbußen hinnehmen müssen. Zwei von drei Stiftungen rechnen damit, dass sie 2010 niedrigere Kapitalerträge erwirtschaften werden als noch im Jahr 2008. Insgesamt – so die Einschätzung von Experten – seien bei den deutschen Stiftungen zwischen sechs und zehn Milliarden Euro durch die Finanzkrise vernichtet worden.

Zunehmende Konzentration im Stiftungswesen zu erwarten

Dies wird sich bei den deutschen Stiftungen niederschlagen.

„Sinkende Budgets erfordern neue Lösungen. Die Stiftungen sehen sich gezwungen, effizienter und effektiver zu arbeiten. Sie müssen zielgenauer fördern und sich auf wesentliche Projekte konzentrieren“, glaubt Mirjam Schwink, Leiterin des Stiftungsmanagements der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank). So kommen schon heute Projektbudgets und Finanzierungskonzepte bei der Hälfte der Stiftungen auf den Prüfstand. Knapp jede dritte Organisation wird in diesem Jahr voraussichtlich deutlich weniger Projekte fördern als noch 2008. Projektbezogene Kooperationen zwischen Stiftungen bieten die Möglichkeit, Mittel und Know-how zu bündeln und dadurch Synergieeffekte zu nutzen. „Gerade für kleine Stiftungen mit einem Vermögen von unter 100.000 Euro sind Partnerschaften das Modell der Zukunft“, glaubt Hans Fleisch vom Bundesverband Deutscher Stiftungen und rechnet in den kommenden Jahren mit einer Zunahme von Kooperationen. "Zugleich werden wir zunehmend erleben, dass Stiftungen zusammen gehen müssen", ist sich Mirjam Schwink sicher.

Neue Anforderungen an das Vermögensmanagement

Gleichzeitig wird die Frage, wie man das Stiftungskapital werterhaltend, sicher und nachhaltig anlegen kann, immer wichtiger. „Bei den komplexer und unübersichtlicher werdenden Märkten und Anlageprodukten ist eine gute Beratung das A und O", erläutert Mirjam Schwink. Die BW-Bank ist dabei nach Einschätzung der Expertin gut aufgestellt. "Durch die effektive Verzahnung von Vermögens- und Stiftungsmanagement sind wir in der Lage, individuelle Konzepte für die unterschiedlichsten Stiftungsanliegen anzubieten."

Zentraler Erfolgsfaktor in der Vermögensplanung der BW-Bank ist das dynamische Wertsicherungsmodell, da es Stiftungen ermöglicht, bei kontrolliertem Risiko eine Rendite zu erwirtschaften, die über den Zinserträgen an den Geldmärkten liegt. Der planerische Ansatz des Modells hat sich bewährt. So konnte auch in dem schwierigen Marktumfeld 2009 eine durchschnittliche Rendite von 11,45 % p.a. erzielt werden. Diese gute Performance wird honoriert: Bei der Bewertung des unabhängigen Controlling- und Rankinginstituts firstfive belegte das Wertsicherungsmodell der BW-Bank im Juni 2009 bereits zum zweiten Mal in Folge den 1. Platz.

Nachhaltige Anlagestrategien gewinnen an Bedeutung

„Neben einer immer professionelleren Vermögensverwaltung sind nachhaltige Kapitalanlagen ein zentrales Zukunftsthema", ist Mirjam Schwink sicher. Wurden nachhaltige Kapitalanlagen vor einigen Jahren noch von vielen belächelt, haben sie sich mittlerweile zu einem milliardenschweren Wachstumsmarkt entwickelt: Die Produktpalette hat sich deutlich erweitert und die Nachfrage nach sozial verantwortlichen Kapitalanlagen – sogenannten Socially Responsible Investments (SRI) – nimmt kontinuierlich zu. Laut einer Auswertung des European Sustainable Investment Forums (Eurosif), dem Europäischen Dachverband zur Förderung nachhaltiger Geldanlagen, hat sich das SRI-Marktvolumen in nur drei Jahren (zwischen 2005 und 2008) mehr als verdoppelt. Dabei waren nachhaltige Depots sogar im Krisenjahr 2008 oft wertstabiler und damit normalen Kapitalanlagen überlegen.

