Presseinformation.

17.11.2011

LBBW legt Konzernzahlen (nach IFRS) zum 30. September 2011 vor

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) weist nach den ersten neun Monaten des Jahres 2011 trotz der im dritten Quartal weiter verschärften Marktverwerfungen nach IFRS ein Konzernergebnis vor Steuern von 410 Millionen Euro aus (Vorjahreswert: minus 138 Millionen Euro). Nach Steuern belief sich der Konzernüberschuss auf 245 Millionen Euro (Vorjahr: minus 147 Millionen Euro).

  • Konzernüberschuss vor Steuern von 410 Millionen Euro nach neun Monaten
  • Ertragsstarkes Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden
  • Operatives Ergebnis nach neun Monaten gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht
  • Heftige Verwerfungen an den Finanzmärkten belasten das Ergebnis im dritten Quartal stark
  • Abbau der Risikoaktiva über Plan, Kernkapitalquote bei soliden 13,4 Prozent
  • Restrukturierung kommt planmäßig voran

Das operative Ergebnis von 644 Millionen Euro hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Dabei hat sich insbesondere das Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden erneut als stabile Ertragssäule des Konzerns bewährt. Zudem ergab sich bei der Kreditrisikovorsorge konjunkturbedingt eine Entlastung. Erhebliche Belastungen resultierten aus der Staatsschuldenkrise, insbesondere mit Bezug zu Griechenland. Die Kernkapitalquote lag zum Ende des dritten Quartals dennoch bei soliden 13,4 Prozent.

Hans-Jörg Vetter, Vorstandsvorsitzender der LBBW, sagte zu der geschäftlichen Entwicklung: "Wir sind mit der Neuausrichtung der LBBW gut vorangekommen. Auch im Kundengeschäft sind wir weiterhin gut unterwegs. Unser inzwischen auf nachhaltiges Kundengeschäft ausgerichtetes Geschäftsmodell hat sich auch unter extremen Marktbedingungen bewährt. Diese Fortschritte werden von den dramatischen Marktverwerfungen in beträchtlichem Maße überlagert."

Im dritten Quartal hat die LBBW aufgrund der Spannungen an den Finanzmärkten ein negatives Konzernergebnis vor Steuern von 191 Millionen Euro ausgewiesen. Darin wurden stichtagsbezogene Bewertungsbelastungen aus hochvolatilen Kreditausfallversicherungen (CDS) mit Staatenbezug, die unter IFRS zum Marktwert zu bilanzieren sind, in Höhe von rund 200 Millionen Euro verarbeitet. Außerdem wurden auf griechische Staatsanleihen weitere Abschreibungen auf jetzt rund 40 Prozent des Nominalwerts vorgenommen. Insgesamt hat die Bank in den ersten neun Monaten des Jahres in der Gewinn- und Verlustrechnung Belastungen aus der Staatsschuldenkrise in Höhe von rund 750 Millionen Euro verarbeitet.

"Diese Belastungen zeigen noch einmal, dass es zu der 2009 eingeleiteten Neuausrichtung der Bank und dem Verzicht auf kundenloses Bankgeschäft keine Alternative gibt", sagte Hans- Jörg Vetter. "Die Zukunft der LBBW liegt ausschließlich im Kundengeschäft. Wir werden hier weiter zielgerichtet wachsen und zugleich den Restrukturierungsplan konsequent umsetzen. Altlasten werden weiterhin rigoros abgebaut."

Massiver Abbau von Risikoaktiva, Restrukturierung im Plan

Seit Jahresanfang hat die Bank ihr Risikoprofil erneut deutlich verbessert. So wurden die Risikoaktiva insgesamt um 16 Milliarden Euro auf 105 Milliarden Euro verringert. Das Credit Investment Portfolio, das Ende 2008 noch 95 Milliarden Euro umfasst hatte, wurde in diesem Jahr von 54 Milliarden Euro auf 38 Milliarden Euro reduziert. Damit ist die Bank beim Abbau dieser Geschäfte ohne Kundenbezug besser als geplant vorangekommen. Durch den Abbau der Risikoaktiva wurden die Kapitalquoten der LBBW weiter gestärkt. Die Kernkapitalquote lag – nach 11,4 Prozent zum Jahresbeginn – am Ende des dritten Quartals bei 13,4 Prozent. Die Gesamtkennziffer verbesserte sich von 15,3 Prozent auf 17,8 Prozent. Wie bereits kommuniziert, führt die Bank vor dem Hintergrund der mittlerweile deutlich erhöhten Kapitalanforderungen Gespräche mit ihren Trägern über die Frage einer Umwandlung oder Härtung der stillen Einlagen im nächsten Jahr.

