Presseinformation.

25.04.2012

LBBW legt Konzernzahlen für das Geschäftsjahr 2011 vor

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat bei ihrer heutigen Bilanzpressekonferenz die bereits am 15. März vorgestellten vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2011 bestätigt. Trotz schwieriger Marktbedingungen im vergangenen Jahr kehrte die LBBW dank eines starken Kundengeschäfts sowie einer konjunkturbedingt geringeren Kreditrisikovorsorge in die Gewinnzone zurück.

  • LBBW schließt 2011 mit Gewinn ab: Konzernergebnis vor Steuern von 117 Millionen Euro (Vorjahr: minus 341 Millionen Euro)
  • Operatives Kundengeschäft nach wie vor stark
  • Abbau der Risikoaktiva über Plan, Eigenkapitalquote (Gesamtkennziffer) steigt auf 17,2 Prozent
  • Hohe Belastungen aus Engagements in südeuropäischen Staaten in Folge der Schuldenkrise
  • Restrukturierung zeigt positive Wirkung: Kreditersatzgeschäft erneut stark reduziert, Personalabbau kommt voran, Sachkosten gesunken
  • LBBW ist 2012 zufriedenstellend gestartet; Vorsteuergewinn im ersten Quartal 2012 in der Größenordnung von rund 150 Millionen Euro erwartet.

Das operative Ergebnis legte deutlich zu – von 32 Millionen Euro im Vorjahr auf 423 Millionen Euro. Negativ wirkten auf das Jahresergebnis hohe Belastungen in Höhe von 944 Millionen Euro in Folge der Staatsschuldenkrise. Darunter fallen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, die zum 31. Dezember 2011 zum Marktwert auf rund 21 Prozent des Nominalwerts abgeschrieben wurden. Dennoch erreichte die LBBW (gemäß IFRS) einen Konzerngewinn vor Steuern von 117 Millionen Euro, nachdem im Jahr zuvor noch ein Vorsteuerverlust von 341 Millionen Euro angefallen war. Nach Steuern konnte die LBBW das Jahr mit einem Konzernergebnis von 87 Millionen Euro abschließen (Vorjahr: minus 363 Millionen Euro). Die Kernkapitalquote stieg zum 31. Dezember 2011 aufgrund des konsequenten Abbaus der Risikoaktiva auf 12,9 Prozent.

"Das gute Jahresergebnis zeigt, dass wir mit unserem konsequent auf das operative Geschäft mit Privatkunden, Unternehmen sowie Sparkassen und institutionellen Kunden ausgerichteten Geschäftsmodell nachhaltig erfolgreich sind. Gleichzeitig werden wir künftig weiterhin alles daran setzen, unsere Restrukturierung entschlossen voranzutreiben und das Kreditersatzgeschäft, unsere Risikoaktiva sowie nicht-strategische Engagements plangemäß abzubauen", bekräftigte der LBBWVorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter die Strategie, die der Konzern bereits seit zwei Jahren verfolgt.

Nach wie vor starke und solide operative Segmente

In den drei operativen Segmenten Corporates, Retail/Sparkassen und Financial Markets erwirtschaftete die LBBW im abgelaufenen Jahr ein Konzernergebnis von insgesamt über 1,5 Milliarden Euro.

Den höchsten Ergebnisbeitrag lieferte dazu das Segment Corporates, das das Unternehmenskundengeschäft sowie die gewerbliche Immobilienfinanzierung umfasst. Sein Ergebnis vor Steuern steigerte sich deutlich. Es legte um fast 50 Prozent zu und erreichte mit 1,259 Milliarden Euro den höchsten Wert seit Bestehen der LBBW (Vorjahr: 850 Millionen Euro). Hier zeigt sich die Stärke und Verwurzelung der LBBW als Hausbank des Mittelstands, speziell in ihren traditionellen Kernmärkten. Weiteren positiven Einfluss auf das Segmentergebnis hatten 2011 die konjunkturbedingt deutlich verringerte Risikovorsorge sowie ein Rückgang der Verwaltungsaufwendungen.

Auch das Segment Retail/Sparkassen konnte zulegen. Es steigerte sein Vorsteuerergebnis von 137 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro. Dazu beigetragen haben vor allem Zuwächse im Einlagengeschäft sowie der Ausbau des Geschäftsfelds Wealth Management. Zudem konnten durch ein striktes Kostenmanagement die Verwaltungsaufwendungen auch in diesem Segment reduziert werden.

