Presseinformation.

03.04.2014

LBBW-Bilanzpressekonferenz: LBBW schließt 2013 die Restrukturierung ab und steigert den Vorsteuergewinn deutlich

LBBW bestätigt vorläufiges Ergebnis des Jahres 2013: Konzerngewinn vor Steuern mit 471 Millionen Euro deutlich höher als im Vorjahr (399 Millionen Euro)

  • LBBW bestätigt vorläufiges Ergebnis des Jahres 2013: Konzerngewinn vor Steuern mit 471 Millionen Euro deutlich höher als im Vorjahr (399 Millionen Euro)
  • Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen
  • Abbau von Bilanzsumme und Risikoaktiva konsequent fortgesetzt, Kapitalquoten erneut deutlich erhöht
  • Vorstand schlägt Ausschüttung einer Dividende von 72 Millionen Euro vor
  • Rückzahlung von einer Milliarde Euro Stille Einlagen an die Träger wird wie angekündigt umgesetzt
  • Verhaltener Jahresauftakt 2014

„Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist nach dem erfolgreichen Abschluss der 2009 eingeleiteten Restrukturierung strategisch gut positioniert und mit ihrem kundenorientierten Geschäftsmodell für die kommenden Herausforderungen an die Bankenbranche gerüstet“, dies machte LBBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Vetter bei der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart deutlich. „Wir haben im vergangenen Jahr unseren Vorsteuergewinn erneut gesteigert und unser Risikoprofil weiter spürbar verbessert. Zugleich haben wir die tiefgreifende Restrukturierung erfolgreich beendet und die Bank neu ausgerichtet“, sagte Vetter. „Die LBBW ist heute eine solide und kapitalstarke Bank. Damit sind wir für den laufenden ‚Asset Quality Review‘ und den folgenden Stresstest gut gerüstet und können uns ganz auf unser Kundengeschäft konzentrieren.“

Wie bereits im Februar auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt gegeben wurde, erhöhte sich der Vorsteuergewinn (nach IFRS) im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 um 18,0 Prozent auf 471 Millionen Euro (Vorjahr: 399 Millionen Euro). „Mit diesem Ergebnis sind wir angesichts des Abbaus von Altlasten, des anhaltenden Niedrigzinsumfelds sowie der stetig wachsenden regulatorischen Herausforderungen durchaus zufrieden“, sagte Vetter. Das operative Ergebnis stieg auf 726 Millionen Euro (Vorjahr: 694 Millionen Euro). Dass die Bank wieder über ein stabiles Geschäftsmodell verfügt, zeigt sich auch daran, dass mittlerweile in acht Quartalen in Folge schwarze Zahlen erreicht wurden.

Ausgefallene Ausschüttungen auf Hybridkapital werden nachgeholt – Dividende von 72 Millionen Euro geplant

Darüber hinaus wird die LBBW auf Basis des Einzelabschlusses nach HGB neben der laufenden Bedienung der Stillen Einlagen und Genussscheine auch die von 2009 bis 2011 ausgefallenen Ausschüttungen vollständig nachholen. Nachzuholen sind im Geschäftsjahr 2013 noch 239 Millionen Euro, nachdem im vergangenen Jahr bereits ein Teilbetrag aufgeholt wurde. Der Vorstand wird der Hauptversammlung darüber hinaus die Ausschüttung einer Dividende von

72 Millionen Euro vorschlagen. Dies entspricht dem Bilanzgewinn nach HGB. Zudem wird die LBBW in diesem Jahr eine Milliarde Euro an Stillen Einlagen an ihre Träger zurückzahlen. „Es ist uns wichtig, dass wir auch auf diese Weise das Vertrauen rechtfertigen, das uns unsere Eigentümer in den vergangenen Jahren entgegengebracht haben“, erklärte Vetter.

Risikoabbau konsequent vorangetrieben,
Kapitalbasis erneut deutlich gestärkt

Auch im vergangenen Jahr hat die LBBW konsequent den Abbau von Risiken vorangetrieben und Maßnahmen verfolgt, um ihre Kapitalbasis nachhaltig zu festigen. Das Kreditersatzgeschäft, das nicht mehr zum Kerngeschäft der Bank zählt, wurde noch einmal von 22 Milliarden Euro auf 11 Milliarden Euro zum Jahresende halbiert. Damit hat die LBBW ihr Kreditersatzgeschäft, das zu Beginn der Restrukturierung noch 95 Milliarden Euro umfasst hatte, in wenigen Jahren um nahezu 90 Prozent reduziert. Auch die Risikoaktiva insgesamt verringerten sich weiter. Auf Basis des bis Ende 2013 gültigen Aufsichtsrechts (Basel 2,5) sanken sie auf 79 Milliarden Euro (31.12.2012: 96 Milliarden Euro). Ende 2008 hatten die Risikoaktiva noch 178 Milliarden Euro betragen.

