Presseinformation.

27.02.2013

LBBW legt vorläufige Zahlen für das Jahr 2012 vor

Trotz eines nach wie vor sehr anspruchsvollen Umfelds hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ihren Konzerngewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Basis vorläufiger Zahlen deutlich gesteigert. Vor Steuern wurde ein Konzerngewinn (gemäß IFRS) von 399 Millionen Euro erreicht (Vorjahr: 86 Millionen Euro). Der Überschuss nach Steuern betrug 398 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro). Das operative Ergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 392 Millionen Euro auf 694 Millionen Euro.

  • IFRS-Ergebnis vor Steuern bei 399 Millionen Euro (Vorjahr: 86 Millionen Euro)
  • Operatives Ergebnis auf Basis eines soliden Kundengeschäfts bei 694 Millionen Euro
  • Prozess der Restrukturierung im Jahr 2012 weitgehend abgeschlossen
  • Abbau der Risikoaktiva weiterhin deutlich über Plan, Kernkapitalquote steigt auf 15,3 Prozent

"Das vorläufige Ergebnis bestätigt, dass wir mit unserem strikt kundenorientierten Geschäftsmodell richtig und marktgerecht aufgestellt sind. Auch operativ sind wir im vergangenen Jahr erneut vorangekommen", sagte LBBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Vetter. Die Bank hat alle vier Quartale des abgelaufenen Jahres mit Gewinn abgeschlossen. "Parallel zu einer insgesamt soliden Entwicklung des Kundengeschäfts ist es uns gelungen, die vielfältigen und ambitionierten Vorgaben unseres Restrukturierungsplans planmäßig abzuarbeiten. Damit können wir heute sagen, dass wir die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen haben. Gleichzeitig haben wir unsere Risiken weiter konsequent abgebaut", so Vetter weiter. Damit sei die Bank mit Blick auf die wachsenden regulatorischen Anforderungen bereits gut aufgestellt.

Kapitalausstattung verbessert, Restrukturierung weitgehend abgeschlossen

Ein wesentlicher Fokus der Bank lag auch im vergangenen Jahr auf dem Abbau von Risiken und einer Verbesserung der Kapitalausstattung. In diesem Bestreben wurde das nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Kreditersatzgeschäft 2012 von 36 auf 22 Milliarden Euro zurückgeführt. Zu Beginn der Restrukturierung waren es noch 95 Milliarden Euro gewesen. Die gesamten Risikoaktiva wurden im vergangenen Jahr von 108 Milliarden Euro auf 96 Milliarden Euro reduziert. Die Kernkapitalquote steigerte sich im selben Zeitraum um 2,4 Prozentpunkte und lag Ende 2012 bei 15,3 Prozent. Damit verfügt die LBBW über eine solide, angemessene Kapitalausstattung.

Um auch die künftigen, deutlich strengeren Kapitalanforderungen erfüllen zu können, haben die Eigentümer der LBBW (Land Baden-Württemberg, Sparkassenverband Baden-Württemberg und Stadt Stuttgart) im vergangenen Jahr die Umwandlung ihrer Stillen Einlagen in hartes Kernkapital beschlossen. Damit ist die LBBW auch für die künftig verschärften regulatorischen Vorgaben (Basel III) gerüstet, nach denen Stille Einlagen nicht mehr dem Kernkapital zugerechnet werden.

Darüber hinaus hat die LBBW im vergangenen Jahr den 2009 begonnenen EU-Restrukturierungsprozess konsequent weitergeführt und weitgehend abgeschlossen. So konnte der Stellenabbau plangemäß fortgeführt werden. Durch freiwilllige Maßnahmen wie Aufhebungsverträge oder Vorruhestandsregelungen sowie die natürliche Fluktuation konnten zum Jahresende Personalaustritte von mehr als 2 400 Vollzeitstellen vertraglich vereinbart werden. Auch die Konsolidierung des Beteiligungsportfolios wurde weiter vorangetrieben. Im Jahr 2012 trennte sich der Konzern unter anderem von seinen Anteilen an der SV Sparkassenversicherung, der Wüstenrot & Württembergischen AG, der Universal-Investment-Gesellschaft, der Nationale Suisse sowie der LBBW Immobilien GmbH mit ihren insgesamt 21 000 Wohnungen.