Insgesamt kommt die Restrukturierung der LBBW auf Basis des von der EU-Kommission genehmigten Konzepts weiter planmäßig voran. Der laufende Verkaufsprozess der LBBW Immobilien GmbH ist auf gutem Weg; eine Entscheidung über den Erwerber der 21 500 Wohnungen soll möglichst noch in diesem Jahr fallen. Bereits im ersten Halbjahr hatte sich die LBBW von weiteren Beteiligungen getrennt, darunter Anteilen an der DekaBank sowie der Energiebörse EEX. Die Verwaltungsaufwendungen wurden weiter reduziert. Der Personalaufwand konnte dabei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Millionen Euro verringert werden. Zum 30. September zählte die LBBW 12 382 Beschäftigte, 679 weniger als zum Jahresbeginn. Insgesamt wurden im Zuge der Restrukturierung bereits Austritte von rund 1 500 Vollzeitstellen vertraglich vereinbart. Erfreulich ist, dass dies allein durch freiwillige Maßnahmen wie Aufhebungsverträge oder Vorruhestandsregelungen sowie natürliche Fluktuation erreicht werden konnte. Der Restrukturierungsplan sieht den Abbau von rund 2 500 Stellen im Konzern bis 2013 vor.

Überblick über die Ertrags- und Aufwandsposten nach neun Monaten

Das Zinsergebnis der ersten neun Monate des laufenden Jahres summierte sich auf 1,775 Milliarden Euro und lag damit 8,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Darin sind neben einem guten operativen Geschäft auch Einmaleffekte enthalten.

Die Kreditrisikovorsorge lag optisch und dank der seit Jahren konservativen Risikopolitik der LBBW und der bis vor kurzem sehr starken Konjunktur auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Saldo von Neuzuführungen und Auflösungen wurden seit Jahresbeginn 7 Millionen Euro an Risikovorsorge aufgelöst. Weitere Belastungen in Höhe von rund 210 Millionen Euro aus Unternehmensfinanzierungen sind im Finanzanlageergebnis enthalten.

Das Provisionsergebnis ging im Vergleich zum Vorjahreswert um 13,3 Prozent auf 404 Millionen Euro zurück. Hierin spiegelt sich die Zurückhaltung der Anleger aufgrund der Marktunsicherheiten wider.

Das Handelsergebnis in Höhe von 157 Millionen Euro per Ende September wurde im dritten Quartal durch die bereits erwähnten Bewertungsverluste bei Kreditderivaten von rund 200 Millionen Euro belastet. Insgesamt hat sich das Handelsergebnis in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert, wozu der insbesondere im ersten Halbjahr forcierte Abbau von Kreditderivaten unter Ausnutzung von Spreadeinengungen beigetragen hat.

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug zum 30. September 119 Millionen Euro und lag damit 14,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Verwaltungsaufwendungen gingen im Vergleich zum Vorjahreswert leicht um 1,1 Prozent auf 1,289 Milliarden Euro zurück. Der Personalaufwand sank dabei um 4,5 Prozent auf 757 Millionen Euro. Bei den Sachkosten führte das laufende Kostensenkungsprogramm in vielen Bereichen zu deutlichen Einsparungen. Allein die in diese Position anteilig eingerechnete Bankenabgabe in Höhe von 43 Millionen Euro führte jedoch dazu, dass im Vergleich zum Vorjahr der Sachaufwand um 22 Millionen Euro auf 427 Millionen Euro anstieg. Ohne die Bankenabgabe wären die Verwaltungsaufwendungen insgesamt um deutlich über 4 Prozent gesunken.