In den kommenden Jahren werde das Thema Nachhaltigkeit nicht nur im Hinblick auf den Erhalt des Stiftungsvermögens, sondern auch bezüglich der Auswahl der Investments an Bedeutung gewinnen, ist Mirjam Schwink überzeugt. „Das Umdenken ist bereits spürbar. Das Interesse der Stiftungen an Socially Responsible Investments ist deutlich gestiegen und immer mehr Organisationen verankern nachhaltige Investments in ihren Anlagerichtlinien.“

Trotz aller Anforderungen an die Wandlungsfähigkeit deutscher Stiftungen, die die Finanzmarktkrise stellt, warnt Schwink vor Schwarzmalerei oder gar Panikmache. „Deutschland bietet nach wie vor ein stiftungsfreundliches Klima. Außerdem: Jede Krise beinhaltet immer auch das Potenzial zu Innovationen, wenn man sie konstruktiv zu gestalten weiß.“

Das Stiftungsmanagement der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank)

Die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) verfügt über langjährige Erfahrung im Stiftungsmanagement. Im Konzern werden derzeit rund 600 Stiftungen mit einem Stiftungsvolumen von etwa 3 Milliarden Euro betreut. Damit zählt das Kreditinstitut zu den Marktführern in diesem Segment. Stiftern und Stiftungen stehen individuelle Dienstleistungen zur Verfügung. Dabei deckt die Bank die gesamte Prozesskette im Vermögens- und Stiftungsmanagement ab: Von der Planung und Konzeption der Stiftung über die Betreuung und Verwaltung beraten die Stiftungsexperten der Bank in allen Anlageentscheidungen und stehen auch in stiftungsspezifischen Fragen zur Seite.

Die Qualität der Beratung und Betreuung von Stiftungen wird der BW-Bank auch vom Handelsblatt und dem Magazin "Elite Report" bescheinigt. Gemeinsam prämierten sie im Sommer 2009 die besten Stiftungsexperten und nahmen die BW-Bank in die Elite in ihrem Fach auf.

Darüber hinaus bietet die BW-Bank mit ihrem Stiftungsportal eine innovative Plattform, um den Dialog und die Vernetzung von Stiftungen und Stiftern untereinander zu erleichtern. Bereits 120 Stiftungen nutzen das Portal, um sich zu präsentieren, über ihre Ziele und Vorhaben zu informieren bzw. neue Mitstreiter zu gewinnen.

Kontakt:

Baden-Württembergische Bank
Stiftungsmanagement
Kleiner Schlossplatz 11
70173 Stuttgart

Ihre Ansprechpartner:

Mirjam Schwink
Tel.: +49 0711 124-73428
mirjam.schwink@bw-bank.de

Matthias Felscher
Tel.: +49 0711 124-73425
matthias.felscher@bw-bank.de

 

Weiterführende Links:

 

03.02.2010 | Nachhaltigkeitsbericht der LBBW ausgezeichnet

 

Interview mit Thomas Derr, dem Projektleiter für den Nachhaltigkeitsbericht der LBBW, zur aktuellen Auszeichnung des Berichts 2007/2008 durch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Unternehmensinitiative future e.V.

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Unternehmensinitiative future e.V. haben den Nachhaltigkeitsbericht 2007/2008 der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in ihrem Ranking 2009 im Segment Banken mit dem ersten Platz gewürdigt. In der Gesamtwertung der Großunternehmen kam die Landesbank auf Rang neun. Damit ist die LBBW vorne mit dabei, wenn es darum geht, Kunden, Investoren und andere Interessengruppen fundiert und transparent über das Thema Nachhaltigkeit zu informieren. Gemeinsam mit future e.V. prüft das IÖW regelmäßig deutsche Nachhaltigkeitsberichte (siehe Kasten unten). Auf Basis eines umfassenden Kriterienkatalogs werden unter anderem strategische Ausrichtung und unternehmensinterne Verankerung des Themas sowie die konkrete Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bewertet.

Herr Derr, welchen Stellenwert hat die aktuelle Auszeichnung des IÖW und future e.V. für die LBBW und Ihre Arbeit?

Dieser Preis ist sehr wichtig für uns, da es in Deutschland keine vergleichbare Bewertung gibt. Er zeigt, dass die Landesbank Baden-Württemberg in puncto Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsberichterstattung vorbildlich unterwegs ist. Natürlich ist der Preis für uns als Team zusätzlicher Ansporn, die Berichterstattung weiter zu optimieren.

Welche Aspekte wurden vom IÖW als besonders gut befunden?

Als besonders gut bewerteten die Gutachter die Berichterstattung der Bank im Bezug auf ökologische Aspekte. Auch die Nachhaltigkeitsziele und das Nachhaltigkeitsprogramm der Landesbank haben sehr gut abgeschnitten. Es gibt wenige Unternehmen, die so detailliert darüber berichten, welche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden konnten und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. In der Gesamtwertung waren lediglich Konzerne wie BASF, Siemens und BMW im Ranking besser als wir; bei den Banken belegen wir sogar den ersten Platz.

In Ihrem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gehen Sie dennoch neue Wege. Warum?

