Presseinformation.

02.03.2017

LBBW weiterhin mit solider Entwicklung im operativen Geschäft

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat mit ihrem kundenorientieren Geschäftsmodell im Jahr 2016 in einem schwierigen Marktumfeld die Ergebnisentwicklung im operativen Geschäft erfolgreich fortgesetzt. Nach vorläufigen Zahlen erzielte die Bank ein Ergebnis vor Steuern und vor Goodwill-Abschreibung von 521 Millionen Euro nach 531 Millionen Euro im Vorjahr. Damit hat die LBBW ihre zu Jahresbeginn formulierten Erwartungen erfüllt.

  • Kundenorientiertes Geschäftsmodell bewährt sich in herausforderndem Marktumfeld
  • Zinsergebnis trotz Niedrigzinsen nahezu stabil, Provisionsergebnis über Vorjahr
  • Ergebnis vor Steuern und vor Wertberichtigung Goodwill mit 521 Millionen Euro erwartungsgemäß nahezu auf Vorjahresniveau
  • Vollständige Berichtigung des Goodwill vor allem als Folge des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus
  • Dies führt zu Rückgang des IFRS-Vorsteuerergebnisses auf 142 Millionen Euro, hat jedoch keine Auswirkungen auf HGB-Ergebnis und Kapitalquoten der LBBW
  • Hohe Zukunftsinvestitionen in IT und Restrukturierungsaufwendungen
  • Weiterhin hervorragende Kapitalausstattung: Harte Kernkapitalquote 15,2 Prozent und Gesamtkapitalquote 21,5 Prozent (gemäß CRR/CRD IV „fully loaded“)

Das Ergebnis ist belastet durch eine vollständige Abschreibung auf den Goodwill in Höhe von 379 Millionen Euro, der nahezu ausschließlich aus der Übernahme der früheren Sachsen LB im Jahr 2008 stammt und sich nur unter der Rechnungslegung nach IFRS auswirkt. Notwendig wurde die Abschreibung durch die eingetrübten Ertragsperspektiven für die Bankenbranche im Unternehmenskundengeschäft, insbesondere als Folge der historisch niedrigen Zinsen. Durch die vollständige Abschreibung des Goodwill betrug das IFRS-Vorsteuerergebnis 142 Millionen Euro. Die LBBW hat nun keinerlei Goodwill mehr in der Bilanz.

Rainer Neske, Vorstandsvorsitzender der LBBW: „Unsere Entwicklung im operativen Geschäft zeigt das hohe Maß an Vertrauen, das unsere Kunden uns in unsicheren Zeiten entgegenbringen. Das liegt an unseren langjährigen Geschäftsbeziehungen ebenso wie an unserer hervorragenden Kapitalausstattung, die unsere Stabilität als Bankhaus widerspiegelt.“ Zur Wertberichtigung des Goodwill sagte Neske: „Die notwendige Abschreibung nehmen wir aus einer Position der Stärke vor. Sie hat keine Auswirkungen auf unsere Kapitalquoten. Wir sind damit noch besser gerüstet, um uns in einem herausfordernden Marktumfeld zu behaupten. Wir werden dabei den Fokus wieder verstärkt auf profitables Wachstum mit unseren Kunden legen und gleichzeitig unsere Kostendisziplin weiter erhöhen.“

Das Kundengeschäft der LBBW entwickelte sich 2016 gemessen an den anspruchsvollen Rahmenbedingungen insgesamt ordentlich. So steigerte die Bank ihr Kreditvolumen im Geschäft mit Großunternehmen und Konzernen um rund 2 Milliarden Euro auf rund 12,5 Milliarden Euro, bei gewerblichen Immobilienkunden erhöhte sie den Kreditbestand ebenfalls um rund 2 Milliarden Euro auf rund 23 Milliarden Euro. Unter anderem durch den Ausbau des Finanzierungsgeschäfts wuchs die Bilanzsumme auf 244 Milliarden Euro zum 31.12.2016 nach 234 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch bei den kapitalmarktnahen Finanzierungslösungen und der Finanzierung von Unternehmensübernahmen baute die LBBW ihre Stellung aus. Die LBBW war in 2016 wiederum führend bei Schuldscheintransaktionen mit insgesamt 43 Emissionen in einem Gesamtvolumen von 10,7 Milliarden Euro. Außerdem zählte sie im Konsortialkreditgeschäft erneut zu den ersten Adressen in Deutschland. Aufgrund ihrer Platzierungsstärke konnte die Bank ihre Aktivitäten sowohl mit Unternehmen als auch mit institutionellen Kunden, die ihre Refinanzierungsbasis verbreitern wollen, ausweiten.