Parallel dazu konnte die LBBW ihre Kernkapitalquote zum Ende 2013 auf Basis von Basel 2,5 auf 18,5 Prozent erhöhen; die Gesamtkennziffer betrug 22,5 Prozent. Nach den neuen, zum 1.1.2014 in Kraft getretenen Eigenkapitalvorschriften von Basel III – unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Übergangsregeln – liegen die harte Kernkapitalquote (per 31.12.2013) bei 13,1 Prozent und die Gesamtkennziffer bei 18,8 Prozent. Und bei der für 2019 vorgesehenen vollständigen Anwendung von Basel III nach Ablauf der Übergangsfristen („fully loaded“) beträgt die harte Kernkapitalquote 12,6 Prozent und die Gesamtkennziffer 18,7 Prozent (beide Werte per 31.12.2013).

Die operativen Segmente im Überblick

Getragen wurde das Ergebnis des vergangenen Jahres von einer soliden Entwicklung des Kundengeschäfts, das in den drei operativen Segmenten – Corporates, Retail/Sparkassen und Financial Markets – abgebildet ist. Den größten Anteil zum Konzerngewinn steuerte erneut das Segment Corporates bei, in dem neben dem Unternehmenskundengeschäft die gewerbliche Immobilienfinanzierung enthalten ist. Das Ergebnis vor Steuern des Segments belief sich auf 722 Millionen Euro. Zwar konnte damit das sehr gute Vorjahresergebnis von 913 Millionen Euro nicht erreicht werden; vor dem Hintergrund der schwierigen Marktgegebenheiten ist die Bank mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. Ausschlaggebend für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr war neben geringeren Erträgen aus Beteiligungsverkäufen, einer eher verhaltenen Kreditnachfrage bei Unternehmen und dem gezielten Abbau von Großengagements vor allem der Anstieg der – insgesamt jedoch immer noch moderaten – Risikovorsorge, die sich auf rund 300 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat.

Im Segment Retail/Sparkassen konnte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr (98 Millionen Euro) leicht auf 100 Millionen Euro gesteigert werden. Positiv entwickelten sich dabei aufgrund einer Belebung der Kundennachfrage vor allem das Wertpapiergeschäft und die Vermögensverwaltung; im Einlagengeschäft blieb das Ergebnis trotz des Zinsrückgangs gegenüber dem Vorjahr stabil.

Das Segment Financial Markets konnte mit einem Ergebnis vor Steuern von 322 Millionen Euro das Vorjahresergebnis (278 Millionen Euro) deutlich übertreffen. Dabei hat sich das operative Geschäft ordentlich – auch durch eine lebhafte Kundennachfrage nach Geldmarktprodukten, Schuldscheindarlehen und Zertifikaten – entwickelt.

Ergebnis- und Bilanzzahlen 2013

Das Zinsergebnis lag mit 1,794 Milliarden Euro um 263 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Gründe für den Rückgang waren der konsequent weitergeführte Abbau von Risikoaktiva, das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie eine verhaltene Kreditnachfrage. Allerdings war das Vorjahreszinsergebnis auch von einem positiven Sondereffekt in Höhe von 187 Millionen Euro geprägt.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich auf 310 Millionen Euro (Vorjahr: 143 Millionen Euro), liegt aber auch damit weiterhin auf einem moderaten Niveau und erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Das Provisionsergebnis steigerte sich um 8 Millionen Euro auf 522 Millionen Euro. Verbesserungen ergaben sich in erster Linie im Depot- und Wertpapiergeschäft.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten, das im Vorjahr von diversen Bewertungsanpassungen belastet wurde, konnte auf 373 Millionen Euro gesteigert werden. Das Ergebnis basiert unter anderem auf einer positiven Entwicklung im kundenbezogenen Kapitalmarktgeschäft. Des Weiteren begünstigten Wertaufholungen in Folge von Spreadeinengungen bei Kreditderivaten das Ergebnis.

Das Finanzanlageergebnis verminderte sich auf 16 Millionen Euro (Vorjahr: 135 Millionen Euro). Hauptgrund dafür war der weiter konsequent vorangetriebene Volumens- und Risikoabbau im Kreditersatzgeschäft. Dabei wurden zum Teil bewusst Verluste in Kauf genommen. Zudem lagen 2013 die Ergebnisbeiträge aus der Veräußerung von Beteiligungen sowie aus At-Equity bewerteten Unternehmen klar unter denen des Vorjahres.

Das sonstige betriebliche Ergebnis verbesserte sich durch eine Vielzahl von Einzeleffekten auf 105 Millionen Euro. Positiv wirkten hier unter anderem Ergebnisbeiträge durch erfolgreich abgeschlossene Projektentwicklungen im Immobilienbereich.

Die Verwaltungsaufwendungen gingen auf Basis der erfolgreichen Restrukturierung um 86 Millionen Euro auf 1,774 Milliarden Euro zurück. Trotz erneut hoher Aufwendungen im Zuge der Umsetzung regulatorischer Auflagen konnten dank konsequentem Kostenmanagement sowohl die Personal- wie auch die Sachkosten reduziert werden. In den Verwaltungsaufwendungen ist auch die Bankenabgabe in Höhe von 67 Millionen Euro enthalten. Die Cost Income Ratio hat sich deutlich auf 63,5 Prozent verbessert (Vorjahr 72,6 Prozent).