Wir wollten mit unserem Bericht 2008/2009 noch nachhaltiger werden und deshalb das Internet als zentrale Kommunikationsplattform ausbauen. So haben wir unsere Website zum Thema Nachhaltigkeit grundlegend überarbeitet und den gedruckten Bericht durch eine Onlineversion ersetzt. Damit folgen wir dem Trend, von einer Print- stärker zu einer Onlineberichterstattung überzugehen. Dadurch sind wir heute in der Lage, noch aktueller, zielgruppenorientierter, nutzerfreundlicher und nicht zuletzt ökologischer zu kommunizieren.

Im Nachhaltigkeitsbericht 2009 heißt es, dass nachhaltiges Denken und Handeln kein „nice to have“, sondern ein „must have“ sei, um ökonomisch erfolgreich zu sein. Weshalb?

Unternehmen sind heute mehr denn je gefordert, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Für die LBBW ist nachhaltiges Denken und Handeln kein reiner Selbstzweck, sondern vor allem eine Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Nur wenn wir sowohl unseren Mitarbeitern und Kunden als auch Umwelt und Gesellschaft gerecht werden, werden wir langfristig am Markt erfolgreich sein. So hat die Landesbank beispielsweise frühzeitig das Potenzial Erneuerbarer Energien erkannt und hier eine hervorragende Analysekompetenz und Branchenexpertise aufgebaut, die wir nutzen können, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und zielorientiert in Zukunftsbranchen zu investieren.

In den letzten Monaten hat die LBBW viel im Bereich der Nachhaltigkeit getan. Als erste deutsche Landesbank hat sie zum Beispiel die „Principles for Responsible Investment“ (PRI) der Vereinten Nationen unterzeichnet und seit 2009 deckt sie ihren Strombedarf aus erneuerbaren Energiequellen. Was sind die nächsten Ziele?

Übergeordnetes Ziel ist es, das Thema Nachhaltigkeit noch stärker im Kerngeschäft zu verankern, vor allem im Kreditprozess und im Bereich der Anlageprodukte. Gerade was Letzteres betrifft, hat die LBBW in den letzten Monaten viel erreicht. Im September 2009 wurde beispielsweise der erste nachhaltige Rentenfonds von der LBBW Asset Management „LBBW Nachhaltigkeit Renten“ aufgelegt. Der Aktienfonds „LBBW NachhaltigkeitsStrategie BWI“ darf sich mit dem „Europäischen Transparenzlogo für nachhaltige Publikumsfonds“ schmücken. Und der Fonds „LBBW Global Warming Strategie BWI“ wurde bereits mehrfach ausgezeichnet; zuletzt belegte er beim FundAward 2010 von €uroFinanzen als nachhaltiger Themenfonds mit seiner guten Performance über drei Jahre den 2. Platz. Darauf wollen wir weiter aufbauen und unsere nachhaltigen Produkte noch intensiver vermarkten.

Das IÖW/future-Ranking deutscher Nachhaltigkeitsberichte

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ist ein gemeinnütziges, unabhängiges Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung mit Sitz in Berlin. Es erarbeitet Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften. Seit 15 Jahren prüft das IÖW gemeinsam mit der Unternehmensinitiative „future e.V. – verantwortung unternehmen“ im Abstand von zwei Jahren die Nachhaltigkeitsberichte der 150 größten Unternehmen Deutschlands. Auf Basis eines umfassenden Kriterienkatalogs prüfen das Institut und future e.V., ob die Unternehmen über klimarelevante Daten und Aktivitäten informieren, sich nachvollziehbare Umwelt-, Mitarbeiter- und Wirtschaftsziele stecken und ihre Ergebnisse transparent und verständlich kommunizieren. Auch übergreifende Themen wie Nachhaltigkeitsstrategie und -management fließen in die Bewertung mit ein. Das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte gilt als eine der wichtigsten externen Bewertungen und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie vom Rat für Nachhaltige Entwicklung maßgeblich unterstützt.

 

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27.01.2010 | LBBW bleibt ein verlässlicher Partner im Projektfinanzierungsgeschäft für Erneuerbare Energien

 

Der Markt für alternative Energien boomt. Trotz Finanzkrise und einer Marktbereinigung im Photovoltaik-Segment stehen die Zeichen auf Wachstum. So lautet die optimistische Voraussage namhafter Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung, die im vergangenen Herbst der Einladung der Landesbank Baden-Württemberg zur Konferenz „Erneuerbare Energien“ (EE) nach Mainz gefolgt sind. Entsprechend positiv fällt die Prognose der LBBW-Projektfinanzierung Erneuerbare Energien aus: In den kommenden Jahren will sie ihr Geschäftsportfolio von derzeit über zwei Mrd. Euro weiter ausbauen.