Firmenkunden ebenso wie institutionelle Kunden und Privatkunden legen großen Wert auf verlässliche, kapitalstarke Bankpartner. Dieser Anforderung trägt die LBBW mit ihrer sehr komfortablen Kapitalausstattung Rechnung. Alle Kapitalquoten bewegten sich zum 31.12.2016 weiterhin deutlich über dem von der Aufsicht geforderten Niveau: Die harte Kernkapitalquote (CET 1) nach aktuell gültigem Aufsichtsrecht (CRR/CRD IV mit Übergangsregeln) lag zum Jahresende bei 15,5 Prozent. Unter Vollanwendung der CRR/CRD IV („fully loaded“), die erst ab 2019 gilt, betrug sie 15,2 Prozent. Die Gesamtkennziffer belief sich auf 21,7 Prozent nach CRR/CRD IV mit Übergangsregeln und 21,5 Prozent bei Vollanwendung. Mit einer Verschuldungsquote (Leverage Ratio) gemäß CRR/CRD IV „fully loaded“ von 4,6 Prozent übertrifft die LBBW die von der Aufsicht vorgesehene Mindestmarke von 3 Prozent klar.

Die Ergebniszahlen im Überblick

Das Zinsergebnis profitierte von einer leichten Ausweitung der Kreditvergabe an Kunden und blieb trotz des historisch niedrigen Zinsniveaus nahezu stabil. Es betrug 1 624 Millionen Euro nach 1 654 Millionen Euro im Jahr 2015.

Die Risikovorsorge belief sich auf 51 Millionen Euro nach 55 Millionen Euro im Jahr 2015. Der Vorsorgebedarf lag aufgrund der ausgewogenen Risikopolitik und der anhaltend freundlichen Konjunktur in den Kernmärkten weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Das Provisionsergebnis verbesserte sich von 515 Millionen Euro auf 527 Millionen Euro. Getragen durch die starke Position der LBBW bei Kapitalmarktemissionen und das Verwahrgeschäft entwickelte sich vor allem das Wertpapier- und Depotgeschäft erfreulich. Zudem stiegen durch Kooperationen im Kreditkartengeschäft die Erträge im Zahlungsverkehr.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten ging von 209 Millionen Euro im Vorjahr auf 190 Millionen Euro zurück. Belastungen resultierten aus der Bewertung von Sicherungsderivaten, die unter IFRS nicht in das Hedge Accounting einbezogen werden konnten.

Das Finanzanlage- und At-Equity-Ergebnis verbesserte sich deutlich von 94 Millionen Euro auf 195 Millionen Euro. Wie bereits zum Halbjahr berichtet, wurde dieser Anstieg unter anderem durch Beteiligungserträge aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft cellent AG sowie der Anteile an der VISA Europe Limited getragen. Daneben leisteten Wertpapierverkäufe einen positiven Ergebnisbeitrag.

Die Verwaltungsaufwendungen waren geprägt von hohen Investitionen in die IT und Zukunftsprojekte wie den Wechsel des Kernbankensystems. Aufgrund der strikten Kostendisziplin verblieben sie dennoch mit 1 814 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau (1 782 Millionen Euro).

Für die Bankenabgabe und die Einlagensicherung wurden 71 Millionen Euro fällig. Für den Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg entrichtete die Bank eine Garantieprovision in Höhe von 93 Millionen Euro. Das Restrukturierungsergebnis von minus 87 Millionen Euro enthält Aufwendungen im Zuge von Projekten zur Verschlankung der Geschäftsprozesse und der Produktpalette, etwa die Neuausrichtung des Kapitalmarktgeschäfts oder den Umbau der Marktfolge.

Im Jahr 2016 wies die LBBW eine Wertberichtigung des Goodwill in Höhe von 379 Millionen Euro aus. Der Werthaltigkeitstest zum Jahresende 2016 führte aufgrund veränderter Rahmenbedingungen zu einer Vollabschreibung des dem Segment Corporates zugeordneten Goodwill. Dieser resultierte nahezu ausschließlich aus dem Erwerb der Sachsen LB im Jahr 2008. Dabei basiert die reduzierte Einschätzung der künftigen Ertragspotenziale wesentlich auf dem niedrigen Zinsniveau, dem intensiven Wettbewerb insbesondere im Mittelstandsgeschäft, der zurückhaltenden Kreditnachfrage, steigenden regulatorischen Belastungen und moderaten gesamtwirtschaftlichen Wachstumserwartungen. Die Kapitalquoten des Konzerns werden durch die Wertberichtigung nicht belastet.

