Presseinformation.

04.11.2015

LBBW nach den ersten neun Monaten 2015 weiter auf Kurs

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat in den ersten neun Monaten 2015 ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessert und zugleich ihre Kapitalquoten weiter gestärkt. Trotz eines schwierigen Marktumfelds mit zunehmender Regulierung, anhaltend niedrigen Zinsen und intensivem Wettbewerb konnte sie ihr Konzernergebnis vor Steuern zum 30. September 2015 von 329 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro steigern. Nach Steuern erzielte sie ein Ergebnis von 237 Millionen Euro (Vorjahr: 234 Millionen Euro). Damit schreibt die LBBW mittlerweile seit 15 Quartalen in Folge durchgehend schwarze Zahlen. „Die verlässliche Entwicklung unseres Ergebnisses auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen zeigt, dass unser kundenorientiertes Geschäftsmodell nachhaltig trägt. Überdies verfügt unser Haus mit seiner soliden Kapitalausstattung und adäquaten Risikostruktur über sehr stabile Grundmauern“, sagte der LBBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter

  • Konzernergebnis vor Steuern nach neun Monaten auf 350 Millionen Euro gesteigert (Vorjahr: 329 Millionen Euro)
  • Kundengeschäft trotz schwierigem Umfeld mit stabilen Erträgen
  • Adäquate Risikostruktur bei weiter verbesserter Kapitalausstattung: Harte Kernkapitalquote 15,2 Prozent und Gesamtkapitalquote 20,7 Prozent (gemäß CRR/CRD IV mit Übergangsregeln)
  • Für das Gesamtjahr 2015 wird das Vorsteuerergebnis weiterhin moderat über dem Vorjahresniveau erwartet

Die LBBW entwickelte in den ersten drei Quartalen 2015 ihr Geschäft selektiv und risikobewusst weiter. Beispielsweise baute die Bank ihr Leistungsangebot für den Mittelstand im Auslandsgeschäft mit der Eröffnung neuer Repräsentanzen in Istanbul und Taschkent sowie der Erweiterung des German Centre in Peking aus. Ihre Leistungsfähigkeit im operativen Geschäft stellte die LBBW unter anderem bei verschiedenen großen Kapitalmarkttransaktionen unter Beweis, darunter die größte Schuldscheinemission aller Zeiten für ZF Friedrichshafen. Vor wenigen Tagen war die Bank außerdem an der Emission des bisher drittgrößten jemals begebenen Schuldscheindarlehens für die MANN+HUMMEL Holding GmbH federführend beteiligt.

Gleichzeitig festigte die Bank mit der bereits im ersten Halbjahr abgeschlossenen Platzierung einer Nachrangemission in Höhe von 500 Millionen Euro ihre Kapitalbasis weiter. Zum 30. September stieg die harte Kernkapitalquote (CET 1) nach aktuell gültigem Aufsichtsrecht (CRR/CRD IV mit Übergangsregeln) auf 15,2 Prozent. Bei Anwendung der CRR/CRD IV ohne die Übergangsregelungen, die bis 2019 gelten, betrug sie 14,3 Prozent („fully loaded“). Die Gesamtkennziffer verbesserte sich auf 20,7 Prozent nach CRR/CRD IV mit Übergangsregeln und 19,9 Prozent bei Vollanwendung (31.12.2014: 19,9 Prozent mit Übergangsregeln und 18,9 Prozent bei Vollanwendung). Die Risikoaktiva gemäß CRR/CRD IV sanken bis Ende September leicht auf 79,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 82,2 Milliarden). Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) gemäß CRR/CRD IV „fully loaded“ lag bei 4,0 Prozent. „Wir sehen uns mit den erreichten Größen für alle absehbaren regulatorischen Anforderungen gut aufgestellt“, erklärte Hans-Jörg Vetter.

Die Ergebniszahlen im Überblick

Im Zinsergebnis machten sich weiterhin das historisch niedrige Zinsniveau und die hohe Wettbewerbsintensität bemerkbar. Belastend wirkten überdies rechnungslegungsspezifische Effekte nach IFRS. Zusammen führte dies zu einem Zinsergebnis nach neun Monaten von 1,231 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,433 Milliarden Euro).