„Unsere Wachstumsgeschwindigkeit hat sich durch die Krise verlangsamt, nicht aber das Wachstum an sich“, freut sich Wolf-Rüdiger Stahl, Leiter der Mitte 2008 gegründeten LBBW-Abteilung Projektfinanzierung Erneuerbare Energien (Project Finance Renewables). Trotz schwieriger Marktbedingungen konnte das eigenstrukturierte Neugeschäft in 2009 auf stabilem Niveau gehalten werden. Dabei machen die Branchen Photovoltaik und Windenergie 90 bis 95 Prozent des Neugeschäftsvolumens aus.

Solardarwinismus: Die Marktbereinigung ist im vollen Gange

Vor größeren Umwälzungen steht derzeit die wettbewerbsintensive Solartechnikbranche. Nach Einschätzung der LBBW-Research-Experten findet hier eine Marktbereinigung statt, die zu einer Konzentration auf Anbieterseite führen wird. Ein Grund dafür ist, dass sich die weltweite Produktion von Solarzellen Jahr für Jahr fast verdoppelt hat und infolge die Preise für Solartechnik drastisch verfallen.

Ein Malus, der zum Bonus werden kann: Der Preisverfall führt dazu, dass sich die Branche der Netzparität nähert, Solarstrom genauso günstig erzeugt wird wie konventioneller Strom. „Die Wachstumsperspektiven sind viel versprechend für alle Unternehmen, die die schwierige Phase überstehen. Das gelobte Land der Netzparität winkt in den USA schon ab 2011/2012“, konstatieren die Marktbeobachter der LBBW.

Gute Renditen durch saubere Energie

Entsprechend optimistisch sieht die LBBW die Wachstumschancen im EE-Segment. Ein wichtiger Treiber für das nachhaltige Finanzierungsgeschäft ist die Europäische Union (EU). Ihre Umweltvorgaben, die von den EU-Beitrittsstaaten erfüllt werden müssen, erhöhen den Bedarf an EE-Technologien vor allem in Mittel- und Osteuropa. Darüber hinaus müssen Energieversorger ab 2013 für CO 2 -Emissionsrechte zahlen, was zu einer steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Energien führen wird.

Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen und national wie international angebotener öffentlicher Förderprogramme sind EE-Projekte und deren Cash-Flows langfristig gut planbar. Renewables-Chef Stahl sieht daher – trotz Konjunktureinbruch – nach wie vor gute 2-stellige Wachstumsraten: „Ich bin von der langfristigen Notwendigkeit und einem nachhaltigen Wachstum im EE-Bereich überzeugt“, so Stahl.

Hohe Wachstumsraten erwarten die LBBW-Experten besonders für die Segmente Wind- und Photovoltaik in Süd- und Osteuropa, Nordamerika und mittelfristig auch in Asien.

Stahls Ausblick: „Mittelfristig werden wir im Ausland stärker wachsen. Unsere Kunden beliefern zunehmend Projekte in ausländischen Märkten. Schon heute sehen wir vielfach Exportraten von über 50 Prozent.“

LBBW trägt Dynamik der Branche Rechnung

Obwohl die Finanzmarktkrise die Refinanzierungsmöglichkeiten von EE-Projekten deutlich schwieriger gestaltet, hält die LBBW an ihrer Geschäftsfeldstrategie fest: Sie möchte in Deutschland einer der führenden EE-Finanziers bleiben – bezogen auf die Eigenarrangierung im Neugeschäft.

Die Zeichen dafür stehen gut: Seit über 15 Jahren gehört die LBBW als Finanzierungspartner zu den ersten Adressen im Land: Mehr als zwei Milliarden Euro Kredite hat die Landesbank derzeit in über 200 Projektfinanzierungen aus dem EE-Bereich vergeben.

Mit der Gründung der Abteilung Project Finance Renewables und dem Zusammenführen der Erfahrungen und Expertise der LBBW, der früheren Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sowie der damaligen Sachsen LB in diesem Bereich ergab sich die Möglichkeit, die Stärken dieser Institute gebündelt zu nutzen und auszubauen. Dies spiegelt sich unter anderem in der länderspezifischen Projektverantwortung eines jeden Standortes wieder (siehe Kasten). „Mit 20 Projektfinanzierungsspezialisten haben wir eine Schlagkraft, die Sie in Deutschland eher selten finden“, erklärt Stahl.

Verlässlicher Partner - auch in der Krise

Hinzu kommt: „Wir sind der Branche auch in der Krise treu geblieben, deshalb schätzt man uns heute als stabilisierenden Faktor“, weiß Stahl. Das Vertrauen der Kunden zahlt sich aus: „Seit Monaten arbeiten wir an der Kapazitätsgrenze, müssen jeden Tag sogar Projekte ablehnen, weil die Kapazitäten von Markt und Marktfolge vollkommen ausgelastet sind.“

Projektfinanzierung Erneuerbare Energien (EE)

Mit einem Portfoliovolumen von über zwei Milliarden Euro gehört die LBBW zu den größeren Finanzierern von Windenergie- bzw. Solartechnikprojekten in Europa.