Das Finanzanlageergebnis lag nach neun Monaten bei minus 526 Millionen Euro (Vorjahreswert: 92 Millionen Euro). Erträgen aus Beteiligungsverkäufen insbesondere im ersten Halbjahr standen Belastungen aus Engagements in südeuropäischen Staaten gegenüber.

Insgesamt ergab sich für den LBBW-Konzern nach den ersten neun Monaten ein operatives Ergebnis von 644 Millionen Euro (Vorjahreswert: 146 Millionen Euro). Unter Berücksichtigung des Restrukturierungsergebnisses sowie der Provisionsaufwendungen für die Garantie des Landes Baden- Württemberg belief sich das Konzernergebnis vor Steuern auf 410 Millionen Euro. Der Steueraufwand lag bei 165 Millionen Euro. Damit wies die LBBW nach neun Monaten einen Konzernüberschuss in Höhe von 245 Millionen Euro aus.

Die Konzernbilanzsumme lag zum 30. September 2011 im Wesentlichen aufgrund von Wechselkurs- und Zinseffekten mit 387,5 Milliarden Euro über dem Jahresanfangswert von 374,4 Milliarden Euro.

Entwicklung der operativen Segmente

Die Erträge des Segments Corporates verbesserten sich im Jahresvergleich um 45 Millionen Euro auf 1,681 Milliarden Euro. Trotz des deutlichen Abbaus von Nicht-Kernbank- Geschäft, der schneller als geplant verläuft, und der damit einhergehenden Ertragseinbußen konnte gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der operativen Erträge erzielt werden. Neben der konjunkturbedingt sehr geringen Risikovorsorge von 34 Millionen Euro konnten auch die Verwaltungsaufwendungen reduziert werden, obwohl zusätzliche Belastungen aus der Bankenabgabe zu tragen sind. Das Segment erwirtschaftete in den ersten neun Monaten insgesamt ein sehr erfreuliches Ergebnis vor Steuern von 1,110 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (712 Millionen Euro) bedeutet dies einen deutlichen Anstieg.

Das Segment Retail/Sparkassen, in dem das Privatkundengeschäft sowie die Sparkassenzentralbankfunktion der LBBW gebündelt sind, erreichte ein Ergebnis vor Steuern von 142 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr (113 Millionen Euro). Dazu trugen eine spürbare Senkung der Kosten als Folge der stringenten Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie eine Nettoauflösung der Risikovorsorge bei. Die operativen Erträge entwickelten sich mit 453 Millionen Euro weitgehend stabil (Vorjahr: 460 Millionen Euro).

Das äußerst schwierige Marktumfeld belastete die Ertragsentwicklung des Segments Financial Markets. Die operativen Erträge verringerten sich folglich um 46 Millionen Euro auf 461 Millionen Euro. Darüber hinaus ist der Verwaltungsaufwand erstmals durch die Bankenabgabe belastet. Insgesamt ergibt sich ein Rückgang des Ergebnisses vor Steuern auf 201 Millionen Euro nach 257 Millionen Euro im Vorjahr.

Ausblick

Das Umfeld für Finanzinstitute bleibt nach Einschätzung der LBBW weiterhin schwierig. So ist die Verunsicherung an den Finanzmärkten auch nach den jüngsten politischen Fortschritten bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise weiterhin sehr deutlich spürbar. Zudem ist von einer Eintrübung des realwirtschaftlichen Umfeldes auszugehen. Die Bank hält – sofern sich die Staatsschuldenkrise nicht noch weiter ausweitet – unverändert an der Prognose für das Gesamtjahr 2011 fest, nach der sowohl nach IFRS wie auch nach HGB schwarze Zahlen erwartet werden.

Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 30. September 2011 nach IFRS

Für die Ausschüttung und Wertaufholung bzw. Verlustteilnahme der Genussscheine ist das Ergebnis des LBBW-Einzelabschlusses (nach HGB) zum Jahresende maßgeblich. Die LBBW veröffentlicht keinen HGB-Abschluss zum 30. September.

Kontakt

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Leiter Kommunikation
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