Wegen des niedrigen Vorsorgebedarfs im Kreditgeschäft ging die Risikovorsorge nach drei Quartalen von 95 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro zurück. Hintergrund ist neben der weiterhin stabilen wirtschaftlichen Situation in den Kernmärkten der LBBW das ausgeprägte Risikobewusstsein der Bank und die damit einhergehende hohe Qualität des Kreditportfolios.

Das Provisionsergebnis zum 30. September betrug 360 Millionen Euro. Während sich das Wertpapier- und Depotgeschäft positiv entwickelte, gingen die Erträge aus dem Vermittlungsgeschäft zurück. Dadurch lag das Provisionsergebnis in Summe um 10 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten legte verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres beträchtlich um 112 Millionen Euro auf 120 Millionen Euro zu. Getragen wurde diese Entwicklung von einem lebhaften Kundengeschäft, unter anderem durch eine hohe Nachfrage nach Absicherungsprodukten.

Das Finanzanlage- und at Equity-Ergebnis verbesserte sich auf 89 Millionen Euro (Vorjahr: 54 Millionen Euro). Insbesondere die Erträge aus at Equity bewerteten Unternehmen erhöhten sich deutlich.

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug in den ersten neun Monaten 82 Millionen Euro nach 93 Millionen im Vorjahr. Diese Position war von einer Vielzahl von Einzeleffekten geprägt, beispielsweise geringeren Erträgen aus der Entwicklung von Immobilienprojekten.

In den Verwaltungsaufwendungen ist die europäische Bankenabgabe für 2015 bereits vollständig berücksichtigt, ebenso der höhere Beitrag für die Einlagensicherung der Sparkassen-Finanzgruppe. Diese Belastungen führten neben weiteren Effekten zu einem Anstieg um 53 Millionen auf 1,410 Milliarden Euro.

Die Garantieprovision für den Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg betrug zum 30. September 95 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis vor Steuern nach dem dritten Quartal übertraf mit 350 Millionen Euro den Vorjahreswert um 21 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern lag mit 237 Millionen Euro ebenfalls leicht über Vorjahresniveau.

Die operativen Segmente im Überblick

Das Kundengeschäft insbesondere mit Unternehmen, privaten und institutionellen Kunden erwies sich auch in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres als verlässlicher Ertragsbringer. Das Segment Corporates, zu dem neben dem Unternehmenskundengeschäft auch die gewerbliche Immobilienfinanzierung gehört, erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 576 Millionen Euro nach 483 Millionen Euro im Vorjahresvergleichszeitraum. Dabei profitierte es unter anderem von einem sehr gesunden Kreditbestand, was sich in einem deutlich niedrigeren Risikovorsorgebedarf widerspiegelte, und höheren Erlösen aus dem Beteiligungsgeschäft.

Das Segment Financial Markets verbesserte sein Vorsteuerergebnis auf 166 Millionen Euro (Vorjahr: 129 Millionen Euro). Die hohe Volatilität an den Wertpapiermärkten führte zu verstärkten Handelsaktivitäten bei den Kunden und einer steigenden Nachfrage nach Absicherungsprodukten. Darüber hinaus verzeichnete die LBBW mehr Abschlüsse bei Bondemissionen.

Das Segment Retail/Sparkassen konnte beim Vorsteuerergebnis nicht ganz an das Vorjahr anknüpfen. Ursächlich für den Rückgang auf 45 Millionen Euro nach 50 Millionen Euro im Vorjahr waren im Wesentlichen gestiegene Verwaltungsaufwendungen durch Investitionen in Zukunftsprojekte wie den bevorstehenden Wechsel des Kernbankensystems sowie die Auswirkungen des historisch niedrigen Zinsniveaus auf die Einlagenerlöse.

Ausblick auf das laufende Jahr bestätigt

Für das Gesamtjahr 2015 rechnet die LBBW trotz des anspruchsvollen Marktumfelds weiterhin mit einem moderat über dem Vorjahreswert liegenden Vorsteuerergebnis, sofern keine unvorhergesehenen Marktturbulenzen eintreten.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. September 2015
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