Die LBBW besitzt nachhaltige Branchenkenntnisse, um der Komplexität der EE-Projektfinanzierungen Rechnung zu tragen. Sie verfügt über ein über die Jahre gewachsenes Netzwerk in der EE-Branche. Darüber hinaus deckt sie die gesamte Prozesskette ab: vom mittelständischen Komponentenhersteller bis hin zur Finanzierung von Solar- und Windparks. Nach der Integration der früheren Landesbank Rheinland-Pfalz und der Sachsen LB hat sich die LBBW mit der Fachabteilung Project Finance Renewables (PF Renews) Mitte 2008 kunden- und marktorientiert neu aufgestellt: Die Projektbetreuung der PF Renews ist länderspezifisch ausgerichtet: So kümmern sich die Experten in Mainz beispielsweise um das Vereinigte Königreich, Spanien, Portugal und Italien. Die Verantwortlichen in Stuttgart um Frankreich, die Türkei und die USA. Deutschland und Osteuropa wird von den Projektfinanzierern in Leipzig betreut. Die länderspezifische Aufteilung hat deutliche Vorteile: Sie ermöglicht, dass die spezifischen Besonderheiten und rechtlichen Fallstricke in einem Land professionell und einheitlich bearbeitet werden können. Die Kunden erhalten eine schnelle, sehr tiefe Beratung.

Die LBBW verfügt zudem mittlerweile über eine europaweit anerkannte Aktienanalysekompetenz Hochspezialisierte Analysten beobachten ausschließlich die Wachstumswerte der Renewables-Branche; ihr umfassender, jährlich erscheinender Report gilt als einer der Fundiertesten der Branche.

Kontakt:

Landesbank Baden-Württemberg
Große Bleiche 54-56
D-55089 Mainz
Tel.:+49 6131 64-37380
Fax: +49 6131 64-37382
wolf-ruediger.stahl@LBBW.de
oder renewables@LBBW.de

 

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09.10.2009 | LBBW unterzeichnet die „Principles for Responsible Investment“ (PRI)

 

Der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen ist ungebrochen. Die LBBW unternimmt weitere Schritte, um das Thema nachhaltiges Investment aktiv zu fördern. Als erste deutsche Landesbank hat sie sich den „Principles for Responsible Investment“ (PRI) der Vereinten Nationen verschrieben. Damit verpflichtet sich die LBBW zukünftig noch stärker Themen des Umweltschutzes, der verantwortungsvollen Unternehmensführung und gesellschaftliche Anliegen bei ihren Investmentstrategien zu berücksichtigen.

„Der Wunsch und der Anspruch nach Glaubwürdigkeit und Transparenz nehmen zu. Viele Investoren wollen jetzt genau wissen, in was sie investieren, und welche Auswirkungen ihre Investments haben“, erklärt Steffen Merker, Abteilungsdirektor der LBBW Asset Management (LBBW AM).

Mit der Unterzeichnung der „PRI“ trägt die LBBW nicht zuletzt auch dem Verbraucherwillen Rechnung. Konkret beabsichtigt die Bank, Investoreninteressen mit gesellschaftlichen Zielvorstellungen zu verbinden: Mit den so genannten Environmental, Social und Corporate Governance Issues – kurz ESG-Themen - werden Umwelt-, soziale und die unternehmerische Verantwortung betreffende Aspekte verstärkt in die Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich einbezogen. Darüber hinaus will die LBBW Unternehmen und Körperschaften, in die sie selbst investiert, als aktiver Aktionär begleiten: „Wir werden auf nachvollziehbare Informationen zu allen ESG-Faktoren drängen. Wenn wir einen Verstoß gegen unsere grundlegenden Wertvorstellungen feststellen, werden wir mit den betreffenden Firmen in einen intensiven Dialog treten“, beschreibt das Institut künftige Handlungsmaximen. Zudem wird die LBBW mit anderen Unterzeichnern zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Wirksamkeit der Grundsätze zu verbessern und über Fortschritte zu berichten.

Neben der LBBW haben rund 540 PRI-Signatoren aus 36 Ländern die freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet. Gemeinsam betreuen sie ein Anlagevermögen von derzeit 18.000 Mrd. US-Dollar oder 12,5 Billionen Euro.

Nachhaltige Investments gehen gestärkt aus der Finanzkrise hervor

Mit ihrem Fokus auf nachhaltige Investmentstrategien führt die LBBW ihr Engagement zielgerichtet fort und kommt den Interessen der institutionellen und privaten Anleger immer mehr entgegen. Denn, die Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten hält trotz - oder gerade wegen - der Finanzkrise an. Aus einem Nischenthema, so LBBW-Fondsmanager Steffen Merker, sei ein Mainstream-Thema geworden.