Das Segment Financial Markets lag mit seinem Ergebnis vor Steuern von 155 Millionen Euro unter dem des Vorjahres (261 Millionen Euro). Die Gründe für den Rückgang lagen in erster Linie im allgemein schwierigen Marktumfeld im Zuge der Staatsschuldenkrise sowie dem aktiven Abbau von Risikopositionen, besonders im Interbankengeschäft. Diesen Abbau wird die LBBW auch künftig bewusst weiterführen und dadurch ihre Finanzmarktaktivitäten strikt auf das kundenorientierte Geschäft fokussieren. Entlastend auf das Segmentergebnis wirkten die zurückgeführten Verwaltungsaufwendungen, die trotz Belastungen durch die neue Bankenabgabe reduziert werden konnten.

Ergebnis- und Bilanzzahlen 2011 der LBBW im Überblick

Das Zinsergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,0 Prozent auf 2,298 Milliarden Euro. Den Grundstock dafür bildeten die nach wie vor soliden Erträge aus dem Privat- und Unternehmenskundengeschäft. Zudem wirkten Einmalerträge aus der Umstrukturierung eines größeren Unternehmensengagements sowie gestiegene Beteiligungserträge positiv auf das Ergebnis.

Das Provisionsergebnis lag mit 536 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 630 Millionen Euro. Hier spiegelt sich unter anderem die Zurückhaltung der Anleger im Wertpapiergeschäft wider. Außerdem waren die Erträge aus dem Kredit- und Treuhandgeschäft rückläufig.

Das Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten lag bei minus 33 Millionen Euro, konnte sich aber im Vergleich zum Vorjahr (minus 657 Millionen Euro) deutlich verbessern. Durch die Ausnutzung von Spreadeinengungen konnten hier vor allem im ersten Halbjahr 2011 Erträge durch den Abbau von Kreditderivatepositionen erzielt werden.

Das sonstige betriebliche Ergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 163 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro. Hier zeigte das Ergebnis der als Finanzanlagen gehaltenen Immobilien eine deutliche Verbesserung.

Aufgrund der günstigen konjunkturellen Entwicklung, speziell in ihren Kernmarktregionen, konnte die LBBW eine niedrige Risikovorsorge im Kreditgeschäft ausweisen. Sie lag mit 152 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 471 Millionen Euro.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen wies 2011 ein negatives Ergebnis von minus 716 Millionen Euro auf. Ausschlaggebend hierfür waren hohe Belastungen aus Engagements in südeuropäischen Staaten im Zuge der Staatsschuldenkrise. Positiv wirkten dagegen Erträge aus Beteiligungsveräußerungen in Höhe von insgesamt 276 Millionen Euro.

Auch im Jahr 2011 konnte die LBBW ihre Verwaltungsaufwendungen weiter senken. Sie lagen mit 1,727 Milliarden Euro gut 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ergibt sich unter anderem aus Personalkosteneinsparungen in Folge des planmäßigen Stellenabbaus im Zuge der Restrukturierung. Zum 31. Dezember 2011 hatte die LBBW 12 231 Beschäftigte, 830 weniger als Ende 2010. Bei den anderen Verwaltungsaufwendungen verzeichnete die LBBW einen leichten Zuwachs. Dieser resultiert aus der erstmals erhobenen Bankenabgabe, die die LBBW 57 Millionen Euro kostete. Ohne die Bankenabgabe wären die gesamten Verwaltungsaufwendungen um gut 5 Prozent gesunken.

Insgesamt summierte sich das operative Ergebnis auf 423 Millionen Euro und lag damit weit über dem Vorjahreswert von 32 Millionen Euro.

Belastend auf das Jahresergebnis wirkten erneut die Kosten für den Risikoschirm durch das Land Baden-Württemberg. Von den insgesamt 336 Millionen Euro wurden 306 Millionen Euro im Posten Garantieprovision Land Baden-Württemberg und der Rest im Zinsergebnis gebucht. Nach Abzug der Goodwill-Wertminderung von 15 Millionen Euro sowie der Anrechnung eines positiven Restrukturierungsergebnisses aufgrund der Auflösung von nicht benötigten Rückstellungen von 15 Millionen Euro ergab sich ein Konzernergebnis vor Steuern von 117 Millionen Euro (Vorjahreswert: minus 341 Millionen Euro). Nach Steuern belief sich das Konzernergebnis auf 87 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 363 Millionen Euro ausgewiesen wurde.