Das operative Ergebnis summierte sich auf 726 Millionen Euro nach 694 Millionen Euro im Vorjahr. Die Kosten für den Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg beliefen sich insgesamt auf 325 Millionen Euro – davon sind 300 Millionen Euro als Garantieprovision für den Risikoschirm des Landes Baden-Württemberg gebucht, der Rest im Zinsergebnis. Das positive Restrukturierungsergebnis von 48 Millionen Euro resultierte in erster Linie aus der Auflösung von nicht benötigten Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen.

Das Konzernergebnis vor Steuern verbesserte sich auf 471 Millionen Euro. Nach Abzug des Steueraufwands, der sich nach dem stark von positiven Steuereffekten geprägten Vorjahr normalisiert hat, belief sich der Jahresüberschuss auf 337 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme wurde 2013 plangemäß weiter zurückgeführt. Sie sank im Laufe des vergangenen Jahres deutlich um 63 Milliarden Euro auf 274 Milliarden Euro. Die LBBW nutzte das positive Marktumfeld zum verstärkten aktiven Abbau von Risiken. Ende 2008 hatte die Bilanzsumme noch bei 448 Milliarden Euro gelegen.

Strategischer Ausblick: Strikte Konzentration auf Kundengeschäft und Kerngeschäftsfelder

Die strikte Ausrichtung auf das Kundengeschäft bildete ein Kernelement der erfolgreichen Restrukturierung der vergangenen Jahre. LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter machte bei der Bilanzpressekonferenz deutlich, dass sich an dieser strategischen Ausrichtung nichts ändern werde. Die Bank werde sich konsequent auf ihre fünf Kerngeschäftsfelder fokussieren: Unternehmenskunden, Privatkunden, Sparkassen, gewerbliche Immobilienfinanzierung und kundenorientiertes Kapitalmarktgeschäft.

Im Unternehmenskundengeschäft soll das Cross-Selling durch den vermehrten Vertrieb von Produkten jenseits des Kredits verstärkt werden – wie beispielsweise Zins- und Währungsabsicherungen, Zahlungsverkehr sowie die Begleitung von Unternehmen bei deren Auslandsaktivitäten. Im Geschäft mit Großkunden zählen Unternehmen aus ganz Deutschland sowie Österreich und der Schweiz zu den Zielkunden. Der deutschsprachige Raum steht auch im kundenorientierten Kapitalmarktgeschäft der Bank im Fokus. In der gewerblichen Immobilienfinanzierung konzentrieren sich die Aktivitäten auf Deutschland sowie auf ausgewählte Märkte in den USA und Großbritannien.

Mit Blick auf das Privatkundengeschäft bekannte sich Vetter ausdrücklich zur Präsenz in der Fläche. In Stuttgart hat die BW-Bank die Sparkassenfunktion, insgesamt besitzt sie in Baden-Württemberg ein Netz von rund 180 Filialen. „Als regional verwurzelte Kundenbank wollen wir auch im Privatkundengeschäft wachsen. Für uns gehören dabei Privatkundengeschäft und Filialen untrennbar zusammen. Die allermeisten unserer Kunden wollen trotz der Nutzung anderer Kanäle wie Internetbanking nicht auf die Filiale verzichten“, sagte Vetter. Parallel dazu hat sich das Segment Wealth Management für hoch vermögende Privatkunden, Unternehmer, Stiftungen und Family Offices erfolgreich weiterentwickelt.

Ein weiteres wichtiges Feld ist das Geschäft mit den Sparkassen. Als Zentralinstitut der Sparkassen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen unterstützt die LBBW die Sparkassen und deren Kunden mit einer Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen. Darüber hinaus baut die LBBW die Zusammenarbeit mit Sparkassen im gesamten Bundesgebiet bei Produkten aus, die einen Mehrwert im Verbund stiften.

Ausblick auf das laufende Jahr

Auch im Jahr 2014 werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Banken anspruchsvoll bleiben. Zwar geht die Bank von einer wirtschaftlichen Belebung aus, die sich auch in den Kernmärkten der LBBW positiv auswirken dürfte. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zinsen weiterhin auf niedrigem Niveau liegen werden. Die regulatorischen Anforderungen bleiben unverändert hoch. Vor diesem Hintergrund sieht sich die LBBW mit ihrem kundenorientierten Geschäftsmodell und der soliden Kapitalausstattung gut aufgestellt.

Der Jahresauftakt 2014 war durch ein verhaltenes operatives Kundengeschäft geprägt. Insgesamt erwartet die Bank für das laufende Jahr ein deutlich positives Ergebnis. Aus heutiger Sicht ist ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau denkbar, sofern es nicht zu unvorhergesehenen Marktturbulenzen oder einem unerwartet starken Konjunktureinbruch kommt.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31. Dezember 2013 nach IFRS

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