Ein Trend, der auch Stiftungen zunehmend erfasst. Christoph Beuter, Stiftungsexperte im Wealth Management der BW-Bank bestätigt: „Gerade Stiftungen sehen, dass sie durch die gezielte Investition in nachhaltige Kapitalanlagen interessante Synergieeffekte zwischen der Anlage der Stiftungsgelder und dem Stiftungszweck erzielen können.“ Entsprechend groß sei das Interesse an maßgeschneiderten Investitionsmöglichkeiten. „Mit unserem spezifischen Investmentprozess sind wir ein leistungsfähiger und innovativer Partner bei nachhaltigen Investments. Die Unterzeichnung der PRI macht deutlich, welch hohen Stellenwert das Thema in der BW-Bank genießt und wird unsere Position im Markt weiter stärken“, ist Beuter überzeugt.

LBBW erhält Gütesiegel für Nachhaltigkeitsfonds

Doch nicht nur die PRI verbessern die Orientierung der Verbraucher. Auch ein neues Gütesiegel schafft mehr Klarheit: So hat der „LBBW NachhaltigkeitsStrategie BWI“ der LBBW AM als erster in Deutschland zugelassener Aktien-Nachhaltigkeitsfonds das „Europäische Transparenzlogo“ erhalten. Das Netzwerk Eurosif, ein europaweiter Zusammenschluss zur Förderung von nachhaltigen Investments, zeichnet damit ein besonders transparentes Management von nachhaltigen Publikumsfonds aus.

Bisher bieten in Deutschland lediglich zwölf Finanzdienstleister, hauptsächlich aus der Schweiz, Nachhaltigkeitsfonds an, die dieses Logo tragen.

Dass die LBBW den Nachhaltigkeitsgedanken in der Wirtschaft entschlossen vorantreiben will, zeigt auch ihr Engagement bei themenbezogenen Veranstaltungen. So fördert die LBBW AM den „Freiburger Tag für ethische und ökologische Geldanlagen“ oder die „Doppelte Dividende - Trends im ethischen Investment“ in Wien.

Ziel all dieser Aktivitäten ist es, die Position der Bank im Bereich der nachhaltigen Anlageprodukte zu stärken. Denn, dies ist nicht nur eine Investition in verantwortungsbewusstes Wirtschaften und das Vertrauen der Kunden. Es ist auch eine Investition in einen Erfolg versprechenden Wachstumsmarkt.

Wachstumsmarkt nachhaltige Geldanlagen

Aktuelle Erhebungen bestätigen, dass das Interesse an nachhaltigen Investments steigt. So sind nach Angaben des Sustainable Business Institute (SBI) im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 301 nachhaltige Fonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Publikumsvertrieb zugelassen. Ihr Volumen beträgt circa 25,5 Mrd. Euro. Dabei sind 13 Fonds mit einem Volumen von circa 140 Mio. Euro im ersten Halbjahr neu aufgelegt worden.

Der globale Markt für Socially Responsible Investment - kurz SRI - wird nach Angaben einer Eurosif-Studie Ende 2008 gar auf ein Volumen von 5 Billionen Euro geschätzt. Angesichts dieser Zahlen werden Transparenzmechanismen - wie sie die LBBW bietet - immer wichtiger.

 

12.08.2009 | Das Karlsruher Sparmodell

 

Der schonende Umgang mit Ressourcen steht bei der Landesbank Baden-Württemberg ganz oben auf der Agenda. Mit ihrem Zentralgebäude in Karlsruhe hat die LBBW nicht nur architektonisch ein markantes Zeichen im „City Park“ gesetzt. Der Bau zeichnet sich auch durch sehr niedrige Energiewerte aus. Ein ökologischer Meilenstein, der den nachhaltigen Umgang der LBBW mit Ressourcen unterstreicht.

„Wir haben viel Energie verbraucht, um Energie zu sparen“, sagt Manuel Schupp, verantwortlicher Architekt des Großprojekts. In vielen Gesprächen mit Ingenieuren, Facility Managern und anderen Beteiligten wurde die neue Arbeitsstätte von rund 400 LBBW-Mitarbeitern Schritt für Schritt unter ökologischen Gesichtspunkten entwickelt. Das Thema „Nachhaltigkeit“ war während der gesamten Planungs- und Bauphase ein entscheidender Faktor. In jeder Stufe des Lebenszyklus wurden fast alle Bauteile nach Nachhaltigkeitsaspekten bewertet.

Bonusanreize beflügeln Planer

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Während ein durchschnittliches Bürogebäude je nach Alter und technischer Ausstattung im Schnitt 350 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr an Primärenergie benötigt, soll der LBBW-Komplex jährlich maximal nur rund 120 kWh/qm verbrauchen. Nicht berücksichtigt ist hierbei allerdings der Strombedarf etwa für die EDV am Arbeitsplatz und die Arbeitsplatzbeleuchtung.