Vorläufige Ergebnis- und Bilanzzahlen 2012 im Überblick

Das Zinsergebnis verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf 2,057 Milliarden Euro. Hauptgründe für den Rückgang sind das niedrige Marktzinsniveau und der weitere planmäßige Abbau zinsbringender Aktiva im Zuge der Restrukturierung. Darüber hinaus waren im Vorjahr positive Einmaleffekte im Unternehmenskundengeschäft angefallen, die sich 2012 nicht wiederholten. Positiv ausgewirkt hat sich dagegen die Anpassung von Barwerten von erwarteten Zins- und Tilgungszahlungen auf Stille Einlagen und Genussscheine unter anderem in Folge der Wandlung von zunächst 2,2 Milliarden Euro an Stillen Einlagen.

Das Provisionsergebnis lag mit 514 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 536 Millionen Euro. Hier spiegelten sich unter anderem die anhaltende Zurückhaltung der Anleger im Wertpapiergeschäft sowie geringere Einnahmen aus Derivategeschäften wider.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten betrug 24 Millionen Euro (Vorjahr: minus 33 Millionen Euro). Positiv wirkten hier Ergebnisbeiträge aus kundenbezogenen Handelstätigkeiten der Bank sowie Wertaufholungen im Zuge von Spreadeinengungen bei Kreditderivaten. Dem gegenüber standen Belastungen aus Bewertungsanpassungen (Valuation Adjustments für Marktparameter, Kontrahentenrisiken und Rechtsrisiken) sowie Effekte im Zusammenhang mit der Marktbewertung eigener Verbindlichkeiten (Own Credit Spread) und Derivaten im Zusammenhang mit der Refinanzierung von Fremdwährungsgeschäften (Cross Currency Swaps).

Das sonstige betriebliche Ergebnis lag im vergangenen Jahr bei minus 39 Millionen Euro nach 186 Millionen Euro im Vorjahr. Hier wirkten sich unter anderem ein reduziertes Ergebnis der als Finanzanlagen gehaltenen Immobilien in Folge des Verkaufs des Wohnungsbestands sowie vorsorglich gebildete Rückstellungen aus.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag mit 143 Millionen Euro leicht unter Vorjahresniveau (152 Millionen Euro). Hier spiegelt sich ungeachtet der konjunkturellen Eintrübung in Deutschland die robuste Verfassung der Unternehmen gerade in den Kernmärkten der LBBW wider.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen summierte sich 2012 auf 135 Millionen Euro. Im Jahr zuvor war dieses stark von Bewertungsabschlägen auf Engagements in südeuropäischen Staaten belastet und lag 2011 bei minus 716 Millionen Euro. Ausschlaggebend für das positive Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr waren vor allem Gewinne aus diversen Beteiligungsverkäufen.

Die Verwaltungsaufwendungen sind im vergangenen Jahr auf 1,854 Milliarden Euro angestiegen. Mit ausschlaggebend hierfür waren hohe Aufwendungen im Zuge der Vorbereitung auf die verschärften regulatorischen Vorschriften. Weitere Kostenbelastungen fielen durch Investitionen in Zukunftsprojekte sowie eine um 35 Millionen Euro auf 92 Millionen Euro erhöhte Bankenabgabe an. Trotz planmäßigem Personalabbau – die Beschäftigtenzahl im Konzern reduzierte sich im Jahr 2012 von 12 231 auf 11 642 (minus 589) – stiegen die Personalaufwendungen unter anderem auf Grund tariflicher Gehaltsanpassungen leicht an.

Das operative Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich, von 392 Millionen Euro auf 694 Millionen Euro, erhöht.

Die Kosten für die Risikoabschirmung durch das Land Baden- Württemberg beliefen sich auf insgesamt 330 Millionen Euro, von denen 305 Millionen Euro im Posten Garantieprovision Land Baden-Württemberg und der Rest im Zinsergebnis gebucht wurde. Durch die Auflösung von nicht benötigten Rückstellungen ergab sich ein positives Restrukturierungsergebnis von 10 Millionen Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern summierte sich auf 399 Millionen Euro (Vorjahr: 86 Millionen Euro). Nach Steuern verzeichnete die Bank einen Konzernüberschuss von 398 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro).