In Summe ergibt sich daraus für das abgelaufene Jahr ein vorläufiges IFRS-Konzernergebnis vor Steuern von 142 Millionen Euro. Das IFRS-Konzernergebnis nach Steuern beläuft sich auf 11 Millionen Euro.

Nach HGB-Rechnungslegung erzielte die LBBW ein Jahresergebnis vor Steuern von 269 Millionen Euro (Vorjahr 385 Millionen Euro) und ein Jahresergebnis nach Steuern von 219 Millionen Euro (Vorjahr: 322 Millionen Euro). Auf das HGB-Ergebnis und damit die Ausschüttung an die Eigentümer wirkt sich die oben beschriebene Goodwill-Abschreibung nicht aus. Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, 219 Millionen Euro auszuschütten.

Die operativen Segmente im Überblick

Der geschilderte Sondereffekt und die Investitionen belasteten insbesondere die drei operativen Segmente Corporates, Financial Markets und Retail/Sparkassen. Dank eines insgesamt solide verlaufenen Kundengeschäfts leisteten sie in Summe dennoch einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 316 Millionen Euro.

Das Segment Corporates erzielte in einem schwierigen Marktumfeld mit 630 Millionen Euro ein zufriedenstellendes Ergebnis vor Goodwill. Erfreulich entwickelte sich beispielsweise das Finanzierungsgeschäft mit Konzernen, großen mittelständischen Unternehmen und gewerblichen Immobilienkunden. Dies konnte jedoch die hohen Belastungen aus der Goodwill-Abschreibung, die vollständig im Segment Corporates erfolgte, nicht kompensieren. Hinzu kamen hohe Aufwendungen für die Modernisierung der IT und für Restrukturierungsmaßnahmen. Zudem war das Vorjahresergebnis durch einen Ertrag aus Beteiligungsverkäufen begünstigt. In Summe führte dies zu einem Rückgang des Vorsteuerergebnisses auf 250 Millionen Euro (Vorjahr: 780 Millionen Euro).

Das Segment Financial Markets stand 2016 im Zeichen der Neuausrichtung des kundenorientierten Kapitalmarktgeschäfts, die beträchtliche Einmalaufwendungen erforderlich machte. Darüber hinaus fielen erhöhte Kosten aus IT-Investments an. Weiterhin belasteten Bewertungsabschläge auf Kontrahentenrisiken (Credit Value Adjustments). Durch diese und weitere Effekte ging das Vorsteuerergebnis auf 127 Millionen Euro (Vorjahr: 220 Millionen Euro) zurück. Das operative Geschäft entwickelte sich dagegen zufriedenstellend. Beispielsweise untermauerte die Bank in 2016 ihre starke Position bei Kapitalmarktemissionen. Im Zertifikategeschäft gehörte die LBBW im vergangenen Jahr erstmals zu den Top 3 Anbietern in Deutschland.

Das Ergebnis im Segment Retail/Sparkassen war im vergangenen Jahr von hohen Investitionen in die IT-Infrastruktur, Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen des Konzerns und dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld geprägt. Das Vorsteuerergebnis ging dadurch auf minus 61 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 2 Millionen Euro). Die Verbesserung des digitalen Angebots ist ein Kernstück des Umbaus zu einer leistungsstarken Multikanalbank. Das dazu aufgesetzte Projekt BW|morgen kam 2016 planmäßig voran. Darüber hinaus konnte die Bank das Kartengeschäft ausbauen und dadurch die Provisionserträge steigern. Besonders stark wuchs die Bank in der Betreuung hochvermögender Kunden. Das Wealth Management weitete sein Geschäftsvolumen um ein Viertel auf über 12 Milliarden Euro aus. Einen positiven Ergebnisbeitrag leistete außerdem die VISA-Transaktion.

Ausblick

Für das laufende Jahr rechnet die LBBW mit einem Konzernergebnis vor Steuern in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags.

Vorläufige Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2016
Vorläufige Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2016
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