Durch einen mit dem Vermieter vertraglich vereinbarten Energieverbrauch und damit verbundene Straf- und Bonuszahlungen wurde das ehrgeizige Ziel in einem ersten Schritt sogar noch unterboten. So wurde 2008 nur ein Verbrauch von 60 kWh/qm gemessen. „Und das trotz des kalten Winters im letzten Jahr“, betont der verantwortliche Hausleiter der LBBW, Hans-Georg Leuther, zufrieden.

Neue Technologien für besseren Umweltschutz

Der Grund für diesen Erfolg liegt in der Verwendung neuester Technologien - etwa bei der Heizungs- und Kühltechnik. Gekühlt wird das 18.000 Quadratmeter große Gebäude mit einer von Wasser durchströmten Betondecke, die als Speichermasse fungiert. Sprich: Das Gebäude reagiert träge auf Temperaturschwankungen und bleibt im Sommer länger kühl.

Zum Heizen wiederum wird Fernwärme der Karlsruher Stadtwerke genutzt, die als Abfallprodukt der Stromerzeugung im Rheinhafen entsteht. Ohnehin geht dank optimaler Dämmung nur ein Minimum an Wärme verloren.

Besondere Lamellen im Fensterbereich erhöhen zudem den Anteil der Beleuchtung im Gebäude durch Tageslicht. „Eine Glasfassade hätte diese Energiebilanz nicht erzielen können“, resümmiert Fred Gaugler, Abteilungsleiter Technisches Facility Management der BW-Immobilien GmbH. Stattdessen zieren bunte Paneele den Bau. Sie belegen, dass ressourcensparende Gebäude - „Green Buildings“ genannt - modern und schick aussehen können.

Auch zukünftige Bau-Projekte der LBBW sollen konsequent nach Nachhaltigkeitskriterien bewertet werden. Das „Karlsruher Sparmodell“ hat hierbei Vorbildcharakter: „Dieses Gebäude ist für den Primärenergieverbrauch von Verwaltungsgebäuden an der Unterkante. Für uns ist das die neue Messlatte, an der alle künftigen Gebäude gemessen werden“, konkretisiert Gerhard Kimmich, Mitarbeiter für Planung / Bau der BW-Immobilien GmbH die ambitionierten Ansprüche des Bankinstituts.

Auf die Zukunft vorbereitetMit ihrem Vorgehen gibt die LBBW Impulse für energieoptimiertes Bauen im Verwaltungsbereich. Damit liegt sie voll im Trend: Denn die deutsche Immobilienwirtschaft und auch der Gesetzgeber befassen sich bereits intensiv mit der Thematik und wollen gezielt Anreize bieten. So vergibt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gemeinsam mit dem Bundesbauministerium seit Anfang des Jahres ein Zertifikat für ökologisch herausragende Gebäude. Und auch in der Klimaschutzpolitik der Bundesrepublik spielt Energieeffizienz vor allem auch im Bau und bei der Stadtentwicklung eine große Rolle. Ab Oktober 2009 wird es daher eine verschärfte Energieeinspar-Verordnung (EnEV) für energieeffizientes Bauen geben.

Die LBBW ist mit ihrem Vorzeigeobjekt in Karlsruhe für die Zukunft bereits bestens gerüstet. Getreu ihrem Motto: Mehr leisten – mit weniger Ressourcen.

 

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28.07.2009 | Die LBBW definiert Guidelines für nachhaltiges Wachstum

 

Jeder Tag ist anders. Jede Aufgabe ist neu. Jede Kundenanfrage verlangt eine individuelle Beurteilung. Dies gilt im dynamischen Finanzsektor noch einmal mehr als in anderen Branchen. Zumal für eine Bank wie die LBBW, die konsequent nachhaltig agieren will.

Vorstand und Fachbereiche der Landesbank Baden-Württemberg haben deshalb im Frühjahr 2009 gemeinsam verbindliche Nachhaltigkeits-Leitplanken für das Unternehmen verabschiedet. Sie markieren den Korridor, innerhalb dessen die LBBW künftig im Anlage- und Kreditgeschäft, in der Personalpolitik sowie im Umgang mit Ressourcen ihre Nachhaltigkeitsziele verfolgen wird. Und bilden damit die Basis für eine im Wortsinne nachhaltige Entwicklung.