Die Konzernbilanzsumme verringerte sich zum Jahresende um 9,9 Prozent auf 336,3 Milliarden Euro und folgt damit den Vorgaben der Bilanzsummenrückführung gemäß dem EU-Restrukturierungsplan.

Die drei operativen Segmente im Überblick

Das Segment Corporates, das neben dem Unternehmenskundengeschäft auch die gewerbliche Immobilienfinanzierung umfasst, wies ein Vorsteuerergebnis in Höhe von rund 920 Millionen Euro aus. 2011 hatte das Segment mit 1,247 Milliarden Euro ein außerordentlich gutes Ergebnis erreicht. Im Vergleich dazu wirkten sich im vergangenen Jahr das niedrige Zinsniveau, Bewertungsanpassungen sowie der kontrollierte Abbau von Nichtkernbank-Aktivitäten und Großengagements im Zuge der Restrukturierung aus. Die Risikovorsorge wurde gegenüber dem Vorjahr leicht angehoben, blieb aber auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Gestiegene Veräußerungsgewinne aus dem Beteiligungsgeschäft wirkten positiv auf das Segmentergebnis.

Im Segment Retail/Sparkassen sank das Ergebnis vor Steuern von 149 Millionen Euro auf 88 Millionen Euro. Hier waren deutliche Rückgänge im Einlagen- und Wertpapiergeschäft zu verzeichnen, die die anhaltende Zurückhaltung der Anlagekunden im Zuge der bestehenden Marktunsicherheiten sowie des historisch niedrigen Zinsniveaus widerspiegeln. Auch in diesem Segment ist zudem die Risikovorsorge im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

Im Segment Financial Markets lag das Ergebnis vor Steuern mit 278 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert (139 Millionen Euro). Das Geschäftsfeld profitierte von einer lebhaften Kundennachfrage nach Geldmarktprodukten und Wertpapierpensionsgeschäften. Zudem ergaben sich positive Bewertungseffekte im Zuge von Spreadeinengungen in Folge der Leitzinssenkung der EZB zur Jahresmitte und des Aufkaufprogramms europäischer Staatsanleihen im Sommer.

Ausblick

Die LBBW geht davon aus, dass die Rahmenbedingungen für die Finanzbranche auch weiterhin herausfordernd bleiben, beispielsweise aufgrund der vielfältigen regulatorischen Anforderungen. Strategisch wird die LBBW auch in diesem Jahr ihr Hauptaugenmerk auf den kontrollierten Ausbau des Kundengeschäfts und den Abbau von Risiken legen. "Unser kundenorientiertes Geschäftsmodell hat sich als tragfähig erwiesen. Wir werden weiter daran arbeiten, die Realwirtschaft zu unterstützen und als ein zuverlässiger, vertrauenswürdiger Partner unserer Kunden nachhaltig erfolgreich zu sein", sagte Vetter.

Einzelabschluss nach HGB ermöglicht Bedienung von Hybridkapital

Erstmals seit 2008 wird die LBBW die Stillen Einlagen und Genussscheine wieder bedienen. Darüber hinaus erfolgt eine teilweise Nachholung der in den vergangenen Jahren ausgefallenen Ausschüttungen: Auf Basis des noch nicht testierten HGB-Einzelabschlusses entfallen auf die laufenden Ausschüttungen der Stillen Einlagen und Genussscheine rund 254 Millionen Euro und auf die in den Jahren 2009 bis 2011 insgesamt ausgefallenen Ausschüttungen eine Nachholung in Höhe von rund 332 Millionen Euro. Damit werden rund 40,8 Prozent der ausgefallenen Ausschüttungen nachgeholt. Per 1. Januar 2013 verbleiben an offenen Nachholungen noch rund 239 Millionen Euro.

Während des bis April 2013 laufenden Wertaufhellungszeitraums kann es noch zu Änderungen des HGB-Ergebnisses kommen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Höhe der laufenden sowie der Nachholung der ausgefallenen Ausschüttungen. Eine verbindliche Aussage zur Bedienung beziehungsweise Nachholung dieser Instrumente kann daher erst nach der Bilanzfeststellung Ende April getroffen werden.

Der Konzernjahresabschluss der LBBW wird auf der Bilanzpressekonferenz am 29. April 2013 vorgestellt.

Vorläufige Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2012 nach IFRS
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