Die Konzernbilanzsumme ging trotz zinsbedingtem Anstieg der Marktwerte aus Derivaten zum Jahresende leicht, auf 373,1 Milliarden Euro zurück. Hier spiegelt sich der weitere Abbau der Nichtkernbankgeschäftsfelder, vor allem des Credit Investment Portfolios, wider.

Risikoaktiva reduziert, angemessene Kapitalausstattung

Durch den weiteren Abbau von Risikopositionen konnte die LBBW ihre Kapitalquoten im Vergleich zum Vorjahr weiter stärken. Die Kernkapitalquote lag zum Jahresende 2011 bei 12,9 Prozent (Vorjahr: 11,4 Prozent), die Gesamtkennziffer bei 17,2 Prozent (Vorjahr: 15,3 Prozent). "Die LBBW verfügt damit über eine angemessene Kapitalausstattung", resümierte Vetter. Dies belegte auch das Ergebnis der EBA-Kapitalumfrage im Herbst, bei der die LBBW die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht ohne zusätzlichen Kapitalbedarf erfüllte. Nichtsdestotrotz führt die LBBW weiterhin Gespräche mit ihren Eigentümern über die Umwandlung beziehungsweise Härtung der stillen Einlagen, die unter Basel III nicht mehr zum Kernkapital gezählt würden. Durch derartige Maßnahmen wäre die Bank für eventuelle weitere Verschärfungen der Kapitalanforderungen durch die Aufsichtsbehörden noch besser aufgestellt.

Im vergangenen Jahr hat die LBBW ihre Risikoaktiva erneut drastisch verringert. Das Credit Investment Portfolio, das Ende 2008 noch 95 Milliarden Euro betragen hatte, konnte zum Jahresende 2011 von 54 Milliarden Euro auf 36 Milliarden Euro reduziert werden. Die gesamten Risikoaktiva wurden im vergangenen Jahr – trotz der bereits zum Jahresende 2011 von der LBBW umgesetzten verschärften Eigenkapitalregeln nach "Basel 2,5" – von 121 Milliarden Euro auf 108 Milliarden Euro zurückgeführt.

Restrukturierung liegt weiterhin gut im Plan

Bei ihrer Restrukturierung liegt die LBBW weiter sehr gut im Plan. So wurden 2011 weitere Beteiligungen veräußert, etwa die Anteile an der Dekabank, der Energiebörse EEX und der LBS Baden-Württemberg. Im Februar des laufenden Jahres hat die LBBW zudem die LBBW Immobilien GmbH mit ihren rund 21 000 Wohnungen veräußert.

Plangemäß läuft auch die im Restrukturierungsplan festgeschriebene Reduktion der Sachkosten sowie der vorgesehene Abbau von rund 2 500 Stellen. Zwischenzeitlich wurden auf Basis freiwilliger Maßnahmen (Abfindungs-, Vorruhestands- oder Altersteilzeitverträge) sowie unter Ausnutzung der natürlichen Fluktuation Austritte von rund 2 000 Vollzeitstellen vereinbart.

Jahresauftakt 2012

In das laufende Jahr ist die LBBW zufriedenstellend gestartet. Die positive Entwicklung der operativen Geschäftsfelder hat sich in den ersten Monaten fortgesetzt. Das von zahlreichen Sonderfaktoren beeinflusste Ergebnis des ersten Quartals 2011 wird allerdings nicht erreicht werden. Nach derzeitiger Einschätzung wird für das erste Quartal 2012 ein Vorsteuergewinn in der Größenordnung von etwa 150 Millionen Euro erwartet.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Bank mit anhaltendem Wachstum im Kundengeschäft. Für das Gesamtjahr geht die LBBW daher weiterhin von einem gegenüber 2011 verbesserten Ergebnis unter IFRS aus, sofern es nicht zu neuen dramatischen Verwerfungen an den Finanzmärkten kommt.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2011 nach IFRS
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Am Hauptbahnhof 2
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Alexander Braun
Pressereferent
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