Dabei handelt die LBBW nicht nur aus gesellschaftlicher Verantwortung, sondern aus dem denkbar nachhaltigsten Interesse heraus: dem eigenen. Je zielgenauer wir in Zukunftsbranchen investieren, je umfassender wir die Potenziale unsere Mitarbeiter fördern, je effizienter wir mit Ressourcen umgehen und uns als verantwortungsvolle Mitglieder für die Gesellschaft engagieren, umso wirtschaftlich erfolgreicher werden wir sein. Konsequent nachhaltiges Denken und Handeln sind daher kein „nice to have“, sondern ein „must have“ für eine Bank, die überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen will.

Die Leitplanken finden Sie in den Nachhaltigkeitsberichten der LBBW: www.lbbw.de/nachhaltigkeit

22.06.2009 | Europäisches Transparenzlogo

 

Europäisches Transparenzlogo - Gütesiegel für mehr Orientierung bei Nachhaltigkeitsfonds

Als erster in Deutschland aufgelegter Fonds erhält der LBBW NachhaltigkeitsStrategie BWI“ der LBBW Asset Management das „Europäische Transparenzlogo für nachhaltige Publikumsfonds“. Das European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif), ein europaweiter Zusammenschluss zur Förderung von nachhaltigen Investments, zeichnet damit ein besonders transparentes Management von Nachhaltigkeitsfonds aus.

Das Transparenzlogo dient Anlegern als Erkennungsmerkmal für jene Fonds, die sich an die „Europäischen Transparenzleitlinien für Nachhaltigkeitsfonds“ halten. Diese sollen bei Privatanlegern, Fondsmanagern, Anbietern von Research-Leistungen und anderen Stakeholdern für mehr Klarheit über Strategie und konkrete Investmentansätze des jeweiligen Fonds sorgen und dadurch das Vertrauen der Anleger stärken.

Unterzeichner dieser Leitlinien verpflichten sich, hinreichende und zielgerichtete Informationen zur Verfügung zu stellen, die in einem Fragenkatalog ermittelt werden. Dazu gehören unter anderem Investitionskriterien, Researchverfahren, Verfahren bei der Auflösung bestimmter Investments aus Nachhaltigkeitsgründen und die Informationspolitik.

Der Publikumsfonds „LBBW NachhaltigkeitsStrategie BWI Fonds“ stellt diese Informationen zur Verfügung. Er wurde vor zwei Jahren aufgelegt und investiert weltweit in Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Nachhaltigkeitsrating aufweisen. Mit einem Volumen von 17,5 Mio. Euro (per 22.05.09) führt er seit Jahresbeginn die Rankings mit einem Performanceplus von rund 20 Prozent an.

Dass Investments in Unternehmen mit hoher Nachhaltigkeitsperformance erfolgversprechend sind, zeigt sich nicht zuletzt auch in der aktuellen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise: Laut einer Studie der Managementberatung A.T. Kearney sind nachhaltige Unternehmen unter den gegenwärtig schwierigen Rahmenbedingungen nicht nur besser aufgestellt als viele ihrer „konventionellen“ Wettbewerber; sie zeigen auch in nahezu allen Industriesektoren an den Finanzmärkten eine deutlich bessere Performance.

Nicht alle Nachhaltigkeitsfonds legen ihre Strategie offen. Bisher bieten in Deutschland lediglich zwölf Finanzdienstleister, hauptsächlich aus der Schweiz, Nachhaltigkeitsfonds an, denen das Europäische Transparenzlogo verliehen wurde.

Nach Angaben des Sustainable Business Institute von Ende März 2009 sind im deutschsprachigen Raum insgesamt 294 Publikumsfonds zugelassen. Ihr Volumen beträgt rund 21 Mrd. EUR. Der globale Markt für Socially Responsible Investment (SRI) wird nach Angaben einer Eurosif-Studie Ende 2008 auf ein Volumen von 5 Billionen Euro geschätzt. Angesichts dieser Zahlen werden Transparenzmechanismen und Entscheidungshilfen immer wichtiger. Verbraucher setzen gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise auf Langfristigkeit und Vertrauen; das zeigt auch eine aktuelle Umfrage von TNS Infratest. Demnach kommen für rund die Hälfte aller Anleger Geldanlagen nach ökologischen Kriterien in Frage. Rund ein Viertel interessiert sich für „ethische“ Investments.

Steffen Merker, Abteilungsdirektor der LBBW Asset Management GmbH, zum Erhalt des Europäischen Transparenzlogos:

„Wir möchten mehr Transparenz in den Markt für Nachhaltige Investments bringen. Denn wir fokussieren uns auf einen disziplinierten und strengen Ansatz von Nachhaltigkeit bei unseren nachhaltigen Aktien- und Rentenfonds, die ein Volumen von 200 Mio. Euro aufweisen. Gerade die Qualität und Gründlichkeit bei der Auswahl der nachhaltigen Unternehmen spielt eine große Bedeutung für den Erfolg des Publikumsfonds „LBBW NachhaltigkeitsStrategie BWI“.

 

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